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Thema: Tapferes Schneiderlein

  1. #11
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    das ist die Wartenburg Fahne, die alte ursprüngliche Fahne der Jenaer Burschenschaft hatte kein Emblem in der Mitte sondern war rot /schwarz mit goldenen Fransen und geht auf 1815 zurück.

  2. #12
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    Meinst Du, die Jenaer Burschenschaft hatte dann zwei Fahnen ? Oder sie ersetze eine erste Fahne (Gründung der Burschenschaft am 12. Juni 1815) im März 1816 mit einer neuen ? Vielleicht wurde aber auch einfach die schlichte 1815er Fahne Anfang 1816 mit der Stickerei verschönert.

    Die Wartenburger Fahne wird auch nur als "roth und schwarz" beschrieben, mit dem Extra der goldenen Stickerei:

    https://books.google.de/books?id=S4p...q=schwarz+roth

  3. #13
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    Nein - Laut meiner Quelle : Hambacher Fest 1832 - Freiheit und Einheit Deutschland und Europa - Katalog der Dauerausstellung Hambacher Fest, wir die eine Rot(oben) / Schwarze(unten) Fahne mit goldenen Fransen für 1815 gegeben, die dann mit der von Dir gezeigten erstetzt wurde.
    Abbildungen auf S. 73
    Eingedenk, daß beiden jugendlichen Freunden auch stets der Ernst des Lebens zu bedenken sei, bestimmten sie Rot und Schwarz zu den Farben ihres Paniers
    Zitat aus der Verfassungsurkunde der Jenaischen Burschenschaft, zitiert aus oben genannten Werk, S. 33 - Kommentar zum Ausstellungsgegenstück Nr. 15 (eben jene Fahne)

    Die von Dir gezeigte Fahne (1816) ersetzte also diese "Gründerfahne"


    Die andere Fahne - Wartburgfahne und nicht Wartenburger Fahne (mein Fehler, sorry)

  4. #14
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    Merci, also ist die Wartburgfahne sozusagen die zweite Version der Burschenschaftsfahne.

    Rot stand hier also für die jugendlichen Freuden (die Liebe?), schwarz für den Ernst des Lebens. Somit hatte diese Fahne keinen Bezug auf die Lützower, und erst recht nicht auf das Reich. Aber wohl auch keinen zu der heutigen schwarz-rot-goldenen Fahne.

    Wo tauchen denn dann oben erwähnten "ersten Fahnen in den Grundfarben schwarz, rot und gold" auf ?

  5. #15
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    also die Rot/Schwarze Fahne hatte ja goldene Fransen - der Rest - Bezug Lützow - da teil ich deiner Meinung ist Legendenbildung - denn der Text der Stiftungsurkunde gibt einen ganz anderen Bezug

  6. #16
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    Danke, das war recht interessant. Wirklich, vieles ist nicht ganz so einfach, wie es scheint, und auch das mit den Fahnen, um die es hier geht. Also, wenn ich das so verstehen darf, hatte sich die Jenaer Burschenschaft die Fahne neu ausgedacht und die Uniform der Lützower ist nur eine zufällige Ähnlichkeit?

  7. #17
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    naja sagen wirs mal so, wer will nicht Pate einer Nationalfahne sein? Macht sich ja gut im Nachhinein, so wie Goethe 20 Jahre nach der Schlacht von Valmy die Bedeutung leichter einschätzen konnte als 1792.

    Ich seh es ähnlich wie Sans-Souci.

    Aber wie wars mit den Belgiern, die haben doch auch schwarz - rot - gold?

  8. #18
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    Zitat Zitat von Madame Fortúne Beitrag anzeigen
    Danke, das war recht interessant. Wirklich, vieles ist nicht ganz so einfach, wie es scheint, und auch das mit den Fahnen, um die es hier geht. Also, wenn ich das so verstehen darf, hatte sich die Jenaer Burschenschaft die Fahne neu ausgedacht und die Uniform der Lützower ist nur eine zufällige Ähnlichkeit?
    Vielleicht doch nicht.
    Heinrich Herrmann Riemann, Redner beim Wartburgfest 1817 und Sprecher der Jenaer Urburschenschaft, erklärte zur Wahl der Farben : " ... die Burschenschaft trug, treu ihrem Ursprung, die Farben der Lützower, nämlich Schwarz und Roth mit gold'ner Paspelierung".
    Ergänzend ist noch hinzuzufügen, dass eine Reihe von Jenaer Burschen vormals bei den Lützowern dienten. Der Zusammenhang ist nicht ganz so legendenhaft, wie es zunächst scheinen mag.
    Geändert von Harper (13.04.2017 um 18:12 Uhr)

  9. #19
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    Noch als Nachtrag -
    Zum Thema sei dem geneigten Leser empfohlen :
    Peter Kaupp : Lasset uns eine Farbe tragen, die Farbe des Vaterlandes. Von den Farben der Jenaischen Urburschenschaft zu den deutschen Farben.
    Erschienen im Jahrbuch der Hambach Gesellschaft 1990 / 1991, S. 9 ff.

  10. #20
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    Zitat Zitat von Harper Beitrag anzeigen
    Heinrich Herrmann Riemann, Redner beim Wartburgfest 1817 und Sprecher der Jenaer Urburschenschaft, erklärte zur Wahl der Farben : " ... die Burschenschaft trug, treu ihrem Ursprung, die Farben der Lützower, nämlich Schwarz und Roth mit gold'ner Paspelierung".
    Er sagte das aber doch erst viele Jahre später, im Jahre 1858:

    https://books.google.de/books?id=mLHHCU1h990C&pg=PA80&dq=Festredner

    (Das ist anscheinend ein anderer Abdruck des Aufsatzes von Kaupp, er beginnt dort auf Seite 62.)

    Dagegen steht in der Verfassung der Burschenschaft, im Jahre 1815 von Riemann mitbeschlossen, das oben schon erwähnte: "Eingedenk, daß bey den jugendlichen Freuden auch stets der Ernst des Lebens zu bedenken sey, bestimmten sie Roth und Schwarz zu den Farben ihres Paniers." Ich denke, Rieman versuchte 1858, die Sache heroisch zu verklären. Seine Beschreibung der Lützower Uniform in seiner Rede ist übrigens unrichtig: "schwarz und roth mit goldener Paspelierung". Auch die anderen in dem verlinkten Buch angegebenen ehemaligen Burschenschaftler schreiben erst Jahrzehnte nach der Wahl der Farben.

    Natürlich ist es denkbar und sogar wahrscheinlich, daß mehrere Gründe zusammenspielten, und einige ehemalige Mitglieder der Vandalia und der Lützower schwarz und rot auch wegen ihrer früheren stundentischen Tracht oder Uniform attraktiv fanden, während andere die eher friedlich-poetische Assoziation zu den Farben hatten, der dann Eingang in die Verfassung der Burschenschaft fand.

    Aber das ist ja das schöne an der historischen Forschung: daß man nur selten Gewißheit hat und stets im Hinterkopf behalten muß, daß es auch anders hätte gewesen können.

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