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Thema: Zeltaustattung

  1. #1
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    Standard Zeltaustattung

    Ich hätte mal eine Frage zu den Betten der höheren Offiziere. Soweit ich weiß hatten diese Klappbetten mit oder ohne Himmel. Ich habe diese Betten auf der napoleonaustellung in Speyer vor einigen Jahren und dieses Jahr in Bonn gesehen. Was aber offen blieb ist dies: Wie sahen die Matratzen dazu aus? War das irgendetwas gerolltes, was mann immr dabei hatte oder kamen da jedesmal neu gestopfte Strohteile drauf? Oder etwas ganz anderes? Vielleicht kann mir ja jemand diese Frage, die mich seit vielen Jahren immer mal wieder beschäftigt beantworten.
    Die beste Möglichkeit Wort zu halten ist, es nicht zu geben.

  2. #2
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    Servus Marie,

    ...eine wirklich vebindliche Antwort geht sich mangels Quellen nicht aus. Offiziersgepäck dieser Art war (zumindest im Bereich der österreichischen Armee) bis ins 20. Jh hinein Privatsache und fand schon darum keinen Eingang in amtliche schriftliche Quellen.

    Trotzdem einige gedanken hierzu: Strohsäcke sind mE schon wegen der sozialen Konnotation für höhere Offiziere nicht anzunehmen. Aus der Praxis heraus (hier hat mir meine Mutter, 77, die im bäuerlichen Milieu aufgewachsen ist und Strohsäcke noch gut gekannt hat, weitergeholfen) sind Strohsäcke wenig feldtauglich. Frisch gestopft sind sie bis zu 30cm hoch und lassen sich kaum falten, geschweige denn rollen. Außerdem würde die Füllung (Mais- oder Getreidestroh) beim Rollen brechen. Strohsäcke sind auch - die hygienischen Verhältnisse von Feldlagern eingerechnet, Heimstätten für Ungeziefer.

    Ich denke daher eher an Rollmatratzen mit Baumwoll- oder Schafwollfüllung.
    Ciao, Klaus

  3. #3
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    Das Armeemuseum in Paris hat das Feldbett von Napoleon in seiner Ausstellung.
    Vielleicht können die weiterhelfen.

  4. #4
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    Danke, für eure Antworten.
    Stimmt, eines seiner Betten steht in Paris (habe ich sogar schon gesehen) aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob das da nicht auch wieder nur ohne Matratze steht. Wäre aber ein Ansatzpunkt.
    Das mit dem Stroh und dem Ungeziefer hatte ich mir auch überlegt und es deshalb für mich schon verworfen. Baumwollfüllung scheidet spätestens seit der Blockade auch aus... Vieleicht wirklich Schafswolle... Schade, dass es darüber keine Quellen gibt. Ich dachte schon, ich würde sie nur nicht finden.
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  5. #5
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    Roßhaar als Matratzenfüllung war auch eine gebräuchliche Lösung, wenn auch nicht so wahnsinnig bequem, weil hart und fallweise auch stechend. Bei Klappbetten mit einer Liegefläche aus Segeltuch ist übrigens eine Matratze gar nicht so notwendig, ich habe während sechs Monaten Auslandseinsatz auf so einem Ding gut geschlafen. Nur bei kaltem Wetter brauchts eine Isolierung und da reicht eine zusammengelegte Decke.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Nikolaj Beitrag anzeigen
    Roßhaar als Matratzenfüllung war auch eine gebräuchliche Lösung, wenn auch nicht so wahnsinnig bequem, weil hart und fallweise auch stechend. Bei Klappbetten mit einer Liegefläche aus Segeltuch ist übrigens eine Matratze gar nicht so notwendig, ich habe während sechs Monaten Auslandseinsatz auf so einem Ding gut geschlafen. Nur bei kaltem Wetter brauchts eine Isolierung und da reicht eine zusammengelegte Decke.
    Soweit ich mich erinnere (hätte mal Fotos machen sollen) hatten diese ausgestellten Klappbetten gar keine Bespannung. Es waren nur die Rahmen ausgestellt. Aber du hast recht, mit Tuch bespannt sind die recht bequem, da hab' ich auch schon drinn geschlafen. Diese Lösung scheint mir einleuchtend...
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  7. #7
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    Aus der Tatsache, daß sich meist die eisernen Gestelle erhalten haben, sollte man nicht folgern, daß es nur diese gegeben hätte. Die hölzernen Konstruktionen dürfteb sich meist nicht erhalten haben, weil sie einen weniger prominenten Eigentümer aufweisen konnten. Mir sind folgende Grundtypen bekannt:

    - Faltbett (ganz aus Eisen, oder mindestens die gelenke aus Eisen)
    - Scherenkonstruktionen (meist nur Holz, eines davon in Collectors Encyclopedia)
    - Steckkonstruktion (ganz aus Holz, mir nur noch aus der Literatur bekannt)

    Die Bespannung der beiden letzteren war typischerweise einfaches oder doppeltes Leinen.

    Fragen der Feldequipage werden z.B. hier behandelt:

    Anonym: Was einem Offiziere auf einem Feldzuge nöthig zu wissen, Carlsruhe, 1788
    Bei den Erklärungen der Plans auf S. 17 wird leider die Matraze nicht erwähnt, aber immerhin ist das Bettzeug abgebildet. Es ist anzunehmen, daß es sich bei den Sulbalternoffizieren um Strohmatrazen, bei den Stabsoffizieren i.d.R. um Roßhaarmatrazen handelte. Im Sommer kommt man sowieso ohne Matraze ganz gut aus.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von Blesson (21.10.2011 um 16:29 Uhr)

  8. #8
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    Standard feldliege

    eine feldliege des empereurs steht zb.im musee de malmaison
    höhe 108cm ,länge 182cm,breite 86cm ,mit leinenbespannung die man aushaken konnte(darauf kam dann die madratze)diese feldliegen konnten
    mit o.ohne himmel verwendet werden.(es gab ein kleineres modell was auf
    maultieren transportiert u.ein größeres das in den packwagen befördert wurde)
    hersteller der liegen des kaisers war seit der konsularzeit die fm.desou-
    ches in paris.
    die feldliegen der marschälle bzw.der der höheren chargen werden ähnlich
    gewesen sein...zumal es(garantiert)auch andere modelle verwendung ge-
    funden haben werden(je nach hersteller)

    gruß le tabac

  9. #9
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    Zitat Zitat von le tabac Beitrag anzeigen
    eine feldliege des empereurs steht zb.im musee de malmaison
    höhe 108cm ,länge 182cm,breite 86cm ,mit leinenbespannung die man aushaken konnte(darauf kam dann die madratze)diese feldliegen konnten
    mit o.ohne himmel verwendet werden
    gruß le tabac
    Genau so eins meine ich. Habe bisher aber eben leider immer nur den Metallrahmen gesehen.
    Danke für die Hilfe an alle! Wieder eine kleine Frage beantwortet. Kommen bestimmt noch mehr von mir
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  10. #10
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    Standard feldliege

    wie schon geschrieben....,die bespannung war aus leinen gelb-grün längst-
    gestreift (sieht fast so aus wie ein robuster,fast moderner markiesenstoff)
    u.zum aus/einhaken,an sich eine einfache bzw.robuste konstruktion würde
    heutzutage jedes gästebett ehre..machen.....,schnell auf u.abzubauen u.
    benötigt wenig platz um es zu...verstauen.

    gruß le tabac

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