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Thema: Paris

  1. #11
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    @Drusus,

    das schreibt sich so leicht, dass man keine Religion brauche, um ein guter Mensch zu sein und es liest sich auch total vernünftig. Dennoch geht es am Wesen des Menschen vorbei. Das funktioniert nämlich nur, wenn alle Menschen gleich vernünftig aus sich heraus sind. Das sind sie aber nicht, sie haben äußerst negative Gefühle gegenüber ihren Mitmenschen und werden von Egoismus getrieben. Selbst wenn man Religion als allein von Menschen gemacht betrachtet ist genau das die Ursache für Lehren, die eben diesen menschlichen Eigenschaften entgegenwirken sollen. Ich stelle ja nicht in Abrede, dass wenigen Ausnahmen ein aufgeklärtes, allein vernunftgeleitetes Leben möglich ist. Für die meisten Menschen ist das aber sehr weit weg von der Realität. Außerdem geht es dabei trotz allem nur darum, was der Einzelne für vernünftig, gut und richtig hält. Ob das auch für die anderen so ist, das bleibt immer die Frage, denn so macht sich jeder seine individuellen Gesetze - eine verbindliche Ethik gibt es so nicht, außer so elementare Dinge wie den kategorischen Imperativ, das Recht des Stärkeren usw. Dazu kommt natürlich noch, dass nicht jede Form von religiösem Glauben von sich selbst behauptet einer zu sein. Man kann an alles glauben. Allein das Ablehnen der offiziell so genannten Religionen bedeutet noch garnichts. Auch die christen- und judenfeindlichen Nazis und die atheistischen Kommunisten hatten ihren Glauben. Was das bewirkte wissen wir. Der einzige Unterschied ist nur, dass deren Verheißungen diesseitiger und nicht jenseitiger Art waren. Wir leden heute in einer Welt, in der uns von Hinz und Kunz ständig irgendein tolles Ziel versprochen wird, auf ganz profane Art, um uns das Geld aus der Tasche zu leiern. Da sollten wir auch verstehen, dass gewisse Erlösungssehnsüchte die Menschheit immer begleiten werden. Gerade vor diesen Hintergründen schneiden Religionen als Konzepte doch deutlich besser ab als Religionslosigkeit. Es bringt uns auch nicht weiter, sich einseitig auf Religion als Wurzel allen Übels einzuschießen. So wird man unseren Problemen nämlich nicht gerecht.

    Grüße

    Gunter

  2. #12
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    Hallo Gunter,

    ich will keinesfalls sagen, dass es ohne Religion leichter wäre, ein guter Mensch zu sein. Das ist sowieso eine äußerst schwere Sache und im Allgemeinen bin ich eher der Meinung: "homo homini lupus". Da schließe ich mich auch voll mit ein. Es gibt jedoch Menschen (nicht jetzt hier im Forum), die behaupten, dass man ohne Religion kein guter Mensch sein könne, da einem dir Furcht vor einem finalen Richter fehle. Ein Arbeitskollege meines (ebenfalls nicht religiösen) Vaters war so ein Fall. Und über sowas kann ich nur den Kopf schütteln. Um ein guter Mensch zu sein, braucht es für mich keine "göttlichen Gebote", da reicht ein einfacher Satz, den man mir schon als Kind beigebracht hat – "was du nicht willst, dass man dir tu, dass füg‘ auch keinem andern zu".

    Für mich als nicht religiösen Menschen ist es halt irgendwie nur paradox, einer aus fehlgeleiteten religiösen Motiven entstandenen Wahnsinnstat ein "Pray for Paris" entgegen zu halten. An das hatte mich halt diese (für mich immer noch vollkommen unverständliche) Jesus-Aussage erinnert.

    Viele Grüße,
    Günter
    "But Linden saw another sight, when the drum beat at dead of night,
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  3. #13
    Avatar von Gunter
    Gunter ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Hallo Günter,

    es ist eben immer wieder befremdlich, dass die Menschen ständig auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Muss das denn immer gleich so extrem sein? Angstglaube ist genauso ein Blödsinn wie pauschale Religionsfeindlichkeit. Es gibt nun mal keine Patentrezepte für alles, solche Lösungen wirken nur so verführerisch wegen ihrer Einfachheit. Das Leben ist aber nun mal nicht einfach, so gern wie wir das auch gerne so hätten. Und selbst wenn es so wäre, dann wären wir auch wieder nicht damit zufrieden. Die Matrix lässt grüßen.

