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Thema: Frauen als Soldaten in den Napoleonischen Heeren

  1. #11
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    Die preußische Armee zählte im Januar 1814 etwa 280.000 Mann.

    Stellt man dem die sehr großzügig bemessene Zahl von 22 Frauen (von denen ja nicht alle Soldat waren und nicht alle in der preußischen Armee dienten) und eine kleine Dunkelziffer entgegen, so kommt man auf das Verhältnis von 1 Frau zu 10.000 Männern, oder wahrscheinlich sehr viel weniger. Die bloße Behauptung, eine Frau wäre Soldat gewesen, schafft ja noch keine Tatsache.

    Das ist im Verhältnis so wenig, daß man kaum von einem historisch relevanten Massenphänomen sprechen kann, sondern es handelt sich um eine Ansammlung von ein paar kuriosen und interessanten Einzelfällen, ähnlich wie die Geburt von Kälbern mit zwei Köpfen oder Fälle, bei denen Leute von einem Meteor erschlagen werden.

    Wie von Hans-Karl schon gesagt, sobald das wahre Geschlecht der Frau öffentlich bekannt wurde, mußte sie gehen. Die einzige Ausnahme ist Friederike Krüger im Kolberger Infanterie-Regiment, die 1813 erkannt wuirde, aber erst 1815 nach dem Feldzug die Armee verließ. Sie hat auch als einzige Frau nachweislich das Eiserne Kreuz erhalten, und als einzige Frau den Dienstgrad Unteroffizer erreicht.

    Ein Eisernes Kreuz auf dem Grabstein ist im übrigen kein Beleg dafür, daß der Bestattete den Orden bekommen hat, sondern einfach ein Hinweis auf seine Zugehörigkeit zum Militär. Da braucht man sich nur die ganzen Soldatenfriedhöfe anzusehen.

    Johanna Stegen brachte im Gefecht bei Lüneburg einigen preußischen Soldaten Munition, mitten im feindlichen "Kugelhagel", aber sie kämpfte nicht mit, und trug nie Uniform oder Männerkleidung.

  2. #12
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    Standard Das Eiserne Kreuz für Friedrike Krüger

    Hallo Oli,

    kannst Du bitte eine entsprechende Quellenangabe für die Verleihung des Eisernen Kreuzes an Friederike Krüger bereit stellen.

    Weitere Anmerkung noch zu der Aussage, dass Krüger die einzige Frau war, die nach Ihrer Entdeckung weiter in der Armee dienen durfte, kann ich auch nicht so stehen lassen. Anna Lühring wurde durch einen Brief ihres Vaters an den Kompaniechef "enttarnt" jedoch auf Grund ihrer guten Leistungen durfte sie den weiteren Feldzug bis zum Ende mitmachen. So nahm sie zum Beispiel an der Belagerung von Jülich teil - Überlegungen sie zum Unteroffizier zu befördern, wurden jedoch auf Grund der Tatsache, daß es sich um eine Frau handelte, wieder verworfen.

    Beste Grüße
    Micha

    Von der Französischen Revolution bis Waterloo

  3. #13
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    In der preußischen Ordens-Liste, Berlin 1817, ist sie sogar besonders hervorgehoben. Im Namen-Register (S. 49) stehen in der Regel nur Nachname und Dienstgrad, bei ihr aber:

    Krüger (d. Auguste Friedrike) U. O.

    Und auf S. 397 der Eintrag, 1814 erworbene Eiserne Kreuze 2. Klasse:

    6470. Auguste Friederike Krüger, dam. U.Off. 9. Inf.R. (Kolb.) Laon u. Paris

    Während Auguste Krüger allgemein als Frau bekannt war, war Anna Lühring meines Wissens eher ein ofenes Geheimnis, und sie gab es selbst Kameraden gegenüber nicht zu. Ich finde aber zur Zeit die entsprechende Anekdote (von denen man ja auch nie sicher sein kann, ob sie nicht erfundnen sind) nicht mehr.

  4. #14
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    Hallo Oli,

    Anna Lühring war bis zum Ende der Befreiungskriege in der Truppe nicht bekannt. Erst nach der Entlassung aus dem Kriegsdienste wurde ihr Geheimnis offiziell gelüftet.

    Gruß
    Micha

    Von der Französischen Revolution bis Waterloo

  5. #15
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    Standard Hinweis

    Hallo Professor,

    wo bitte ist der Hinweis?

    Liebe Grüße
    Micha

    Von der Französischen Revolution bis Waterloo

  6. #16
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    Ein Buch zum Thema:

    Noel: Die deutschen Heldinnen in den Kriegsjahren 1807-1815. Berlin [nach 1900].

    Anna Lühring ist in den Erinnerungen Dürres erwähnt; Noel bringt zu ihr leider nur einen pauschalen Hinweis auf das "Bremische Jahrbuch", ist auch sonst leider recht sparsam mit Quellenhinweisen. Die Anekdote, die ich meinte, ist auch bei Noel abgedruckt (sie bezahlt zwei Flaschen Wein, um ihren Oberkörper nicht entblößen zu müssen), allerdings etwas dramatisiert und pointiert.
    Geändert von Sans-Souci (01.07.2007 um 14:36 Uhr)

  7. #17
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    Mir sind 23 Namen bekannt.

    Interessant ist auch die Geschichte der Maria Werder.
    Sie war Ehefrau eines schlesischen Gutsbesitzers und Offizier. Sie hat bereits 1806/07 als Husar an der Seite ihres Mannes gekämpft.
    Also zu einer Zeit, wo der Patriotismus noch nicht sonderlich ausgeprägt war.
    In den Freiheitskriegen brachte sie es im zweiten schlesischen Husaren-Regiment bis zum Wachtmeister und offenbarte ihr Geschlecht erst, als sie nach dem Tod ihres Mannes in der Völkerschlacht den Militärdienst quittierte.

    Im Noel müsste sie auch erwähnt sein

  8. #18
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    Hi Micha,

    hast Du zu Maria Werder weitere Informationen? Ich kenne aus dem Jahre 1806/07 nur noch die Freifrau von Bonin.

    Zusätzlicher Buchtipp ist aus meiner Sicht noch Otto Karstadt "Helden-Mädchen und Frauen aus großer Zeit" Berlin 1913.

    Gruß
    Micha

    Von der Französischen Revolution bis Waterloo

  9. #19
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    Standard Weiterer Lesetipp

    Hallo ich habe hier noch einen Lesetipp, der aus modernerer Feder stammt:

    Karen Hagemann, Ralf Pröve:Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger Militär, Krieg und Geschlecterordnung im historischen Wandel
    ISBN-13: 9783593361017

    Ich selbst habe es noch nicht gelesen, kenne aber andere Werke von Hagemann.



    Beste Grüße
    Micha



    Von der Französischen Revolution bis Waterloo

  10. #20
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    Zu Anna Lühring
    Siehe mein posting vom 04.08.2005
    http://www.napoleon-online.de/phpBB2...er=asc&start=0
    Gruß
    Mephisto

    "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
    nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807

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