Quellen von Soldaten und aus der Zivilbevölkerung

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  • Charlotte Corday
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Informationen hast du ja nun genug. Eine Parteinahme meinerseits habe ich vermieden. Bild dir einfach dein eigenes Bild auf Basis der Literaturhinweise, die ich dir gegeben habe. Mehr wollte ich nicht.
    Das stimmt. Nochmals vielen, vielen Dank für die Mühe!

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  • Gunter
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Gieße hat sein Tagebuch während des Feldzuges geschrieben. Erst sein Sohn hat das veröffentlicht. Das gleiche gilt für Meerheim und das Tagebuch von Förster Fleck, dass ich besitze ist erst 1912 erschienen.
    Bei Tagebüchern ist das häufiger so, bei Memoiren nicht. Eins von deinen Beispielen ist ja auch erst zum 100jährigen Jubiläum veröffentlicht worden.

    Grüße

    Gunter

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  • Marie
    antwortet
    Auch von mir danke für so viel Lesestoff! Nachdem ich nun mit Ägypten fertig bin, brauche ich neuen Lesestoff. Besonders das Mainz Buch hat es mir angetan. Erstens bin ich dort aufgewachsen und zweitens hätte ich in wenigen Tagen angefangen Fragen über Napoloens Besuch in Mainz im November 1813 zu stellen. Jetzt lese ich erst mal das Buch und stelle dann wahrscheinlich noch mehr Fragen
    Und natürlich das Buch über die Verwundeten von Leipzig. Habe dazu einiges auf der Napoloenaustellung in Bonn gesehen und gelesen und wollte das gerne vertiefen. Also, danke dafür!
    Zuletzt geändert von Marie; 13.12.2011, 21:13.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
    Hinsichtlich der Objektivität sollte man die zeitgenössischen Rahmenbedingungen nicht vergessen: Stichwort Zensur oder Umgang mit Kritik an Herrschenden - die konnte leicht ins Auge gehen oder den Kopf kosten, wie z.B. die Erschießung des Buchhändlers Palm 1806 demonstriert.

    So viel ich weiß, war lediglich die Pressegesetzgebung in England einigermaßen offen für gegnerische Stimmen, so dass u.a. Parlamentsreden der Opposition in den Zeitungen abgedruckt werden konnten.

    Mir ging es hinsichtlich der Objektivität der Memoiren mehr darum, in wie weit sie im späteren Deutungszusammenhang der (borussischen) Geschichtsschreibung standen - d.h., Verklärung der Befreiungskriege und Mythenbildung im Sinne eines deutschen Nationalismus.
    Informationen hast du ja nun genug. Eine Parteinahme meinerseits habe ich vermieden. Bild dir einfach dein eigenes Bild auf Basis der Literaturhinweise, die ich dir gegeben habe. Mehr wollte ich nicht.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Borussen_Kanonier Beitrag anzeigen
    Genau, nur französische Autoren waren jederzeit objektiv !
    Hab ich das geschrieben? Ader, Segur und Gourgaud waren genauso wenig objektiv wie preußische Autoren.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    Der eigentlich Grund ist der, dass die meisten Menschen erst in ihren späteren Lebensjahren Memoiren schreiben. Ein Abstand von gut 20 Jahren zu den geschilderten Ereignissen ist normal. Dazu kommt noch die sich im 19. Jahrhundert auf immer mehr Lebensbereiche ausdehnende Jubiläumskultur.

    Grüße

    Gunter
    Gieße hat sein Tagebuch während des Feldzuges geschrieben. Erst sein Sohn hat das veröffentlicht. Das gleiche gilt für Meerheim und das Tagebuch von Förster Fleck, dass ich besitze ist erst 1912 erschienen.
    Zuletzt geändert von KDF10; 13.12.2011, 19:32.

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  • Charlotte Corday
    antwortet
    Zitat von Borussen_Kanonier Beitrag anzeigen
    Genau, nur französische Autoren waren jederzeit objektiv !
    Hinsichtlich der Objektivität sollte man die zeitgenössischen Rahmenbedingungen nicht vergessen: Stichwort Zensur oder Umgang mit Kritik an Herrschenden - die konnte leicht ins Auge gehen oder den Kopf kosten, wie z.B. die Erschießung des Buchhändlers Palm 1806 demonstriert.

    So viel ich weiß, war lediglich die Pressegesetzgebung in England einigermaßen offen für gegnerische Stimmen, so dass u.a. Parlamentsreden der Opposition in den Zeitungen abgedruckt werden konnten.

    Mir ging es hinsichtlich der Objektivität der Memoiren mehr darum, in wie weit sie im späteren Deutungszusammenhang der (borussischen) Geschichtsschreibung standen - d.h., Verklärung der Befreiungskriege und Mythenbildung im Sinne eines deutschen Nationalismus.

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  • Borussen_Kanonier
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Ein preußischer Autor hat damals ganz sicher nicht über seinen König gelästert.
    Genau, nur französische Autoren waren jederzeit objektiv !

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  • Gunter
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Das liegt zum Teil aber auch daran, dass erst der Sohn die Tagebücher des Vaters veröffentlicht hat.
    Der eigentlich Grund ist der, dass die meisten Menschen erst in ihren späteren Lebensjahren Memoiren schreiben. Ein Abstand von gut 20 Jahren zu den geschilderten Ereignissen ist normal. Dazu kommt noch die sich im 19. Jahrhundert auf immer mehr Lebensbereiche ausdehnende Jubiläumskultur.

    Grüße

    Gunter

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen

    Einige der Werke sind anscheinend einige Jahr(zehnt)e nach den aktuellen Ereignissen entstanden, da gab es doch einen richtigen "Boom" an Erinnerungsliteratur. Da ist dann die Tendenz oft recht interessant.
    Das liegt zum Teil aber auch daran, dass erst der Sohn die Tagebücher des Vaters veröffentlicht hat.
    Zuletzt geändert von KDF10; 12.12.2011, 20:39.

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  • KDF10
    antwortet
    Das Buch über Mainz solltest du an die Spitze deiner Download-Liste setzen. Die Korruption war unbeschreiblich und kostete auch viele Zivilpersonen das Leben.

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  • Charlotte Corday
    antwortet
    Herzlichen Dank! Jetzt dürfte ich über die Feiertage genug zu lesen haben. *gg*

    Einige der Werke sind anscheinend einige Jahr(zehnt)e nach den aktuellen Ereignissen entstanden, da gab es doch einen richtigen "Boom" an Erinnerungsliteratur. Da ist dann die Tendenz oft recht interessant.

    Danke nochmals für die Hilfe - ich muss jetzt downloaden. *ggg*

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  • KDF10
    antwortet
    Tagebuch von Friedrich Gieße „Kassel-Moskau-Küstrin 1812-1813“

    http://www.archive.org/stream/kassel...ge/n7/mode/2up

    Bogdanowitsch „Geschichte des Feldzuges im Jahr 1812“ (3 Bände)

    http://books.google.de/books?id=TBlC...gy740C&f=false

    http://books.google.de/books?id=aRlC...gy740C&f=false

    http://books.google.de/books?id=bBlC...gy740C&f=false

    „Preußen in den Jahren der Leiden und der Erhebung“

    http://books.google.de/books?id=w_4A...hebung&f=false

    Fezensac „A Journal of the Russian Campaign 1812

    http://books.google.de/books?id=dP0w...mpaign&f=false

    Goethe (Theodor Daniel) „Aus dem Leben eines sächsischen Husaren“

    http://books.google.de/books?id=WotJ...usaren&f=false

    Meerheim „Erlebnisse eines Veteranen der großen Armee“

    http://books.google.de/books?id=aHJK...0armee&f=false

    Röder von Bomsdorff „Mittheilungen aus dem russischen Feldzug“

    http://books.google.de/books?id=8CwK...ischen&f=false

    Wilson „Narrative of the events during the Invasion of Russia“ Wilson hat auf russischer Seite am Krieg teilgenommen.

    http://books.google.de/books?id=VJNB...wilson&f=false

    Wolzogen „ Memoiren des königlich preußischen Generals Ludwig Freiherr von Wolzogen“ 1807 trat Wolzogen in die russische Armee ein, vorher war er in Württemberg und in der preußischen Armee. Interessantes Buch.

    http://books.google.de/books?id=7iU4...moiren&f=false

    „The narrative of Captain Coignet“ Coignet war französischer Offizier

    http://www.archive.org/stream/narrat...ge/n9/mode/2up

    Bei den beiden Büchern auf www.archive.org bitte oben links auf den blauen Link klicken. Auf der nächsten Seite mit der rechten Maustaste auf PDF klicken zum Download.