    Grüße

    Gunter

  4. #14
    KDF10 ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Zitat Zitat von Drusus Beitrag anzeigen
    Es gibt keinen liberalen Koran. Es gibt nur einen Koran. Mag sein, dass dieser das Töten von Unschuldigen missbilligt – aber definiert er auch unschuldig? Mal ganz zu schweigen, was man sonst noch an Nettigkeiten in diesem Büchlein finden kann, wie "Der Dieb und die Diebin: trennt ihnen ihre Hände ab als Lohn für das, was sie begangen haben, und als ein warnendes Beispiel von Allah. Allah ist Allmächtig und Allweise." (Sure 5, Vers 38) oder "Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt." (Sure 2, Vers 223). Und zahllose weitere Beispiele, die in unserer modernen Welt nichts mehr zu suchen haben.

    Aber das hier mit dir weiter zu diskutieren, ist reine Zeitverschwendung - wenigstens hier sind wir uns einig. Überall "Jesus" zu entdecken ist für mich keine Auseinandersetzung mit dem Terror in Paris, sondern schon fast pathologisch. Übrigens erinnert "IS" nicht fatal an "IHS" ("Iesus Hominum Salvator")?
    Es gibt Leute, die können nicht zugeben, wenn sie verloren haben. Du gehörst dazu. Die Katholiken haben eine Bibel. Die Evangelischen haben eine andere Bibel. Die Zeugen Jehovas haben eine Bibel, und im Koran ist das genauso. Die Sunniten haben einen Koran, die Schiiten haben einen Koran, die Salafisten haben einen Koran. Mach dich mal schlau, es gibt nicht nur einen Koran. Ich stimme dir zu, dass diese Diskussion überflüssig ist, weil du nicht einmal die einfachsten Grundsätze einer Diskussion beherrschst.

    Ich trauere um jeden Menschen, der in Paris getötet wurde. Und du? Du zoffst dich wegen der Religion? Sind dir die Toten egal? Mitleid mit den Toten und ihren Angehörigen von deiner Seite vermisse ich. Deshalb hast du verloren, weil du überhaupt kein Mitleid zeigst.

  5. #15
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    Was verschiedene Korane angeht, sind sich anscheinend selbst die "Profis" nicht ganz einig:
    http://www.shia-forum.de/index.php?/...es-doch-nicht/
    Groß scheinen die Unterschiede jedoch nicht zu sein. Es mag mehr oder weniger gemäßigte Interpretationen geben... aber egal...

    Was deinen letztgenannten Vorwurf angeht - mal abgesehen davon, dass ich nicht mit Religion bzw. "Jesus" angefangen habe -, so täte ich heucheln, wenn ich nun schriebe, dass ich um die Opfer in Paris trauern würde. Natürlich tun mir diese unschuldigen Menschen leid, aber was ich vor allem empfinde, ist eine ohnmächtige Wut und ein Hass auf die Täter und all jene, die diesen Terror ebenfalls praktizieren oder auch nur gut finden. Da ich an keine Hölle glaube, in der sie mal schmoren könnten, hoffe ich dass sie allesamt bald irdische Gerechtigkeit erfahren!
    Geändert von Drusus (05.12.2015 um 20:21 Uhr)
    "But Linden saw another sight, when the drum beat at dead of night,
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  6. #16
    KDF10 ist offline Erfahrener Benutzer Chef de Bataillon
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    Zitat Zitat von Drusus Beitrag anzeigen
    Was verschiedene Korane angeht, sind sich anscheinend selbst die "Profis" nicht ganz einig:
    http://www.shia-forum.de/index.php?/...es-doch-nicht/
    Groß scheinen die Unterschiede jedoch nicht zu sein. Es mag mehr oder weniger gemäßigte Interpretationen geben... aber egal...

    Was deinen letztgenannten Vorwurf angeht - mal abgesehen davon, dass ich nicht mit Religion bzw. "Jesus" angefangen habe -, so täte ich heucheln, wenn ich nun schriebe, dass ich um die Opfer in Paris trauern würde. Natürlich tun mir diese unschuldigen Menschen leid, aber was ich vor allem empfinde, ist eine ohnmächtige Wut und ein Hass auf die Täter und all jene, die diesen Terror ebenfalls praktizieren oder auch nur gut finden. Da ich an keine Hölle glaube, in der sie mal schmoren könnten, hoffe ich dass sie allesamt bald irdische Gerechtigkeit erfahren!
    Tut mir leid, ich habe am 14. Dezember Geburtstag. Web.de schrieb mir heute, mein Vorname bedeutet "Sieger des Volkes". Payback fordert mich auf: "Machen Sie den Sack auf!" Als Sieger des Volkes mache ich jetzt erstmal den Sack auf. Für weitere Kommentare zum Koran habe ich deshalb keine Zeit. ;-)
    Geändert von KDF10 (06.12.2015 um 18:37 Uhr)

  7. #17
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    Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang auszuhalten ( glaublich Karl Rahner).

  8. #18
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    Um den Glauben geht es hier längst nicht mehr. Es geht um Empathie. Wer das nicht versteht, kann das ja mal googeln.

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