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Thema: Darf man über die "braune Zeit" lachen?

  1. #11
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    Hallo, gnlwth,

    Das Du mit dem Begriff des „absolut Bösen“ nicht allzu viel anzufangen weißt, wundert mich nicht.
    Schließlich bist Du Naturwissenschaftlerin und da tut man sich schon von Berufs wegen schwer damit, oder!?
    Ich selbst bin mir nicht ganz sicher, ob ich es damit ernst meinen soll oder nicht.
    Tatsächlich habe ich den Begriff nur von Dir übernommen.
    Von mir aus kann man es auch das „Außergewöhnliche“ nennen; und eben das ist und bleibt es auch!
    Die Verharmlosung liegt nach meinem Ermessen eben in der Bezeichnung des „absoluten A...“, wie Du es gewählt hast.
    Ich habe in meinem beruflichen wie privaten Bekanntenkreis, einige Leute, die ich als solche bezeichnen möchte.
    Bisweilen ertappe ich mich dabei, mich selbst damit bezichtigen und bezeichnen zu wollen!
    Aber HALT!
    In den Topf der A... gehört eben ein AH oder ein Serienmöder Haarmann oder Bundy nach meiner Überzeugung ganz und gar nicht.
    Der Topf, in den diese Leute gehören, ist weitaus exklusiver.

    am Mord von Millionen von Menschen kann nichts laecherlich oder lustig sein.
    Und das genau ist auch ein Grund, warum "Der große Diktator" mit Chaplin solch ein Erfolg wurde.
    Hitler wurde als Witzfigur / als "normales A..." begriffen/gesehen.
    Ein kleiner Mann, der komisch spricht.
    Die Juden, die im Film ins KZ gingen, gingen nicht unbedingt in den Tod- zumindest im Film nicht.
    1940 war von Massenmord (auch) im Ausland noch nichts bekannt.
    Geändert von Mephisto (15.01.2007 um 12:22 Uhr)
    Gruß
    Mephisto

    "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
    nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807

  2. #12
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    Hallo,
    nun melde ich mich doch.
    Die eingangs gestellte Frage möchte ich klar mit JA beantworten.

    Allerdings hatte ich beim Anschauen des Films, der Auslöser dieser Diskussion ist, das Problem, das ich kaum Stellen zum Lachen fand. Gezeigt wird eine Ansammlung von miesen Intriganten, die um einen anderen Miesling schwarwenzeln, der seinen miesen Charakter durch Mißhandlung in der Kindheit erklärt.

    Für mein Empfinden deutlich zu wenig.

    Mir fiel am Ende des Films sofort "Der Goldene Zug" ein, indem ein ganzes jüdisches Dorf sich einen eigenen Deportationszug anschafft.
    Da wird der Genozid zum Thema einer Komödie, durchaus im Bewußtsein all des Schrecklichen, das mit dem Thema verbunden ist.
    Da habe ich herzhaft gelacht, im Halse steckengeliebenes Lachen eingeschlossen.

    Aber "Mein-Führer"? - Nur heiße Luft und Medienrummel, leider......

    Gruß
    Jörg

  3. #13
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    Hat einer "mein Führer" schon gesehen? Ist der Film gut oder nicht?
    "Da nichts im Laufe unseres Lebens ausgelöscht wird, ist jeder von uns wie ein Dokument, in dem, zwar gekürzt, die ganze Geschichte und die ganze Frühgeschichte der Menschheit niedergeschrieben ist"

    Marie Bonaparte (1882-1962)

  4. #14
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    Hallo Britt,

    offensichtlich bin ich nicht mit der Gabe gesegnet, mich verständlich auszudrücken :

    Ich habe den Film gesehen und fand ihn nicht gut.

    Gruß Jörg

  5. #15
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    Ich habe mir den Film am Freitag angesehen.
    Man kann ihn sich ansehen, man kann auch lachen, aber man muss ihn sich nicht im Kino ansehen.

    Die Frage, ob der ganze Rummel im Vorfeld (es sei denn, als PR) gerechtfertigt war, beantwortet der Film mit einem klaren Nein. Der Film agiert mit Gags, über die die Briten, Amis und Franzosen seit mehr als 50 Jahren lachen.
    Diesen Film mit dem „Untergang“ zu vergleichen oder gar auf eine Stufe zu stellen, zeugt entweder von einem Reflex wider alles, was mit 33-45 zu tun hat oder von einer geschichtlichen Unterbelichtung, wobei das Eine das Andere nicht ausschließen muss.
    Was beide Filme gemeinsam haben ist allerdings die – wie auch immer geartete und keinesfalls gewichtete – Darstellung von Hitler als Mensch (Entmystifizierung ist für mich zu pathetisch).
    Damit kommen wir unweigerlich zu der Frage: „Wenn AH nicht der absolute Leute verhexende Oberschlimme war, was hat Opa dann in dieser Zeit wo und warum gemacht?“.
    Und von diesen Opas – denken wir nur an den Literaten aus der Division Frundsberg – gibt es noch einige und die haben (aus dem Blickwinkel der Gutmenschen) alle Dreck am Stecken. (Nein, das ist kein Vorwurf gegen die Opas! Ich war Mitglied der Jungen und Thälmann-Pioniere, der FDJ, der GST, der DSF, im FDGB, der LDPD und neben Obersekretär der Deutschen Reichsbahn auch noch Reserveoffizier der NVA. Jeder der sich hinstellt und einem Günter Grass die reine Mitgliedschaft in der SS vorwirft, hat nie in einem totalitären Staat gelebt. Und anders gemacht oder erst recht geweigert, hätte sich derjenige niemals.).

