Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 12 von 12

Thema: Überreichung von Waterloo-Gedenkmedaillen heute...

  1. #11
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
    Registriert seit
    01.10.2006
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    1.411

    Standard

    Noch ein paar Worte zum Thema Erinnerungskultur. Das heutige Deutschland ist sehr weit damit gegangen sich um die negativen Aspekte seiner Geschichte zu kümmern und daran zu erinnern, an manchen Stellen vielleicht schon so viel, dass sich zum Teil Überdrüssigkeit einstellt. Deutsche Vertreter reisten sogar schon zu Erinnerungsveranstaltungen deutscher Niederlagen an, wo an diese nicht nur erinnert, sondern deutlich gefeiert wurde. In anderen Staaten wäre soetwas undenkbar. Deutschland erreicht hin und wieder einen Punkt, wo es mit seiner Aufarbeitung ziemlich allein dasteht, während genau dort, wo diese auch heute sogar Leben retten würde, schlimmstem Nationalismus ohne jede ethische Schranke gefrönt wird.

    Im aktuellen Fall Frankreichs wurde vor allem dafür gesorgt, dass sinnlos Geld verschwendet wurde, nur weil ein einzelnes EU-Mitglied sich auf den Schlips getreten fühlt. Wer da nun konkret seine Finger im Spiel hatte, keine Ahnung, auch französische Politiker sind vielleicht genauso wenig über die eigene Geschichte informiert wie der Kulturamtsleiter einer bayrischen Stadt, über den wir hier auch schon diskutierten. Gut, man muss die Erinnerung an die Befreiung von Diktatur und Fremdherrschaft nicht zwingend an einem Schlachtendatum festmachen, jedoch war Waterloo nun einmal das Schlüsselereignis, der katastrophale Endpunkt. Eine Koalition von ganz Europa stellte sich gegen den Usurpator, der übrigens als Souverän eines fremden Landes in Frankreich eingefallen war. Gerade vor dem heutigen Unvermögen/Unwillen der Weltgemeinschaft, effektiv gegen Gewaltherrschaft vorzugehen, sollte an solche erfolgreichen Aktionen erinnert werden, bei der eben nicht ganze Weltregionen in endloser Agonie ohne jede Hoffnung auf ein Ende des Schreckens dahinsiechen mussten.

    Grüße

    Gunter

    P.S.: Am besten erinnern wir an garnichts mehr, irgendjemand kommt doch immer und dreht es ins Negative.
    Geändert von Gunter (17.08.2015 um 14:45 Uhr)

  2. #12
    KDF10 ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
    Registriert seit
    19.12.2010
    Ort
    Laatzen bei Hannover
    Beiträge
    1.309

    Standard

    Zitat Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    Noch ein paar Worte zum Thema Erinnerungskultur. Das heutige Deutschland ist sehr weit damit gegangen sich um die negativen Aspekte seiner Geschichte zu kümmern und daran zu erinnern, an manchen Stellen vielleicht schon so viel, dass sich zum Teil Überdrüssigkeit einstellt.
    Danke Gunter! Gehört jetzt nicht unbedingt zum Thema, aber ich finde es bemerkenswert und möchte das deshalb hier erwähnen. In der hiesigen Presse wurde ein Interview mit einem syrischen Flüchtling veröffentlicht. Er ist inzwischen sehr gut integriert, hat einen Job und eine eigene Wohnung. Als Fotograf wurde er in Syrien verhaftet und gefoltert. Er kam nach Deutschland, weil da aus "etwas Schlechtem etwas Gutes geworden ist". Das wünscht er sich auch für seine Heimat. Hört auf euch zu streiten, in der Welt gibt es größere Probleme als Medaillen. Seid freundlich ZUEINANDER und akzeptiert, dass es auch Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Rechtsradikale Ansichten dürfen natürlich nicht akzeptiert werden, aber in diesem Forum ist das ohnehin kein Thema. Ich schreibe das unter dem Eindruck meiner gestrigen Recherche bei www.archive.org. Es ist unglaublich, wieviel rechtsradikales (deutsches) Gedankengut bei amerikanischen Universitäten geparkt wird. Ich gebe als Suchbegriff einen deutschen Ortsnamen ein und werde mit antisemitischen Hetzschriften in deutscher Sprache zugeschüttet.

    Gruß

    Dieter
    Geändert von KDF10 (18.08.2015 um 17:34 Uhr)

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •