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Thema: Leipzig 2013 - Napoleon als Törtchen

  1. #21
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    Wie jetzt, Blücher kommt nicht mehr vor? Ich habe das in der Schule gelernt. Oder habe ich das dort erzählt und wir haben es deshab gelernt? Als wir Napoleon durchgenommen haben bin ich allen ziemlich auf die Nerven gegangen, da ich damals schon mehr als der Lehrer wusste...
    Mal im Ernst, das lernt man nicht mehr? Was denn dann?
    Wow, Respekt!

    Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob wir in der Schule irgend etwas über Napoleon gelernt hätten. Dagegen erinnere ich mich noch gut daran, dass wir in einem Jahr in so ziemlich jedem Fach bis zum Abwinken über die Französische Revolution geredet haben, aber das lag daran, dass das 1989 war (da war ich in der 11. Klasse), der Anlass war natürlich das zweihundertjährige Jubiläum des Sturms auf die Bastille. Und da ich ja ursprünglich aus Südhessen komme, kam der Büchner Schorsch auch recht ausgiebig zu Wort.
    Wenn nicht bereits eine Leidenschaft für ein Fach besteht (so wie bei Dir für Geschichte), dann steht und fällt das Interesse am Unterricht ja leider häufig mit dem Lehrer. Meine Geschichtslehrerin in den relevanten Jahren war eine ältere Dame, die, in eine Art geblümte Kittelschürze gewandet und mit einer riesigen, dicken, immer sehr schmutzigen Hornbrille auf der Nase, irgendwo vorne stand und dort ganz leise irgendwas vor sich hinnuschelte - meine Aufmerksamkeit hielt sich zugegebenermaßen in Grenzen. Dantons Tod konnte mich dagegen fesseln (das haben wir in Deutsch gelesen) - lustigerweise werde ich das demnächst hier im Volkstheater zum ersten Mal auf der Bühne sehen, bin mal gespannt.

    Tja - Geschichte interessant zu vermitteln ist nicht jedermann gegeben...
    Geändert von gnlwth (14.03.2013 um 21:34 Uhr)

  2. #22
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    Hallo Marie,

    da haben deine Kinder wirklich Glück (auch wenn sie es vielleicht erst später als solches erkennen *ggg*). Meinen Kindern gefallen die vielen bunten Bilder in den Büchern ... lesen können sie ja noch nicht.

    Gerade das von dir Angesprochene ist m. M. nach das Problem: Namen und Jahreszahlen, die man auswendig lernt, sind fad und stoßen von Geschichte ab (zumindest war das auch die Erfahrung meiner Mutter in ihrer Schulzeit - und ihr stellen sich jetzt noch alle Haare auf, wenn sie was historisches hört ... *ggg*). Die großen Zusammenhänge und Entwicklungen sind doch das, was zählt und Erkenntnisgewinn auch für Gegenwart und Zukunft bringt! Fakten und Namen kann man nachlesen, oder hat hier jemand im Forum alle Zahlen auf Abruf parat? (Ich nicht .... *ggg*).

    Unterrichtest du noch?

    liebe Grüße, Charlotte

  3. #23
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    Hallo Charlotte!
    Ich unterrichte nicht an der Schule, da ich nach dem ersten Schulpraktikum auf Magister gewechselt habe. Es gab mehrer Gründe, warum ich nicht an einer Schule unterrichten wollte.
    Ich arbeite selbständig als Nachhilfelehrerin (leider viel zu selten in Geschichte. Meist dann doch Mathe, Deutsch und Englisch) und helfe hier an der Grundschule (auf freiwilliger Basis) aus.
    Nebenher gibt es noch ein anderes Projekt, das gerade fertig geworden ist. Mal sehen, wie weit das veröffentlicht werden wird...
    @Daten: Eben. Mann muss nicht alles wissen, aber man muss wissen, wo man es findet Naja, und den Grobüberblick sollte man haben. Das Mittelalter endet NICHT erst 1870/71 oder gar mit dem 1. Weltkrieg
    Geändert von Marie (15.03.2013 um 07:02 Uhr)
    Die beste Möglichkeit Wort zu halten ist, es nicht zu geben.

  4. #24
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    Hallo Marie,

    deine Entscheidung zum Umstieg kann ich gut nachvollziehen! Für mich kam das Lehramtsstudium auch nie in Frage. Die wirklich interessanten Aspekte der Geschichte spielen sich schließlich außerhalb des schulischen Lehrplans ab ...

    Ideal wäre es, wenn man bei Kindern und Jugendlichen das Interesse wecken kann - nur das gelingt meiner Erfahrung nach in der Schule selten. Wobei ich großes Glück hatte: Meine Geschichtelehrerin in der Unterstufe "pfiff" meistens auf das Lehrbuch und zeigte uns Dias von ihren tollen Reisen.

    liebe Grüße, Charlotte

  5. #25
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    Zitat Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
    Wow, Respekt!

    Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob wir in der Schule irgend etwas über Napoleon gelernt hätten. Dagegen erinnere ich mich noch gut daran, dass wir in einem Jahr in so ziemlich jedem Fach bis zum Abwinken über die Französische Revolution geredet haben, aber das lag daran, dass das 1989 war (da war ich in der 11. Klasse), der Anlass war natürlich das zweihundertjährige Jubiläum des Sturms auf die Bastille. Und da ich ja ursprünglich aus Südhessen komme, kam der Büchner Schorsch auch recht ausgiebig zu Wort.
    Ich hätte mir gewüscht, dass wir in die Richtung was gemacht hätten... Aber ich war da erst in der 8. Klasse und da kam nichts.
    Südhessen ist ja lustig. Ich komme ursprünglich aus Mainz, also gar nicht so weit weg.

    Zitat Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
    Tja - Geschichte interessant zu vermitteln ist nicht jedermann gegeben...
    Stimmt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Kinder dafür begeistern kann, wenn man es anschaulich erklärt. Viele Bilder zeigt und ihnen (immer altersangebracht) die Auswirkungen auf heute beschreibt. Jungs hast du z.B. spätestens dann, wenn du sagst, dass Heinrich VIII. seine Frauen köpfen lies... oder anschaulich beschreibst, wie Alexander mit seiner tausende Mann starken Armee im Rücken den gordischen Knoten zerschlägt und die vor Angst schlotternden Priester ihn zum Herrscher über Asien ausrufen. Mädchen bekommst du über die Kostüme und / oder Liebesgeschichten: Adelheid und Otto I., Napoleon und Josephine etc...(Detailles dazu kann man später liefern, dann ist das Interesse geweckt).
    Mädels sind immer schwer begeistert, wenn sie mich irgendwo sitzen und meine Empire - Kleider nähen sehen (oder sticken, gerade arbeite ich an einem goldbestickten Hofkleid)... dann kann man wunderbar erklären, warum man das macht. Ja... ich versuche in meinem Umkreis so viele Kinder wie möglich mit dem Virus zu infizieren.

    Aber jetzt bin ich völlig OT. Sorry...
    Geändert von Marie (15.03.2013 um 07:29 Uhr)
    Die beste Möglichkeit Wort zu halten ist, es nicht zu geben.

  6. #26
    Avatar von Gunter
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    Jahreszahlen auswendig lernen zu lassen ist das schlimmste was ein Geschichtslehrer seinen Schülern antun kann. Dass das nicht die Hauptsache an Geschichte ist, sage ich jedem der mich auf meinen Beruf anspricht. Lehrer wollte ich allerdings auch nicht werden, da ich lieber forsche. Die Kehrseite der Medaille sind leider äußerst prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Man muss dabei wohl Risiko und Abenteuer lieben.
    Meiner Tochter versuche ich schon beizubringen, dass es Dinge gab, die "früher" waren. Als sie 2 war trug ich sie auf dem Arm durch ein Weimarer Museum. Da zeigte sie auf die Exponate ringsumher und sagte immer wieder "Das ist alt!" Der Grundstein ist gelegt Man muss es dann ja nicht beruflich betreiben, aber ein gesundes Verständnis von Vergangenheit hilft schließlich auch die Gegenwart besser zu verstehen und nicht allen zu glauben, die ihre Lösungen als alternativlos verkaufen.

    Grüße

    Gunter

  7. #27
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    Hallo Gunter,

    da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen!

    OT: Ich arbeite noch daran, dass meine Jüngere "Napoleon" richtig aussprechen kann.
    Und Dank der Asterix und Obelix-Filme wissen sie immerhin schon, dass es einmal Römer gab (die sie immer noch mit Rittern verwechseln) und dass Caesars Freundin Cleopatra hieß. Nur wollen sie jetzt immer einen Zaubertrank brauen ...

    liebe Grüße, Charlotte

  8. #28
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    Hallo Gunter!
    Ja, Jobs sind schwer zu bekommen und als Frau mit 2 Kinder ist es noch schwerer (Halbtagsjobs sind rar). Deshalb arbeite ich selbständig.

    Bin mal gespannt, wie den Jungs die Blüchertage an Pfingsten und die Völkerschlacht im Oktober gefallen. Der Große war schon mal mit und schwer beeindruckt. Nur für historischen Kostüme konnte ich sie noch nicht begeistern... Sie bekommen für Oktober trotzdem welche.

    Grüße Marie
    Die beste Möglichkeit Wort zu halten ist, es nicht zu geben.

