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Thema: Vorankündigung Festungskrieg 1813-14

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  1. #1
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    Standard Vorankündigung Festungskrieg 1813-14

    Wir begeben uns seit Ende 2015 auf literarisch-historische Abwege:
    Coautor Thomas Hemmann und ich arbeiten an einem neuen, gemeinsamen Buchprojekt

    „Der unbekannte Festungskrieg zwischen Memel und Rhein in den Jahren 1813 - 1814“

    Welches im Laufe des Jahres 2017 das Licht der Welt erblicken soll.

    Warum? Der Festungskrieg 1813/14 ist in der militärwissenschaftlichen Literatur bisher stiefmütterlich behandelt worden – im Gegensatz zum Festungskrieg in Spanien 1807-1814, der von britischer und französischer Seite eingehend bearbeitet worden ist oder dem Festungskrieg in Frankreich 1815, der u.a. von Blesson und Ciriacy in einer Monografie abgehandelt wurde.

    Die Spezialveröffentlichungen von preußischen, österreichischen und französischen Generalstäblern liefern zwar wertvolle Erkenntnisse, bringen aber keine komplette Übersicht der einschlägigen Belagerungen. Dies ist umso unverständlicher, da allein in den polnischen, deutschen, französischen und dänischen Festungen mehr als 160.000 Mann von Napoleon bzw. seinen Verbündeten stationiert wurden, die dadurch für den Feldkrieg im mitteleuropäischen Kriegstheater nicht mehr zur Verfügung standen. Ähnliche Kräfte wurden von den Verbündeten (Russen, Preußen, Österreichern, Bayern usw.) vor den Festungen disloziert, um diese zur Übergabe zur zwingen bzw. zu blockieren. Die bisher offene Forschungsfrage, ob diese Kräftedisposition Napoleons berechtigt war oder nicht, soll im Buch geklärt werden.

    Der Festungskrieg zwischen Memel und Rhein bietet – bis auf den Minenkrieg – alle äußeren Erscheinungsformen dieser speziellen Kampfform:

    Blockaden – Magdeburg, Hamburg usw.; Festungen, die sich bis zum Friedensschluss 1814 hielten – u.a. Hamburg, Magdeburg, Mainz; Blockaden /– Glogau;
    klassische förmliche Belagerungen bis zur Erzwingung der Übergabe: Danzig, Thorn, Dresden usw.;
    Kapitulationen nach Einschließung – Pillau, Stettin, Küstrin etc.;
    Erstürmung nach Breschelegung – Wittenberg;
    Breschelegung mit vergeblichem Sturm und anschließender Kapitulation – Spandau;
    Übergaben wegen herrschender Seuchen, die die Verteidigung unmöglich machen – Torgau;
    Einbindung in die Operationen eines Feldheeres – Feldzug in Holstein und Rendsburg. Feldzug in Sachsen und Dresden. Feldzug an der Niederelbe und Hamburg.

    Zu den behandelten Befestigungen zählen: Czenstochau, Danzig, Dresden und das Festungssystem an der Elbe, Erfurt, Glogau, Glückstadt, Friedrichsort bei Kiel, Rendsburg, Hamburg, Hüningen, Jülich, Kehl(-Straßburg), Küstrin, Magdeburg, Mainz, Modlin, Pillau, Spandau, Stettin, Thorn, Torgau, Wesel, Wittenberg, Würzburg, Zamoscz und darüber hinaus mehrere kleinere Befestigungen wie Stade sowie einige ausgewählte Feld- und Küstenbefestigungen.

    Unter strategischen Gesichtspunkten soll der durch Napoleon grundlegend neu entwickelte Ansatz des offensiven Einsatzes von Festungen bzw. provisorischen Befestigungen (Doppelbrückenköpfen) dargestellt werden, wie z.B. Torgau, Aken und Hamburg.

