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Thema: Finde die Fehler ...

  1. #1
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    Standard Finde die Fehler ...

    Angehängt ein Bild mit rekonstruierten Uniformen.

    Die Darsteller haben einige Fehler eingebaut, um unser uniformkundliches Wissen auf die Probe zu stellen.

    Was soll jeweils dargestellt werden ? Und welche Abweichungen von den historischen Vorbildern gibt es ?

    Der Einfachheit halber bezeichnen wir am besten die Uniformen von links nach rechts mit den Nummern 1 bis 7.
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  2. #2
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    Nr. 1 soll wohl ein Gardejäger sein.
    Der Schnitt der Uniform ist schon sehr flatterhaft - der Kragen wirkt wie mit Weichspühler behandelt, die Pulverflasche sollte wohl aus Metal und am Bandelier auf der Brust getragen werden und nicht auf der Patronentasche.
    Etwas unglücklich finde ich auch, dass die Büchse am Riemen umgehängt ist, so würde der wohl eigentlich nicht dastehen.
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  3. #3
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    No 2: SM sollten die graue Tuchhose über den Stiefeln tragen; die Schärpe ist kaiserzeitlich mit einfachem Silbergespinst; die Rockschöße könnten bis in die Kniekehle reichen. Die Unterkante des Rocks sollte in etwa auf der Höhe des Ellbogengelenks liegen, siehe Abbildung und No 7 rechts außen. Daher kommt es, daß die Schärpe vorne nach unten rutscht und die Schöße insgesamt zu kurz scheinen. Wenn es den Paradeanzug vorstellen soll, dann wäre auch noch ein weißer Federstutz passend. Die Sporen fehlen.

    Als Faustregel bei den Epauletts und dem Kragen würde ich sagen: bis Ende 1813/Frühjahr 1814 offener Kragen und Achselstücke, danach geschlossener Kragen und Epauletts.

    Mehr Details wären bei besserer Auflösung zu erkennen.

    Ich möchte die erwähnten Punkte als Anregung zur Verbesserung verstanden wissen.
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    Geändert von Blesson (27.12.2011 um 23:45 Uhr)

  4. #4
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    No.1 hat wohl eher einen Holzhammer auf der Patronentasche.
    No. 2 Irgendwo (wars Pietsch?) las ich, dass der Rockschoß eine Handbreit überm Knie enden sollte. Dürfte dann in etwa stimmen.
    No.6 hat wohl goldene Litze auf den Schulterstücken.
    No.3 +No.5 haben mehr als 2einhalb Zoll breite Knopfreihen.
    No.5 ob es solche Täschchen wie an der rechten Seite gab, weiß ich nicht.

    Dann wage ich mal zu sagen, dass der Schulterschnitt bzw. Ärmelansatz außer bei Königs beim Rest 'n bisschen zu jetztzeitmäßig ist. Dafür hat der König den Hut verkehrt rum auf. Hat der Page wohl nicht aufgepasst.

  5. #5
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    Die Jäger: Zu weite, pludrige Hosen, Kragen zu weit, sollen das jetzt offenen oder geschlossene Kragen sein? Die Röcke vorne viel zu lang,(eigentlich bei allen Röcken bis auf die Nr.7) die richtige Länge kann man sehr schön bei Nr. 7 erkennen, die Unterkante vorne in etwa auf Höhe der Mitte der Arme (Armbeuge), ebenfalls passabel bei Nr. 7 der offene Kragen, dafür könnten die Ärmel etwas länger sein (sollten bis zur Daumenwurzel gehen)

    Alle Abgebildeten haben modernes Schuhwerk an

    Zu den Schößen (Nr.2):

    Lt. AKO vom 23.10.1808 reichen die Schöße bis zwei Hände breit oberhalb der Kniekehle herunter, aber müssen jedoch so breit bleiben, daß der Offizier eine Brieftasche darin tragen kann.

    Breite der Schöße unten bei den Originalen Kauber Rock ca. 50mm, beim Gültlingen Rock ca. 35 mm
    Obwohl diese sehr schmal auslaufen, ist ausreichend Platz für eine Brieftasche, da die Tasche ja in etwa in Höhe der Taillie anfängt.
    Bei Nr. 2 sind die Schöße unten zu breit. Bei einem modernen Menschen mit heutiger Konfektionsgröße sind 60mm Breite realistisch

    Abweichend von der AKO gehen die Rockschöße bei beiden Originalen Röcken
    länger herunter (bis zur Kniekehle?)

    Ebenfalls aus der o.a. AKO zum Thema Knöpfe: ....beide Reihen parallel laufend 1 1/2 Zoll weit voneinander

    Bei Nr.6 zu den bereits erwähnten goldenen Tressen fällt hier der weite Abstand zwischen Schulterklappe und Kragen auf. Das lässt auf einen falschen Schnitt der Ärmelpartie schließen. Die Schulterklappenspitze läuft in den Kragen hinein (siehe angehängtes Bild)

    Zu Nr.2 ist noch zu sagen, dass wie bereits schon erwähnt zu offenen Kragen Schulterklappen getragen werden sollten, bzw. für höhere Dienstgrade die gedrehte Schnur mit Achselband

    Angehängt ein Bild von FW 3 mit offenen Kragen und Schulterklappe

    Geändert von schluppkothen (26.12.2011 um 14:19 Uhr)

  6. #6
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    zu Nr. 5, Offizier der Jäger
    Folgende Abweichungen noch nicht genannt

