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Thema: Post und Treue

  1. #1
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Post und Treue

    Der Gesuchte war ursprünglich Royalist,fand die Exzesse der Revolution abscheulich,wurde dann Soldat um den Einfall der alteingesessenen Aristo-
    kraten in Frankreich abzuwehren(aus Patriotismus) un blieb dann bei diesem Beruf.
    Als Soldat machte er mehrere Feldzüge mit,wurde aber dann mit einem höheren
    Zivilposten betraut,beidem er das System der Stafetten aufstellte und auch
    sonst mit dem Kommunikationssytem befasst war,was auch mit "Schnüffeln"
    in den Mitteilungen Anderer zu tun hatte.
    Er galt als geradlinig,fleißig,loyal und unbestechlich und hat dies auch in seinen Memoiren bewiesen,in denen er zwar seine Arbeit beschrieb aber Niemanden
    anschwärzte.Diese wurden auch erst nach seinem Tod,1830,publiziert-was ihren
    Stellenwert noch erhöht.
    Seine Frau überlebte ihn um 25 Jahre und wurde 1815/1816 und später als
    Heldin gefeiert da sie in einer dramatischen Rettungsaktion ihren Mann vor
    dem Schafott bewahrte,zu dem er ungerechterweise verurteilt worden war.
    Er war überdies mit der Familie Beauharnais verwandt und galt als "Intimus"
    bei Hof,was seinen Memoiren einen zusätzlichen Wert verleiht.

    WER wars ?

  2. #2
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    Postminister Lavalette

  3. #3
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Zitat Zitat von Kamp Beitrag anzeigen
    Postminister Lavalette
    Sehr gut,ganz richtig!
    Ich lese gerade seine Memoiren,sehr interessant und sehr flüssig und gut geschrieben.Enpfehlenswert.
    Viele Grüsse,
    Irene.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
    Diese wurden auch erst nach seinem Tod,1830,publiziert-was ihren
    Stellenwert noch erhöht.
    Du findest mich . Warum erhöht das den Stellenwert? z.B. Talleyrands Memoiren wurden erst 50 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht, dennoch sind sie mit Vorsicht zu lesen, wie m.M.n. alle Memoiren.
    Zitat Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
    Seine Frau überlebte ihn um 25 Jahre und wurde 1815/1816 und später als
    Heldin gefeiert da sie in einer dramatischen Rettungsaktion ihren Mann vor
    dem Schafott bewahrte,zu dem er ungerechterweise verurteilt worden war.
    In der Tat rettete seine Frau Emilie, geb. de Beauharnais sein Leben aber sie bezahlte ihren Mut mit einer psychischen Krankheit, die u. a. dazu führte, dass sie ihren 1821 heimkehrenden Gatten nicht erkannte ...
    Und das alles, weil der doch jahrelang in höchsten Ämtern wirkende Gatte völlig instinktlos nach dem Ende der 100 Tage Hinweise, dass er verhaftet und verurteilt werden und daher besser fliehen sollte, ignorierte.

    Was seine Schuld angeht, sicher konnte man ihm mangels Übertragung eines Amtes seitens des Königs keinen Eidbruch vorwerfen, dennoch macht ihn mir sein vorauseilender Gehorsam als er bereits um sieben in der Früh des 20. März im Hôtel des Postes erschien und den derzeitigen Inhaber, Grafen Ferrand, "angeblich mit rüden Worten" hinauskomplimentierte nicht sympathischer.

    Wen die ganze Geschichte interessiert, sei auf dieses Büchlein hingewiesen:
    Mann, Golo: Lavalette. Eine Episode aus napoleonischer Zeit, Manesse Verlag, Zürich, 1987

    Grüße
    excideuil

  5. #5
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Zitat Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
    Du findest mich . Warum erhöht das den Stellenwert? z.B. Talleyrands Memoiren wurden erst 50 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht, dennoch sind sie mit Vorsicht zu lesen, wie m.M.n. alle Memoiren.

    In der Tat rettete seine Frau Emilie, geb. de Beauharnais sein Leben aber sie bezahlte ihren Mut mit einer psychischen Krankheit, die u. a. dazu führte, dass sie ihren 1821 heimkehrenden Gatten nicht erkannte ...
    Und das alles, weil der doch jahrelang in höchsten Ämtern wirkende Gatte völlig instinktlos nach dem Ende der 100 Tage Hinweise, dass er verhaftet und verurteilt werden und daher besser fliehen sollte, ignorierte.

