Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 21

Thema: Lucien Bonaparte und Jean Lannes als Botschafter

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    16

    Standard Lucien Bonaparte und Jean Lannes als Botschafter

    Kann mir jemand Literatur oder auch eine gute Webseite empfehlen, die sich mit Napoleons Plänen für die iberische Halbinsel beschäftigt? Mich interessieren vor allem die Interessenkonflikte zwischen den beteiligten Gesandten vor Ort (Lucien Bonaparte in Spanien und etwas später Jean Lannes in Portugal) sowie Napoleon und dem Außenminister Talleyrand zu Hause. Und vielleicht auch die Rolle, die Madame de Souza, Ex-Madame de Flahault, dabei spielte.

    Sowohl Lucien Bonaparte als auch Talleyrand wurde ja unterstellt, sich im »Orangenkrieg« persönlich bereichert zu haben. Lässt sich das konkret verifizieren?

    Während des Aufenthalts von Jean Lannes in Portugal scheint zwischen ihm und seinem direkten Chef Talleyrand permanenter Kleinkrieg geherrscht zu haben. Da würden mich die unterschiedlichen Ziele der Beteiligten auch sehr interessieren, und dazu die Frage, ob es zu dieser Gegnerschaft eine Vorgeschichte gab.

    Vielen Dank für jeden Schubs in die richtige Richtung! Lesen geht auf deutsch natürlich am leichtesten, aber englisch kriege ich hin und durch französisch quäle ich mich mit zusammengebissenen Zähnen. Ich fürchte nur, dass viele interessante Texte auf spanisch oder portugiesisch sein werden.

  2. #2
    Registriert seit
    02.10.2006
    Beiträge
    2.698

    Standard

    sieh mal im Dictionnaire Napoléon (Herausgegeben von Tulard) nach, dort finden sich evtl. weiter hinweise, ohne Kenntnisse der französischen Sprache wirst du nicht weit kommen.

  3. #3
    Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    16

    Standard

    Dann werde ich mal versuchen müssen, wie weit mein Französisch ausreicht . Vielen Dank in jedem Fall.

  4. #4
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    2.211

    Standard

    Hallo Josefa,

    Du hast ja schon bemerkt, dass wir hier eher den militärischen Aspekt der Napoleonischen Zeit beleuchten - daher können wir hier vielleicht zu Deiner eher politischen Frage wenig beisteuern.

    Aber es gab/gibt eine gute französische Zeitschrift, die "Revue Napoléon", deren alte Ausgaben auch noch erhältlich sind - schau' Dir mal die Seite des Anbieters durch: https://www.lelivrechezvous.fr/nos-r...napoleon.html; dort findest Du auch zahlreiche Artikel zu politischen Themen. Und Bestellungen werden hervorragend und prompt abgewickelt!

    Ich hatte zahlreiche Jahrgänge, habe aber nur die mich interessierenden Beiträge gescannt und in meine "digitale Bibliothek" gepackt (und die Hefte dann weg geschmissen) - trotzdem mal anbei zwei Beiträge, die vielleicht etwas Deine Frage berühren.

    Ansonsten würde ich mir die Mühe machen und etwas in Google Books zu suchen, man findet dort heute auch exzellente Werke aus der Zeit bzw. aus dem 19. Jahrhundert.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  5. #5
    Registriert seit
    29.10.2006
    Ort
    Morges CH
    Beiträge
    308

    Standard

    Hallo Markus,

    Lese Deinen Beitrag nochmal durch, Vorallem was Du mit den Heften gemacht hast.

    Viele Grüsse vom Voltigeur

  6. #6
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    2.211

    Standard

    Zitat Zitat von Voltigeur Beitrag anzeigen
    Hallo Markus,

    Lese Deinen Beitrag nochmal durch, Vorallem was Du mit den Heften gemacht hast.