    - keine Halsbinde
    - goldfarbenes Portepee mit geschlossener Eichel
    - graue Hose in den Stiefeln

    zu Nr. 3, Offizier von der Armee
    Folgende Abweichungen noch nicht genannt
    - Hosenknöpfe oder Weste schaut unter dem Rock hervor
    Geändert von Martin (27.12.2011 um 23:26 Uhr)
    Schlesisches Grenadier-Bataillon

  7. #7
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    Zu den Orden und Ehrenzeichen 1813-15 im o.g. Zusammenhang ist allgemein zu bemerken:
    • Nur preußische oder russische Auszeichnungen bzw. weiterer Alliierter sind statthaft.
    • Nur preußische Auszeichnungen findet man in den Ranglisten 1815
    • Die guten alten Göde-Kopien haben ausgedient und sollten durch bessere Replikate (wenn es geht, auch Originale) ersetzt werden.
    • Die Brusterne sollten gestickt sein, und nicht etwa ganz aus Metall sein, was erst später aufkommt.
    • Spangen sind nicht statthaft.
    • Kleinod oder Großkreuz sind Juweliersarbeiten entsprechender Qualität
    • Für Bänder werden Seidenrips bzw. Moirée verwendet
    Zu den einzelnen pr. Auszeichnungen:
    • Schwarzer Adlerorden (SAO) dazu gehören Brustkreuz, Großkreuz und Kleinod.
    • Roter Adlerorden (RAO), Alte Form noch einklassig bis 1811, danach nur 1. Klasse mit Brusstern, sonst wie SAO ausgestattet. Weitere Klassen immer ohne Bruststern.
    • Pour le Mérite (PM), offiziell Verdienstorden
    • Eisernes Kreuz, Großkreuz, 1. Und 2. Klasse (EK1, EK2)
    • Kulmer Kreuz
    • Johanniterorden
    • Kriegsdenkmünze (KDM) ab 1814
    Zur Trageweise:
    • Bruststern hoch auf der linken Seite, etwa auf der Höhe zwischen 1. bis 3. Knopf (abhängig davon, wie viele andere Bruststerne noch unterzubringen waren…)
    • SAO: Auf der sonstigen Kleidung (z.B. Überrock oder ziviler Kleidung, wo i.a. kein Bruststern ist) wird das Kleinod auf der linken Brust getragen.
    • Der RAO war Voraussetzung für SAO. Der SAO wurde ab 1792 immer in Kombination mit RAO verliehen; der SAO wird in dieser Kombination am Halse getragen; also nicht etwa RAO und SAO als 2 Bruststerne
    • Wenn allein der RAO als Brustkreuz getragen wird, dann wird das Kleinod nicht am Halse getragen.
    • Großkreuz (mit Schärpe) ist im Felde nicht zu tragen, aber bei Paraden und gesellschaftlichen Anlässen
    • Wer den RAO und SAO hat, wird i.a. nicht noch etwa den niederwertigeren PM am Hals tragen wollen.
    • Wer das EK1 trägt, wird nicht auch gleichzeitig den nachgeordneten EK2 tragen wollen.
    • EK2 und KDM werden z.B. rechts im 1. Oder 2. Knopfloch getragen oder auch am Halsansatz befestigt.
    Als Vorbilder empfehlen sich historische ranghohe Personen, am besten natürliche solche, die man darstellt.





    Beispiel
    • Scharnhorst hatte keinen SAO oder RAO, sondern den Bruststern des russischen Wladimir Orden III. Klasse, den PM, den RAO 2. Klasse mit Eichenlaub 1812 (also ohne Brustkreuz), EK2 für Groß-Görschen, Johanniterkreuz? Das Kulmer Kreuz kann es ja nicht gut sein.
    • Fürst von Hohenlohe, ca. 1806, mit Kleinod des RAO auf der Brustklappe; gebräuchlicher wäre die Trageweise am Bande um den Hals.
    • Landwehroffizier v. Halem, nach 1815, mit Kriegsdenkmünze
    Bei Majestäten gibt’s immer einige besondere Regeln (Motto: Was Jupiter darf, kann noch lange nicht jeder Ochse machen).
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    Geändert von Blesson (30.12.2011 um 14:17 Uhr)

  8. #8
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    Standard Hm, verwirrt

    da doch die Schlacht von Kulm, für die das Kulmer Kreuz an Russischen Militairs verliehen wurde, erst vier Wochen nach dem Ableben des Scharnhorst statt fand.
    Andererseits wird er in Gottschalks Almanach der Ritter Orden auch nicht als Träger des EK I geführt....
    Jörg
    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

  9. #9
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    Scharnhorsts Orden nach Priesdorf (N° 1115):

    21.2.1807 Pour Le Mérite
    5.5.1808 russischer Wladimir-Orden III.
    [nach der Ordensliste 1811: 18.1.1810 Roter Adler-Orden III.]
    18.1.1812 Roter Adler-Orden II. mit Eichenlaub
    6.5.1813 Eisernes Kreuz II. für Großgörschen

    Die Ordensliste 1817 gibt für Scharnhorst ebenfalls nur PLM, RAO2 und EK2. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse auf dem Kupferstich oben wurde ihm also vermutlich nur posthum vom Zeichner verliehen ...

    PS. Nach der Stiftungsurkunde des EK vom 10. März 1813 wird das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse im Knopfloche getragen, "die erste Klasse hat neben dieser Decoration noch ein Kreuz von schwarzem Bande mit weißer Einfassung auf der linken Brust" (Hervorhebung von mir), also ganz wie oben auf dem Kupferstich von Scharnhorst.
    Geändert von Sans-Souci (02.01.2012 um 19:55 Uhr)

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