Soldbuch 1813 Garde Imperiale 1er Regiment

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  • Tellensohn
    antwortet
    Zitat von pique51 Beitrag anzeigen
    Der Mann war auch Elsässer
    Ich weiss nicht, ob der Soldbuchinhaber auch die Texte geschrieben hat, aber der war doch Saarländer? Vgl. S. 2 des Soldbuchs: Né... à Ottweiler, canton de Sarebruck, département de la Sarre. Jedenfalls schon auch deutschsprachig.

    Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
    Seltsam, daß in einem Soldbuch von 1813 eine mit 1808 datierte Bemerkung steht. Sicherlich ist das Soldbuch später als Schreibmaterial zweckentfremdet worden,...
    Ich finde es auch seltsam, dass eine 1808 datierte Eintragung in einem 1813 datierten Soldbuch zu finden ist. Aber wieso soll das Soldbuch später zweckentfremdet worden sein? 1808 ist ja ein früheres Datum als 1813. Kann es sein, dass der Mann 1813 ein neues Soldbuch bekommen hat, für das Blätter (s)eines älteren Soldbuches oder auch einfach nur Pergament, das dem Mann gehörte und auf dem schon etwas geschrieben stand, wiederverwendet wurde? Der Mann war ja vor 1813 Soldat im 94e de Ligne, das 1807 noch bei Friedland dabei war und 1808 in der Tat nach Spanien verlegt wurde. Die Schrift der Texte scheint mir auch ein klein wenig verblasster (also älter?) zu sein als die der Eintragungen von 1813. Aber die sind ja, so nehme ich mal an, auch von anderer Hand und aus einer anderen Feder.

    In diesem Zusammenhang die Frage: Wie gross ist dieses Soldbuch eigentlich und wie wurden eigentlich die Tabellenraster erstellt? Gedruckt, gestempelt?

    Zusatzfrage: Ist das wirklich ein ordentliches Soldbuch, so improvisiert und zusammengeschustert, wie es daherkommt? Ist es überhaupt ein Soldbuch? Falls sicher ja, kann man die turbulenten Zustände des Jahres 1813 für das ad-hoc-Aussehen dieses Dokuments verantwortlich machen? Kennt jemand ein Beispiel eines ordentlich gemachten Soldbuches?
    Zuletzt geändert von Tellensohn; 29.10.2011, 09:06.

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  • Borussen_Kanonier
    antwortet
    Weiß jemand, ob seine Einheit 1808 in Berlin war ? Und wohin sie gingen ?

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  • pique51
    antwortet
    Der Mann war auch Elsässer, also wenn man heute die Elsässer hört, wenn sie in ihrem Dialekt sprechen, ist es meistens eine Mischung aus französisch und deutsch, wobei es auch da nicht wirklich hochdeutsch sei.
    Man kann dann annehmen, daß es beim Schreiben auch damals nicht anders war.
    Sein Französisch ist auch mehr phonetisch geschrieben:

    "Je vous écrie daujourdhui pour la premier foi, mais j´espere d´avoir une reponse de vous, car j´etais bien curier de avoir la nouvelle de votre maison
    On m´a dit que votre Madame votre femme est bien malade"

    ich schreibe Ihnen zum ersten Mail, jedoch hoffe ich auf eine Antwort von Ihnen, da ich sehr neugierig war, Nachrichten Ihres Hauses zu erhalten.
    Ich wurde informiert, daß Ihre Frau sehr krank sei.

    Bonjour belle bergère
    que faites-vous dans cet bois
    dans cet bois il n´y a que des loups
    Ma foi quittez cet ombragé
    venez prendre plaisir
    plus tout deux (?)

    Guten Tag hübsche Schäferin
    Was machen Sie in diesem Wald
    In diesem Wald sind nur Wölfe
    Verlassen Sie halt diese Schatten
    kommen Sie Spaß
    nur zu zweit zu haben...

    Es ist eigentlich ein Lied. Es gibt davon unzählige versionen zum gleichen Thema, je nach Region.

    Es ist auf jeden Fall ein extrem interessantes Buch.

    Schöne Grüße
    PY

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  • Sans-Souci
    antwortet
    "Berlin den 28 August 1808" würde jedenfalls etwas mehr Sinn ergeben.

