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Thema: Tapferes Schneiderlein

  1. #21
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    Zitat Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
    Aber das ist ja das schöne an der historischen Forschung: daß man nur selten Gewißheit hat und stets im Hinterkopf behalten muß, daß es auch anders hätte gewesen können.
    Na klar, in diesem Punkt gebe ich dir voll Recht.

    Ich denke, die Lützower-Uniform muss es schon mit geprägt haben mit der Fahne. Mancher Ex-Lützower war ja dabei, und für die muss es Attraktivität besessen haben.

    Vielleicht stütze ich mich auch auf nicht gerade anständige Quellen. Ich hatte die Sache mit der Fahne nämlich aus einer Lehrsendung für Kinder (nicht die Maus) und das sind ja allgemein nicht gerade ernsthafte, in vielen Fällen beschreiben sie auch die Umstände ziemlich vereinfachend (die Kids sollen sie ja verstehen).
    Danke im Vorraus an Harper für den Literaturtipp - Ich denke nämlich darüber nach, meine Komplexleistung zum Thema zu schreiben...

  2. #22
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    was soll die Lützower Uniform geprägt haben???? Schwarz und Rot haben einen ganz klaren anderen Bezug und von diesem haben sich die Jenaer Studenten leiten lassen.

  3. #23
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    Ich meine, Hoffbauer, der ebenfalls bei den Lützowern war, beschreibt schon ca. 1810 eine schwarz-rot-goldene Fahne einer Burschenschaft in Halle. Kann im Moment leider nicht nachschauen, da ich unterwegs bin.

    (Voigt, J. A., Skizzen aus dem Leben Friedrich David Ferdinand Hoffbauers, weiland Pastors zu Ammendorf : Ein Beitrag zur Geschichte des Lützow`schen Corps. Halle: Buchhandlung des Waisenhauses, 1869)

    Beste Grüße, Tom

  4. #24
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    Danke für den Hinweis ! Es ist Hoffbauers Freund Weber, der diese Farben viele Jahre später als die der von ihm 1810 mitgegründeten Hallenser Verbindung res publica nennt:

    https://books.google.de/books?id=7Z9...=PA46&dq=Weber

    Hoffbauer schloß sich erst der res publica an, als er 1811 sein Studium begann. Eine Verbindung zur heutige Fahne läßt sich natürlich konstruieren: post hoc ergo propter hoc ;-)

  5. #25
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    Ich glaube, ich bin euch in dieser Sache meilenweit unterlegen

    Mir fällt nun leider nichts ein, was ich jetzt hätte schreiben können.
    Erst das und jetzt das, ich glaube, das reicht...
    Geändert von Madame Fortúne (14.04.2017 um 20:17 Uhr)

  6. #26
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    Zitat Zitat von Madame Fortúne Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ich bin euch in dieser Sache meilenweit unterlegen

    Mir fällt nun leider nichts ein, was ich jetzt hätte schreiben können.
    Erst das und jetzt das, ich glaube, das reicht...
    Mit "Unterlegenheit" hat das nichts zu tun. Wie Sans-Souci es m. E. völlig zutreffend schon geschrieben hat, gibt es - wie so oft - keine absolute Gewißheit. Es gibt halt verschiedene Theorien zur Herkunft bzw. Anknüfung der Farben, was eben auch daran liegt, dass sich die Zeitzeugen teils diametral geäußert haben. Da mag jeder nach Studium der Quellen für sich selbst entscheiden, welcher er zu folgen bereit ist.
    Geändert von Harper (15.04.2017 um 10:58 Uhr)

  7. #27
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    das schöne an solchen Diskussionen, man lernt halt neue Informationen und Sichten.

  8. #28
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    Danke für alles, war gestern ziemlich erschöpft und habe nichts mehr zu sagen gewusst. Das war zum großen Teil neu für mich, aber interessant

  9. #29
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    Die Diskussion ist zwar schon ein Weilchen her, bin aber zufällig über den Ausstellungskatalog zur Ausstellung "Farben der Geschichte" im DHM gestoßen (ca.2007)
    Darin heißt es unter anderem:

    "So entstand erst nach dem Kriegsende die Legende vom Ursprung der Farben Schwarz-Rot-Gold im Lützower Freikorps. Bei der Aufstellung des Freikorps 1813 hatte das Geld für einheitliche Uniformen gefehlt, so das die Zivilkleidung der Freiwilligen mit einem alles überdeckendem Schwarz gefärbt werden musste. Die roten Vorstöße wurden zum Zweck militärischen Aussehens aufgenäht. Von diesen Uniformen der Freikorps leitete die Jenaer Burschenschaft, deren erste Mitglieder selbst Lützower waren, ihre eigenen Farben Schwarz und Rot als "Farben des Paniers" ab."

    Weiter heißt es:

    "Nachdem sich 1818 die "Allgemeine deutsche Burschenschaft" als Modell einer zukünftigen Nation gegründet hatte, wurden Schwarz-Rot-Gold als vermeintliche ehemalige Farben des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zum Bundeszeichen der nationalen Bewegung. In der Manessehandschrift und in der Züricher Wappenrolle aus dem 14. Jahrhundert waren die Farben des zukünftigen deutschen Dreifarbs [Trikolor] erstmals heraldisch fixiert:
    Der schwarze Adler im goldenen Schild,die rote Farbe der Fänge, des Schnabels und der Zunge"

    und

    "Die Entwicklung zur Trikolore war erst um 1825 abgeschlossen und wurde maßgeblich vom Zustrom süddeutscher Studenten in die "Allgemeine deutsche Burschenschaft" beeinflusst. Diese waren stärker von den Ideen der Französischen Revolution geprägt, so dass aus der rot-schwarzen Fahne mit goldener Verzierung ein Äquivalent zur französischen Trikolore wurde"

    Der Rest ist bekannt:

    "Unter dem Druck der Märzrevolution ließ FW IV am 21.März 1848 auf allen königlich-preußischen Gebäuden, so auch auf dem Berliner Zeughaus, die Trikolore der der Revolution hissen und verneigte sich mit schwarz-rot-goldener Armbinde vor den aufgebahrten Märzgefallenen. Diese aus politischen Kalkül geborene versöhnende Geste wurde verstärkt von einem Verfassungsversprechen, welches der vom Gottesgnadentum zutiefst überzeugte Monarch nicht einzuhalten gedachte. In der Folge lehnte er den Verfassungsentwurf ab und ließ die preußische Nationalversammlung am 15.11.1848 auflösen. Lediglich die Schwarz-Rot-Goldene Fahne wehte als Staatsflagge des Deutschen Bundes weiterhin zwischen 1848 und 1866."

    Nach dem Krieg 1866 symbolisierte die schwarz-weiß-rote Flagge die neu erlangte Vorherrschaft Preußens im Norddeutschen Bund (1866 - 1871) und im deutschen Kaiserreich (1871 - 1918)

    Mit Gründung der Weimarer Republik nach dem ersten Weltkrieg setzte sich die Geschichte von Schwarz-Rot-Gold fort. Allerdings nicht unumstritten.
    Nach 1935 war dann die Hakenkreuzfahne der NS-Partei die Fahne des Deutschen Reiches

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