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Thema: Napoleons Privatleben!

  1. #21
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    Zitat Zitat von Meridor Beitrag anzeigen
    Memoiren sind Werke der Lügen; jeder kann sie für sich umändern, so wie es ihm gerade passt!
    Ich würde diese Aussage zumindest dahingehend verändern, dass es noch auf den jeweiligen (politischen) Standpunkt ankommt ... ich kann mich noch gut daran erinnern, wie angesehene zeitgeschichtliche Historiker nach Erscheinen der Kohl'schen Erinnerungen auf die - sagen wir es höflich - Glättung der Ereignisse 89/90 (natürlich) pro Kohl hingewiesen haben ... zum Teil soll er sogar glattweg "gelogen" haben.

    Frage: wer von Euch hat etwas über diese Diskussionen gehört? Ich würde vorsichtig tippen, nicht viele, und das bei einem für Deutschland in Neuester Zeit so grundlegend wichtigem Ereignis.

    ... und die Moral von der Geschicht? sofern Du in das Zeitgeschehen passt, kommst Du mit Deinen Lügen(memoiren) durch ...

    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  2. #22
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    Ich meinerseits habe schon gelesen (so gut das die deutsche Literatur eben hergibt) dass Napoleon sich während seiner Jahre auf St. Helena verändert hatte. Sogar den Glauben verspottete er nicht mehr ganz so wie früher, stattdessen äußerte er, dass er wolle "dass es einst einen Papst Bonaparte in Rom gebe", wo er dann plötzlich wieder ein wenig an seine italienischen Wurzeln anknüpfte (außerdem sollte man nicht vergessen, dass nicht nur sein Großonkel, sein Onkel, sondern auch einer seine Großneffen Kardinäle waren). Ansonsten versuchte er oft seine Taten mit der Literatur der Römer und Griechen zu rechtfertigen, womit er in Form von ellenlangen Vorträgen seiner Leute sehr langweilte.
    Einmal soll er zum Beispiel aber wörtlich geäußert haben" Ich verliere jeden Tag ein Stück mehr von meiner Tyrannenhaut", was ich doch recht ungewöhnlich finde für einen sonst so selbstüberzeugten Despoten wie er es gewesen war.
    Auch einige Dinge, die für ein psychisches Ungleichgewicht sprachen, waren beobachtbar: Nicht alleine die Verschlimmerung seiner Krankheit, sondern auch anderes: So soll man ihn einmal bitterlich weinend gesehen haben, wie er ein Portrait in Form einer Medaille von seinem Sohn Franz in der Hand hielt. Ein anderes Mal verkaufte er von jetzt auf gleich sein gesamtes Tafelsilber, ein wieder anderes Mal hingegen schloss er sich stundenlang in seinen vier Wänden ein, damit die englischen Wachen, die wohl den ganzen Tag sonst um ihn waren und ihn beobachteten loszuwerden, und zuletzt, was von mir zig mal eigens in die karikatur umgesetzt wurde, ist die Sache, dass er sein Bett verbrennen ließ "um sich zu wärmen". Ich finde also auf jeden Fall, dass Napoleon sich physisch und auch psychisch in seinen letzten Lebensjahren noch einmal deutlich verändert hatte. Andere Meinungen sind aber gerne willkommen
    "Da nichts im Laufe unseres Lebens ausgelöscht wird, ist jeder von uns wie ein Dokument, in dem, zwar gekürzt, die ganze Geschichte und die ganze Frühgeschichte der Menschheit niedergeschrieben ist"

    Marie Bonaparte (1882-1962)

  3. #23
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    Standard Memoiren

    Gewiss hat er sich verändert! Man denkt halt viel mehr nach, wenn man alleine ist. Noch dazu auf einer so abgelegenen Insel, wie St. Helena es ist (war). Man sieht die Dinge anders, man denkt viel mehr über die Vergangenheit nach. Wo lag der Fehler an mir?, Hab ich nicht richtig gehandelt? oder was habe ich falsch gemacht? etc. Man dreht es ein bisschen um, so wie man es gerne hätte. Und schwupps, gibt es neue Seiten des großen Napoleons. Geh mir los, Memoiren schenke ich keinen Glauben. Man sollte nicht alles glauben was darin steht. Auch nicht in Romanen etc. Wie heißt es so schön; Bild dir deine Meinung!