    Viele Grüsse vom Voltigeur
    Danke Dir (das lag wohl nicht an einer Autokorrektur) ... dabei ist es schon schade, dass man nach der nicht unbedingt günstigen Erwerbung der zahlreichen Zeitschriften nur einen geringen Betrag wieder bekommen könnte. Und für Ebay etc. habe ich einfach keine Zeit - daher der traurige Weg über die Papiertonne.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  7. #7
    Registriert seit
    11.08.2010
    Beiträge
    7

    Standard

    Es gibt ein Buch über Napoleon und sein Verhältnis und seine Ziele in Portugal, aber wie so oft in franz. Sprache.
    Autorin: Nicole Gotteri
    Titel : Napoléon et le Portugal
    Bernard Giovanangeli Éditeur
    ISBN : 2-909034-57-7 . Vielleicht kommt es Deinen Wünschen engegen.

  8. #8
    Registriert seit
    09.07.2018
    Beiträge
    16

    Standard

    Klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend! Ganz herzlichen Dank! Ich werd' mal versuchen, mich da durchzukämpfen!

  9. #9
    Registriert seit
    11.08.2010
    Beiträge
    7

    Standard

    Noch ein Nachtrag von dem Buch von Nicole Gotteri. Es ist erhältlich auf Amazon.fr . Dort ist es preiswerter als Amazon.de
    Gruß Prévôt

  10. #10
    Registriert seit
    02.01.2007
    Beiträge
    79

    Standard

    Zu Lucien Bonaparte ließe sich noch beitragen:

    Es gibt ein Buch von Felix Grayeff über ihn. Darin sind zwei Schriftstücke zumindest auszugsweise abgedruckt. Einen Brief an Napoleon aus Spanien 1801, in dem er ihn informiert, er habe zwanzig Gemälde aus der Galerie von Retiro für seine eigene Sammlung erhalten und dazu Diamanten im Wert von 100 000 Talern. Das sei sein Lohn für den Vertrag von Toscana gewesen und für den Frieden von Portugal werde er noch einmal soviel bekommen. Außerdem schreibt er noch, er stehe in so hoher Gunst am Hof, daß man ihm alles schenken würde wofür er auch nur das mindeste Interesse zeigte - als Beispiel nennt er eine, mit Diamanten reich verzierte Uhr der Königin. Auf das Angebot des Königs und der Königin, ihm alle Orden zu verleihen und eine Rente von 100 000 Francs, habe er so geantwortet, wie Napoleon es wünschte. Dann schreibt er noch, sein politisches Ansehen und persönliche Beliebtheit lasten schwer auf ihm ... vor allem, da er nicht Napoleons volles Vertrauen habe. Dann bittet er um seine Abberufung als Botschafter.
    Kurz und gut - es muß furchtbar für den guten Lucien gewesen sein.
    Dann hat er wohl noch eine Aufzeichnung über die Geschenke - ebenfalls 1801 - gemacht. Dieses Mal ist von mehreren Beuteln mit Diamanten die Rede, deren Wert er erst erfahren haben will, als er sie in Amsterdam verkaufen wollte. Außerdem habe sein Sekretär, Felix Desportes, auch Geschenke erhalten. Seine kleine Tochter habe beim Abschied von der Königin hübsche, für ihr Alter angebrachte Geschenke erhalten und deren Amme eine prall gefüllte Geldbörse.
    In einer Fußnote steht, daß es bei den beiden Versionen Abweichungen über den Wert der Diamanten gibt. Sie stellten aber lt. Fußnote ein so beträchtliches Vermögen dar, daß Lucien das reichste Familienmitglied der Bonapartes war.
    Trotzdem ist er mir nicht unsympathisch - 18. Brumaire und weil er während der Hundert Tage zu Napoleon gehalten hat.
    Und wenn Du das Buch gefunden hast - S. 147ff.
    "Die Nachwelt wird auf Grund von Thatsachen richten: Verläumdung hat mit der Zeit all ihr Gift verspritzt; ich werde jeden Tag an Ruhm gewinnen."
    Napoleon zu O'Meara am 9. Dezember 1817

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •