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Thema: Donauübergang 1809

  1. #11
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    Danke Markus für die Tafeln und Bilder. Ich werde dann wirklich Details erfragen.

    LG Wolfgang
    Wolfgang Meyer

    Großdiorama der Völkerschlacht

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  2. #12
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    Interessant wäre es das Bild von Rugendas in besserer Qualität zu haben. Wegen der Ö - Pontons - da müssen die Verbindungen nach Wien helfen - die Donau Brücken Abbildungen die ich hab sind die später vor Wagram

  3. #13
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    Standard Beschreibung der Brücken über die Donau am 20.5.

    Im zweiten Band der Geschichte des k.k. Pionnier-Regimentes in Verbindung mit einer Geschichte des Kriegs-Brückenwesens in Oesterreich, von Wilhelm Brinner, erschienen 1878, findet sich auf den Seiten 67-69 eine Beschreibung der von den Franzosen errichteten Brücken über die Donauarme:

    In dem Falle jedoch, wo Kriegsbrücken-Materiale mangelt und man genötigt ist, die Brücke aus aufgefundenem Materiale herzustellen, werden sich einem gewaltsamen Uebergange kaum zu bewältigende Hinternisse entgegenstellen. Die Vorbereitungen, sowie der Bau, werden in diesem Falle so viel Zeit erfordern und in der Regel so viele Schwierigkeiten bereiten, dass auch eine relativ schwache Vertheidigung im Stande sein wird, an dem bedrohten Punkte rechtzeitig genügend Kräfte zu vereinigen.
    In diesem letzteren Falle befand sich das bei Wien stehende feindliche Heer; an Kriegsbrücken-Materiale war sehr wenig vorhanden und die auf der Donau vorfindigen Landesschiffe waren nach Möglichkeit beseitigt worden. Es musste demnach das Materiale für nahezu 950m Brückenlänge vorerst herbeigeschafft, hierauf bei 780m Brückenlänge in einem reissenden Strom erbaut und sodann der Übergang, angesichts einer Armee von 100.000 Mann, bewerkstelligt werden.
    ...
    Trotz der Tätigkeit, welche das französische Genie-Korps gleich nach der Einnahme Wiens in dieser Richtung entwickelte und obwohl die Befehle des Erzherzogs, alle Uebergangsmittel zu beseitigen oder zu zerstören, keineswegs im vollsten Umfange ausgeführt waren, bereitete die Aufbringung des Materialbedarfes für eine Donaubrücke von so bedeutender Länge grosse Schwierigkeiten. Am 18. Mai waren endlich alle Vorbereitungen beendet. Die Material-Depotplätze waren an beiden Ufern der Schwechat-Mündung eingerichtet und stromaufwärts derselben die schwimmenden Unterlagen, bestehend aus 68 Donauschiffen verschiedener Gattung, 9 Flössen und einer Anzahl Pontons geheftet. Um das Tragvermögen der Flösse zu erhöhen, war jedes derselben mit vier Zehn-Eimerfässern verstärkt worden.
    ...
    Am selben Tage (MS: 19.5.) nachmittags besichtigte Kaiser Napoleon eingehend die Vorbereitungen für den Bau; um 5 Uhr nachmittags wurde in dessen Gegenwart der Brückenschlag gleichzeitig über die beiden grösseren Donauarme, unter Oberleitung des Generals Bertrand in Angriff genommen, die ganze Nacht hindurch bei Fackelschein fortgesetzt und am 20. Mai um die Mittagszeit war die Linie der Brücken bis zur Lobau vollendet. In jenen über die beiden Hauptarme waren nur schwimmende Unterlagen eingebaut; da jedoch Mangel an Verankerungsmitteln eintrat, so mussten auch Ankerkästen und schwache Seile verwendet werden. Über den Lobgrundarm war eine Nothbrücke, mit 60 sehr schwachen Böcken als Unterlagen, erbaut worden.
    Unmittelbar nach Vollendung der Brücken begann der Übergang der französischen Armee nach der Insel Lobau. Gleichzeitig wurde die Herstellung einer Brücke über den Stadlerarm in Angriff genommen; als Uebergangspunkt war hier jener Abschnitt des Armes gewählt, wo derselbe einen stark gegen die Lobau eingehenden Bogen bildet, dem am linken Ufer ein hochstämmige Au, Mühlau genannt, vorliegt.
    Nachdem die französische Artillerie die Vorposten des Regiments Duke vom linken Ufer des Armes vertrieben hatte, wurden 200 Voltigeurs auf Pontons nach der Mühlau überschlaft, welche den nördlichen Rand derselben besetzten und den Brückenschlag deckten; hierauf begann der Bau einer Pontonbrücke. Obwohl nur 15 Pontons notwendig waren, um den Arm zu überbrücken, währte der Brückenschlag dennoch 3 Stunden, weil kein Kriegsmaterial für die Decke vorhanden war und dieses an Ort und Stelle aufgebracht werden musste.
    Soweit die Beschreibung in der Österreichischen Regimentsgeschichte; auch wenn es nicht aus französischer Quelle kommt, dürfte die Beschreibung aufgrund der Fachkunde ("Kriegs-Brückenwesen") eine gute Grundlage für Eure Darstellung bieten.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  4. #14
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    Standard Aquarell der Lobau 1809

