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Thema: "Inspectorates" in der sächsischen Armee

  1. #11
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    Um mal wieder zur Ausgangsfrage unseres ausländischen Freundes zurückzukommen (Entschuldigung, aber dieses „..in Preußen oder Frankreich oder Äquatorial-Guniea war das so und so…“ wenn nach Sachsen gefragt wird, geht mir tierisch auf den Zeiger):

    Die sächsische Armee gliederte sich in dem genannten Zeitraum in die Eximierten Korps (die unter den direkten Befehlen des Kurfürsten standen) und 4 Generalinspektorate (jeweils 2 für die Kavallerie und die Infanterie).

    Die Inspektorate waren zuständig für die:
    Dienst- und Kommandosachen
    Muster-, Wirtschafts-, Marsch- und Delogierungs- Angelegenheiten

    Nach der Stamm- Rangliste von 1806 (S.12-14) setzte sich die Sache wie folgt zusammen:

    Eximierte Korps: Regiment Garde du Corps, Adeliges Kadettenkorps, Schweizer-Leibgarde, Ingenieurkorps, Feldartilleriekorps incl. Pontonierkompanie (nur in Dienst- u.Kommandosachen), Hausartilleriekompanie, Leib-Grenadiergarde 3.752 Mann und 369 Pferde

    Kavallerie
    Inspektorat Generalmajor von Zastrow: Kürassier-Regiment Kurfürst, Chevauxlegers-Regimenter Clemens, Albrecht und Johann 2.936 Mann und 2.664 Pferde
    Inspektorat Generalmajor von Trützschler: Kürassier-Regimenter Karabiniers und Kochtitzky, Chevauxlegers-Regiment Polenz, Husaren-Regiment 3.267 Mann und 3.000 Pferde

    Infanterie
    Inspektorat Generalmajor von Oebschelwitz: Feldartilleriekorps incl. Pontonierkompanie, Regimenter Anton, Friedrich August, Niesemeuschel, Sänger, Low, Thümmel sowie die Garnisionskompanie Königstein und die Halbinvalidenkompanien Waldheim, Barby und Eisleben 13.229 Mann
    Inspektorat Generalmajor von Cerrini: Regimenter Kurfürst, Maximilian, Xavier, Clemens, Rechten und Bünau 10.529 Mann

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  2. #12
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    Vielen Dank!

  3. #13
    Avatar von Gunter
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    Danke für die Erläuterung. Meine obige Version ist dann wohl die des frühen 18. Jh. gewesen. Deinen Zorn kann ich nur bedingt verstehen. Auf der einen Seite ist es natürlich Unsinn, wenn häufig behauptet wird, in Sachsen wäre es "genau wie" irgendwoanders gewesen. Habe ich so auch nicht gesagt. Auf der anderen Seite ist es aber zweifellos hilfreich, die Dinge zu vergleichen, um des besseren Verständnisses willen.

    Grüße,

    Gunter

  4. #14
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    Es ist ganz einfach.
    Du kommst aus Sachsen, Du hast über die sächsische Armee eine Dissertation verfasst und Du hast – als Mitglied der Fakultät sicher noch einen viel besseren – Zugang zu den Quellen.
    Da wird man doch einen gewissen Qualitätsanspruch haben dürfen!
    Natürlich ist der Vergleich als Hilfskonstruktion bei einem völligen Fehlen direkter Quellen zur Zielnäherung bei der Beantwortung einer konkreten Frage notwendig und erlaubt, wobei man mit solchen Vergleichen auch abgrundtief daneben liegen kann. Aber es ist immer ein Hilfskonstrukt und letztendlich für die Beantwortung fast nur Füllfunk.

    Wenn man allerdings Hilfskonstrukte nutzt, dann sollten sie auf fundiertem Fachwissen beruhen. Die sächsischen Inspektorate mit preußischen Gouvernements zu vergleichen ist gelinde gesagt Nonsens. Auch in Preußen gab es Inspektionen, wie die Südpreußische, Berlinische, Magdeburgische etc. pp., die die gleichen Aufgaben wahrnahmen.
    Und Generaladjutanten hatten damit gleich gar nichts zu tun.

    Aber wenn Leute wie Gülich oder Handrick/Wenzlik positive Rezensionen bekommen, muß einen vielleicht auch nichts mehr wundern.

    Entschuldigung, musste ich loswerden. Thema ist jetzt bei mir durch.
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  5. #15
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Die Ursprungsfrage drehte sich um die Zeit ab 1792. War das da auch schon so wie nach 1806 oder so wie ich das schrieb, was wohl noch eher so gewesen ist?

