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Thema: Festung Rosenberg 1806

  1. #1
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    Standard Festung Rosenberg 1806

    Hallo liebe Hobbyfreunde,

    unser neues Diorama ist so gut wie fertig und wird zu unserer DIORAMICA im November dem interessierten
    Publikum vorgestellt.
    Napoleons letzter Halt vor seinem Sieg bei Jena.

    Alle weiteren Bilder auf unserer Website:
    www.geschichte-in-miniaturen.de
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  2. #2
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    Hallo Napoleonpati,

    schönes Diorama mit liebevoll angelegten Details (z.B. die Wallaffetten)! Mit welchen Plänen der Festung habt Ihr gearbeitet? Könnte man noch mehr Fotos sehen, v.a. von Napoleon / Stab - wenn ich es richtig verstehe wird der Kaiser bei der Besichtigung der Festung gezeigt?

    Beste Grüße, Tom

  3. #3
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    Hallo Tom,
    Napoleon und sein Stab werden gerade modelliert. Ich denke mal noch 2-3 Wochen, dann kann ich sie präsentieren.
    Es gibt leider keine Pläne der Festung. Alles 1945 in München zerbombt.
    Wir haben die Festung selbst ausgemessen. War nicht witzig.
    Bis dann
    Patrick

  4. #4
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    Zitat Zitat von napoleonpati Beitrag anzeigen
    Wir haben die Festung selbst ausgemessen. War nicht witzig.
    War das einer von euch...?

    https://commons.wikimedia.org/wiki/F...Kronach_DE.png

  5. #5
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    Nein, die Karte ist schon älter.
    Wir haben alles mit einem Laser ausgemessen.
    Das waren hunderte von Messdaten.
    Bei frostiger Kälte

  6. #6
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    Chapeau. Das wäre dann ja fast schon eine eigene Publikation wert, zumindest einen Artikel in einer Fachzeitschrift...

  7. #7
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    Meine Kommentare zu dem Diorama: Ich gehe von der kunstgerechten Armierung nach dem Stand des Wissens und der Technik aus, und die ist wie folgt:

    Die Darstellung der gemauerten Teile ist recht wohl gelungen. Der heutige Zustand ohne Brustwehr entspricht jedoch keinesfalls einer armierten Festung.

    Wallanlage: Die Brustwehr auf Bastion und Kurtine istviel zu schwach. Auch fehlt der Wallgang und das Bankett für Geschütze. Schartenbacken werden entweder durch Faschinen, Schanzkörbe oder Schanzkörbe ausgekleidet. Die Schartensohle muß nach außen abfallen. Das Wallprofil ist nicht richtig dargestellt, es ist seblst für ein reine Brustwehr für die Infanterie zu schwach. Damit schrumpft auch der Raum für die Geschützaufestlung in der Bastion. . Es fehlen Schützenauftritte (!!!!) und Schienen auf den Bettungen für die Seitenrichtung der Geschütze.
    Um das Wallprofil gegen Erosion zu schätzen, wurden Grasplacken aufgelegt, die sich mit der aufgeschütteten Erde verbinden. Bäume in den Bastionen und auf den Wallgängen wurden i.a. gefällt.

    Gräben: bei der Armierung wurden i.a. Palisaden gesetzt und Tore durch span. Reiter gesichert. Oder habe ich etwas übersehen?

    Lafetten: Dargestellt sind wohl 12 bis 24 pfündige Geschütze auf hohen Rahmlafetten französischen Typs, wahrscheinlich pivotiert, dargestellt, die in dieser Form nur in Küstenbatterien üblich waren, um eine schnelle Seitenrichtung auf bewegliche Ziele (Schiffe) zu bewerkstelligen. Die Kosten der Rahmlafetten waren so hoch, daß wir bestenfalls eine am Saillant einer Bastion finden. Die weitaus größere Landesfestung Torgau hatte z.b. 1813 nur 12 hohe Rahmlafetten. Wahrscheinlicher sind die kurzen Walllafetten, vielleicht sogar nur Feldlafetten bei dieser kleinen, unbedeutenden kb Festung. Bei steinernen Bettungen sind auch Laufkatzen vorstellbar, die allerdings tiefe Scharten erfordern, während hohe Rahmlafetten nur flache Scharten (also geringen Einschnitt) in die Brustwehr erfordern. Warum sollten franz. Lafetten auf den Wällen einer kb. Festung zu finden sein?

    Dotierung: Die 5 hohen Rahmlafetten mit 12Pfd. an den Facen sind für so eine kleine Festung äußerst üppig. Es fehlen obendrein die Flankengeschütze, und dies waren niemals Geschütze auf hohen Rahmlafetten.. Ich kenne allerdings nicht die Konstruktion der niederen Flanken, die evtl. als Kanönenhöfe für einen 3 bis 6Pfd. In Frage kommen.

