Für gewöhnlich heißt es ja, daß der preußische Infanterist sein Bajonett grundsätzlich aufgepflanzt trägt / tragen muß, da er keine Bajonettscheide bekommen hat und das Bandelier so eingerichtet ist, das ein Bajonett darin nicht getragen werden kann. Nun fand ich jedoch eine bemerkenswerte Textpassage in dem Buch "Auszug aus den Verordnungen über die Verfassung der königl. preuss. Armee welche seit dem Tilsiter Frieden ergangen sind, Berlin 1810; das sogenannte "Grüne Buch".

Darin heißt es:

Dritter Abschnitt
§ 16 Uebrige Bewaffnung und Rüstung

a)

Das Säbelgehenk ist nach Maaßgabe der Waffe welche darin getragen werden soll, bestimmt. In jedem Fall soll die Infanterie ihr Bajonet darin tragen.


Darüber hinaus fand ich in Dienstunterricht für die angehenden und wirklichen Unterofficiere des königl. Garde-Füsilier-Bataillons, Berlin 1816

folgendes zum Abmarsch nach der Wachablösung:

In der Entfernung von ungefähr Hundert Schritten läßt er die Bajonetter abnehmen, und wenn die Leute wieder geschultert haben, rechts und linksum machen, worauf nach dem Commando Marsch! die Leute auseinandergehen, und der Tambour abschlägt.

Diese beiden Passagen lassen darauf schließen, daß die Bajonette nicht ständig aufgepflanzt waren. Darüber hinaus soll es, leider habe ich diesen noch nicht selbst lesen können, einen Armeebefehl geben welcher anweist, daß zu Märschen in der Nacht und bei Regen, die Bajonette abzunehmen sind, damit die Kerls sich nicht spießen, sollte einer von ihnen zu Fall kommen.

Sind jemandem Armeebefehle oder A.K.O. bekannt, die zur Einrichtung des Bandelier und zur Trageweise weitere Aufklärung geben können?