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Thema: Österreichische Husaren 1835

  1. #1
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    Standard Österreichische Husaren 1835

    Ich weiß, das Thema paßt hier nicht so richtig rein, in die anderen Rubriken aber auch nicht:

    Kann mir jemand mit den Dislozierungen der Österreichischen Husaren um 1835 weiterhelfen?

    Herzlichen Dank
    Jörg
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  2. #2
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    Dislozierung ist wohl nicht der richtige Ausdruck, denn das gilt doch wohl nur für Kriegszeiten, also eher: in welcher Garnison standen Sie?

    Wie üblich, würde ich inden k.k. Rang- und Quartlierlisten von 1837 +- vulgo kakanisch Schematismen - nachsehen.
    Geändert von Blesson (23.08.2010 um 14:51 Uhr)

  3. #3
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    Die Schematismen - die zur gestellten Frage Auskunft geben können - sind im Kriegsarchiv.
    Welche Regimenter meint der geschätzte Herr Feldwebel - den ein sehr umfassendes Interesse auszeichnet - denn konkret? Das würde die Suche etwas abkürzen, vielleicht geht sogar eine fernmündliche Anfrage ...

  4. #4
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    Servus Jörg,

    hier die gewünschten Dislokationen mit Stand 1835 (@ Blesson: wir Austriaken sind halt wieder mal anders, bei uns wurde auch im Frieden disloziert ;-)

    "Kaiser Franz" Nr. 1: UJPECS (Banat)
    "Ehzg Joseph" Nr. 2: RADKERSBURG (Steiermark)
    "Ehzg Ferdinand" Nr. 3: KETSKEMÉT (Ungarn)
    "Geramb" Nr. 4: TARNOPOL (Galizien)
    "König v. Sardinien" Nr. 5: Einsatz Italien
    "König v. Wörtemberg" Nr. 6: AUSTERLITZ (Mähren)
    "Liechtenstein" Nr. 7: Einsatz Italien
    "Sachsen-Coburg" Nr. 8: GROSSENZERSDORF (Niederösterreich)
    "Nikolaus I., Kaiser von Rußland" Nr. 9: PARDUBITZ (Böhmen)
    "Friedrich Wilhelm, Köig v. Preußen Nr. 10: TARNOW (Galizien)
    Siebenbürgische Szekler-Grenzhusaren Nr. 11: SEPSI-SZENT-GYÖRGY (Siebenbürgen)
    Palatinal - Husarenregiment Nr. 12: WIEN

    Inhabernamen gekürzt, Angaben nach dem Militär-Schematismus 1835, die angegebenen Orte sind jeweils die der Stabsstationen, die einzelnen Eskadonen waren häufig in Ortsquartieren in der Umgebung untergebracht.

    Ciao, Klaus

  5. #5
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    Nun, ich danke den geneigten Antwortern für die Erweiterung meines Wissens, sowohl hinsichtlich des möglicherweise fälschlich verwendeten Begriffes als auch bezüglich der Garnisons-Schematismen.

    Der Hintergrund meines Interesses ist schlichtweg, daß ich wissen will, wie ich eine husarische Zinnfigur anmalen soll, die einer Spitzweg-Scene entsprungen (und mir eine Kopie nach S. zu banal ist).

    Vielleicht vermögen die geneigten Informanten auch als solche bezüglich meiner aktuellen Frage wirksam zu werden.

    dankbar
    Jörg

    P.S. Herr Blesson, hat Sie meine Nachricht zum Müffling et al nicht erreicht?
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  6. #6
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    Servus nochmals

    Bezüglich Bemalung werden die Bilderserien von M. Trentsensky weiterhelfen können, (wirds vermutlich irgendwo im web geben, hab jetzt nicht nachgesehen). Sollte aber ein bestimmtes Regiment im Focus sein, werd ich gerne die konkrete Farbgebung nachsehen, bis Ende August sitz ich noch an der Quelle...

    Zur genaueren Datierung: hat der Husar einen zylindrischen oder einen nach oben geschweiften Czako?

    Viel Spaß weiterhin
    Klaus

  7. #7
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    Hallo Klaus,

    danke für Dein weiteres Interesse. Der Tschako ist einigermaßen zylindrisch, wenngleich oben ein wenig weiter als unten. Als "geschweift" würde ich ihn jedoch nicht bezeichnen, wenn ich mir unter "geschweift" z.B. den russischen M 1812 (meist als KIWER geläufig) oder das danach entwickelte preußische Modell ab 1815 vorstelle.

    Nach der Liste, die Du mir geliefert hast, würde meine Wahl auf das Regt. König v.Sardinien No.5 fallen.

    Gruß
    Jörg

    P.S. "Banal" wäre mir nur die Farbwahl nach dem Originalbild. Ich bin fern davon, Spitzwegs malerisches Vermögen mit banal zu charakterisieren.
    Witzig wäre nun freilich, wenn zufällig genau der dunkelgrüne Dolman + rote Pelz rauskäme, den ich auf dem Originalbild zu erkennen meine.
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  8. #8
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    Hallo Jörg

    nach Deiner Beschreibung konnte ich das Bild nun festmachen. Tatsächlich kommt die Farbgebung der Uniform der Fünferhusaren einigermaßen nahe. Sie trugen (1798-1848):

    Czako krapprot
    Pelz und Dolman dunkelgrün
    Hose krapprot
    Knöpfe weiß

    Nachdem die Szene nach Architektur und Landschaft ohne weiteres in Oberitalien spielen könnte, wärs gar nicht so abwegig, daß Spitzweg einen Fünferhusaren vor Augen hatte.

    Bezüglich "geschweift" bin ich ganz Deiner Ansicht. Was jedoch ahistorisch ist, sind die Montierungen auf dem Czako: Der rote Tuchsack kommt auf österreichischen Czakos überhaupt nicht vor, nur auf Kalpaks (Pelzmützen). Den langen, keulenartigen Federbusch hatte die k.k. Armee auch nicht, die Husaren hatten einen Busch aus schwarzgelb gefärbten, nach oben stehenden und etwa eine Handspanne langen Federn, die meist fächerartig auseinander strebten und oben umknickten. Das ist wohl "künstlerische Freiheit" Spitzwegs.

    Spannend fand ich auch die Beinbekleidung, es scheint, als trüge der Husar statt der Czismen (ungar. Stiefel) enge helle Gamaschen und Schuhe, was ich in der Literatur vorerst nicht fand, aber als Kommodeadjustierung immerhin gebräuchlich gewesen sein mag.

    Ciao, Klaus
    Geändert von Nikolaj (25.08.2010 um 07:21 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Nikolai,

    der Graveur (aus Wien) hat bei der Anlage seiner Figur wohl versucht, die von Dir angeführten Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen: als Figur trägt der Husar ungarische Stiefel, allerdings den Tschako mit langem Stutz und Tuchbeutel.
    Da muß wohl noch mal die Feile ran.....

    Danke
    Jörg
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  10. #10
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    Standard Husar nach Trentsenksy 1820

    Wunderbare Diskussion hier ... und Spitzweg ist natürlich eine "nette" Vorlage, wobei ich den gähnenden Soldaten an der Kanone mit Singvogel auch sympathisch finde.

    Um mal ein Bild der Ösi-Husaren abzugeben, anbei die Abbildung der Husarenuniform nach Trentsensky 1820.

    Viel Erfolg beim Bemalen der Vignette wünscht
    Markus Stein
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