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Belagerungszustand der Stadt Magdeburg

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  • #16
    Zitat von Blesson Beitrag anzeigen
    ....

    Aus fortifikatorischer Sicht sind die Vorstädte Sudenburg, Neustadt etc. eine Bausünde aus preußischer Zeit. ...

    Eine weitere Lösung ist die Vorstädte selbst in die Enceinte mit einzubeziehen...
    Es hat den Anschein, als hätte Napoleon genau das erfasst:
    Nach Bernhard Mai gehen die Pläne zum Abriss von Neustadt und Sudenburg bis auf das Jahr 1809 zurück.
    "Bereist 1809 lagen Pläne vor, die Städte Sudenburg und Neustadt abzureißen und an einem anderen, außerhalb des Rayons befindlichen Ort als unbefestigte Städte neu anzulegen (Abb.96). Zu durchgreifenden Aktivitäten kam es jedoch erst im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Russlandfeldzuges" /S. 90/
    Mai zeigt auch einen Plan (Abb.96), in dem die zu rasierenden "Stadtgebiete" geschwärzt sind.

    Die Sudenburg war im übrigen bereits im 18.Jh zumindest mit einem Wall umgeben.

    Wenn ich die Stelle wiederfinde, glaube ich auch belegen zu können, dass Teile der Sudenburg bereits im Herbst 1806 abgerissen wurden.

    /Mai, B.: Festung Magdeburg, Dößel 2006/
    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

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    • #17
      In der Stadtbibliothek Magedburg gibt es eine große Anzahl von Dokumenten, Karten usw. , dass Königreich Westphalen betreffend .

      Hier mal eines davon :

      Bulletin des lois du Royaume de Westphalie
      Gesetz-Bulletin des Königreichs Westphalen ; 1808, 4, Anh. Verzeichnis der Departements, der Districte, Cantons und Communen des Königreichs
      Erscheinungsjahr:1808Umfang:166 S.Gesamtwerk:Bulletin des lois du Royaume de Westphalie Cassel: Königl. Buchdr.

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      ZweigstelleStandort

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      Zentrale4. OG AltbestandC 301 Westf
      nicht entleihbar
      Buch


      Leider nur im Lesesaal zu nutzen, Kopieren nicht gestattet.
      Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

      Alexander W. Suworow

      Kommentar


      • #18
        Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen
        Es hat den Anschein, als hätte Napoleon genau das erfasst:
        Nach Bernhard Mai gehen die Pläne zum Abriss von Neustadt und Sudenburg bis auf das Jahr 1809 zurück.


        Wenn ich die Stelle wiederfinde, glaube ich auch belegen zu können, dass Teile der Sudenburg bereits im Herbst 1806 abgerissen wurden.

        /Mai, B.: Festung Magdeburg, Dößel 2006/
        An der Festung Magdeburg ist seit 1750 nicht mehr substantiell an deren Wehrfähigkeit gearbeitet worden.
        Die Ursachen dafür lagen wohl offensichtlich in den knappen Kassen des Preußenkönigs Friedrich II.
        So wie dessen Armee lebte dann auch die Festung Magdeburg bis 1806 vom Nimbus der Unbesiegbarkeit.

        Ernshaft bemüht um die Festung Magdeburg war man offensichtlich erst mit der erfolgten Gründung des Königreichs Westphalen 1807.
        Das erklärt sich. wenn man Pläne der Festung aus den Jahren um 1750 und ab 1808 gegenüber stellt.

        Noch bevor die Festung 1806 übergeben wurde, legten die Franzosen zwei ostelbische Dörfer Prester und Cracau durch Brand nieder.
        Das wiederum hat keinen Zusammenhang mit der Demolierung der Sudenburg und der Neustadt.
        Angesichts der unruhigen Lage in Preußen und Sachsen, so z.B. der Schillsche Zug reiften ab etwa 1809/10 konkrete Pläne die strategisch wichtige Festung Magdeburg auch taktisch zu berücksichtigen.
        Mit der Festlegung 1810, die Sudenburg und die Neustadt zu schleifen setzte Napoleon letztendlich eine preußische Rayonbestimmung von 1794 nachträglich um.
        Nachgewiesen ist, das der Abriß der beiden Vorstädte in zwei Etappen erfolgte.
        Die erste 1812 vor dem Russlandfeldzug und die zweite nach der Niederlage Napoleons in Russland, wo insbesondere der Abriß der Neustadt vollzogen wurde.

