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Thema: Angriff auf Dorf uä - Formation?

  1. #1
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    Standard Angriff auf Dorf uä - Formation?

    So hab ich nun verschiedendste primäre und sekundäre Quellen gelesen - und bin noch immer voller Fragen ...
    So auch zu dem Thema, das in Gefechtsberichten etwa mit "eroberten das Dorf", "drangen in den Wald ein" oä beschrieben wird.
    Ausgehen kann man wohl davon, dass sich die (Infanterie-)Einheit dem Angriffsziel in Formation (die Kompanie also in Linie zu zwei oder drei Gliedern) näherte.
    Was aber geschah unmittelbar vor dem "Einbruch"? Wurde die Formation befehlsmßig aufgelöst oder löste sie sich gleichsam umständehalber von selbst auf?
    Bei den sog "Leichten" könnte man ja noch ein Auflösen zum Plänkeln annehmen, aber bei Linieneinheiten? Ich denke etwa an die Kämpfe um Aspern, das ja mehrfach den Besitzer wechselte.
    Vielleicht hat jemand doch mehr gelesen dazu ...

  2. #2
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    Trotz des späten Datums bietet dieses Werk hier eine ganz gute Einführung in das Thema, mit vielen Beispielen aus den Napoleonischen Kriegen:

    http://books.google.de/books?id=2sB5qqJUI9gC

    Natürlich beschreibt das alles den "Idealzustand". Mein Eindruck aus preußischen Quellen ist, daß sich der Kampf ums Dorf rasch in den unkoordinierten Kampf kleinerer Grüppchen um einzelne Häuser etc. auflöste.

  3. #3
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    Angriffe auf Dörfer, Städte, provisorische Befestigungen, kleine Städte etc. werden ausführlich behandelt in ff. Lehrbüchern

    1) Kleiner Krieg, z.B. Valentini, Decker
    2) Feldbefestigungen, z.B. Blesson, Decker, v. Reiche, Aster etc.

    Dabei ist auf der taktischen Seite beim Angriff zu unterscheiden:

    1) Der Überfall mit kleinen Trupps
    2) Angriff auf eine Stellung (Dorf/Gutshof/Kirche/befestigter Kirchhof), die vor der Fronte einer in Schlachordnung aufgestellten Armee liegt.
    3) der Angriff auf Feldbefestigungen

    Als allgemeine Regel kann gelten, daß der Angriff in mehrere Kolonnen gestaffelt wird, um das Feuer der Verteidiger schnell zu unterlaufen und um in die Position mit überlegenen Kräften an einem Punkte einzubrechen, oder besser noch, diese zu umgehen, um in der Flanke oder Kehle anzugreifen. In der Regel wird der Hauptangriff durch einen Nebenangriff unterstützt, um die Verteidiger zu zersplittern oder abzulenken. Von der Formation her sind mir keine festen Regeln bekannt, die äußerste Breite dürfte jedoch eine Sektionskolonne sein, um schnell avancieren zu können. Ein Schützengefecht dürfte für den in geschlossener Formation fechtend Angreifer immer sehr verlustreich ausgehen.

    Der Verteidiger wird in zerstreuter Ordnung kämpfen, aber ggf. als Soutien eine Reserve an einem Sammelplatz bereithalten.

    Die Kriegsgeschichte wird aber auch sehr viele weitere Beispiele geben.
    Geändert von Blesson (19.04.2013 um 21:10 Uhr)

  4. #4
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    Vielen Dank für diese Hinweise.
    Jedenfalls muss es ein Albtraum für Offiziere und Unteroffiziere gewesen sein, die Leute wieder zu sammeln ...

  5. #5
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    siehe auch

    Beyträge zum practischen Unterricht im Felde für die Officiers der österreichischen Armee (Erzherzog Karl) Heft 4, Wien 1808

  6. #6
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    Zitat Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Beyträge zum practischen Unterricht im Felde für die Officiers der österreichischen Armee (Erzherzog Karl) Heft 4, Wien 1808
    Hier zu haben:

    http://reader.digitale-sammlungen.de...b10807529.html

    http://reader.digitale-sammlungen.de...b10807553.html

  7. #7
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    leider auch ohne Pläne, dieses Werk gibt es auch bei google books, allerdings von der Bibliothek des Kriegsarchivs, die zumindest teilweise wohl den Weg nach Princton gefunden hat (leider auch ohne Pläne)

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