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Thema: 2. Westphälische Kürassiere - Schabrackenfarbe

  1. #11
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    Wie gesagt, die Darstellung der Kürassiere ist derart winzig und schemenhaft, ausserdem farblich unscharf (was bei in weit entfernt gelegenen Sujets aus maltechnischen Gründen ja üblich ist), dass m.E. aus der Einheit "Kamm, Pinseläffchen, Rossschweif" schnell mal eine "Raupe" werden kann. Ob Lejeune hier bewusst Raupen darstellen wollte, bleibt für mich offen.

    Aber selbst wenn die französischen Kürassiere im Hintergrund tatsächlich fälschlicherweise Raupenhelme tragen sollten, dann heisst das doch nicht, dass die im Vordergrund gezeigten Kürassier mit Raupenhelm auch Franzosen und keine Westfalen sein sollen, die ja bei Borodino auch im Einsatz waren. Das ist so ein typischer, auf den ersten Blick logisch erscheinender, in Wirklichkeit aber keineswegs zwingender Analogieschluss. Die orangen statt blauen Wolfszähne könnten natürlich in der Tat ausschlaggebend für die Interpretation sein, aber wenn Lejeune ja offenbar derart viele Fehler macht... Allerdings stehen die Kürassiere im Bildvordergrund auch genau dort, wo Junots Westfalenkorps (VIII.) stand - sowie Latour-Mauborgs Kavalleriereserve, zu der auch die beiden Westfälischen Regimenter gehörten (unmittelbar vor der alten Garde), was heissen könnte, dass in der Tat Westfalen gemeint sind...

    Wie auch immer, die Frage der Schabrackenfarbe dürfte jedenfalls gelöst sein.
    Geändert von Tellensohn (06.06.2018 um 11:01 Uhr)

  2. #12
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    Naja für die Franzosen war und ist es schlicht schon einmal selbstverständlich gewesen, dass Lejeune in seinem 1822 im Pariser "Salon" veröffentlichen Bild vornehmlich Franzosen dargestellt hat (was abgesehen von ein, zwei Italienern vom Corps Eugenes auch richtig ist). Man wäre nicht auf die Idee verfallen, dass er als als relativ zentrale Figur neben die französischen Artilleristen und die roten Lanciers eine so unbedeutende und unbekannte Einheit wie die 2. Westfälischen Kürassiere aufnimmt ! Das ist auch in der Annahme absolut berechtigt.

    Als man sich dann über die Helme gewundert hat, hat man auch den Rest analysiert und festgestellt, dass etliche Fehler gemacht hat, so hat Lejeune beispielsweise ganz überwiegend schlanke Tschakos "shako rouleau" dargestellt etc. also wie im Bild zum Spanienfeldzug die Uniformen so dargestellt hat, wie sie 1817 bzw 1822 aussahen, aber nicht, wie sie 1812 ausgesehen haben.

    Auch seine Russen tragen wiederum das hellgrün von 1807 und nicht die Uniformen von 1812.

    Dennoch gibt es Typen vom Bild, die ihren Eingang in "die Uniformenkunde" gefunden haben, wie die weißen Pelzmützen der Kürassiertrompeter, die sonst auch nirgendwo so zu finden sind.

    Dagegen sind die frühen Werke Lejeunes uniformkundlich weitaus korrekter und zudem relativ zeitnah entstanden.

    Das bewerten der Quellen ist ja immer nicht ganz einfach aber es gibt recht ausführliche Analysen zu Lejeune und auch einige Publikationen die sich nur mit seinen Werken befassen.

    Schönen Abend

    Alexander

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