        Erwähnenswert hier an dieser Stelle vielleicht noch, das für beide Städte großzügige Ersatzlösungen geschaffen wurden, was architektonische Fragen betraf.
        Die neue Sudenburg sollte, an der Straße nach Halberstadt gelegen u.a.
        " Katharienenstadt " und die neue Neustadt " Hieronimusstadt " heißen.
        Nach den beiden Majestäten des Kr. Westphalen´s

        Beide Planungen wurden auch nach 1814 im wesentlichen so durchgesetz.

        Wobei besonders die Anlage der Neustadt eine architektonische sehr interessante und heute noch klar nachzuvollzihende Lösung darstellt.

        Quellenlage hierfür sind Dokumente des magdeburger Stadtplanungsamtes.
        Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

        Alexander W. Suworow

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        • #19
          Bulletin des lois du Royaume de Westphalie Gesetz-Bulletin des Königreichs Westphalen

          habe ich mir heute die Jahrgänge 1808 -1810 angeschaut.
          In den Bulletin´s sind Dicetiven des König´s von Westphalen zweisprachig gebunden in Bücher vorhanden.
          Was mich staunen ließ, war die ungeheure Vielzahl derartiger Directiven, in denen " Gott & Welt " reglementiert wurde.
          Im Schnitt wurden 2-3 solcher Directiven täglich erlassen !

          Da stellt sich für die Frage, wie eine derartige Masse von Dokumenten bekannt gemacht und vor allem durchgesetzt wurde ?

          War das Regierungsstil Napoleon´s oder nur die " Regulierungswut "
          Jérome´s ?
          Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

          Alexander W. Suworow

          Kommentar


          • #20
            Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen
            Es hat den Anschein, als hätte Napoleon genau das erfasst:
            Nach Bernhard Mai gehen die Pläne zum Abriss von Neustadt und Sudenburg bis auf das Jahr 1809 zurück.
            "Bereist 1809 lagen Pläne vor, die Städte Sudenburg und Neustadt abzureißen und an einem anderen, außerhalb des Rayons befindlichen Ort als unbefestigte Städte neu anzulegen (Abb.96). Zu durchgreifenden Aktivitäten kam es jedoch erst im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Russlandfeldzuges" /S. 90/
            Mai zeigt auch einen Plan (Abb.96), in dem die zu rasierenden "Stadtgebiete" geschwärzt sind.

            Die Sudenburg war im übrigen bereits im 18.Jh zumindest mit einem Wall umgeben.

            Wenn ich die Stelle wiederfinde, glaube ich auch belegen zu können, dass Teile der Sudenburg bereits im Herbst 1806 abgerissen wurden.

            /Mai, B.: Festung Magdeburg, Dößel 2006/
            Ich muss mich leider korrigieren:

            Ein genauerer Blick auf das bei Mai abgebildete Kartenwerk zeigt, dass dort mitnichten die geplanten Abrisse abgebildet sind, sondern die bereits früher erfolgten!
            Woher Mai seine Weisheiten immt, erschließt sich mir nicht, schließlich steht in der Karte zweifelsfrei "Fort Scharnhorts" udn "Demolirter Theil der alten Neustadt".
            Wahrscheinlich ließ er sich vom Kartenstempel in die Irre führen, wie dei (SLUB mit den Streit-Karten von 1812)

            Sorry
            Jörg

            P.S. Zum Hochladen ist das Dokument leider zu groß
            The light at the end of the tunnel
            is from an oncoming train.

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            • #21
              Zitat von Suworow Beitrag anzeigen
              habe ich mir heute die Jahrgänge 1808 -1810 angeschaut.
              In den Bulletin´s sind Dicetiven des König´s von Westphalen zweisprachig gebunden in Bücher vorhanden.
              Was mich staunen ließ, war die ungeheure Vielzahl derartiger Directiven, in denen " Gott & Welt " reglementiert wurde.
              Im Schnitt wurden 2-3 solcher Directiven täglich erlassen !

              Da stellt sich für die Frage, wie eine derartige Masse von Dokumenten bekannt gemacht und vor allem durchgesetzt wurde ?

              War das Regierungsstil Napoleon´s oder nur die " Regulierungswut "
              Jérome´s ?
              Ich glaube,die "Regulierungswut" hatte eher Napoleon.Der war ( und ist ) bekannt dafür dass er ,auch im kleinsten Detail,gerne Alles selber regelte.
              Ob Jérôme,der eher ein Lebensgeniesser war,sich mit derlei befasste....?
              IRENE.

