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Thema: Moreau und Hochzeiten um 1800

  1. #1
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    Standard Moreau und Hochzeiten um 1800

    Hallo,

    ich möchte hier mal um Rat fragen. Ich bin ja was Moreau angeht schon recht belesen, allerdings gibt es ein paar Eckpunkte, die sind ganz schwer zu beleuchten. Auch was das Thema Hochzeiten zur Napoleonischen Zeit angeht. Eine Freundin von mir, die sich ebenfalls mit Moreau beschäftigt, ist ganz fest davon überzeugt, dass Moreau aus Liebe heiratete...für mich völlig absurd. Sie reichte mir zum Beweis den ein oder anderen Brief in einem Buch, in dem wunderschöne Liebesbekundungen standen, geschrieben aus dem Temple an seine Ehefrau. Für mich hat seine Ehefrau sogar eine Mitschuld an seiner Verhaftung mit ihrem royalistischen Getue gehabt, aber das ist ein anderes Thema. Meine Freundin erklärte mir, dass die Ehefrau Moreaus mit Caroline Bonaparte, Hortense de Beaurharnais, Églé, Neys spätere Frau, Aimée, Davouts spätere Frau und Adéle, Mcdonalds spätere Frau befreundet war und gemeinsam zur Schule ging. Ich nam das zum Anhaltspunkt, dass Napoleon wohl seine besten Generäle mit guten belesenen, klavierspielenden und singenden Frauen verheiratet sehen wollte und sich aus dieser Schule fleissig bediehnt wurde. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die allesamt aus Liebe heirateten...natürlich kann man abstrakt denken, die haben sich ja alle auf irgendwelchen Bällen etc kennen und lieben gelernt etc...hüstel...aber für mich hat das eher einen anderen Charakter. Moreau hat 10 Monate vor seiner Hochzeit noch seine Liebe zu Ida St Elme gestanden, obwohl er von der Affaire zu Ney wusste. Sie schnitt sich die Haare ab und trug Uniformen und ging mit Ihm wohin auch immer und er liebte das. Nun soll plötzlich ein Püppchen von 18 Jahren daher gekommen sein, singend, Klavier spielend, royalistisch (!!!) und er soll das bevorzugt haben? Im Übrigen hatte Ida auch nach Neys Hochzeit mit ihm noch eine Affaire.
    Warum erzähle ich das??? Ich möchte einmal etwas Bestätigung.... Ich mag mich nicht immer mit Leuten streiten, die die Napoleonische Zeit mit der Rosaroten Brille sehen. Leute haben nicht aus Liebe geheiratet, es sei denn sie haben sich ihren PArtner selbst ausgesucht, dafür mussten sie sich aber meist erstmal von dem Ihnen ausgesuchten PArtnern trennen, wie es zB Madame Recamier und auch Ida St Elme vorher getan hatten. Natürlich hat man sich auch Liebe Dinge geschrieben, aber das ist für mich kein Beweis, dass das alles wahre Liebe war.

    Moreaus Frau hat zB nach der Ankunft in Amerika keine weiteren Kinder bekommen. das Letzte 1804. Moreau selbst ging für ein Jahr fort um Amerika zu bereisen und sie reiste mehrere Male nach Paris und London wärend er in Amerika saß. Zum Schluss wollte sie für immer bleiben und lebte bei Madame de Stäel in London, als sie die Nachricht von seinem Tod erhielt.

    Geändert von Madame Malicieux (19.10.2009 um 08:01 Uhr)
    Vive Moreau,
    Rival republicain de Bonaparte

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  2. #2
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    Guten Morgen,

    zum Thema Moreau kann ich natuerlich nichts beitragen, aber vielleicht ein kleinen Einblick in die Sichtweise auf Ehe und Hochzeit:

    "Nur ein Mann, der eine gescheite Frau geliebt hat, kann ermessen, was für ein Vergnügen es ist, ein Gänschen zu lieben."

    sagte Talleyrand, als man ihn fragte, wie um alles in der Welt er erst ein Verhaeltnis mit Germaine de Stael und dann mit Catherine Grand haben kann (und die dann auch noch heiratet). Tja. Mit der einen kann man prima ueber Politik und Literatur diskutieren, aber die andere ist einfach besser im Bett. So einfach ist das.

