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Thema: trageweise des Karabiners auf Vorposten bei der französische (leichten) Kavallerie

  1. #1
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    Standard trageweise des Karabiners auf Vorposten bei der französische (leichten) Kavallerie

    Dear all,

    es ist jüngst eine Frage aufgetaucht, die vermutlich nicht ganz eindeutig zu beantworten ist, aber wenn überhaupt, vielleicht hier eine Antwort findet.

    Die französische (leichte) Kavallerie wird häufig auf Vorposten mit aufgesetztem Karabiner dargestellt, der im Bandelier eingehakt ist (s. Anlagen). Diese Trageweise ist auch unmittelbar plausibel. Der Karabiner ist schwer und muss mit einer Hand getragen/gehalten werden. Das Bandelier trägt insofern die Last mit und entlastet Hand und Arm.

    Wie war es nun im Feuergefecht ? Hier zeigen auch die sorgfältigeren Autoren, wie etwa Rousselot, den Karabiner generell nicht eingehakt beim Schießen und überwiegend auch nicht beim Laden (s. Anlagen). Die Art des Ladens, die Benigni beim Mann der jungen Garde zeigt, wäre auch mit eingehaktem Karabiner schlechterdings ausgeschlossen.

    Jetzt soll es aber so gewesen sein, dass tatsächlich beim Schießen und überwiegend auch beim Laden der Karabiner eingehakt blieb. Diese Aussage, für die ich keine direkte Quelle habe, kommt aus der Reenacment Szene. Mir erscheint dies nicht recht überzeugend, da dies jedenfalls die Flexibilität stark einschränkt und eine "Hilfe" ist das Bandelier, an dem immerhin auch noch die Patronentasche hängt, sicher auch nicht gewesen.

    Ist jemandem ein Reglement oder gar eine zeitgenössische Abbildung bekannt, die die eine oder andere Sicht wirklich bestätigt ?

    Mit den besten Grüßen
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  2. #2
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    Das französische Kavallerie-Reglement von 1804 (1er vendémiaire an XIII) beschreibt in der école du cavalier à cheval, Nos. 270-279, das Laden und Schießen zu Pferd mit Mousqueton oder Carabine. Das Gewehr wird beim Laden an die linke Seite genommen, um die Ladung in den Lauf zu bringen. Mach das mal mit eingehakter Waffe.

    Beim Kommando Replacer l'arme (No. 263) wird für Dragoner beschrieben, daß das Gewehr eingehakt wird ("qu'on bouclera"):

    https://books.google.de/books?id=DUJYAAAAcAAJ&pg=PA251

    https://books.google.de/books?id=SmU7AAAAcAAJ&pg=PA328

    Bei der übrigen Kavallerie steht da nur, daß die Waffe zurück in den Schuh gesteckt wird. Ich kenne mich da nicht aus: wurde der Karabinerhaken bei der leichten Kavallerie möglicherweise erst später im Empire einegeführt ?

  3. #3
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    Zitat Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
    Und "passer l'arme à gauche" heisst meiner Meinung nach nicht unbedingt, dass man die Waffe gleich an die linke Seite legt. Ich verstehe eher, dass man sie nach links bewegt...???
    Zumindest bei der Infanterie bedeutet das Kommando "L'arme à gauche", daß die Waffe komplett an die linke Seite genommen wird, und der Kolben hinter dem linken Fuß auf dem Boden abgesetzt wird. Bei einer Bewegung in die Richtung nach links würde ich eher ein "passer l'arme vers la gauche" erwarten ? Aber ich bin kein Französisch-Muttersprachler.

  4. #4
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    Die beste Version des Gemäldes von Schauenburg, die ich gefunden habe, ist diese hier:

    http://www.alamy.com/stock-photo-19t...-59617499.html

    Ich habe den für unsere Frage relevanten Ausschnitt etwas vergrößert. Danach scheint es so, daß der Mann rechts seinen Karabiner tatsächlich eingehakt hat, und der Mann links der Bequemlichkeit halber sein Karabinerbandelier von der Schulter abgestreift und um den Leib gelegt hat:
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  5. #5
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    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Kavalleriekarabiner eingehakt blieb wenn er nach links, auf die linke Körperseite bewegt wurde, so lange das Teil rechts blieb, also Aufschütten der Pfanne, Schließen der Pfanne und dann wieder endlich der Schuß - war wohl mit eingehakten Karabiner möglich.
    Gibt es spätere annähernd zeitgenössische Abbidlungen.
    Die Kavallerie hat ja auch analog wie die Infanterie - zuerst zu Fuß gelernt die Feuerwaffe zu laden, also sehr ähnlich der Infanterie, Ziehen des Ladestockes etc. ist wohl nur an der linken Seite mit stark verkürzter Fassung des Karabiners möglich, Nachteil beim Nichteinhaken, der fiel dann halt zu Boden - wenn das Pferd scheute oder dergleichen.
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  6. #6
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    und der Mann links der Bequemlichkeit halber sein Karabinerbandelier von der Schulter abgestreift und um den Leib gelegt hat:
    seh ich nicht so - der zieht nur das lockere Bandelier nach vorne, sollte er es über den Leib legen wollen - muss das Bandelier über den linken Arm gestreift werden und dann wieder drüber, kann ich mir alles nur sehr schwer vorstellen.
    Geändert von HKDW (05.12.2017 um 13:13 Uhr)

  7. #7
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    inwieweist das Bild zeitgenössisch ist?
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  8. #8
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    Hallo alle zusammen,

    Ich habe mir das jetzt mal in Ruhe durch gelesen.
    Das stimmt schon was Tellensohn da schreibt. In dem Link von Sans-Souci steht ganz klar das die Waffe nur in die linke Hand gelegt wird und der Kolben unter den rechten Arm kommt um das Gewicht auszugleichen.
    Also, ganz links geht ja nicht wenn ich den Kolben unter dem rechten Arm habe.
    Nur bei den Dragonern steht das sie den Haken wieder einhängen mussten, allerdings erst wenn die Waffe wieder in den Schuh geschoben wurde.
    Schossen die Dragoner mit ausgehängter Waffe ? Leider steht dazu nichts.

    Das nur zur Info,

    Grüsse vom Voltigeur

  9. #9
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    Also ob der Mann auf dem Bild von Sans-Souci das Bandelier um den Leib gelegt hat, dessen bin ich mir nicht so sicher.
    Vieleicht ist es ihm einfach von der Schulter gerutscht, den linken Arm sieht man ja kaum.
    Das mit dem um den Leib legen kommt mir komisch vor und bringt ja nichts.

    Grüsse vom Voltigeur

  10. #10
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    Richtig, jetzt wo Du mir es sagst sehe ich es auch. Danke

    Grüsse vom Voltigeur

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