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Thema: Die Großmächte und ihre Politik: England & Co

  1. #1
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    Standard Die Großmächte und ihre Politik: England & Co

    Hallo,

    wie in einem anderen Thread angeregt, wäre es interessant, die Position und Politik der Großmächte um 1800 zu diskutieren. Welche (nationalen) Ziele verfolgten die Regierungen Englands, Russlands, Preußen, Österreichs - und warum gerieten sie in (unüberbrückbaren) Gegensatz zu Napoleon?



    liebe Grüße, Charlotte

  2. #2
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Grossmachtpolitik

    England:Uebermacht einer anderen Grossmacht auf dem Kontinent zu verhindern.
    Kontrolle des Mittelmeers.Kolonienerhalt bzw.Ausbreitung.Beherrschung der Weltmeere.
    Russland:Ausbreitung in den Osten und in Suedosteuropa,Einflussnahme im Mittelmeerraum,dann Zunahme von Einfluss in MittelundWesteuropa.
    Oesterreich:Wiedergewinnung der alten Machtposition.
    IRENE.
    Zusatz:Preussen hatte sich 1995(Seperatfrieden zu Basel)aus.der ersten Koalition
    zurueckgezogen,verhielt sich dann relativ neutral und wurde erst nach Austerlitz
    wieder agressiv(unvernuenftigerweise),nachdem es vorher unschluessig und ab-
    wartend herumlaviert hatte.Es war eine Zeitlang(vor 1806)die Rede von einem
    Norddeutschen Bund unter.der Fuehrung Preussens.
    IRENE.
    Geändert von Irene Hartlmayr (04.03.2013 um 13:47 Uhr)

  3. #3
    KDF10 ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Zitat Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
    England:Uebermacht einer anderen Grossmacht auf dem Kontinent zu verhindern.
    Kontrolle des Mittelmeers.Kolonienerhalt bzw.Ausbreitung.Beherrschung der Weltmeere.
    IRENE.
    Ich glaube nicht, dass England 1800 die Übermacht einer anderen Großmacht auf dem Kontinent verhindern wollte. Frankreich war zu diesem Zeitpunkt noch keine Übermacht auf dem Kontinent. Das kam später. Was die Kontrolle des Mittelmeeres betraf, hast du zweifellos recht. Haben das aber nicht die Franzosen durch die "Ägyptische Expedition" provoziert? War die Beherrschung der Weltmeere 1800 durch die Engländer bereits geplant? Ich bezweifele das. Auch da sehe ich das so, dass die Engländer durch Napoleon provoziert wurden und erst dann zu einer Überlegenheit auf den Weltmeeren kamen. Napoleon hat genau das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte. Er hat England nicht geschwächt, sondern gestärkt.

  4. #4
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Ich glaube schon dass England (uebrigens immer schon bzw. spaetestens seit dem 18ten
    Jahrhundert und dessen Kabinettspolitik)eine Uebermacht auf auf dem Kontinent verhin-
    dern wollte,vor allem wenn diese Macht die Kontrolle ueber die Kuesten gegenueber Eng-
    land hatte.Frankreich hatte diese Kontrolle nach dem Gewinn des linken Rheinufers schon
    schon durch die Siege der Franzosen ab1794 lange bevor Napoleon das Sagen hatte.Das
    linke Rheinufer wurde dann durch den Frieden von Campo-Formio und dann nochmals durch den Frieden von Lunéville fuer Frankreich gesichert.Und dadurch fuehlte sich England bedroht wie vorher schon durch die Spanischen Niederlande .
    Balance of power war schon seit dem Westfaelischen Frieden ein
    angestrebtes Ziel.
    Das Mittelmeer wollte England schon lange vorher kontrollierden ,allein schon durch den
    Besitz von Gibraltar(ich glaube seit Anfang des 18ten Jahrhunderts in britischem Besitz).ssse
    Die aegyptische Expedition wurde natuerlich als Bedrohung
    gesehen durch moegliche Kontrolle des Mittelmeeres inkl. Besitz von Malta und die Moeg-s
    lichkeit eines Zugriffs auf Indien ueber den Landweg.
    Die Beherrschung der Weltmeere war schon lange ein britisches Ziel (seit Elisabeth I)-siehe Seekaempfe mit Spanien und Holland-da England auf die Beherrschung der Meere
    aus wirtschaftlichen Gruenden angewiesen war (wenig natuerliche Ressourcen )und auch
    auf Handel und Kolonienerhalt.angewiesen war.In diesem Sinne auch der ewige Kampf auf den Weltmeeren,u.a.auch mit Frankreich.
    Du hast vollkommen recht:Napoleon hat genau das Gegenteil erreicht,naemlich Grossbrittannien endgueltig zu einer Weltmacht zu machen,insbesonders auf den Weltmeeren und das fuer 100 Jahre.!!!!!
    Viele Gruesse ,IRENE.