    Was seine Schuld angeht, sicher konnte man ihm mangels Übertragung eines Amtes seitens des Königs keinen Eidbruch vorwerfen, dennoch macht ihn mir sein vorauseilender Gehorsam als er bereits um sieben in der Früh des 20. März im Hôtel des Postes erschien und den derzeitigen Inhaber, Grafen Ferrand, "angeblich mit rüden Worten" hinauskomplimentierte nicht sympathischer.

    Wen die ganze Geschichte interessiert, sei auf dieses Büchlein hingewiesen:
    Mann, Golo: Lavalette. Eine Episode aus napoleonischer Zeit, Manesse Verlag, Zürich, 1987

    Grüße
    excideuil
    Ja,ich kenne und besitze das Büchlein von Golo Mann.Gelesen habe ich es auch
    aber schon vor längerer Zeit.
    Ich habe lediglich darauf hingewiesen dass seine Memoiren gut und flüssig geschrieben sind.Ansonsten ist er mir weder sympathisch noch unsympathisch
    sondern egal.
    Die Tatsache,dass Jemandes Memoiren erst nach dessen Tod herausgegeben wurden erhöht sehr wohl den Stellenwert-insofern als damit irgendwelchen
    unmittelbaren Interessen des Autors nicht mehr gedient wird.Zum Unterschied
    von Memoirenschreibern die sofort oder bald nach einem Regimewechsel zur
    Feder greifen und womöglich noch Andere anschwärzen,um Etwas damit zu erreichen.
    Sein Verhalten am 20.März 1815 mag Dir nicht sympathisch sein-mir ist es egal-
    aber das tut auch Nichts zur Sache.Offensichtlich war er Bonapartist und hielt-
    wie viele Andere auch-Nichts von den zurückgekehrten Bourbonen.
    Die Geschichte seiner armen Frau ist mir ebenfalls bekannt.
    Ich weiß nicht,was Dich zu dem Zustand verleitet ?!

    Grüsse,
    Irene.

    Und das ALLE Memoiren mit Vorsicht zu genießen sind,ist ein alter Hut.
    Bei anerkannten Lügnern wie Talleyrand sowieso.(Detto:Metternich).

  6. #6
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    Lewalter und Sieburg beschreiben die Szene vom 20. März etwas anders. Danach hat Ferrand sehr eindringlich Lavalette um einen Paß gebeten und bekommen. Später in Lille hat Ferrand diesen Paß beim König abgegeben, als Beweis dafür, daß Lavalette Amtshandlungen vorgenommen hätte, bevor Napoleon wieder die Regierung übernahm. Das führte dann auch zur Ächtung Lavalette's und seinem Exil in Bayern, wo er auch von Eugen Beauharnais gedeckt wurde. Und ich finde - wohl wenig verwunderlich - ihn eine sympathische Gestalt.
    Diesen letzten Satz hätte ich schon vor dem Beitrag von excideuil geschrieben, wenn ich gekonnt hätte. Denn ich habe einmal eine rein technische Frage. Bisher war es mir in den letzten Tage nicht möglich einen Beitrag zu schreiben, weil immer die Fehlermeldung kam, der Beitrag müßte mindestens zehn Zeichen haben. Heute schreibe ich an einen anderen PC und es funktioniert. Kennt jemand diese Fehlermeldung und durch was wird sie hervorgerufen? Ab morgen bin ich wieder an meinem "Stamm-PC" und neugierig ob es dort wieder funktioniert. Für Antworten wäre ich wirklich dankbar!
    "Die Nachwelt wird auf Grund von Thatsachen richten: Verläumdung hat mit der Zeit all ihr Gift verspritzt; ich werde jeden Tag an Ruhm gewinnen."
    Napoleon zu O'Meara am 9. Dezember 1817

  7. #7
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    Standard Lavalette

    Zitat Zitat von Lavalette Beitrag anzeigen
    Lewalter und Sieburg beschreiben die Szene vom 20. März etwas anders. Danach hat Ferrand sehr eindringlich Lavalette um einen Paß gebeten und bekommen. Später in Lille hat Ferrand diesen Paß beim König abgegeben, als Beweis dafür, daß Lavalette Amtshandlungen vorgenommen hätte, bevor Napoleon wieder die Regierung übernahm. Das führte dann auch zur Ächtung Lavalette's und seinem Exil in Bayern, wo er auch von Eugen Beauharnais gedeckt wurde. Und ich finde - wohl wenig verwunderlich - ihn eine sympathische Gestalt.
    Diesen letzten Satz hätte ich schon vor dem Beitrag von excideuil geschrieben, wenn ich gekonnt hätte. Denn ich habe einmal eine rein technische Frage. Bisher war es mir in den letzten Tage nicht möglich einen Beitrag zu schreiben, weil immer die Fehlermeldung kam, der Beitrag müßte mindestens zehn Zeichen haben. Heute schreibe ich an einen anderen PC und es funktioniert. Kennt jemand diese Fehlermeldung und durch was wird sie hervorgerufen? Ab morgen bin ich wieder an meinem "Stamm-PC" und neugierig ob es dort wieder funktioniert. Für Antworten wäre ich wirklich dankbar!
    Auch ich finde Lavalette sympathisch,so wie er Alles darlegt in seinen Memoiren.
    Macht einen integeren und offenen Eindruck.
    Zu Computerproblemen kann ich leider keine Aussage machen,da ich mich selber viel zu schlecht darin auskenne.