    Meridor
    Die Zukunft ist unwichtig, solange die gegenwart toll ist
    (Marilyn Manson)

  4. #24
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    Zitat Zitat von Britt.25 Beitrag anzeigen
    ...ein wieder anderes Mal hingegen schloss er sich stundenlang in seinen vier Wänden ein, damit die englischen Wachen, die wohl den ganzen Tag sonst um ihn waren und ihn beobachteten loszuwerden, ...
    das ist auf die zwistigkeiten des engl. aufpassers mit napoleon zurueckzufuehren.
    (bekanntermassen erkannten die briten seinen kaisertitel nicht an, was zu "protokollarischen schwierigkeiten" zwischen den englischen bewachern und des sehr auf etikette bedachten N fuehrte, bis hin zur grabstein-inschrift)

    die englænder hatten jedenfalls order, sich tæglich mindestens einmal persønlich von der anwesenheit napoleons zu ueberzeugen. das versuchte N zu unterlaufen. also eine art kinderspiel unter erwachsenen auf einem von langeweile geprægten tagesablauf...

    gruss, muheijo

  5. #25
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    Ich weiß nicht, ob es wirklich so stimmt, aber wohl kam es Napoleon so vor, dass die englischen Wachen den ganzen Tag um ihn herum waren. Oder war das ganze von ihm übertrieben darstellt? In einem Buch über die Bonaparte stand es tatsächlich so, dass er einen ständigen Kleinkrieg mit diesen Wachleuten führte und sich von ihnen in die Enge getrieben führte, und dass sie ständig da waren, wo er auch war. War es tatsächlich so furchtbar oder empfand es der kaiser vielleicht schlimmer, als es war? Er soll sich ja ähnlich übel auch über seine gesamten Lebensumstände auf St. Helena insgesamt beschwert haben und behauptet haben, dass man ihn dort "schlecht behandelte".

    Übrigens gab es mal einen Bericht darüber, dass einige der direkten Nachfahren des Kaisers (Walewski) das Longwood Haus besucht hatten und es dort sehr schön fanden. Eine geb. Murat war auch dabei gewesen
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    Marie Bonaparte (1882-1962)

  6. #26
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    Zitat Zitat von Britt.25 Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob es wirklich so stimmt, aber wohl kam es Napoleon so vor, dass die englischen Wachen den ganzen Tag um ihn herum waren. Oder war das ganze von ihm übertrieben darstellt?
    schlimmer wurde es jedenfalls mit dem wechsel des gouvernørs. der erste war wohl etwas "laxer" in der handhabe, der zweite ein "paragraphenreiter".

    gruss, muheijo

  7. #27
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    Hehe, gut geschildert! Das Versteckspiel der Erwachsenen um vom langweiligen Tagesablauf abzukommen...schon möglich das es so war. Schätze mal die Engländer wollten ihn nicht noch ein 2. Mal entwischen lassen. Hätte er zar nicht, wie ich finde. Er hatte es 1. selber (mal) begriffen, dass sich Frankreich von ihm abgewendet hat und 2. war er auf seine mehr oder weniger alten Tage ziemlich faul (oder wie man es auch bezeichnen mag) geworden. Seine Krankheit spielt dabei nicht minder eine Rolle...er ist ja leider recht früh verstorben. 52 ist doch noch kein Alter! Was war es eigentlich für eine ,,Krankheit", wenn es überhaupt eine war, woran er verendet ist? Die Gleiche wie bei seinem Vater, der ja auch früh verstorben war?Würde es zu gerne wissen, da sich darum die Geister streiten =)

    Meridor
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    (Marilyn Manson)

  8. #28
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    52 ist doch noch kein Alter! Was war es eigentlich für eine ,,Krankheit", wenn es überhaupt eine war, woran er verendet ist? Die Gleiche wie bei seinem Vater, der ja auch früh verstorben war?Würde es zu gerne wissen, da sich darum die Geister streiten =)
    Nicht einmal 52 Jahre, sondern nur 51 Jahre ist N geworden!

    Es steht außer Frage,dass N eine schwere Krankheit hatte.Dafür sprechen mehrere Symptome wie :starker Gewichtsverlust,Mattigkeit,Magenschmerzen,häufiges Erbrechen,Geschwülste,Atem-und Schluckschwierigkeiten....
    Am wahrscheinlichsten und (medizinisch) vertretbarsten ist heute die These, dass er an Magenkrebs gestorben ist.

    LG Lisa
    Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  9. #29
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    Zitat Zitat von William Beitrag anzeigen
    Am wahrscheinlichsten und (medizinisch) vertretbarsten ist heute die These, dass er an Magenkrebs gestorben ist.
    der mensch neigt ja gerne zu verschwørungstherapien, weshalb die vergiftungstheorie ja auch sehr populær ist.
    gerade N soll an so etwas banalem wie magenkrebs gestorben sein?

    auch wenn's (wahrscheinlich) nicht stimmt:
    ich habe 2 buecher zur arsen-these gelesen (u.a. "der mørder napoleons")
    es war zumindest sehr spannend geschrieben und von daher doch lohnenswert.

    gruss, muheijo

  10. #30
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    Wer weiß es denn schon genau? Ich war auf jeden Fall nicht dabei =). Mittlerweile weiß ich nicht was ich glauben soll, auch wenn die Anzeichen da waren!
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