    Ausserdem sagte er noch:

    "Die Klugheit einer Frau ist nicht immer ein Vorteil. Eine gescheite Frau kompromittiert ihren Gatten, eine dumme nur sich selbst."


    Ich denke, das erklaert, warum jemand zwar kluge Frauen liebt, aus Vernunft aber eine dumme heiratet. Hochzeiten hatten selten etwas mit Liebe zu tun. Entweder es ging um Geld oder um gesellschaftliches Ansehen, oder es war Taktik, um ein politisches Ziel zu erreichen. Und sobald man im sicheren Hafen der Ehe war, konnte man ja nach Belieben Affairen haben - und die dann natuerlich mit Frauen, die man wirklich mochte. Die Ehefrau musste man nicht lieben. (Wenn man Glueck hatte, verstand man sich ganz gut.)

    Talleyrand's Definition der Ehe war uebrigens: "Zwei schlechte Launen am Tag und zwei schlechte Gerueche bei Nacht."

    Keine sehr positive Einstellung der Institution Ehe gegenueber...

    Schoenen Gruss,
    Gnlwth

  3. #3
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    Soweit ich weiß wollte ja der 1. Konsul Moreau mit jemand anderem verheiraten, aus dem engeren Bonaparte Klan.

    Moreau stellt sich auch klar gegen diesen Wunsch und kompromitiert Bonaparte.

    Es wäre ja auch immer eine Scheidung möglich gewesen.

    Die Heirat war sicherlich nicht der Karriere von Moreau dienlich.

  4. #4
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    Aber die Frage ist ja, warum hat er sich nun für Eugenie Hulot entschieden, die eindeutig royalistische Züge hatte. Ihre Kinder, Enken und Urenkel haben allesamt Prinzen und Prinzessinnen geheiratet, zum Glück nach Moreaus Tod, der damit sicher nicht einverstanden gewesen wäre. Die Schwiegermutter hatte da auch keine Finger im Spiel, denn die war auch bereits verstorben. Für mich ist das alles noch etwas unklar.
    Vive Moreau,
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  5. #5
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    Picard - in Bonaparte et Moreau - schreibt auch eher - dass Moreau von der jungen Mlle Hulot verzaubert gewesen sei und verweist auf die Memoiren von Decaen.

  6. #6
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    Habe ich im Internet nicht finden können..wenn warscheinlich nur in französisch, oder? Tja...ist denke Moreau hat sehr schnell festgestellt, dass die Entscheidung Hulot zu heiraten, falsch war. Aber genau wird man das nie wissen. Merkwürding ist ja, dass Menschen, die mit Moreau enger befreundet waren schreien, dass Moreau und seine Frau sich liebten, andere widerum , die die Situation von Aussen betrachteten, sahen das eher kritisch. Das liegt sicher an der vielleicht nicht ganz neutralen Beurteilung, wer weiss...
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  7. #7
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    Mit der richtigen Heirat und etwas Anpassung hätte Moreau so richtig Karriere machen können - aber das wäre dann nicht mehr Moreau gewesen.


    Andererseits, Bernadotte hat die Sache ja auch sehr clever gemacht.

  8. #8
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    Zitat Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Mit der richtigen Heirat und etwas Anpassung hätte Moreau so richtig Karriere machen können - aber das wäre dann nicht mehr Moreau gewesen.


    Andererseits, Bernadotte hat die Sache ja auch sehr clever gemacht.

    Wie meinst Du das denn jetzt? -lach-

    Liebe Grüße

    Lutz

  9. #9
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    Naja, ich sag mal so... er hätte sicher anderweitig auf das Regime einwirken können...besser sicherlich als aus dem Exil....
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  10. #10
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    Zu Bernadotte - der hat ja die Notbremse 1803 gezogen und sich mal "angepaßt" wird Marschall, erfolgreicher und beliebter Truppenführer - schließlich König von Schweden - was für ein Aufstieg.

    Geschadet hat er Napoleon am Ende sicherlich 1000 mal mehr als Moreau, deswegen ist er ja bei den Nappy Groupies so verhaßt.

    Moreau blieb konsequent radikal - es kam dann was kommen mußte.

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