    Aus dem 1913 in einer Auflage von 400 Exemplaren veröffentlichten Prachtwerk Erzherzog Karl - Der Feldherr und seine Armee, herausgegeben vom Direktor des K.K. Heeresmuseums, Dr. Wilhelm John, findet sich die s/w-Abbildung eines Aquarells aus den Sammlungen des Fürsten von Schwarzenberg in Worlik, das die Insel Lobau 1809 darstellt. Dieses hier anbei in einer hoffentlich nutzbaren Auflösung und Größe.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  5. #15
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    Standard Bericht Bertrands über das verfügbare Brückenbaumaterial

    Im zweibändigen Werk von Colonel Michel Molière über Napoléon en Autriche, La Campagne de 1809, erschienen 2004, findet sich im zweiten Band ein Bericht Betrands, der ja den Brückenbau beaufsichtigte, ein Bericht über das verfügbare Material:

    En supposer 400 toises (775 m) de largeur et 6 toises par bateau, il faut, pour jeter un pont sur le Danube, 80 bateaux, 3.000 madriers, 400 poutrelles, 5.000 brasses de corde; 48 bateaux sont en état, les 32 autres le seront demain. Les poutrelles sont sur la rive. 2.000 madriers sont chargés. On a les cordages. On est assuré de 38 ancres et grappins. Je crois que demain les parties essentielles du travail seront faites.
    Soweit der Bericht Bertrands, bei dem es wohl um die erste Brücke hin zur Lobau geht.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  6. #16
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    Danke Markus,

    Ferdi Wöber hat auch eine schöne Abhandlung über den Brückenschlag verfasst!

    http://www.cyberlab.at/ferdiwoeber/n...179182-20.html

    LG Wolfgang
    Wolfgang Meyer

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  7. #17
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    Wobei ich mir das Buch von Wilhelm Brinner sofort mal bestellt habe.


    BRINNER, Wilhelm: Geschichte des k.k. Pionnier-Regimentes in Verbindung mit einer Geschichte des Kriegs-Brückenwesens in Österreich, Wien 1878
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  8. #18
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    Sehr schöner Bericht von Ferdi, der ja auch einige technische Details liefert ... ich habe jetzt noch das Österreichische Generalstabswerk zum Feldzug 1809 genommen und dort findet sich im Band 4 mit Titel Aspern, geschrieben von Ritter von Hoen und Hugo Kerchnawe, veröffentlicht in Wien 1910, die folgende Passage zur zweiten Brücke von der Lobau über den Stadlerarm:

    Nach 5 Uhr nachmittags des 19. Mai gestattete die Witterung den Beginn des Brückenschlages, der bei der größtenteils aus Pontons bestehenden Brücke über den Hauptarm, zwischen Schneider- und Lobgrund, rasche Fortschritte mache, während der Einbau der schweren Schiffe im ersten Arm große Schwierigkeiten bereitete, so daß hier die Arbeit erst vom 20. früh an in Zug kam. Die Verschiedenheit der requirierten Fahrzeuge und mangelhaftes Seilwerk stellten an die Geschicklichkeit der technischen Truppen große Anforderungen, beeinträchtigten aber auch die Festigkeit des Werke, um so mehr als Anker bei weitem nicht in hinreichender Zahl vorhanden waren und mit Kanonenkugeln gefüllte Fischkästen als Aushilfe zweifelhaften Wertes angewendet werden mußten. Diese Mängel schienen um so bedenklicher, als am 20. der Wasserstand der Donau sichtlich zu steigen begann. In den Alpen war Schneeschmelze eingetreten, was erfahrungsgemäß Hochwasser zur Folge hatte.
    Im Kampfe mit den immer ungebärdiger werdenden Wogen, die ihre Angriffe gegen die Brücke mit herabgeschwebten Balken und Bäumen verstärkten, konnten die Franzosen den Übergang erst nach der Mittagsstunde des 20. Mai fertigstellen. Vertrauenerweckend sahen indessen die Brücken keineswegs aus; sie vermochten dem Druck des Wassers kaum zu widerstehen und zwangen zu besondern Vorsichtsmaßregeln beim Übergang. Die Infanterie durfte nur in geöffneten Reihen, die Kavallerie abgesessen, langsamen Schrittes hinübermarschieren.
    Als Quellen für diesen Passus gibt das Werk in den Fußnoten u.a. Drieu, Saski, den österreichischen Obstl. Pokorny aus dem Wiener Kriegsarchiv sowie Pelleport an. Von Pokorny findet sich seine Beobachtung des Donauübergangs im Kriegsarchiv unter der für das Jahr 1910 angegebenen Nummer "F.A. 1809, Hauptarmee, V, 634 ½). Vielleicht könnt Ihr ja diese Akte kopieren lassen.

    Weiter vorne wird auch der Brückenschlag vom 17.-18.5. bis zur Lobau ausführlich beschrieben - dort wird u.a. ein Aufruf an die Truppen erwähnt, dass alle schiffahrtskundigen Leute dem DG Bertrand zur Verfügung zu stellen seien ... denn es gab zu wenig anwesende französische Pontonniers. Wenn Ihr auch Interesse an diesen Passagen habt, kopiere ich diese und stelle sie hier herein.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  9. #19
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    Standard Zwei Beiträge aus der alten Uniformes über französische Husaren

    Und für Euren Modelleur hier zwei sehr schöne Beiträge aus den alten Uniformes über die Husaren der frühen Kaiserzeit.

    Viel Spaß weiterhin wünscht
    Markus Stein
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  10. #20
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    Danke Markus,

    schöne Beiträge zu den Husaren.

    Den Generalstabsband von v. Hoen zum 1809er Feldzug habe ich zuhause, da sind wirklich schöne Quellenhinweise drin.

    Liebe Grüße,

    Wolfgang
    Wolfgang Meyer

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