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KGL - Tornister?

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  • KGL - Tornister?

    Dass die Tornister der Linienbataillone der KGL blau waren und an den Seiten Kompanie-Bezeichnungen aufwiesen, hat meine bisherige Recherche ergeben.
    Aber was hatten sie - wenn überhaupt - für eine Zeichen auf dem Tornister hinten mittig? Die Engländer verwendeten häufig die mehr oder weniger elaboriert aufgemalte Regimentsnummer oder besondere Regimentsabzeichen, ich kann mir also nicht vorstellen, dass die KGL ihre Tornister schmucklos ließ.

    Für Hilfe dankt
    der Corporal

  • #2
    Hallo werter Corporal,

    ich habe in meinen Unterlagen zwei Zeichnungen gefunden, davon eine in Farbe.

    Darauf siehst Du v.a. bei der s/w-Zeichnung gut die von Dir angesprochene Angaben an der Seite ... hinten erscheint aber die zusammen gelegte Decke/Mantel.

    Leider habe ich hier in Mannheim nicht den Schwertfeger, in dem sich auch Uniformangaben finden ... und ich komme erst wieder an Ostern ran. Mal sehen, ob ich dann noch etwas beitragen kann.

    Bei der Durchsicht meiner Fotos im Bomann-Museum Celle war auch nichts zu finden ... aber solltest Du weitere Fragen bzgl. KGL-Uniformen haben, kann ich dazu ggf. etwas hier posten.

    Schöne Grüße nach Wien
    Markus Stein
    Angehängte Dateien
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • #3
      wie schon im Modellfiguren Forum geschrieben, aber bestimmt auch hier von Interesse

      Übersicht der Geschichte der Hannoverschen Armee von 1617 bis 1866
      von einem Hannoverschen Jäger, Hauptmann Schütz von Brandis
      bearbeitet von Reitzenstein
      Hanover und Leipzig 1903
      S. 257

      "Der eigentlich nur kleine Tornister war von Segeltuch, mit Ölfarbe bemalt, also wasserdicht.
      (...)
      Die Leichten malten ihre Tornister schwarz an, bei den Linienbataillone dunkelblau, nach der Kragenfarbe, doch soll die Fußartillerie blaue, nicht rote Tornister gehabt haben. Die Bezeichnung pflegte in gleicher Weise wie auf den Mantelsäcken mit roten Buchstaben und Zahlen oben an der linken Seite aufgemalt zu sein, bei den Leichten in Hellgrün ein Horn mit Nummer.
      S. 258
      Die Chenillen wurden entweder lang gerollt, dann oben auf den Tornister und an den Seiten hinunter gelegt und mit Riemen befestigt, oder man schlug sie flach zusammen und legte sie oben auf den Deckel des Tornisters oder unter letzteren auf den Rücken, wo sie mit den in einen Riemen zusammengeschnallten beiden Chenillenriemen von oben um den Tornister herum festgehalten wurden. Im Feld wurden die Chenillen nur während des Winters mitgeführt, in den wärmeren Jahreszeit aber wollene Decken ausgegeben."

      Brandis ist ein wahrer Schatz - auch über Taktik und viele Eigenarten der KGL.
      Zuletzt geändert von HKDW; 28.03.2012, 21:01.

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      • #4
        Herzlichen Dank an Euch fontes optimas historiae!

        In mir keimt jetzt so eine Theorie: wenn die KGL-Infanterie den Mantel zumindest häufig zusammengelegt auf den Tornisterdeckel aufschnallte, wäre ein Emblem für diesen Fall nicht sichtbar, somit überflüssig gewesen. Daher dann auch die sonst unübliche Beschriftung auf der Seite.

        Und zumindst ist es nicht völlig falsch, den Mantel "klassisch" aufgepackt darzustellen, wenngleich natürlich nicht mit den an den Seiten herabhängenden Teilen ... Aber nicht nur das Figurensammeln ist voller Kompromisse.

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        • #5
          Die Beschriftung gab es in der hannoverschen Armee auch noch 1866, zumindest auf der Wasserflasche

          http://www.grosser-generalstab.de/ta...knoe02_10.html

          Hier sehen die Tornister 1812 aber eher grau aus

          http://www.grosser-generalstab.de/ta...knoe03_24.html

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