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Thema: Schlagtechnik der Kavallerie

  1. #11
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Weil die Amis keine Ahnung von traditioneller Kampfkunst hatten. Besonders gut Schießen konnten sie freilich auch nicht...

    Alexander,

    eine "weiche" Scheide für Blankwaffen finde ich nicht sinnvoll. Gibt es sowas überhaupt? Was ich interessant finde, ist die offene und verdeckte Variante der Beschläge.

    Um gleich nochmal nachzufragen, hat denn keiner ein Foto oder eine Zeichnung des sächsischen Kürassierkarabiners? Das kann doch eigentlich nicht sein, denn ich hatte so ein Teil schon mal in der Hand.

    Viele Grüße,

    Gunter

  2. #12
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    Guten Tag zusammen,

    vielen Dank für die interessanten Hinweise und Dir Henning für die Abbildungen, die ich nicht kannte.

    Und zu Deinem Hinweis Gunter folgendes :

    die franz. Kavallerie hatte z.T. "weiche" Lederscheiden. Auf den einschlägigen Abbildungen (und bei den entsprechenden Zinnfiguren) weist eine solche "weiche" Scheide dann Knicke etc. auf. Ein Bild



    sagt da mehr als viele Worte.

    Glücklicherweise habe ich mich gegen diese Darstellung entschieden, weil es z.T. "Holzkerne" in den Lederscheiden gab und ich einfach unterstellt habe, dass die Sachsen damit ausgerüstet waren.

    Das Bild zeigt nun in der Tat eine Abweichung, die aber leicht bei der Bemalung korrigiert werden kann. Knicke wären das nicht.

    Also nochmals herzlich Dank an alle Beteiligten !

    Und bei den Karabinern habe ich mich an den einschlägigen Zeichnungen orientiert. Ein Foto eines Originals habe ich nicht.

    Beste Grüße

    Alexander

  3. #13
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    Alexander,

    was sind denn das für "einschlägige" Abbildungen solcher weichen Scheiden?

    Grüße,

    Gunter

  4. #14
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    Hallo Gunter,

    das ist, denke ich ein typisches Zinnfiguren-Sammler-Detail, weil es einem nur auffällt, wenn man so eine Figur einmal bemalt hat.

    Rousselot hat das Abknicken gezeichnet bei seiner Serie angreifender Dragoner (s. Anlage) und Bucquoy im Band Dragons et Guides z.B. S. 27 und 44.

    Ansonsten hatten die Franzosen ja überwiegend Metallscheiden, die stabil waren.

    Die Vorzeichnungen der beiden Figuren, die ich eingefügt habe, stammen von Bombled.

    Schönen Abend

    Alexander
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  5. #15
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    Mir will das immer noch nicht so recht einleuchten. Da verpasst man der Scheide teure Metallbeschläge und spart dann am Holzeinsatz. Besteht da denn nicht beim Einstecken die Gefahr die umgeknickte Scheide zu beschädigen? Vermutlich flattert massives Leder aber auch nicht so herum wie das immer gezeigt wird. Ich kenne das auch nur von Zinnfiguren.

    Grüße,

    Gunter

  6. #16
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    Lederscheiden ohne Holzeinsatz verbiegen sich auch nicht so leicht, die sind ja nicht aus dünnen Leder und haben dazu auch noch eine Naht die stabilisiert.
    Stoßen sie auf einen Widertand verbiegen sie sich seitlich, eigentlich eher ein Vorteil - also ein Nachteil.

  7. #17
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    Das mit der Stabilität hatte ich mir auch schon so gedacht. Zusätzliche Stabilität kommt außerdem durch die Beschläge. Manche Bewegungshaltungen bei den Zinnfiguren erscheinen mir wirklich viel zu extrem. So arg flattert die Ausrüstung eigentlich nicht umher. Das sieht zwar sehr dynamisch aus, wirkt im Detail aber etwas übertrieben.

    Grüße,

    Gunter

  8. #18
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    Ich habe eine Dragoner Säbelscheide noch nicht in der Hand gehabt, aber da Rousselot und auch Bucquoy (Zeichnungen von ihm und Malespina) diese "Knicke" ganz eindeutig zeigen, gehe ich erst einmal davon aus, dass das zutrifft.

    Mir erscheint es auch nicht unlogisch. Das Ende dürfte aufgrund des Metallbeschlages nicht ganz leicht sein und jetzt hängt es von der mir nicht bekannten Stärke des Leders ab, wie stabil das Ganze ausfällt.

    Beste Grüße

    Alexander

  9. #19
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    eine "weiche" Scheide für Blankwaffen finde ich nicht sinnvoll.

    @Gunter, das mag ja sein, nur war Sinnfälligkeit beim Militär noch nie das Kernkriterium der Auswahl

    Als Beispiel seien hier meine eigenen Säbelscheiden erwähnt (preuß. M 1715, neue Fertigung und brit. sword zur Baker-Rifle) die sich ihre Stabilität eben nur aus der Naht holen. Zusätzlich gibt es oben und unten noch Mundblech und Ortblech.

    So, und für die, die sagen :"Jaaa, das ist der Krempel aus dem Reenactment, wer weiß....." füge ich den Hinweis an, daß in "Europäische Hieb- und Stichwaffen aus der Sammlung des Museums für Deutsche Geschichte [Berliner Zeughaus], Berlin 1981" unter Nr. 324 zum Kürassieroffiziersdegen des Gen.Seydlitz eine "Lederscheide ... mit vergoldetem Mundblech und Ortband, Tragehaken" gezeigt wird.
    Im Unterschied dazu wird jede andere Scheide als "Holzscheide mit Lederüberzug [Nr.405 und andere]" geführt.

    Wozu braucht die Scheide eine eigene Stabilität? Nur, um die Waffe schadensfrei reinzustecken. Das geht- bei genügender Sorgfalt- auch ohne Holzinnenleben.

    Gruß
    Jörg
    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

  10. #20
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    Nun, ich denke bei Waffen die selten gebraucht werden, kann man sich das Holz auch sparen. Wann hat denn ein Rifleman oder ein preußischer Infanterist schon groß seine Seitenwaffe benutzt? Auch der gute Seydlitz wird ja höchst selten mal seinen Interimsdegen gezogen haben.

    Bei den standardmäßigen Kavalleriewaffen sah das anders aus, die wurden öfter gezogen. Allerdings schreibt beispielsweise de Brack soweit ich weiß sehr detailiert über das richtige Ziehen und Einstecken der Seitenwaffe und ihre Pflege, z.B. Rostverhütung, Erhaltung der Schärfe usw. Fetzermäßiges Reinrammen des Säbels in die Scheide fand er schädlich für die Schneide. Insofern gehört sorgfältiges Einstecken bei allen dazu. Eine reine Lederscheide bei der Kavallerie erscheint weniger praktisch aber möglich. Dennoch kann ich mir ein richtiges Flattern auch bei einer nur durch Nähte und Beschläge stabilisierten Scheide nicht so recht vorstellen.

    Grüße,

    Gunter

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