    Viele Grüsse,
    IRENE.

  8. #8
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    Hallo Irene,

    es ist nett von Dir - charmant wie man wohl sagt. Von der Italienarmee war er in seiner Funktion als Adjutant nach Paris geschickt worden, um für den Oberbefehlshaber Napoleon Bonaparte Propaganda zu machen und die Vorgänge im Direktorium aus der Nähe zu beobachten. Desweiteren geht aus einer Biographie Eugen Beauharnais' (bayerisches Königshaus) hervor, daß er vom Postminister Nachrichten über Vorgänge und Pläne in Paris erhielt. Und irgendwo habe ich einmal gelesen, beide zusammen hätten die Korrespondenz zwischen Paris und Neapel überwacht.
    "Die Nachwelt wird auf Grund von Thatsachen richten: Verläumdung hat mit der Zeit all ihr Gift verspritzt; ich werde jeden Tag an Ruhm gewinnen."
    Napoleon zu O'Meara am 9. Dezember 1817

  9. #9
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    Zitat Zitat von Lavalette Beitrag anzeigen
    Lewalter und Sieburg beschreiben die Szene vom 20. März etwas anders. Danach hat Ferrand sehr eindringlich Lavalette um einen Paß gebeten und bekommen. Später in Lille hat Ferrand diesen Paß beim König abgegeben, als Beweis dafür, daß Lavalette Amtshandlungen vorgenommen hätte, bevor Napoleon wieder die Regierung übernahm. Das führte dann auch zur Ächtung Lavalette's und seinem Exil in Bayern ...
    In der Summe bleibt der vorauseilende Gehorsam Lavalettes gegenüber Napoléon. Nichts hatte ihn legitimiert, das Amt des Generalpostmeisters wieder zu übernehmen.
    Nun kann man eine solche Handlungsweise sympathisch im Sinne von Napoléontreue verstehen.
    Ich kann dies nicht, denn ein wenig mehr politische Weitsicht bezogen auf die europäische Situation darf von einem Mann, der an exponierter Stelle im Empire stand schon erwartet werden.
    Geradezu blind dann seine Ansicht nach der Rückkehr der Bourbonen, dass seine Person unangetastet bleiben könnte. Bezahlt hat nicht er sondern seine Frau! Wenn also jemand Sympathie verdient, dann sie.

    Grüße
    excideuil

  10. #10
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Biografie

    Zitat Zitat von Lavalette Beitrag anzeigen
    Hallo Irene,

    es ist nett von Dir - charmant wie man wohl sagt. Von der Italienarmee war er in seiner Funktion als Adjutant nach Paris geschickt worden, um für den Oberbefehlshaber Napoleon Bonaparte Propaganda zu machen und die Vorgänge im Direktorium aus der Nähe zu beobachten. Desweiteren geht aus einer Biographie Eugen Beauharnais' (bayerisches Königshaus) hervor, daß er vom Postminister Nachrichten über Vorgänge und Pläne in Paris erhielt. Und irgendwo habe ich einmal gelesen, beide zusammen hätten die Korrespondenz zwischen Paris und Neapel überwacht.
    Zur Biographie über Eugene de Beauharnais-meinst Du die von Adalbert Prinz
    von Bayern?!Die ist sehr umfangreich,meines Wissens die Einzige über Eugene,
    die von einem Deutschen je geschrieben wurde.Adalbert liegt übrigens in München in der St.Michaelskirche(Kaufingerstrasse) in der gleichen Gruftabteilung wie Eugene und seine Frau Auguste.Im rechten Winkel zu den Beiden.
    Nachdem Lavalette die Kusine von Eugene geheiratet hat,ist es leicht möglich
    dass sie " zusammengearbeitet" haben.
    Von der französischen Historikerin Françoise de Bernardy gibt es eine sehr emp-
    fehlenswerte Biografie über Eugene,genauso über Hortense und Stéphanie.

    Viele Grüsse,
    IRENE.

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