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              • #22
                Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
                Ich glaube,die "Regulierungswut" hatte eher Napoleon.Der war ( und ist ) bekannt dafür dass er ,auch im kleinsten Detail,gerne Alles selber regelte.
                Ob Jérôme,der eher ein Lebensgeniesser war,sich mit derlei befasste....?
                IRENE.
                Irene hat recht. Napoleon kümmerte sich wirklich um jedes Detail. Jerome eher nicht. Ein klassisches Beispiel: Der Papst verschickte zu Neujahr Kerzen an besonders wichtige Personen. Napoleon bekam keine. Ob versehentlich oder absichtlich bleibt dahingestellt. Napoleon verschickte daraufhin etliche Briefe an Verwandte und Getreue in den er ihnen verbot Kerzen des Papstes anzunehmen.

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                • #23
                  Der Thread trägt den Titel: Belagerungszustand der Stadt Magdeburg.

                  Zu Napoleons Arbeitseifer etc. geht es daher hier:

                  http://www.forum.napoleon-online.de/...3449#post23449

                  weiter

                  Grüße
                  excideuil

                  Kommentar


                  • #24
                    Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
                    Der Thread trägt den Titel: Belagerungszustand der Stadt Magdeburg.

                    Zu Napoleons Arbeitseifer etc. geht es daher hier:

                    http://www.forum.napoleon-online.de/...3449#post23449

                    weiter

                    Grüße
                    excideuil
                    Es war,von Seiten Suvorovs,die Rede von "Regulierungswut".
                    Daher habe ich das Thema hier aufgegriffen.
                    Irene.

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                    • #25
                      Zitat von Suworow Beitrag anzeigen
                      Während der Handlungen der Jahre 1813/14 haben die Kräfte der alliierten Preußen, Russen und Österreicher niemals ausgereicht die Feste Magdeburg zu nehmen.
                      Außer einer weiträumigen Blockierung war da strategisch & taktisch nicht mehr drin.
                      Selbst das gelang lange Zeit nur symbolisch, denn den Truppen Napoleons gelangen immer wieder raumgreifende Ausfälle, um vor allem zu Fouragieren.
                      Das klingt nach nicht-Können, aber in der Tat war es ein nicht-Wollen.

                      Denken wir einmal strategisch: Eine aufwendige förmliche Belagerung war aus alliierter Sicht gar nötig (siehe Trachenberg: Belagerungen mit geringst möglichem Aufwand), weil es mit wenigen Blockadetruppen gelang, eine große Garnison zu binden und den Ausbruch der Garnisonstruppen zu verhindern, die sich mit der Hambuger Garnison (Davout) oder Dresden (St.Cyr) hätten vereinigen können. Der Ausbruch aus Dresden scheiterte bekanntlich, und die Garnison von Hamburg war ab Dezember 1813 sowieso nicht mehr feldtauglich.

                      Die Wiederherstellung der pr. Territorien gehörte mit zu dem pr.-russ. Bündnisvertrag: also warum eine eigene Festung förmlich angreifen, die mit dem Friedensschluß ohnehin wie eine reife Frucht in die Hände der pr. Belagerer fallen mußte? Mit dem gedachten eigenen Besitz geht man bekanntlich schonend um.

                      Anders verhielt es ich mit Wittenberg und Torgau: die sächs. Festungen waren ein Faustpfand für die nachfolgenden Friedensverhandlungen, denn nach dem russ.-preuß. Bündnisvertrag sollten die eroberten Territorien an Preußen fallen, am besten natürlich das gesamte Sachsen.

                      Weitere Feldtruppen, die sonst bei den Belagerungen gebunden gewesen wären, konnten also für die Invasion Frankreichs eingesetzt werden, und auch das franz. Précarré wurden von den alliierten Armeen mühelos durchstoßen; ca. 150.000 Mann blieben in den deutschen Festungen blockiert. Das war kriegsentscheidend.
                      Zuletzt geändert von Blesson; 14.02.2014, 11:59.
                      Do, ut des

                      http://www.ingenieurgeograph.de

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                      • #26
                        Oui, d'accord !

                        Natürlich war es strategisch klug eigene Truppen nicht für den Sturm einer Festung wie Magdeburg zu opfern.
                        Verblüffend nur, das der Kaiser Napoleon nicht erkannt hatte, dass ihm die deutschen Festungen nicht mehr von Nutzen sein werden und die dort gebundenen Truppen, sofern noch französisch, am Ende bitter fehlen würden.
                        Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

                        Alexander W. Suworow

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