    Zum neben dem Herrn Giordano sich in diesem Zusammenhang immer meldenden Zentralrat habe ich spätestens seit der Lektüre von Finkelstein ein etwas getrübtes Verhältnis.
    Dogmen (Wahrheiten, die nicht ständig hinterfragt werden, hören auf, Wahrheiten zu sein = ein wirklich guter Satz und leider nicht von mir) behindern eine wissenschaftliche Aufarbeitung und in der Geschichte gibt es kein schwarz oder weiß und nur jene und solche, so wie es keine plötzlichen Ereignisse sondern immer nur Prozesse gibt. Ob uns Levy in dieser Richtung etwas sagen wollte und ihn deshalb der Zentralrat so angeschossen hat?

    Selbstverständlich gibt es Grenzen, gibt es Anstand und Pietät und eine Verpflichtung zum wirklich sensiblen Umgang mit bestimmten Themen. Einen Alleinanspruch auf diese Dinge gibt es aber nicht.

    Der Untergang war für mich ein konsequenter Schritt (in bester Fortführung von Merle´s „Der Tod ist mein Beruf“) auf dem Weg zum Umgang mit diesem Thema, „Der Führer“ ist es nicht und sollte es sicher auch nicht sein.

    Wie gesagt, man kann ihn sich ansehen, muß aber nicht.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  6. #16
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    Ich fand den Film eigentlich ganz gut, auch wenn der Humor an einigen Stellen ziemlich lahm war... .

    Das Ende allerdings ist meiner Ansicht nach nicht sehr gut gelungen... .

    Grüße,

    Fritz
    Liberté, Egalité et Fraternité ou la mort!!!

  7. #17
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    Wird wohl Zeit, dass ich den Film auch mal anschaue. Ich mache selber eine Menge Humor über solche Themen, manchmal auch etwas unrealistisch, was nicht jeder verstehen kann. Ich habe kürzlich eine Geschichte geschrieben, wo A.H. sich über den Zuwachs in der Hölle beschwert und die zunehmende "Islamisierung" dort....
    "Da nichts im Laufe unseres Lebens ausgelöscht wird, ist jeder von uns wie ein Dokument, in dem, zwar gekürzt, die ganze Geschichte und die ganze Frühgeschichte der Menschheit niedergeschrieben ist"

    Marie Bonaparte (1882-1962)

  8. #18
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    Zitat Zitat von Britt.25
    Ich habe kürzlich eine Geschichte geschrieben, wo A.H. sich über den Zuwachs in der Hölle beschwert und die zunehmende "Islamisierung" dort....
    klingt gut, wo kann man die nachlesen...

    gruß, muheijo

  9. #19
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    An dieser erwähnten Geschichte sitze ich noch. Eine Homepage mache ich mir gerade selber (das dauert aber noch etwas). Bisher sind einige meiner Geschichten auf der Seite www.romanodermatt.ch nachzulesen, zum Teil modifiziert von meinem "Ko-Autoren". Allerdings darf und muss ich gleich warnen: Denn nicht jeder versteht diese Art von Humour. Oft wird man in der falsche Schublade gesteckt.
    Geändert von Britt.25 (13.05.2009 um 17:33 Uhr)
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  10. #20
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    @Britt.25:
    romanodermatt ist eine interessante Seite.
    Deine Portraits von historischen Persönlichkeiten sind sehr schön!

    Nochmal zu "Mein Führer":
    Eine Bekannte von mir hat sich den Film angesehen und meinte,dass am Anfang witzig war z.B. Hitler bekommt ausgerechnet bei einem Juden Schauspielunterricht.Aber der Film wird schließlich immer wirklicher und am Ende war er ihr zu wirklich,sodass sie ihn auch nicht mehr komisch fand.Das Ganze ist also wiedermal eine echte Geschmackssache.Der Hauptdarsteller Helge Schneider soll den Film persönlich aber auch nicht als witzig empfunden haben.

    LG William
    Geändert von William (22.02.2007 um 10:44 Uhr)
    Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.

    Johann Wolfgang von Goethe

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