  5. #5
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    Hallo,

    England hatte tatsächlich schon vor 1800 eine Vormachtstellung zur See erreicht.

    Was die Außenpolitik betrifft, denke ich aber nicht, dass es nur um die Verhinderung einer Vormachtstellung einer anderen Großmacht auf dem Kontinent ging. Viel mehr erscheint es mir so, dass es London um das Empire ging, also um das weltweite Kolonial- und Handelsnetz. Da wollte man keinen Konkurrenz. In der frühen Neuzeit waren vor allem Spanien, Portugal und die Niederlage Konkurrenten, dann war Frankreich der große Rivale. Diverse Kriege (z.B. Spanischer Erbfolgekrieg, aber auch die Koalitionskriege) spielten sich schließlich auch in Übersee ab.

    Die Kontrolle über die Meere wie das Mittelmeer spielt sicher eine Rolle, wobei es den Briten wohl vor allem darum ging, dass kein anderer diese Kontrolle ausüben und den Engländern ihre wichtigen Seewege abschneiden konnte.

    Das Schlagwort von der Balance of Power war zwar schon seit dem Frieden von Utrecht recht geläufig, aber mehr noch in der Theorie als in der Praxis.
    Dass Frankreich unter Napoleon sooo eine Übermacht erringen würde, war vor/um 1800 vermutlich noch keinem klar.

    Die Frage ist, ob sich England mit Frankreich hätte verständigen können (ähnlich wie Russland und Frankreich 1807) - so nach dem Motto: Du behältst den Kontinent, wir die Herrschaft in Übersee und alle profitieren davon ...

    lg, Charlotte

  6. #6
    KDF10 ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Zitat Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
    Ich glaube schon dass England (uebrigens immer schon bzw. spaetestens seit dem 18ten Jahrhundert und dessen Kabinettspolitik)eine Uebermacht auf auf dem Kontinent verhindern wollte,vor allem wenn diese Macht die Kontrolle ueber die Kuesten gegenueber England hatte.
    Viele Gruesse ,IRENE.
    Hallo Irene, du hast recht wenn es um eine Macht ging, die die Kontrolle über die Küsten gegenüber Englands hatte. Auf der anderen Seite hat England aber auch zugelassen, dass es auf dem Kontinent zwei Mächte gab, die auf dem Kontinent später eine Übermacht hatten. Das war erst einmal Preußen, aus dem später das Deutsche Reich entstand. Daraus wurde später auch eine Konkurrenz in der Kolonialpolitik. Zum Zweiten war das Russland, das heute als Weltmacht wesentlich mehr Bedeutung hat als Großbritannien. England hat damals Hunderte von preußischen Schiffen beschlagnahmt oder gekapert, als es sich im Krieg mit Preußen befand. 1812 musste Russland die Ostseeflotte an England verpfänden, um Subsidien für den Krieg gegen Napoleon zu erhalten. Preußen wurde auf dem Wiener Kongress noch einmal mächtig unter Druck gesetzt. In gewisser Beziehung hat auch England politisch versagt. Das im Einzelnen zu erläutern würde aber zu weit führen. Egoismus oder einfach nur zu kurz gedacht? Vermutlich von Beidem etwas. Dass das in die Hose ging, hat sich ja spätestens im Krimkrieg gezeigt, in dem England, Frankreich und die Türkei Krieg gegen die Russen führten.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
    Die Frage ist, ob sich England mit Frankreich hätte verständigen können (ähnlich wie Russland und Frankreich 1807) - so nach dem Motto: Du behältst den Kontinent, wir die Herrschaft in Übersee und alle profitieren davon ...

