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Thema: Chemie im Krieg

  1. #11
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    Als Beitrag zur groben Untergliederung hätt ich noch eine Palette von chemischen Konservierungsmitteln bzw. konservierenden Anstrichen bei der Pflege der Bewaffnung und Ausrüstung (z.B. Holz von Wagen und Lafetten, Leder, Stoffe für Zelte und Planen, Pflege der Metallteile) und Aspekte der Bauchemie im Ingenieurwesen (Mörtel, Konservierende Anstriche von Holz) anzubieten.

    Die von mir genannten Titel gibts übrigens alle im Volltext als pdf bei google.books. Geht schneller und billiger.

  2. #12
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    wesentliche Teile meines Beitrages waren inzwischen schon von Nikolaj geschrieben.
    Deshalb raus damit
    .....

    Im Ausgleich würde mich interessieren, wer auf die kühne These gekommen ist, das Löschen von Kalk (Calciumixid zu Calciumhydroxid) sei eine Erfindung von 1804.

    Ich müßte daheim nachschauen, aber ich denke, die Methoden sind spätestens seit Vitruv aktenkundig.


    Aus ehrlichem Interesse:
    Gab es zu Napoleons Zeiten einen kriegswichtigen Einsatz von Löschkalk, der über das Aufmauern von Festungsmauern, Magazinen, Kasernen hinausging?

    Und
    Wenn Brandgeschosse gegen Infanterie unethisch waren, sind es dann auch Leuchtspurgeschosse gegen Infanterie?
    Zugegebenermaßen, die gab es vielleicht nicht zu Napoleons Zeiten, aber Fragen der Ethik waren (theoretisch zumindest) zu meinen Armeezeiten von immerhin marginaler Bedeutung.


    Verwirrt
    J.
    Geändert von joerg.scheibe (06.03.2013 um 16:10 Uhr)
    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

  3. #13
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    Ich habe keinen Anlaß anzunehmen, daß die Verwendung von Brandgeschossen gegenüber Infanterie (oder anderen menschlichen Zielen) vor 200 Jahren als "unethisch" oder unkriegerisch empfunden wurde. Ich lasse mich aber gerne auf entsprechende Quellen hinweisen ... ?

  4. #14
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    Zitat Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
    @ Sabby

    Dein Vorhaben in Ehren, aber lass es lieber. Du verrennst dich da in was. Eine valable Promotion kann das nicht werden, weil schon die Prämisse ["Ich möchte gern a.)zeigen, dass der Einsatz der (ich nenn sie jetzt einfach mal so) chemischen Kriegsführung ein unehrenhaftes Verhalten ist, wie in Dennewitz (danke für den Link) und in Jena (bei Vierzehnheiligen), da die PReußen Brandgeschosse gegen die Franzosen eingesetzt haben. "] für die damalige Zeit keine Gültigkeit haben kann. Glaub's mir oder nicht.

    Bei den erwähnten sich teilenden Brandkugeln handelt es sich wahrscheinlich einfach nur um diese Art von Munition, die schon einige Zeit vor den napoleonischen Kriegen in Gebrauch war:

    http://books.google.ch/books?id=yYup...illery&f=false

    Ich pflichte Tellensohn bei: Die Verwendung von Brandgeschossen kann man in allen Artillerie-Lehrbüchern der damaligen Zeit (z.b. Scharnhorst) nachlesen. Im engeren Sinne gehören diese in das Feld der Ernst- und Lust-Feuerwerkerei.

    Der Zweck der Brandgeschosse im Kriege ist die Beleuchtung oder das In-Brand-Schiessen von Zielen. Die Verwendung dieser Geschosse in Dennewitz halte ich eher für untypisch, und sie wurde deshalb auch nicht in den Lehrbüchern für Artillerietaktik beschrieben.

    Die Rezepturen der verwendeten Brandsätze sind überliefert und aus der heutigen Sicht noch sehr handwerklich bestimmt, will also sagen vor-wissenschaftlich. Bei der gedachten Verwendung von chemischer Kriegsführung zu sprechen, ist schlichtweg irreführend und nicht etwa innovativ.

  5. #15
    Avatar von Gunter
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    Ich würde mir noch genau überlegen, wie relevant die Frage der Chemie für das Große und Ganze war. Viele technische Aspekte liefen damals in der Tat noch unter Handwerk und nicht im Bereich Wissenschaft.

    Frankreich mit Deutschland vergleichen, wie soll das gehen? Es gab doch garkein "Deutschland", da müsste man schon einzelne deutsche Staaten heranziehen, wobei sehr schnell die Gefahr der Verzettelung in einem Wust aus Details besteht.

    Viel spannender und machtpolitisch wesentlich relevanter erschiene mir ein Vergleich zwischen Frankreich und Russland. Da hat man völlig unterschiedliche politische, soziale und wirtschaftliche Strukturen sowie zudem ganz anderen Zugang zu Rohstoffen.

    Grüße

    Gunter

  6. #16
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    Die einzige Verwendung von Gasen ist mir aus dem Minenkrieg bekannt, nämlich der sog. Dampfkugeln, die die feindlichen Mineure aus den Minengängen vertreiben sollten. Hierfür gibt es einige Beispiele aus dem 18. JH, aber keine mir bekannte aus den napoleonischen Kriegen, da die langwierige förmliche Belagerung mittels Minen einen geringen Stellenwert hatte. Nachzulesen in Lehrbüchern der Minierkunst.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
    Das preußische 3. Reserve-Regiment berichtet aus der Schlacht bei Dennewitz:
    Hübsches Zitat: Wahrscheinlich wurden Karkassen als Brandgeschosse von 7-pfündigen Haubitzen verschossen, weil keine kartätschen mehr verfügbar waren, vermutlich auf eine Entfernung von unter 500 Schritt. Beim Rikochettieren zerlegt sich der Satz und streut weiter wie Kartätschkugeln?

    Es wird das typische Brandverhalten von Phosphor beschrieben, welches Hauptbestandteil der sog. (Brand)sätze war.

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