  9. #29
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    Das Interesse an Geschichte konnte mir der Schulunterricht dann doch nicht kaputt machen (ebenso wenig wie mein Physikunterricht verhindern konnte, dass ich Physik studiert habe).

    Mit dem Merken von Daten hat bei mir immer über das Interesse an Menschen funktioniert - wenn ich mich mit der Lebensgeschichte einer Person beschäftige, dann merke ich mir die Randdaten fast automatisch, entweder weil sie für diese Person relevant waren, oder weil es mir dann viel leichter fällt, sie in einen Kontext einzuordnen. Also, z.b. so: als die erste Eisenbahn von Paris losfuhr (1835) war Talleyrand 81 Jahre alt (hat er das zur Kenntnis genommen? Was er wohl darüber gedacht hat?). Also kann ich mir merken, dass die erste Eisenbahn in Frankreich noch zu seinen Lebzeiten fuhr - sonst könnte ich mir diese Jahreszahl sicher nicht so einfach behalten.

    Und man hat mich schon immer über Orte und Artefakte "gekriegt" (als ich noch ganz klein war, wollte ich eine Weile lang sehr gerne Archäologin werden). Orte: Klar kann man immer wieder lesen, wie arm die Leute waren und wie unwahrscheinlich reich der König, und dass es dann irgendwann gekracht hat. So richtig (sinnlich) erfassen konnte ich das Ausmaß dieser Diskrepanz zwischen Arm und Reich aber erst, als ich dann mal in Versailles stand, und mir vorstellte, wie dieser unfassbare Protz und Prunk auf einen armen Menschen damals gewirkt haben muss (das föhnt einen ja heute noch weg). Auch, wenn sich die Originalschauplätze heute ja oft sehr verändert haben, habe ich einen besseren Zugang zu Beschreibungen, wenn ich selbst schon einmal da war, den Ort gesehen und die Atmosphäre dort gespürt habe. Dass ich in Fontainebleau und Malmaison war, in Chalais und Valençay und Juniper Hall und an vielen, vielen anderen Orten, die irgendwas mit Talleyrand (und Napoleon und natürlich auch anderen Leuten aus anderen Zeiten) zu tun haben, hilft mir, ein Bild vor Augen zu bekommen, wenn ich lese, was sich dort abgespielt hat.
    Artefakte: Wenn ich Dinge sehe, die Leuten gehört haben, oder einfach Gegenstände des täglichen Lebens, dann hilft mir das auch ungemein, einen Zugang zu der Zeit zu bekommen. Und dabei hilft es mir nicht, mir ein Foto in einem Bildband anzusehen - ich brauche schon irgendwie dieses Gefühl, "das, was da vor mir liegt, ist jetzt wirklich ein 2000 Jahre alter Goldring. Genau diesen Ring hatte irgend eine Frau an ihrem Finger, als sie eines schönen Augusttages mittags in Pompeji von einem Vulkan überrascht wurde. Den Ring hat ihr vielleicht ihr Mann geschenkt. Wo der wohl war, als der Vulkan ausbrach? Ob sie alleine starb, oder ob jemand bei ihr war? Wie war sie so, wie sah sie aus, wie alt war sie, hatte sie Kinder, wie war ihr Leben?"

    Deshalb ist es auch schön, wenn es immer mal wieder so Ausstellungen gibt, wie etwa 1636 - Ihre letzte Schlacht, und dass die aufgrund des großen Interesses der Besucher verlängert wurde. Ich fand die Ausstellung jetzt nicht total hyper-spektakulär, aber trotzdem sehr interessant. Was man alles rausfinden kann! Du siehst ein Knochenstück, und die können daraus ableiten, dass der Mann, zu dessen Schädel das mal gehörte, eine Nasennebenhöhlenentzündung hatte, als er in der Schlacht fiel. Das Alter, in dem er starb, wo er herkam, dass er als Kind unterernährt war... jetzt habe ich eine bessere Vorstellung vom Dreißigjährigen Krieg (oder vielmehr von den Lebensbedingungen damals). Sowas müsste es viel öfters geben (nicht Krieg, sondern Ausstellungen dieser Art).

    So, genug OT.

    Viele Grüße,
    gnlwth

  10. #30
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    Nun seit mal nicht traurig, lest mal was man bei uns ( Schweiz ) jetzt macht.:

    Wäre heute 1. April würde ich es nicht ernst nehmen.
    Aber so wie ich das verstanden habe, wird die Vermittlung von Geschichte weitgehend gemäss Lehrplan 21 ab 2014 aus Volksschulen verbannt.
    Damit wird der Grundstein zu etwas gelegt was mich schaudern lässt - man sägt die Wurzeln ab und erwartet dass der Baum das wegsteckt.



