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Thema: Bewaffnung und Ausrüstung der Mameluken der Kaisergarde

  1. #11
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    Solche Waffen findest Du sicher im Musée de l'Armée, Paris, und im Musée de l'Emperi, Salon-de-Provence.

    Lanzen wurden meines Wissens keine ausgegeben. Dem Erlass aus dem Jahr 1802 kann man ja auch entnehmen, dass zwar über die Aufstellung einer mit Lanzen bewaffnete Kompanie nachgedacht wurde, aber noch nichts definitiv entschieden war ("une Compagnie de Lanciers non encore déterminée"). Die mamelukenähnlich gekleideten litauischen Tartaren waren mit Lanzen bewaffnet, wurden aber erst 1812 aufgestellt und nicht den Mameluken (ihrerseits den Gardejägern angeschlossen), sondern den 3. Polnischen Lanciers, dann den 1. Gardelanciers angeschlossen.
    Geändert von Tellensohn (14.01.2016 um 11:02 Uhr)

  2. #12
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    Ich stelle hier mal zwei pdfs rein, das eine mit dem für die Mameluken relevanten Material bei Willing, das andere mit dem bei Bourgeot.

    - Paul Willing,Napoléon et ses soldats. L'Apogée de la gloire (1804-1809) (= Collections Historiques du Musée de l'Armée 6), 1986, S.53f.

    Anhang 3818

    -Vincent Bourgeot,
    Les Trésors de l'Empéri. L'Armée de Napoléon, 2009, S.114-121.

    Anhang 3819







  3. #13
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    Zitat Zitat von admin Beitrag anzeigen
    Im zweiten Band des Bucquoy (sowie auch im Charmy) werden drei Perioden unterschieden, und zwar


    • bis 1804
    • 1805 bis 1813
    • nach 1813


    Für die erste Periode wird hinsichtlich der Bewaffnung in Erlass des Ersten Konsuls vom 11. Germinal des Jahres X (1. April 1802) zitiert:



    Es wird im Text darauf eingegangen, dass Karabiner und Büchse kaum parallel geführt wurden - Karabiner wurden aber sukzessive später eingeführt, so dass in den späteren Jahren der Kaiserzeit diese vornehmlich genutzt wurden. Auch wenn die Streitaxt nicht erwähnt ist, haben viele Mamelucken diese parallel zum Streitkolben ("Masse d'Armes") oder auch anstatt dessen geführt.

    Für die dritte Periode führt Bucquoy eine Liste auf, nämlich den "Tarif des matières employées à la confection des Effets d'habillement, d'équipment, etc., à fournir à chaque Mameluk lors de son admission au corps" vom 15.12.1812. In dieser Liste mit allen Effekten tauchen auch ein Säbel, ein Karabiner, ein Paar Pistolen für die Satteltaschen, ein Paar Pistolen für die Leibschärpe, eine Axt, ein Kolben und ein Dolch auf.

    Im Werk von Juhel über die Garde von 1815 wird eine Stärke von ca. 120 Mamelucken angenommen; allerdings führt die abgedruckte Inventarliste der ab dem 1.4.1815 ausgegebenen Waffen folgende Mengen auf:

    89 Säbel
    8 Dolche
    87 Pistolen
    61 Karabiner
    10 Äxte

    Ich würde also für den 1815er Feldzug eher von einer nur gelegentlichen Bewaffnung mit Äxten und Dolchen ausgehen - Streitkolben werden gar nicht mehr erwähnt (was nicht heißen soll, dass manch ein altgedienter und wieder ausgehobener Mameluck einen solchen aus früheren Zeiten nicht doch mitgeführt hat).

    Schöne Grüße
    Markus
    Axtträger gab es in Deutschland bereits nachweislich um 1605 im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber in meinen Augen sind die nicht mit einer Streitaxt in Gefechte gezogen. Vielmehr waren sie Vorläufer der heutigen Pioniere. Bäume fällen, für ein freies Schußfeld, Brücken bauen.

  4. #14
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    Zitat Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber in meinen Augen sind die nicht mit einer Streitaxt in Gefechte gezogen. Vielmehr waren sie Vorläufer der heutigen Pioniere. Bäume fällen, für ein freies Schußfeld, Brücken bauen.
    Axt ist nicht gleich Axt. Eine Streitaxt læsst sich m.E. nur bedingt fuer o.g. Pioniertætigkeiten verwenden. Die Æxte der Mamelucken waren sicher eher Streit- denn "Pionier"-Æxte.

    Gruss, muheijo

  5. #15
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    Bei den Streitäxten der Mameluken handelt es sich um reine Blanwaffen für den Kampf. Für einen Einsatz als Werkzeug waren sie zu leicht und zu klein. Diese Art von Streitäxten wurden im osmanischen und indo-persischen Raum Tabar bzw. Tabarzin genannt und als reine Kavalleriewaffe eingesetzt. Da sie meist am Sattel getragen wurden, werden sie auch häufig als Sattelaxt bezeichnet. In vielen Türkenbeute in deutschen Museen sind ähnliche Stücke aus dem 17. Jahrhundert zu finden. Die Form hat sich kaum verändert. Mit Sicherheit wurden diese teuren und empfindlichen Stücke nur im größten Notfall zum Brennholzzerkleinern benützt.

    Gruss
    Axel

  6. #16
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    Danke an Tellensohn für die weiteren Dokumente - da zeigt sich, dass man häufiger mal in sein Regal schauen sollte.

    Und wenn wir bei Publikationen sind, es gab mal eine aufwändige, limitierte Ausarbeitung der Brüder Brunon zu den Mamelucken - nur noch antiquarisch für einige Euronen zu bekommen, z.B. hier http://www.abebooks.de/servlet/BookD...%26an%3DBrunon

    Für mich wäre eher das Brunon-Werk zu den Eclaireurs der Garde interessant.

    schöne Grüße
    Markus Stein
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  7. #17
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    Das Buch über die Eclaireurs gibt es zum Runterladen siehe

    http://assosehri.fr/labibliothequesc/index.html

    siehe unter Bib 2 - unter der Beschreibung in Schwarz, kaum sehbar der links zum Runterladen in Dunkelrosa - schlecht zu sehen - genau hinsehen und es funktioniert
    Geändert von HKDW (15.01.2016 um 15:43 Uhr)

  8. #18
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    Zitat Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Das Buch über die Eclaireurs gibt es zum Runterladen siehe

    http://assosehri.fr/labibliothequesc/index.html

    siehe unter Bib 2 - unter der Beschreibung in Schwarz, kaum sehbar der links zum Runterladen in Dunkelrosa - schlecht zu sehen - genau hinsehen und es funktioniert
    Danke für den Tipp ... man muss mit dem Mauszeiger links unter die Beschreibung gehen, dann zeigt sich am veränderten Zeiger der Link
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  9. #19
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    Beim Digitalisieren meiner Zeitschriften bin ich noch auf diesen kleinen Beitrag aus der Napoléon 1er, Nr. 60 (2011), gestoßen - zwei Seiten über die Feuerwaffen der Mamelucken.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  10. #20
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    Standard Blankwaffen

    ... und hier noch ein ähnlicher Beitrag, diesmal zu den Blank- und Hiebwaffen, aus Napoléon 1er, Nr. 61 (2011)

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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