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Preußen Husaren Kopfbedeckung 1806 / 07

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  • Preußen Husaren Kopfbedeckung 1806 / 07

    Hier gibt es ja einige Unklarheiten, ich habe mal einen Überblick zusammengeschrieben mit all den Unterlagen die mir zur Verfügung standen. Dazu ein paar Anmerkungen H. Brendel, war ein Sammler der für sich ein eigenes Kompendium zusammengestellt hatte, Kling handkoloriert und ergänzt mit einem Husaren, Artillerie und Freikorps, sowie eigene farbliche Zusammenstellungen ausgearbeitet, nach meiner Meinung sehr seriös und akribisch, als Quelle dann Brendel. Dazu kommt noch ein Aufsatz - oder ein Buchkapitel (Fiebig?) Wie sahen die Altpreußischen Husaren aus? Beginnend mit Seite 28 -bisher mir unbekannter Author - vielleicht weiß ja ein Leser näheres dazu. Zudem einige Aufsätze von Herbert Knötel in der Zeitschrift für Heereskunde - unter anderem wo er sich auf Unterlagen eines Vorfahren Forthoffers beruft, der alle preußischen Husaren Regimenter beschreibt (sehr dubiös in meinen Augen, wie will er alle Regimenter gesehen haben?), als Qualle dann Forthoffer genannt, sonst beruft sich Herbert Knötel auf Baldauf in anderen Artikeln. Bei Kling, meine ich seinen Anhang in der Regimentsgeschichte Blücher Husaren - Die hauptsächliche Veränderungen der Uniformierung des Husaren-Regiments Fürst Blücher von Wahlstatt (Pomm.) Nr. 5 seit 1758 von Constatin Kling - Anhang zur Geschichte des Blücherhusaren-Regiments von Gerhard Pretzell,Weimar 1909.

    Der Tschako sollte ja schon ab März 1805 eingeführt werden.

    Ich bitte nochmal um Überprüfung der Tabelle, da kann ja leicht was verutschen.


    Quellen – Altpreußische Husaren (APH), Forthoffer (FOR), Doepler (DOE), Fanfaro (FAN), Brendel (BRE), Herbert Knötel (HK), Richard Knötel (RK), Geißler (GEI))
    Doepler Regimenter H2 and H8 sind verschollen.
    M = Mirliton /Flügelmütze, T = Tschako, OT = Offizier Tschako
    APH FOR DOE FAN BRE HKN RKN GEI
    H1 M M M M M
    H2 M T T T T
    H3 T M M M M M T(?1807)
    H4 M M M M M/OT
    H5 T M/T M M/T M/T T
    H6 T M T M/OT M/OT M
    H7 M M/T M M M/T
    H8 M M M M
    H10 T M T M M/OT T (uniformkunde)
    H11 T T T T T
    1807, Fanfaro gibt H3 einen Tschako, auch für H5, Brendel gibt Mirliton und Tschako, ?Mirliton 1806 – Tschako 1807. Für H7 – rückt der Kommandeur mit seinen Bataillon 1806 noch mit der Flügelmütze aus und bittet um die Bewilligung von Wägen um die Tschakos mit zu transportieren.
    Blücher bestätigt zumindest die Produktion von Tschakos bereits 1805 – zumindest für die zwei Eskadrons in Münster. Etwas rätselhaft auch die Aussagen :
    „ In Absicht der Garnierung der Unteroffiziers-Mützen, so wird man hierin wohl gerade der Vorschrift gemäß verfahren müssen, nur wünsche ich, daß die bei uns üblichen Unteroffiziers-Kordons beibehalten werden. (Fußnote 6 – Hiermit sind schwarz – weiße Kordons gemeint, ein besonderes Abzeichen der Unteroffiziere.)
    Eigentlich bin ich davon ausgegangen dass das allgemein üblich am Tschako war – so wie bei den Flügelmützen, dem war wohl nicht so?? Siehe dazu auch Herbert Knötel – Mützenbehänge der Preußischen Husaren 1806 / 07 – er gibt Baldauf als Quelle an, wo bei den Unteroffizieren der 10. Schwadron nur Spiegel, Eichel und Quasten schwarz / weiß gemischt sind, der Rest in Eskadronsfarben. Auch sonst unterscheiden sich die Kordons zu Kling, der in seinem Aufsatz generelle weiße Kordons und nur mehr den Spiegel in der Eskadronsfarbe.