    Darüber hinaus werden in der Einleitung die zum Verständnis der Darstellung notwendigen Grundlagen vermittelt: Festungsbau, Artilleriewesen, Belagerungstechnik, Zusammenhang zu den politischen Verhältnissen und militärischen Operationen im Frühjahrs- und Herbstfeldzug 1813 (inkl. Lage der Festungen im Waffenstillstand 1813) sowie – sofern relevant – des Winterfeldzugs 1814, Versorgungslage / Logistik in und vor den Festungen, Stabsorganisation in Festungen, Rolle der russischen und preußischen Landwehr / Druschinen bzw. des Landsturms; Krankheiten / Seuchen, Konflikte innerhalb der multinationalen Festungsbesatzungen (Pillau, Stettin) und zwischen den angreifenden Verbündeten (z.B. Russen und Preußen vor Danzig), Verhältnis von Verteidigern und Angreifern zu der Bevölkerung der Festungsstädte bzw. des Umlandes, Leiden der Einwohner der Festungsstädte (Hunger, Requisitionen, erzwungene Auswanderungen), Kämpfe von Rheinbundtruppen auf beiden Seiten zugleich, Rolle von provisorischen Befestigungen (Dresden und das umliegende Feldbefestigungssystem, Hamburg), Spionage, Nachrichten-/Chiffrierwesen, ggf. auch weitere Aspekte.

    Eine Übersicht der Fachbegriffe und der einschlägigen Literatur wird die Darstellung vervollständigen.

    Beide Autoren haben schon Vorarbeiten zum Festungskrieg durch Vorträge und Veröffentlichungen geleistet und sind gut in das Thema eingearbeitet.
    Geändert von Blesson (03.03.2017 um 11:50 Uhr)

  2. #2
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    Die Autoren haben jetzt alle geplanten Kapitel plus zwei weitere als Manuskript abgeschlossen und lesen jetzt Korrektur. Alles in allem dürften wir etwas mehr als 600 Seiten auf die Waage bringen...
    Geändert von Blesson (03.03.2017 um 11:49 Uhr)

  3. #3
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    Schöne Nachrichten - ich freue mich auf Euer wirklich stattliches Werk.

    Viel Erfolg bei den abschließenden Arbeiten wünscht
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  4. #4
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    In Zusammenhang mit dem Buchprojekt habe ich auch das Festungsinventar, d.h. die Chronik der Belagerungen und die Literaturangaben, überarbeitet:

    http://www.ingenieurgeograph.de/Publ.../inventar.html

  5. #5
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    Der Titel unseres Werkes lautet:

    Der vergessene Befreiungskrieg
    Belagerte Festungen zwischen Memel und Rhein 1813-14

    Auch namens meines Coautors Thomas Hemmann darf ich ankündigen, daß wir uns auf der Zielgerade befinden: Wir lektorieren gerade die Druckfassung von ca. 630 Seiten, und sind optimistisch, daß das Buch in diesem Frühjahr bei BOD erscheinen wird.
    Geändert von Blesson (05.03.2018 um 13:51 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Blesson Beitrag anzeigen
    In Zusammenhang mit dem Buchprojekt habe ich auch das Festungsinventar, d.h. die Chronik der Belagerungen und die Literaturangaben, überarbeitet:

    http://www.ingenieurgeograph.de/Publ.../inventar.html
    Gerade habe ich mal aus Neugier reingeschaut - als alter Rüsselsheimer kommt mir die Bezeichnung "Schloss" für unsere Festung etwas merkwürdig vor.
    An welchen Kriterien wird festgemacht, dass es ein Schloss sei? Davon habe ich noch nie gehört.

    Gruss, muheijo

  7. #7
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    Was lange währt, wird endlich gut. Das redigierte Manuskript von unserem Buchprojekt über die Belagerungen 1813-14 ist auf dem Weg zur Druckerei, und wir sind zuversichtlich, dass es bald im Buchhandel erscheinen wird.


    It has been a long way to complete this publication: The finished script about our joint project "The forgotten war of liberation - Besieged fortresses between river Njemen and Rhine" is now in print. So we are confident it will be avaible soon by online order.
    Geändert von Blesson (25.03.2018 um 22:24 Uhr)

  8. #8
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    Der Begriff "Schloss" oder "Festes Schloss" ist ein Begriff aus der Übergangszeit der Renaissance, als die Schlösser (vormals Burgen) noch Herrensitze oder Verwaltungssitze waren, aber schon gegen die neuzeitliche Artillerie verstärkt werden mussten. Typisch sind hierfür die Rondellbefestigungen oder die ersten bastionären Befestigungen in altitalienischer Manier. Beispiele: Schloss Torgau, Rüsselsheim, Heidenheim, Aschaffenburg, Coburg,...

    Sperrforts in den Gebirgen, wie z.B. Fort Bard, wurden in der Literatur um 1800 auch noch als "Gebirgsschlösser" bezeichnet.
    Geändert von Blesson (25.03.2018 um 22:28 Uhr)

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