    Ich denke, das reicht erst mal. Für die weitere Suche noch ein paar Autoren aus der damaligen Zeit: Steger, Beitzke, Sporschil, Venturini, Liebenstein, Saalfeld, Schneidawind, Löwenstern, Plotho und Bernardi. Die bekanntesten französischen Autoren der damaligen Zeit dürften Chambray, Segur, Labaume, Gourgaud, Thiers und Marbot sein. Von Marbot habe ich bisher nichts in deutsch oder englisch gefunden. Von den anderen gibt es Übersetzungen im Internet. Entweder bei books.google oder bei www.archive.org. Da kann man allerdings nur im Titel suchen oder nach dem Autor. Google sucht ja bekanntlich auch innerhalb des Buches. Auch die zuerst genannten Autoren findet man unter einer der beiden Adressen, meistens sogar auf beiden.
    Zuletzt geändert von KDF10; 12.12.2011, 18:42.

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  • KDF10
    antwortet
    Hallo Charlotte,

    es gibt Belege dafür. Könnte sein, dass man sogar in dem angesprochenen Buch zur Völkerschlacht was findet. Als erstes haben die siegreichen Truppen die Gefallenen geplündert, wobei es meist keine Rolle spielte, ob es sich um Verbündete oder Gegner handelte. Geld, Wertgegenstände, Alkohol, Lebensmittel und Schuhe oder Stiefel konnten die Soldaten gut gebrauchen. Geplündert wurden auch Verwundete. Auch die Gefangenen wurden geplündert. Man hat sogar, ich glaube es war in Wilna, in einem Massengrab aus dem Jahr 1813 russische Uniformknöpfe an den Resten französischer Uniformen gefunden. Für die Soldaten wertlos waren aber z. B. meist die Kürasse, also die Brust oder Rückenpanzerung einiger Kavalleristen. Ohne Frage hat die Zivilbevölkerung auch geplündert. Meist marschierten die Truppen nach der Schlacht weiter. Die Verlierer sowieso und die Sieger verfolgten sie. Verwundete und Tote blieben liegen. Dazu jede Menge beschädigtes Gerät sowie tote und verwundete Pferde. Ein kostenloses Ersatzteillager für Hufschmiede, Sattler und andere Handwerker. Schwerverwundete wurden zum Teil von der Bevölkerung erschlagen, angeblich um ihnen Qualen zu ersparen. Ob da immer die medizinischen Kenntnisse vorhanden waren, um das beurteilen zu können?

    Zur Zeit der Befreiungskriege scheint sich aber einiges geändert zu haben. Während man vorher meist nur Angaben zu gefallenenen und verwundeten Offizieren fand, findet man nun auf einmal auch solche Listen für ganz einfache Soldaten. Das heißt, man hat sich mehr Zeit genommen. Zur Schlacht von Waterloo gibt es sehr umfangreiche Listen.

    Was die Zeitungen betrifft, eine freie Presse gab es damals nicht und bei einigen Büchern muss man auch vorsichtig sein. Ein preußischer Autor hat damals ganz sicher nicht über seinen König gelästert.
    Zuletzt geändert von KDF10; 12.12.2011, 18:21.

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  • Charlotte Corday
    antwortet
    Danke! Das sind ausgezeichnete Hinweise und Literaturtipps, zumal genau jene Aspekte behandelt werden, die mich interessieren (Verwundete nach der Schlacht ...).

    Gibt es eigentlich Belege für die "Verwertung" der Besitztümer gefallener Soldaten nach der Schlacht (durch Kameraden, Zivilbevölkerung, Trossangehörige), also die berühmte "Leichenfledderei" (wobei ich hier kein moralisches Urteil abgeben will, denn eine pragmatische Vorgehensweise war hier vermutlich notwendig)?

    Online-Zeitungen aus der Zeit gibt es bei http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?pKuerzel=FZ (Freiburger Zeitung) oder aber die österreichischen Zeitungen über die Nationalbibliothek (http://anno.onb.ac.at/). Wobei die Zeitungen halt auch von ihren Berichten her sehr mit Vorsicht zu genießen waren und nicht unbedingt ein Abbild der Wirklichkeit boten - aber mal ehrlich: Auch bei den heutigen Medien darf man ja nicht alles glauben. ;-)

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