    Bei den Flügelmützen der Trompeter – zeigt zumindest Fanfaro auch im Feld, keinen Mützenschirm, sowie zeigt Fanfaro den Trompeter in Flügelmütze wenn der Rest der Truppe schon in Tschako gezeigt wird, eigentlich sollten die Trompeter doch wohl auch Tschakos bekommen??
    Zuletzt geändert von HKDW; 10.03.2021, 21:25.

  • #2
    In Dr. Ferdinand Grautoff. In Leipzig während der Völkerschlacht und anderes von der Franzosenzeit aus alten Familienpapieren. Leipzig 1913. wird am 5. November 1806 das Husaren-Regiment von Blücher [H 8] in Lübeck beschrieben (S. 26):

    "Wahrhaft grauenerregend aber sahen die Blücherschen Husaren aus. Sie hatten rote Unterkleider, einen Dolman von gleicher Farbe mit gelben Litzen besetzt. Eine hohe spitze Filzmütze ohne Schirm, daran eine weiße Feder, über der Uniform hing ein weißer Tuchmantel, so grob wie möglich, der denn häufig aufs schrecklichste mit großen Blutflecken besudelt war, welches aus dem weißen Grunde recht hervorschimmerte."

    Und am 6. November 1806, auch in Lübeck (S. 38):

    "Zwei preußische Husaren mit den weißen Mänteln hielten auf ihren Pferden einen verwundeten Kameraden auch zu Pferde in der Mitte, der am Rücken verwundet war."

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    • #3
      Meiner Meinung nach taugen für die Forschung Texte, die ihre Quellen nicht nennen, nichts. Das gilt auch für die - künstlerich sehr ansprechenden - Fanfaro-Tafeln. Man da weiß halt nie, was der Autor zuverlässig weiß, und was er nach Gutdünken ergänzt hat.

      Was Forthoffer angeht, und seinen angeblichen Vorfahren, der ein Napoleonischer Offizier und Uniformenforscher gewesen sein soll: Vor zwei Jahren habe ich mit seinem Sohn, Jean-Yves Forthoffer, korrespondiert, der im "Familienarchiv" keine Schriften oder Notizen eines solchen Vorfahren vorgefunden hat. Auch scheint es in der französischen Armee der Zeit keinen Offizier namens Forthoffer gegeben zu haben. Aber natürlich kann es auch ein Vorfahr mütterlicherseits gewesen sein. Doch ich halte diese Quelle für sehr dubious, ebenso wie die "Elsässer Bilderhandschrift".

      Wo steht das, daß die Köhler-Husaren sich ihre Tschakos nachfahren lassen wollten ?

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      • #4
        zu#1 Die Frage welches Husaren-Regiment 1806 welche Kopfbedeckungen trug ist m.E. nach in heutiger Zeit genau so nicht mehr eindeutig zu klären wie die Frage welches Kürassier-Regiment 1806 welche Standarten führte.

        Einführung der "Hüte neuer Art" gemäß Ordre vom 15.03.1805. Bereits am 30.03. waren alle Proben beim Oberkriegskollegium eingetroffen.

        Im oben stehenden Beitrag sind ja schon fast alle wichtigen Quellen aufgeführt. Allerdings fehlt u.a. das wohl wichtigste Werk zu dem Thema, nämlich der "Fiebig" von 1933.
        Alle Quellen widersprechen sich in den Einzelangaben. Streng genommen muss zwischen 1806 und 1807 konsequent unterschieden werden, weil einige Regimenter (z.B. Nr. 5 und Nr.9 Towarzcis) 1807 erst den Tschako anlegten.

        Relativ eindeutig für mich persönlich war nach ähnlichem Auswertungsschema verschiedener Quellen wie vor, für 1806:

        Nr. 1: Mirliton; Nr. 2 Tschako, zur Parade Pelzmütze; Nr. 3 und 4 : Mirliton, Nr. 5: Mirliton; Nr. 6: Tschako; Nr.7 und 8: Mirliton; Nr.9 Towarzcis: alter Tschako, 1807 neuer Tschako; Nr.10 und 11: Tschako

        1807 Tschako: Regimenter Nr. 3,4,5

        Das ist wie erwähnt, meine Variante ! Bei den Kopfbedeckungen für Offiziere und Trompeter "wird das Eis noch dünner" .........!

