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Thema: Sinn und Gestaltung von Lanzenwimpeln

  1. #1
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    wo wir schon bei den Lanzenreitern sind möchte ich noch einen anderen Aspekt anschneiden, nämlich die Lanzenflaggen. Angeblich waren sie dazu gedacht um gegnerische Pferde scheu zu machen, aber auf vielen Abbildungen sieht man ja wie die Flaggen auf den Lanzenschaft zusammengerollt und festgeschnürt worden sind, was eher suggeriert dass sie reines Zierwerk waren das man eher bei Paraden sieht...

  2. #2
    Avatar von Gunter
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    Die Wimpel sollten eventuell auch verhindern, dass die Lanze zu tief eindrang, wenn die Spitze keinen Knebel hatte. Das mit dem Scheumachen der gegnerischen Pferde will mir nicht so ganz einleuchten, denn bei gefällter Lanze macht man doch eigentlich das eigene Pferd scheu, wenn man ihm mit dem Teil neben dem Kopf rumfuchtelt.

  3. #3
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    Ich dachte immer, das Scheumachen der Pferde geschehe durch die Berührung mit der Lanzenflagge, nicht durch den Anblick.

    Ich hab dazu aber weder Quellenbelege noch Erfahrungsberichte moderner Reiter.

  4. #4
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    Wenn man beachtet, dass die Wimpel mit Aufkommen der sep. Felduniformen nur noch zu den Paradeuniformen gehörten, scheint klar zu sein, dass die Dinger Verzierung waren, die zusätzlich noch halfen die Escadronen auseinander zu halten bzw. Of./Uof./Sdt..
    Je l'ay emprins

  5. #5
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    Sie gehörten nicht nur zu den Paradeuniformen. Noch im WK I. führten die deutschen Truppen ihre Lanzenfahnen mit sich und bei der Ausrüstung der Reichswehr bestanden einige Offiziere wieder auf der Einführung genau dieser Wimpel. Man hatte dadurch im Weltkrieg Feuer der eigenen Truppen stopfen können. Da waren die Fähnchen jedoch in den Nationalfarben (schwarzweiß, grünweiß, blauweiß...) und nicht wie zu Napoleons Zeiten oft in weiß und rot. Mich würde hier interessieren, welche Farben die der sächsischen Ulanen vom Regiment Clemens hatten. Die Angaben sind hier leider nicht eindeutig.

    Gruß

    Detmar

  6. #6
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    Die Lanzenwimpel der sächsischen Ulanen waren weiß und rot, allerdings kommt auch rot über blau vor. Rot/grün war im Gespräch in Anlehnung an die Uniformierung des Regiments (rote Röcke, zeisiggrüne Abzeichen), ist aber aus alten Quellen nur als Absichtserklärung undd weder körperlich noch zeichnerisch zu belegen (die wussten damals sicher schon, dass so etwas nicht funktioniert ).
    Rot/blau könnte ein Indiz für Lanzenwimpel nach Escadronsfarbe (blau für 4te Escadron) sein, aber auch hier eiern alle alten Autoren, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, mächtig herum. Ausgeschlossen werden kann dies nicht. Möglich wäre, dass die Gefangennahme von drei Ulanenescadrons bei Kobryn und die Aufstellung einer vorerst provisorischen und erst viel später etatmäßigen 5ten Escadron aus Nachzüglern und Genesenen das System der Escadronswimpel nicht weiter bestehen ließ.
    Die sächsischen Lanzenwimpel waren riesig (etwa 30x30 cm, genaue Maße muß ich nachsehen) und damit nur unbedeutend kleiner als die eigentlichen Kavalleriestandarten, die aber das Regiment ja bekanntermaßen nach Erhalt der Lanzen 1811 abgab und danach – wie die Husaren – auf den Säbel schwor.
    Die Lanzenwimpel waren angeknöpft (an der Lanze befanden sich neben der Feder 3 messingne Nägel mit großen Köpfen) und wurden scheinbar auch im Feld getragen. Augenzeugen berichten über die von einem Vorpostengefecht im 12er Feldzug zurückkehrenden Ulanen, dass diese sich tüchtig gewehrt hätten, wie die Kampfspuren an den Lanzen und den Wimpeln zeigen würden.
    Die sächsische Lanze erhielt erst mit dem Mle.1815 einen Teller (Mle.1811 hatte also diesen Teller nicht), um das zu tiefe Eindringen beim Stich zu verhindern, auch war die Lanzenfahne kleiner.
    Im Armeemuseum in Dresden gibt es Originallanzen, allerdings ohne Wimpel.
    An diesen Lanzen sind keine augenscheinlichen Veränderungen vorgenommen worden, mit Sicherheit lässt sich dies aber nicht sagen, da in Sachsen Waffen bis zum Auseinanderfallen aufgetragen wurden.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  7. #7
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    die flaggen dienten in der tat ursprünglich dazu, ein zu tiefes eindringen zu verhindern und der besseren orientierung der einheit....später waren unterhalb der lanzenspitze auch kugeln. das scheumachen wäre mir neu, das kann man jedem pferd abtrainieren, da reicht auch das schwenken einer infanterieflagge, das üben wir auch.....

    ps...die deutsche stahllanze war ursprünglich hohl, aber das hatte den unangenehmen effekt, das sie töne von sich gab und summte wie ein musikinstrument, man hat sie dann mit löschpapier gefüllt um das -nachklingen- zu verhindern...
    Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

  8. #8
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    als einzige Referenz habe ich das Buch (eher Broschüre) von Gerhard Wanner "Die Deutsche Stahlrohrlanze". Dort steht bei 'Verwendungszweck der Lanzenflaggen': Teils zur Zierde und teils in der Absicht, die gegnerischen Pferde scheu zu machen, [...]. das klingt mir aber sehr pauschalisiert und wird auch nicht irgendwie belegt (ein Reglement wäre nett ). wenn aber das scheumachen der Pferde durch Flaggen explizit eintrainiert wurde dann kann man diese Funktion von vornherein ausschliessen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
    Die Lanzenwimpel der sächsischen Ulanen waren weiß und rot, allerdings kommt auch rot über blau vor.
    Darf ich fragen, was fuer eine Quelle gibt es an? Ist es ein Bild?

  10. #10
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    Nachdem gestern ein Nachdruck (1979) der Zeitschrift für Heereskunde 1934 -1936 bei mir eingetroffen ist fand sich im Jahrgang 1935 zufällig ein sehr interessanter Aufsatz von Dr. Hentschel, der sich eingehend mit der Bewaffnung und den Lanzenwimpeln des Clemens-Ulanen beschäftigt, den ich als jpg. einstelle.
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