    lg, Charlotte
    Genau da liegt das Problem. Es gab vier, mehr oder weniger, bedeutende Kolonialmächte. Das waren die Engländer, die Spanier, die Portugiesen und die Niederländer. Bereits 1795 wurden die Niederlande zur Batavischen Republik. Wahrscheinlich hat man sich auf französischer Seite deshalb als Rechtsnachfolger der Niederlande gesehen. Der Prinz von Oranien war im Exil in England. 1795 besetzte ein britisches Expeditionskorps das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika, das bis dahin niederländisch war. 1796 kassierten britische Truppen Ceylon, das bis dahin ebenfalls niederländisch war. Und so ging das weiter. Die Franzosen verloren eine Kolonie nach der anderen, die ihnen zwar nicht gehörte, sondern den Niederländern, aber sie glaubten einen Rechtsanspruch zu haben. Nun exportierten die Engländer Waren nach Frankreich (aus ehemaligen niederländischen Kolonien), die sie sich teuer bezahlen ließen, aber aus Sicht der Franzosen französisisches Eigentum waren. Da ging es um Gewürze, Kaffee, Tee, Zucker, usw. Diese Waren waren damals richtig teuer. Aus meiner Sicht war das der eigentliche Grund für die Kontinentalsperre. Durch den Krieg auf der Iberischen Halbinsel hat Napoleon auch noch den Weg für die Engländer frei gemacht, damit die sich auch noch die spanischen Kolonien unter den Nagel reißen konnten.

  8. #8
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    Zitat Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Durch den Krieg auf der Iberischen Halbinsel hat Napoleon auch noch den Weg für die Engländer frei gemacht, damit die sich auch noch die spanischen Kolonien unter den Nagel reißen konnten.
    Ah ja? Welche spanischen Kolonien waren denn das?

  9. #9
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    Zitat Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
    Ah ja? Welche spanischen Kolonien waren denn das?
    Mir scheint, wir beide haben ein Problem. Beschäftige dich mal mit den Inseln in der Karibik und Napoleons Kolonialpolitik. Die Engländer haben sich sogar in Brasilien breit gemacht, dass ja portugiesisch war. Ach ja, und Napoleon hat Louisiana an die USA verscherbelt, dass eigentlich Spanien gehörte. Als Feldherr war Napoleon ein Vorbild, geopolitisch war er eine Niete. Ich bezweifele, das du das verstehst..

  10. #10
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    Da kannst du lange zweifeln. ICH habe überhaupt kein Problem, du schon. Im Gegensatz zu dir, weiss ich genau, wovon ich rede. Denk erst mal nach, bevor du solchen Quatsch rauslässt und dich nachträglich auf derart plumpe Weise rauszureden versuchst. Die Briten haben sich die spanischen (und portugiesischen) Kolonien nie unter den Nagel reissen können (und das ist es, was du behauptet hast). Mit Napoleon haben die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien ursächlich auch nichts zu tun, die gab es schon vorher. Die Engländer haben die Schwäche Spaniens auszunützen versucht, um Einfluss zu gewinnen, haben aber letztlich für sich nicht viel erreicht. Umgekehrt haben sich die Criollos (die in den Kolonien geborenen weissen Eliten) der Briten bedient, um unabhängig zu werden. Ist ihnen aber auch nicht auf Anhieb geglückt. Erst nach den napoleonischen Kriegen. Schönen Abend noch, Mr Blabla.

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