    Selbst wenn ich über die sächsische Armee geschrieben habe, dann sagt das noch lange nicht, dass ich mich mit ihrer gesamten Geschichte gut auskenne. Als Buchautor ist man noch lange kein allwissender Experte für die komplette Bandbreite seines Themas.
    Dass man bei den Sachsen keinen wirklich guten Überblick hat, ist nicht verwunderlich, wenn sehr viele Informationen entweder noch in den Quellen schlummern oder über einige Minipublikationen verstreut sind. Übrigens habe ich auch keinen besseren Zugang zu den Quellen als jedermann.

    Mich interessieren in letzter Zeit besonders gegenseitige Einflüsse verschiedener Mächte in Fragen der Organisation und Uniformierung. Da ist ein Nachahmen unverkennbar, freilich immer mit dem Vorbehalt eigener Entwicklungen, die es in diesen Fällen stets genau herauszuarbeiten gilt. Daher auch meine häufigen Erwähnungen ähnlicher Dinge.

    Ich werde mich wohl in Zukunft nicht mehr zu Themen äußern, in denen ich nicht voll durchsteige, wenn das hier so übel aufstößt. Sollen sich die Experten doch gleich selber melden, dann kann ichs dafür lassen.

    Grüße,

    Gunter

  6. #16
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    Ich interessiere mich für die Organisation und die Uniform der sächsischen Armee bis 1806. Aber ich habe nur dieses Buch.



    Sagen Sie bitte, wo ich die Dokumente die reglementierenden Veränderungen der Uniform der sächsischen Armee sehen kann.

  7. #17
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    Wenn man allerdings Hilfskonstrukte nutzt, dann sollten sie auf fundiertem Fachwissen beruhen. Die sächsischen Inspektorate mit preußischen Gouvernements zu vergleichen ist gelinde gesagt Nonsens. Auch in Preußen gab es Inspektionen, wie die Südpreußische, Berlinische, Magdeburgische etc. pp., die die gleichen Aufgaben wahrnahmen.
    Und Generaladjutanten hatten damit gleich gar nichts zu tun.
    Lieber da Capo, das es dich nervt, das nicht alle über den gleichen Wissensschatz verfügen, kann ich, gelinde gesagt, nicht nachvollziehen. Ich bin der festen Überzeugung, daß es Themen gibt, in denen du über kein oder nur unzureichendes Wissen verfügst. Ich bin über diese gelaufene Diskussion sehr dankbar, da ich nunmehr die Möglichkeit hatte, mein Wissen zu erweitern.


    Mit, noch, freundlichen Grüßen


    Martin
    Schlesisches Grenadier-Bataillon

  8. #18
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    So, mal der Reihe nach.

    Kiks
    Um näheres über die Organisation der sächsischen Armee zu erfahren, folgende Bücher lesen:
    Schuster/Francke „Geschichte der sächsischen Armee“
    Montbé „Die Chursachsen im Feldzug von 1806“
    und für den späteren Zeitraum Exner „Feldzug von 1809“ und „Feldzug 1812“.
    Dort findest Du gute Übersichten zur Organisation. Einige Werke sollten bei google books zu erhalten sein.

    Martin / Gunter,
    Um Gottes Willen, es können nicht alle über den gleichen Wissensstand verfügen. Das wäre auf Dauer auch totlangweilig, weil keiner mehr etwas Neues zu berichten hätte.
    Selbstverständlich gibt es ganz viele Themen, von denen ich absolut keine Ahnung oder nur ein oberflächliches Wissen habe.
    Ich werde Niemanden, zumal wenn ich denjenigen nicht persönlich kenne, vorwerfen, dass er nicht über meinen Wissenstand zu einem speziellen Thema verfügt. Sollte dies so verstanden worden sein, bitte ich dieses Missverständnis zu entschuldigen. Ungeachtet dessen, dass mich der Vorwurf selbst träfe, würde bei so einer Einstellung der gesamte und doch überaus wichtige Austausch von Wissen zum Erliegen kommen. Dies kann keiner ernstlich wollen.
    Ich habe in diesem Forum selbst genügend Fragen gestellt und hierzu größtenteils fachlich fundierte Antworten aber auch interessante Querverweise erhalten.
    Aus meiner Sicht gehören zu den Grundvoraussetzungen eines exzellenten Forums – wie es Napoleon online unstreitig ist – klar formulierte Fragen und auf die Frage eingehende Antworten. Der Antwort Gebende – und dies war mein Ansinnen an Dich, Gunter - hat aus meiner Sicht eine Verantwortung und eine Bemühenspflicht („Nützt mein Beitrag dem Fragenden?“), derer er sich bewusst sein soll. Dabei sind – zumindest für mein Verständnis und da lasse ich nicht locker – diese (meine) Ansprüche an einen Dr. der Geschichte höher als an Andere.

    Also weiter fragen was das Zeug hält und weiter qualifiziert antworten.
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