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Thema: Ab wann kämpft ein verwundeter Soldat nicht mehr weiter ?

  1. #11
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Zitat Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
    Kannst Du da eine Quelle angeben ?
    Wenn man nur so schnell wieder wüsste, wo man das erst vor kurzem gelesen hat...

  2. #12
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    Zitat Zitat von Steffen Schumann Beitrag anzeigen
    Hallo Leute, bitte nicht übel nehmen.
    Aber hier wird über jeden Knopf an der Uniform bis ins Haargenau gestritten und muss belegt werden.

    Was hier diskutiert wird, scheint mir doch bei dem einen oder anderen von den zahlreichen Historien-Filmen beeinflusst zu sein, wo immerhin einem Drehbuch zugrunde liegt.

    Also, nehmt es einem Neuling nicht krumm, aber ich halte eine generelle Vorgabe oder Vorgehen für ausgeschlossen und alles andere für wilde Spekulationen.
    Freundliche Grße Steffen
    Deswegen diskutieren wir ja hier, möglichst nur mit Quellenbelegen (oder sammeln erstmal überhaupt Quellen), um wilde Spekulationen ausschließen zu können und uns ein von Historienfilmen und Ankdoten unabhängiges eigenes Bild machen zu können.

  3. #13
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    @Steffen,
    mit Historienfilmen hat das nichts zu tun, solche Schilderungen findet man nicht selten in der Memoirenliteratur der Zeitzeugen. Womit wir es hier zu tun haben, sind keine offiziellen Vorschriften, die bei einer solchen Extremsituation sowieso nicht greifen konnten, sondern Ermessensfragen der Kommandeure und auch der einzelnen Soldaten, welches Verhalten sie selbst als ehrenhaft ansahen. Vielleicht kann man das mit dem Duellwesen vergleichen, wo das Vergießen von Blut auch einen wichtigen Punkt darstellte.

    Grüße

    Gunter

  4. #14
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    Standard Alles klar

    Zitat Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    @Steffen,
    mit Historienfilmen hat das nichts zu tun, solche Schilderungen findet man nicht selten in der Memoirenliteratur der Zeitzeugen. Womit wir es hier zu tun haben, sind keine offiziellen Vorschriften, die bei einer solchen Extremsituation sowieso nicht greifen konnten, sondern Ermessensfragen der Kommandeure und auch der einzelnen Soldaten, welches Verhalten sie selbst als ehrenhaft ansahen. Vielleicht kann man das mit dem Duellwesen vergleichen, wo das Vergießen von Blut auch einen wichtigen Punkt darstellte.

    Grüße

    Gunter
    Na, ich merke schon, ich war da wohl auf der falschen Spur, mein Kollege sagte bloß bei dem Thema, es hat irgednwie was von "Räuber und Gendarm", auch die Fragestellung selber ist, wenn man es falsch interpretiert, Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die dem ganzen gleich immer Kriegsspielerei und Verblendung nachsagen. Da sind wir gerade mächtig dran, das Bild gerade zu rücken. Und da bedarf es nicht diesen Missverständnsissen, Sorry dafür.

    FG Steffen

  5. #15
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    Hallo!

    Das Beispiel von Hechel zeigt wunderbar das Grundproblem bei Verwundungen: Denn die Gelegenheit nutzten Kameraden sehr gerne, um sich selbst vom Schlachtfeld entfernen zu können. No na net!

    War es im Gefecht nicht auch üblich, wenn einer verletzt war, dass er z.B. auch den Gegner um Pardon bat und "aus dem Spiel ausschied"?

    Quellen habe ich jetzt leider auch keine parat ...

    liebe Grüße, Charlotte

  6. #16
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    Zitat Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
    Hallo!

    War es im Gefecht nicht auch üblich, wenn einer verletzt war, dass er z.B. auch den Gegner um Pardon bat und "aus dem Spiel ausschied"?


    liebe Grüße, Charlotte
    Ich weiß nicht, ob das jetzt ernst gemeint war oder ihr mich jetzt dazu noch auf den Moppel nehmen wollt.

