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Gedenktafeln in Kirchen

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  • Gedenktafeln in Kirchen

    Hallöchen,

    daß die Theilnehmer der Feldzüge gegen den corsischen Thronräuber auf Tafeln namentlich erfasst wurden, die in Preußens Kirchen aushingen, war mir irgendwie am Rande ja bekannt.
    Hatte auch schon gelegentlich eine solche gesehen.
    Als ich am letzten Wochenende in der Kirche von Groß Rodensleben bei Magdeburg war, fiel mir auf, daß die Erwähnten alle mit der Bandschleife des EK2, Zivilklasse, ausgezeichnet waren. Ich gehe mal davon aus, daß nicht alle Ritter des Ordens waren, sondern es sich um eine symbolische Dekoration handelt.
    Aber warum das Zivil-Band (weiß mit scharzem Rand)?
    Hat jemand eine Erklärung dafür?

    (Solche Tafeln gibt es in der Kirche übrigensauch für die Theilnehmer der Feldzüge von 1864 und 1870/71)

    Gruß
    Jörg
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    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

  • #2
    Vielleicht ist es ein verblichenes Band der Kriegsdenkmünze ? (orange mit schwarz-weißem Rand).

    Stichproben bei zweien der "Dekorierten" ergaben, daß sie 1817 das Eiserne Kreuz jedenfalls nicht besessen haben.

    Diese Gedenktafeln sollten in allen Kirchen der Monarchie aufgestellt werden, ich glaube 1817.

    Es gab anscheinend Tafeln für die Teilnehmer, und solche für die Gefallenen. Das angehängte Beispiel stammt aus einer Kirche in Ostróda (Osterode, heute Polen, damals Ostpreußen). Leider ist die Bildqualität nicht sehr gut.
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    • #3
      Verblichenes Orange wäre möglich und ergäbe einen Sinn.

      Danke
      Jörg
      The light at the end of the tunnel
      is from an oncoming train.

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      • #4
        Ich hatte beim Anschauen des Bildes ebenfalls den Gedanken, das es sich wohl eher um die KDM handeln dürfte. Könnte natürlich auch an der einen oder anderen Stelle eine Bildverfärbung sein.

        Schöne Grüße
        Micha

        Von der Französischen Revolution bis Waterloo

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        • #5
          Die Aufstellung der Gedenktafeln für die Gefallenen geht auf eine

          Verordung über die Stiftung eines bleibenden Denkmals für die, so im Kampfe für Unabhängigkeit und Vaterland blieben. Vom 5ten Mai 1813.


          zurück. Es sollte zwei verschiedene Tafeln geben.

          Eine mit den Namen der "in Ausübung einer Heldenthat" Gefallenen, "die ihm nach dem einstimigen Zeugnis seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des eisernen Kreuzes erworben haben würde", wurde "in jeder Regiments-Kirche", "auf Kosten des Staates" aufgestellt, "oben mit dem Kreuze des Ordens [des eisernen Kreuzes] in vergrößertem Maaßstabe verziert", mit der Überschrift:

          Die gefallenen Helden ehrt [sic] dankbar König und Vaterland.

          und darunter

          Es starben den Heldentod aus dem ... Regiment

          mit den Namen der Gebliebenen.

          Eine weitere "für alle, die auf dem Bette der Ehre starben", "in jeder Kirche" "auf Kosten der Gemeinde", mit der Aufschrift:

          Aus diesem Kirchspiel starben für König und Vaterland.

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          • #6
            Meine Lieben,

            ich möchte hier wider die um sich greifende Begriffsverwirrung streiten:

            Beim EK gab es keine Ritter und der EK ist auch kein Orden, sondern ein Ehrenzeichen und nobilitiert wurde auch nicht. Es gab nur Besitzer oder Inhaber des EK.

            Zur Begründung siehe Diskussion im schwatzmann-forum. Im übrigen stimme ich der Meinung zu, daß es hier sich um Kriegsdenkmünzen handelt.

            LB
            Do, ut des

            http://www.ingenieurgeograph.de

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            • #7
              Es gab aber auch Erbberechtigte, die selbst erst das Kreuz erhielten, wenn ein anderer Ausgezeichneter ihrer Einheit gestorben war. Das ist eine etwas seltsame Art der Auszeichnung. Manche mussten lange auf ihr Kreuz warten.

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              • #8
                Noch eine Anekdote zum Thema, nach Heinrich Beitzke, Hinterlassene Schriften des Dr. Carl Friccius, Berlin 1866, S. 291:

                Von einigen Regimentern waren [nach der Schlacht bei Ligny], wie sich später ergab, Hunderte direct vom Schlachtfelde ihrer Heimath zugeeilt und selbst die späteren günstigen Nachrichten hatten sie nicht zur Rückkehr bewogen. In den Rapports waren sie größtentheils als todt aufgeführt; nur als ihr Name auf der in der Kirche auszuhängenden Gedächtnißtafel ehrenvoll erwähnt werden sollte, kam die Sache zur Sprache und es ergab sich, daß sie sich bisher in der Heimat wohlbefunden hatten.
                Einige Beispiele für Regimenter mit solchen Totgeglaubten (oder vielmehr Totgehofften ? - welcher Regimentschef gibt schon gerne zu, daß seine Leute in Massen desertiert sind ?) finden sich in den Rapporten, erkennbar daran, daß die Toten die Verwundeten an Zahl übersteigen ("normal" war ein Verhälttnis von etwa 2 bis 4 Verwundeten auf 1 Toten):

                http://members.home.nl/uythoven/1815...n%20losses.htm

                http://home.wanadoo.nl/g.vanuythoven/1815%20Pirch%20losses.htm

                http://home.wanadoo.nl/g.vanuythoven...w%20losses.htm

                Schummler waren anscheinend:

                1. Elb-Landwehr-Infanterie-Regiment
                2. Pommersches Landwehr-Infanterie-Regiment
                und mindestens ein Regiment in der 4. Brigade

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