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Thema: Gülich "Reorg. sächs. Armee"

  1. #1
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    Standard Gülich "Reorg. sächs. Armee"

    • Seit einiger Zeit ist das Buch "Die Sächsische Armee zur Zeit Napoleons. Die Reorganisation von 1810" von Wolfgang Gülich, Brigadegeneral a.D. zum Preis von EUR 30,00 auf dem Markt.

      Um es vorweg zu nehmen: Ihr könnt Euch aus meiner Sicht das Geld sparen.

      Ich konnte den Vortrag von Herrn Gülich zum genannten Buch beim Zinnfigurensammlertreffen in Leipzig hören und dieses Buch bei einem Sammlerfreund ausleihen.
      Anfänglich eine Rezension des Gesamtbuches im Auge, habe ich mich dann nur mit Artillerie und Train nach der Reorganisation von 1810 beschäftigt und mehrere Seiten an Anmerkungen zusammenbekommen. In der Hauptsache beziehen sich diese Anmerkungen auf Fehler und Ungenauigkeiten (lag sicher an den genutzten Quellen) sowie - sagen wir - interessanten Interpretationen, den ich nicht folgen wollte oder konnte.
      Diese Herrn Gülich per Fax zur Verfügung gestellten Punkte sind leider nicht sonderlich wohlwollend aufgenommen worden (empfinde ich zumindest so) und letztendlich mit einem Verweis auf die freie Interpretation von Quellen und den Verweis auf die bisher in anderen Gremien überaus positive Aufnahme "abgebügelt" worden.
      Schade eigentlich, denn die Literatur zur sächsischen Armee in der napoleonischen Epoche ist nicht so reich gesät.

      Meinen Brief sowie die Anwort des Herrn Gülich habe ich Markus zur Verfügung gestellt, der diese sicher noch an geeigneter Stelle dem geneigten Leser zur Verfügung stellen wird (Markus: Entschuldige bitte meinen missionarischen Eifer im Kampf gegen den Irrglauben, aber die neue Rubrik schreit geradezu nach diesem Thema ).

      Mich interessiert natürlich nun, welche Erfahrungen Ihr mit diesem Buch gemacht habt.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  2. #2
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    Tja - hab mir soetwas schon fast gedacht, danke nochmal für die Quellenkritik.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
    Meinen Brief sowie die Anwort des Herrn Gülich habe ich Markus zur Verfügung gestellt, der diese sicher noch an geeigneter Stelle dem geneigten Leser zur Verfügung stellen wird (Markus: Entschuldige bitte meinen missionarischen Eifer im Kampf gegen den Irrglauben, aber die neue Rubrik schreit geradezu nach diesem Thema ).
    Kein Problem ... bei der nächsten HP-Aktualisierung werde ich Deinen Brief sowie die "allgemeine" Antwort von Hr. Gülich veröffentlichen ... in Kürze auch hier im Thread - denn missionarisch finde ich Deinen Einsatz nicht, denn es dient ja dazu, offensichtliche Fehler auszuräumen!

    Schöne Grüße
    Markus Stein

  4. #4
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    Ein weit verbreiteter Fehler, den Gülich begeht, sind die neuen Uniformbeschreibungen für 1810.
    Er hat diesbezüglich genauso schlampig gearbeitet, wie Peter Bunde ( von dem die Farbtafeln stammen). Wenn man das Buch sieht, erkennt man ganz genau, dass sie nur die Stamm- und Rangliste von 1810 für die beschreibungen verwendet haben. Dabei kann man, wenn man schon mal in Dresden ist, gleich auch mal die von 1811,1812, 1813 einsehen. So umfangreich sind die ja nicht.
    Die 1810er Liste beschreibt nämlich so manches Uniformdetail, was damals zwar so angedacht war, aber dann bei der Einführung nicht umgesetzt wurde und daher auch logischerweise in den drei nachfolgenden Listen nicht mehr auftaucht.
    Gülich hat viel Mühe auf die Thematik Reorganisation verwendet und lässt meines Erachtens nach die Kampfhandlungen sträflich kurz weg kommen.
    Dafür doppelt sich vieles und man hätte, wenn man übersichtlicher gearbeitet hätte, Platz gesparrt und dann eben auch verstärkt auf den Einsatz der Armee eingehen können.

  5. #5
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    Bring doch mal ein Beispiel was 1810 in der Rangliste stehr und dann doch nicht übernommen wurde

  6. #6
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    Standard Die Kritik ist leicht, die Kunst ist schwer...

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    ...
    Gülich hat viel Mühe auf die Thematik Reorganisation verwendet und lässt meines Erachtens nach die Kampfhandlungen sträflich kurz weg kommen.
    Dafür doppelt sich vieles und man hätte, wenn man übersichtlicher gearbeitet hätte, Platz gesparrt und dann eben auch verstärkt auf den Einsatz der Armee eingehen können.
    Aber das (Haupt-)Thema des Buches ist doch die Reorganisation 1810. Insofern ist für mich der Vorwurf nicht ganz nachvollziehbar.

    Ohne jetzt unbedingt eine Lanze für Hr. Gülich brechen zu wollen, erinnert mich diese Diskussion (und andere ähnliche aus der Vergangenheit) an den alten Theaterkritiker-Spruch "Die Kritik ist leicht, die Kunst ist schwer". Wem die Aussagen zu den Kampfhandlungen zu kurz geraten sind und wer noch dazu das entspr. Wissen hat, der setze sich doch auf den Hosenboden und schreibe ein Buch über die Kampfhandlungen der sächsischen Armee!

    OK, ist nicht böse gemeint, aber erst, wenn man mal ein oder mehrere Bücher geschrieben hat (oder Farbtafeln gemacht hat, wie der oben "abgekanzelte" Peter Bunde), dann weiß man, wie schwer das ist und fasst dann seine Kritik vielleicht etwas bedachtsammer ab.

    Viele Grüße, Thomas H.

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