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Thema: Böfflamott

  1. #11
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    "...„Böfflamott“ (Boeuf à la Mode), gespicktes und mariniertes Rindfleisch. Letzteres war zunächst eine Speise nur für den Adel, wurde dann aber zum typisch bürgerlichen Mittagessen.[1]"

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bayeris...zischka-94_1-4


    Die Aussage entstammt offenbar folgendem Ausstellungskatalog:

    Ulrike Zischka (Hrsg.): Die anständige Lust. Von Esskultur und Tafelsitten. Ausstellungskatalog. 2. Auflage. Ed. Spangenberg bei Droemer Knaur, München 1994, ISBN 3-426-26807-8, S. 500–504.

    (Vielleicht steht da ja auch drin, wie genau das Rezept nach Bayern gekommen ist?)


    In Frankreich dürfte es sich ebenso verhalten haben: "Boeuf à la mode" - erst Bestandteil der adeligen Küche, dann der bourgeoisen.

    Dazu folgende Randnotiz: Im Jahr 1792, also bereits z.Zt. der Revolution, wird im Pariser Palais Royal ein Speiserestaurant mit dem Namen "Le Boeuf à la Mode" eröffnet. Ob ich falsch liege, wenn ich annehme, dass der Name auf die Spezialität des Hauses Bezug nimmt und dass es sich um ein "bourgeoises" Restaurant handelt (denn Adel war damals bekanntlich "out").

    http://parissecretetinsolite.unblog....onde-sen-fout/

    Wenn es sich um ein Rezept handelte, das "à la mode" war, dann dürfte es wohl auch der französischen Küche noch nicht lange bekannt gewesen sein? Ich vermute mal, dass es der adligen Küche des späten Ancien Régime entstammte und während der Revolution "verbürgerlicht" wurde?

    Nach Bayern (und anderswohin) könnte das Rezept m.E. auf zwei Wegen gelangt sein. Entweder noch zu Zeiten des Ancien Régime via Köche in adligen Diensten (als wanderndes Rezept oder durch wanderndes Personal?) und dann verbürgerlicht - wohl analog zu Frankreich in den 1790ern? Oder tatsächlich erst während den 1790ern, dann aber wohl kaum durch die Soldateska verbreitet. Evtl. durch Émigrés bzw. deren Personal?

  2. #12
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  3. #13
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    Aber doch nicht im erzkatholischen Bayern... . Ah, Moment, Franken sind ja was anderes als Bayern - und (teils) Calvinisten dazu?...Na, meinetwegen

    Scherz beiseite. Das Gericht gibt's natürlich nicht nur in Bayern und nicht nur unter der Bezeichnung Böfflamott. Bei uns in der Schweiz ist das einfach ein "gespickter Rindsbraten"...
    Geändert von Tellensohn (06.11.2014 um 17:45 Uhr)

  4. #14
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    Ist Erlangen nicht die bayerische Hugenottenstadt?! Vor 1806 preußisch und davor Fürstentum Brandenburg-Ansbach.
    Also ist das schon dagewesene brandenburgische, dann preußische Böfflamott durch Napoleon bayerisch gemacht worden. Stellt sich die Frage, ob das ehemals französische Boeuf à la mode als preußisches Böfflamott und dann als bayerisches Böfflamott anders geschmeckt hat.
    Das könnten wohl die Offiziere Napoleons beantworten, wenn man sie noch befragen könnte.
    J. S.

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