        Kleine Anmerkung zu Nr.8: Blücher ließ 1805 die Tschakos für die beiden detachierten Eskadrons in Hannover fertigen. Der Kommandeur Oberst Pletz ließ für die anderen 8 Eskadrons in Stolp fertigen.

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        • #5
          Wo steht das, daß die Köhler-Husaren sich ihre Tschakos nachfahren lassen wollten ?
          Bei Kling, siehe oben, Seite 12

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          • #6
            Danke soweit für das Feed Back, bin gespannt was im Fiebig steht, Oli wird ihn mir dankenswerterweise zusenden - gegebenenfalls werde ich dann erneut berichten.

            Wenn Blücher ja schon 1805 - laut Kling den Tschako anfertigen ließ und dann auch noch der Kommandeur in Stolp, frag ich mich schon - warum der dann nicht getragen wurde.

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            • #7
              Ich denke, die alten Mützen wurden aufgetragen, weil sie noch zu gut zum wegschmeißen waren, und um nach gewonnenem Krieg noch neuwertige Tschakos für fesche Siegesparaden zu haben.

              Den Fiebig hab ich heute Mittag in die Post gegeben.

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              • #8
                Naja, einige Regimenter trugen ja schon den Tschako im Feldzug 1806.

                Danke nochmals für das Zitat über die Blücher Husaren, aber wurde das Regiment nicht in Ratkau Kriegsgefangen? Es soll sich ja später wieder ranzoniert haben.

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                • #9
                  Das Buch ist angekommen, merci Oli, übrigens der von mir benutzte "Artikel" Wie sahen die Altpreußischen Husaren aus" - ist in der Tat ein Kapitel in dem Buch von Fiebig.

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                  • #10
                    Das Buch von Fiebig und Mackensen mit Titel Husaren Heraus! aus dem Jahr 1933 kannte ich auch noch nicht ... das würde mich interessieren, aber lohnt sich das? Wäre lieb, wenn jemand einen Scan des Inhaltsverzeichnisses hier einstellt ... sorry, für das off-topic, aber das Werk wird antiquarisch teuer gehandelt und da will ich sichergehen, dass die mich interessierende Periode 1750 bis 1871 ausreichend abgedeckt ist.

                    Danke
                    Markus Stein
                    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                    • #11
                      zu #10: Das Buch von Fiebig und Mackensen mit Titel "Husaren Heraus" aus dem Jahr 1933 kannte ich auch noch nicht ... das würde mich interessieren, aber lohnt sich das?

                      Antwort: Es ist ein Standardwerk zu den Husaren-das sagt alles!

                      Wunschgemäß, mit einer ganzseitigen Farbtafel als Beispiel zur Ausstattung:

                      in.jpegin1.jpegin4.jpegin4.jpegin5.jpeg

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                      • #12
                        Ich kann mich nicht so mit dem Werk anfreunden, außer eben das Kapitel - Wie sahen die Altpreußischen Husaren aus - ansonsten zumindest eben über die Zeit die mich interessiert nicht gerade tiefschürfend.
                        Zuletzt geändert von HKDW; 11.03.2021, 19:41.

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                        • #13
                          Fiebig soll laut Herbert Knötel, ZfH 1959, S. 2, die Unterlagen von Constantin Kling zu den Husaren (sicherlich nur bis 1806 gehend) mit verwendet haben. Von 1808 bis um 1840 reicht er bei der Uniformierung leider nicht über Mila hinaus, geht z. B. nicht auf die bunte Uniformierung der neugeschaffenen Husaren-Regimenter im Jahre 1815 ein. Formationsgeschichtlich scheint er jedoch sehr genau zu sein.

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                          • #14
                            Danke für die Hinweise und v.a. das Inhaltsverzeichnis; habe mir ein verhältnismäßig günstiges Exemplar gesichert ... aber jetzt back to topic (ich will mal ein paar Regimentsgeschichten durchschauen, aber da ist Sans-Souci sicher besser bestückt

                            Schöne Grüße
                            Markus Stein
                            "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                            • #15
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