    Seltsam, daß in einem Soldbuch von 1813 eine mit 1808 datierte Bemerkung steht. Sicherlich ist das Soldbuch später als Schreibmaterial zweckentfremdet worden, aber weshalb schreibt man solche Belanglosigkeiten überhaupt auf ? Für Schönschreibübungen erscheint mir die Schrift noch zu unordentlich.

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  • Borussen_Kanonier
    antwortet
    Ist ja eine Sauklaue.

    Für mich am Ende: Berlin den

    Er hat ja die Angewohnheit, getrennte Wörter zu verbinden. Interessant auch, wie er bei Gegend ausnahmsweise das lateinische "e" verwendet. Er schwankt ja sowieso zwischen deutscher und lateinischer Schrift.

    Aber wo reist er hin ? Dies Wort ist ja mit lateinischen Buchstaben geschrieben, wie bei Orten oder Namen oft üblich. Für mich fängt der Ort mit "Ph" an. Den Kringel davor würde ich als Zierde deuten und nicht als deutsches "S", da es anscheinend mit einem großen "P" beginnt.

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  • Sans-Souci
    antwortet
    adie [= Adieu, Lebewohl] berlin mit deiner gegend.
    Wir reisen iezt [= jetzt] nach Spanien [?]
    Berlinelen [?] 28 August 1808
    Was auch immer der Schreiber damit ausdrücken wollte ...

    Die beiden französischen Texte sind belanglose Brief- und Konversations-Fragmente.

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  • dokuweb
    antwortet
    Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    Solche Pergamentumschläge und Einbände waren in dieser Recyclingform über Jahrhunderte üblich. Je nach darauf geschriebenem Text kann sowas bedeutend mehr wert sein als der eingeschlagene Inhalt. Meist werden es aber nur irgendwelche tausendfach kopierten Gebrauchstexte sein.

    Grüße

    Gunter


    Danke Euch für die schnellen Antworten.
    Hier noch Bilder von Seite 5 u. 6,
    auf dem ersten Bild ist eine Eintragung in deutscher Sprache,
    die mittlere Zeile kann ich leider nicht entziffern.
    ---------------
    Das Soldbuch wäre evtl. abzugeben, einen Preis kann ich
    nicht nennen, ist nicht mein Gebiet.
    Grüße Joachim
    Angehängte Dateien

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  • Gunter
    antwortet
    Solche Pergamentumschläge und Einbände waren in dieser Recyclingform über Jahrhunderte üblich. Je nach darauf geschriebenem Text kann sowas bedeutend mehr wert sein als der eingeschlagene Inhalt. Meist werden es aber nur irgendwelche tausendfach kopierten Gebrauchstexte sein.

    Grüße

    Gunter

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  • HKDW
    antwortet
    Sehr schön, soweit ich weiß sollte ja der Umschlag aus Pergament sein, da diese Bücher was aushalten mußten, es war ja mehr als das Soldbuch - so eine Art Truppenausweis.

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  • Tom
    antwortet
    Schönes Dokument

    Das Soldbuch ist relativ einfach zu lesen, normales Wörterbuch reicht. Neben der Einheit (1. Grenadier-Regt. der kaiserl. Garde), dem Signalement (Eintrittsdatum in das Gren.-Rgt., vorige Einheit: 94. Ligne, Eltern, Geburtsort: Ottweiler?, Beschreibung des Inhabers, z.B. Körpergröße 169 cm, ...) sind die Soldzahlungen in 1813 (bis Juli?) angegeben, darunter die Abgabe in die Kompanie(?)-Masse, eine Art Gemeinschaftskasse.

    Der Schutzumschlag (Pergament?) ist bemerkenswert; so etwas habe ich noch nie gesehen. Vielleicht stammt er aus den Resten eines aufgelassenen Klosters o.ä.

    Danke für die interessanten Fotos, beste Grüße,
    Tom

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  • dokuweb
    hat ein Thema erstellt Soldbuch 1813 Garde Imperiale 1er Regiment.

    Soldbuch 1813 Garde Imperiale 1er Regiment

    Hallo,
    ich möchte euch dieses Soldbuch vorstellen,
    es stammt aus einem alten Haus bei Bautzen.
    Der Schutzumschlag wurde anscheinend aus einem
    alten Dokument (1377) angefertigt.
    Vielleicht kann jemand einen Teil davon lesen bzw. übersetzen?
    Viele Grüße und danke im Voraus,
    Joachim
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