    FGS.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
    Hallo!

    Das Beispiel von Hechel zeigt wunderbar das Grundproblem bei Verwundungen: Denn die Gelegenheit nutzten Kameraden sehr gerne, um sich selbst vom Schlachtfeld entfernen zu können. No na net!

    War es im Gefecht nicht auch üblich, wenn einer verletzt war, dass er z.B. auch den Gegner um Pardon bat und "aus dem Spiel ausschied"?

    Quellen habe ich jetzt leider auch keine parat ...

    liebe Grüße, Charlotte
    Ganz so undenkbar ist das nicht. In einem Tagebuchauszug eines preussischen Unteroffiziers von 1806 habe ich dergleichen auch einmal gelesen. Hoffe, ich finde die Quelle noch. In 1812 ff. dürfte es aber kaum noch vorgekommen sein angesichts der teilweise brutalen Härte, mit der gefochten wurde.

  8. #18
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    Klinkhardt, Kapellmeister im 24.Infanterie-Regiment, schreibt in seinen Feldzugserinnerungen (p. 105) über den 20. Juni 1815, nach dem Sturm auf Namur:

    Ueberhaupt wurden die verwundeten und gefangenen Franzosen im allgemeinen gut verpflegt; nur ein Feldwebel zeigte sich unmenschlich, indem er einem solchen seinen Degen durch die Brust stieß. Er wäre beinahe von seinen eigenen Leuten für diese Schandtat getötet worden.
    Daß die Soldaten tatsächlich ihren eigenen Feldwebel lynchen wollen, kann ich mir nicht vorstellen. Der 9. Kriegs-Artikel lautete:

    Thätliche Widersetzung gegen den Vorgesetzten, oder auch Drohen mit dem Gewehr gegen denselben, wird mit Erschießen des Verbrechers bestraft.

  9. #19
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    Nun ja, der 9. Kriegsartikel gut und schön....ich denke mal, es war 1815 nicht anders als 1915 oder später....für den einen Feldwebel gingen die Leute buchstäblich durchs Feuer, und so mancher andere musste auf umherfliegende Kugeln beim Gewehrreinigen achten. Wenn dann einer noch so aus der Reihe tanzt, ist mit allem zu rechnen.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema. Man sollte auch nicht auser Acht lassen, das so mancher die Uniform eigentlich nicht freiwilig trug, die Zahlen über Desserteure, Überläufer usw. sind nicht zu verachten. Von daher ist es auch gut nachvollziehbar, das aus einem Kratzer gerne mal ein Heimatschuss gemacht wurde.
    Gruß aus Herbipolis (wer es nicht kennt...Google hilft )

    Ralf

  10. #20
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    Hallo!

    Nein, das mit dem Pardon sollte kein Witz sein!

    Und ich habe auch die Quelle dazu gefunden, die mir dazu im Kopf herumschwirrte: Regula Engel (Frau eines Oberst) berichtet aus dem Kampf im Waterloo, dass sie verwundet nicht mehr kämpfen konnte und sich ergab - und genau in dem Augenblick noch einen Bajonettstich erhielt. Ihrer Aussage nach wurde der Grenadier auf Befehl seines Generals deshalb sofort aufgeknüpft (was mir aber doch etwas zu weit gehend erscheint im Kampf???)? (Regula Engel, Frau Oberst Engel. Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit, Immat Verlag Zürich 2009, S. 89.

    Obwohl hier sicher zwischen Theorie und Praxis große Unterschiede bestanden: Im Kampfgewühl achteten die meisten wohl nicht darauf, wer sich ergab; und wer von den Feinden eben den eigenen besten Kumpel getötet hatte, dürfte - aber auch das sind wieder Vermutungen und Spekulationen - wohl nicht allzu gnädig gestimmt gewesen sein.

    liebe Grüße, Charlotte

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