    Positionen: Auf der Stadtseitigen Bastion über dem Tal ist so eine starke artilleristische Dotierung unwahrscheinlich, weil ein Angriff von der Seite wenig wahrscheinlich war. Wegen der geringen Depression bei dieser Lafettenkonstruktion wäre der tote Winkel verhältnismäßig groß gewesen. Dieser Lafettentyp ist dafür konstruiert, in der Ebene im flachen rasanten Schuß die Belagerungsbatterien oder Approchen zu bekämpfen. Möglicherweise wären hier Depressionsgeschütze mit steil abfallender Schartensohle zweckmäßiger gewesen.

    Stattdessen wäre ein förmlicher Angriff gegen die Außenwerke wahrscheinlicher gewesen, so daß nur dort eine starke Armierung mit Geschützen notwendig und nützlich gewesen wäre.

    Caissons: Ziemlich irritierend sind auffahrenden Munitionswagen: Pulver und/oder Kartuschen wurden in Kriegspulvermagazinen deponiert, zum Beispiel in Hohltraversen auf den Facen der Bastionen. Ich bezweifele außerdem, daß die Rampen breit und flach genug waren, um einen langen Zug aufzunehmen. Geschütze wurden i.d.R. mit Flaschenzügen oder kleinen, zweispännigen Wallprotzen in Stellung gebracht. Hohe Beweglichkeit war ja nicht erforderlich. Der Wallgang hinter der Brustwehr der Kurtine wäre mit Sicherheit zu schmal gewesen.

    Nach der Vaubanschen Regel werden zwar 6 Geschütze pro Bastion berechnet, aber bei diesen kleinen Bastionen wären wohl nur 4 Geschütze notwendig gewesen, z.B. 2 x 12pfd auf den Facen, 2x6Pfd an den Flanken.

    Bedienungsmannschaften: Es scheint mir hier recht zu wimmeln; bei Wallgeschützen galten aber 3 Kanoniere bei langsamer Kadenz als ausreichend.

    Feldartillerie: Es war üblich, diese in der Etappe zu größeren Depots auf einer Ebene zusammenzufahren. Welche Grund hätte es gegeben, diese in die festung zu fahren, wenn sie doch nicht für die Armierung gedacht waren?

    Ich vermute, daß es kaum zeitgen. Quellen für Armierung der Festung 1806 gibt. Die allgemeine Literatur zum Festungsbau, Belagerung und Verteidigung von festungen, gibt es aber mittlerweile tonnenweise als öffentliche Digitalisate.

    Eine kleine Auswahl siehe z.B. hier:

    http://ingenieurgeograph.de/Unterrichten/Dokumente/Kriegsschule_Literatur_2015_10_17.pdf

    Eine Übersicht zur Festungsartillerie siehe hier

    http://ingenieurgeograph.de/Publikat..._1810-1814.pdf

    Tut mir leid, aber das kann ich nicht unkommentiert stehen lassen. Wäre schön, wenn sich das korrigieren ließe.
    Geändert von Blesson (20.08.2016 um 00:23 Uhr)

  8. #8
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    sehr interessante Anmerkungen eines profunden Kenners der Materie

  9. #9
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    Zitat Zitat von Blesson Beitrag anzeigen
    Die Darstellung der gemauerten Teile ist recht wohl gelungen.
    Wenn ich dazu noch etwas anmerken darf: In der Galerie das achte Bild von unten (Westmauer, zwischen Valentins- und Kunigundenbastion?). Da sieht man die vertikalen Trennlinien zwischen den aneinanderstossenden Mauerplatten (ich nehme an, das sind Platten?) einfach störend gut. Kann mir nicht vorstellen, dass das in Wirklichkeit so aussieht, oder? Hätte man das nicht besser verschleifen sollen?

    Ansonsten scheint mir die Analyse Blessons zutreffend.

    Vielleicht solltet ihr etwas zurückstecken? Zu viele Projekte gleichzeitig am laufen haben kann auf Kosten der Sorgfalt gehen.


    Würde übrigens wirklich gerne euren Plan mit dem auf Wikimedia gezeigten vergleichen. Könnt ihr den nicht irgendwo ins Netz stellen? Zu allfälligen Abweichungen könnte ich natürlich nichts sagen, die gäben aber sicher Anlass zum nochmaligen Überprüfen.
    Geändert von Tellensohn (20.08.2016 um 09:41 Uhr)

  10. #10
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    Sehr interessante Ausarbeitung.
    Sehr stimmig und ausführlich geschrieben.

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