    «Ich bin überzeugt, dass der Geschichtsunterricht zurückkommt»

    Im Lehrplan 21 der Volksschulen, der 2014 in Kraft tritt, wird das Fach Geschichte gestrichen. Ein Luzerner Fachmann kritisiert den Entscheid in einem Interview – und warnt vor den Folgen.

    In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der «Zeit» nimmt Peter Gautschi, Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Luzern Stellung zu einer wesentlichen Änderung in den Lehrplänen: Das Fach Geschichte wird ab 2014 in der 4. bis 6. Klasse «Mensch und Umwelt» genannt – und in den nachfolgenden Klassen «Zeiten, Räume, Gesellschaften».
    Mit Blick auf diese Veränderung stellt der Historiker fest, dass damit nicht mehr die Fachwissenschaft Geschichte den Unterricht prägen werde, sondern die Pädagogik, die Fragestellungen der Jugendlichen und gesellschaftliche Schlüsselprobleme ins Zentrum rücke. Früher habe bei der Geschichtsvermittlung die Bildung im Vordergrund gestanden, während es heute die Nützlichkeit sei. «Es ging mehr um das Nacherzählen von grossen historischen Deutungen, die wir als Narrationen bezeichnen», sagt er, «heute geht es mehr um die Dekonstruktion festgefügter Bilder und Mythen.»

    Beispiele aus dem Ausland als Mahnung
    Die Frage, ob er diese Entwicklung für richtig halte, beantwortet Gautschi mit Nein. Zwar brauche es auch die Analyse und «Dekonstruktion» historischer Überlieferungen. Doch die Entwicklung weg von der Geschichte «sind in der Ausschliesslichkeit, wie sie heute ablaufen, natürlich überhaupt nicht richtig». Zugleich äussert er die Hoffnung, dass das Pendel in nächster Zeit auch wieder zurückschwingen könne, und nennt dazu Beispiele aus dem Ausland.

    In den Niederlanden beispielsweise, so der Professor, habe der klassische Geschichtsunterricht über Jahre an Bedeutung verloren – bis plötzlich ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit gegangen sei: «Unsere Kinder wissen ja nichts mehr über die niederländische Geschichte». Und in der Folge setzte eine neue Entwicklung ein – hin zu einem Kanon von 50 historischen Phänomenen, die jeder Staatsbürger verstehen soll. «Das führte zu seiner Wiederbelebung des Geschichtsunterrichts», sagt Gautschi.

    Schweizer Einheit: «Nichts Naturgegebenes»
    Bei der Frage, warum es wichtig sei, Geschichte in Form von Narrationen, in erzählbaren und strukturierten Abläufen, zu vermitteln, kehrt der Historiker zur Schweiz zurück – als einer Willensnation, deren Einheit ihren Angehörigen wichtig sei. «Diese Einheit ist nichts Naturgegebenes», sagt Gautschi, «wir haben heute eine Zerstückelung auf verschiedenen Ebenen. Allein in der Schule haben wir rund 30 verschiedene Lehrpläne.» Es brauche Institutionen, die zu einer gemeinsamen Identität beitrügen, und auch dazu könne Geschichtsunterricht viel leisten.
    Zumal die Eidgenossenschaft mit ihren Sprach- und Kulturregionen auch bei der Bildung zum Teil ohnehin gespalten ist. «Es gibt kein gemeinsames Schulgeschichtsbuch in der Schweiz», sagt Gautschi, «wir haben eine Geschichte, welche die Romandie erzählt, wir haben eine Geschichte, welche die Deutschschweiz erzählt, und dann gibt es eine Vielzahl regionaler und lokaler Erzähltraditionen.» Ein Ringen um das Gemeinsame der Schweiz nehme er beim Geschichtsunterricht zurzeit nicht wahr.

    Navigationshilfe in einer komplexen Welt
    Gleichwohl ist der Professor «überzeugt, dass der Geschichtsunterricht zurückkommt. Weil wir ihn brauchen». Mehr als nur das reine Wissen habe die Geschichtsvermittlung auch Nutzen – zum Beispiel den Vorzug, dass sie «lehrt, dass man als Mensch sowohl Gestaltungsmöglichkeiten hat, als auch durch Strukturen geprägt wird».
    Mit diesem Wissen «geht man aufgeklärter und mündiger durch die Welt», sagt Gautschi, «und sieht, dass diese Welt komplex ist und dass es keine einfachen Antworten gibt». Von dort her betrachtet habe Geschichte zwar durchaus einen aufklärerischen Charakter, «aber, wie gesagt, Nützlichkeit allein greift bei der Geschichte zu kurz: Bildung und Vergnügen sind ebenso wichtig».

    Grüsse vom Voltigeur
    Geändert von Voltigeur (15.03.2013 um 15:18 Uhr)

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