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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    Noch ein paar Worte zum Thema Erinnerungskultur. Das heutige Deutschland ist sehr weit damit gegangen sich um die negativen Aspekte seiner Geschichte zu kümmern und daran zu erinnern, an manchen Stellen vielleicht schon so viel, dass sich zum Teil Überdrüssigkeit einstellt.
    Danke Gunter! Gehört jetzt nicht unbedingt zum Thema, aber ich finde es bemerkenswert und möchte das deshalb hier erwähnen. In der hiesigen Presse wurde ein Interview mit einem syrischen Flüchtling veröffentlicht. Er ist inzwischen sehr gut integriert, hat einen Job und eine eigene Wohnung. Als Fotograf wurde er in Syrien verhaftet und gefoltert. Er kam nach Deutschland, weil da aus "etwas Schlechtem etwas Gutes geworden ist". Das wünscht er sich auch für seine Heimat. Hört auf euch zu streiten, in der Welt gibt es größere Probleme als Medaillen. Seid freundlich ZUEINANDER und akzeptiert, dass es auch Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Rechtsradikale Ansichten dürfen natürlich nicht akzeptiert werden, aber in diesem Forum ist das ohnehin kein Thema. Ich schreibe das unter dem Eindruck meiner gestrigen Recherche bei www.archive.org. Es ist unglaublich, wieviel rechtsradikales (deutsches) Gedankengut bei amerikanischen Universitäten geparkt wird. Ich gebe als Suchbegriff einen deutschen Ortsnamen ein und werde mit antisemitischen Hetzschriften in deutscher Sprache zugeschüttet.

    Gruß

    Dieter
    Zuletzt geändert von KDF10; 18.08.2015, 18:34.

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  • Gunter
    antwortet
    Noch ein paar Worte zum Thema Erinnerungskultur. Das heutige Deutschland ist sehr weit damit gegangen sich um die negativen Aspekte seiner Geschichte zu kümmern und daran zu erinnern, an manchen Stellen vielleicht schon so viel, dass sich zum Teil Überdrüssigkeit einstellt. Deutsche Vertreter reisten sogar schon zu Erinnerungsveranstaltungen deutscher Niederlagen an, wo an diese nicht nur erinnert, sondern deutlich gefeiert wurde. In anderen Staaten wäre soetwas undenkbar. Deutschland erreicht hin und wieder einen Punkt, wo es mit seiner Aufarbeitung ziemlich allein dasteht, während genau dort, wo diese auch heute sogar Leben retten würde, schlimmstem Nationalismus ohne jede ethische Schranke gefrönt wird.

    Im aktuellen Fall Frankreichs wurde vor allem dafür gesorgt, dass sinnlos Geld verschwendet wurde, nur weil ein einzelnes EU-Mitglied sich auf den Schlips getreten fühlt. Wer da nun konkret seine Finger im Spiel hatte, keine Ahnung, auch französische Politiker sind vielleicht genauso wenig über die eigene Geschichte informiert wie der Kulturamtsleiter einer bayrischen Stadt, über den wir hier auch schon diskutierten. Gut, man muss die Erinnerung an die Befreiung von Diktatur und Fremdherrschaft nicht zwingend an einem Schlachtendatum festmachen, jedoch war Waterloo nun einmal das Schlüsselereignis, der katastrophale Endpunkt. Eine Koalition von ganz Europa stellte sich gegen den Usurpator, der übrigens als Souverän eines fremden Landes in Frankreich eingefallen war. Gerade vor dem heutigen Unvermögen/Unwillen der Weltgemeinschaft, effektiv gegen Gewaltherrschaft vorzugehen, sollte an solche erfolgreichen Aktionen erinnert werden, bei der eben nicht ganze Weltregionen in endloser Agonie ohne jede Hoffnung auf ein Ende des Schreckens dahinsiechen mussten.

    Grüße

    Gunter

    P.S.: Am besten erinnern wir an garnichts mehr, irgendjemand kommt doch immer und dreht es ins Negative.
    Zuletzt geändert von Gunter; 17.08.2015, 15:45.

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  • admin
    antwortet
    Tellensohn,

    jetzt siehst Du das wirklich etwas übertrieben, denn Gunters Post würde ich jetzt zwar pointiert aber nicht als kategorisch anti-französisch bezeichnen. Ich teile auch nicht umfänglich seine Meinung hinsichtlich der Erinnerungskultur in Frankreich - denn sehr wohl sehe ich heute nicht mehr die anti-deutschen Tendenzen in diesen. Und dass die Napoleonische Zeit aktuell nicht mehr so im Fokus steht, kann ich vor dem Hintergrund der 100-Jahre WKI sehr gut nachvollziehen; dieser ist als "Grande Guerre" deutlich präsenter im kollektiven Gedächtnis.

    Umgekehrt finde ich es bemerkenswert, dass die Franzosen sehr wohl auch Niederlagen analysieren und publizistisch begleiten können - ich beobachte zu 70/71 im Nachbarland ein deutlich höheres Aufkommen an Literatur und der lohnenswerte Besuch im neuen Museum von Gravelotte (zum Deutsch-Französischen Krieg sowie der Besetzungszeit in Elsass-Lothringen) zeugt von einer ausgewogenen Darstellung.

    Also bitte nicht jetzt wieder in eine Politisierung abdriften - und erinnert Euch lieber an den wunderbaren Dialog zu den Russischen Musikern.

    Schöne Grüße
    Markus Stein

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  • Tellensohn
    antwortet
    Ach Gunter,lass doch das Gelaber.

    Das Gute an Voltigeurs Post ist, dass es dich dazu verleitet hat, dein wahres Inneres nach aussen zu kehren. Oder bildest du dir wirklich ein, es wäre mir entgangen, in welches Horn du hier stösst:

    Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    An die Befreiung von den Deutschen muss immer erinnert werden, aber sobald es mal darum geht, an die Befreiung von der französischen Hegemonie und deren Diktator zu erinnern, nein da geht kein Weg rein.
    Ich gebe zu, lange hatte ich einen bestimmten Nutzer hier in Verdacht, "Seneca" zu sein, aber seit geraumer Zeit ist mir klar geworden, dass es noch andere valable Kandidaten gibt.

    Glaub mir, ich registriere genau, wer hier was von sich gibt...und wer wem sekundiert.

    Ich glaube, ich hab keine Lust mehr, hier als letzter Alibi-Neutraler herhalten zu müssen. Alle anderen sind ja bereits vergrault oder verbannt. Zeit sich abzumelden.
    Zuletzt geändert von Tellensohn; 17.08.2015, 10:23.

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  • Gunter
    antwortet
    Lieber Tellensohn,
    gehts schon wieder los? Ich dachte wir hätten uns vertragen. Da könnte ich genauso fragen ob du vielleicht Bonapartist bist. Sieh die Sache doch mal andersherum: Wieso erinnert denn Frankreich nicht entsprechend an dieses Ereignis? Statt anderen irgendetwas zu unterstellen, sollte man sich fragen, wie in Frankreich mit der eigenen Geschichte umgegangen wird, schließlich wird das Land tagtäglich von den Auswirkungen seines jahrhundertelangen Imperialismus heimgesucht, eben weil man sich in der Vergangenheit immer weider vehement geweigert hat aus der Geschichte zu lernen und das endete noch nicht mal mit dem letzten Weltkrieg, nein, der war für Frankreich immer noch nicht schlimm genug, solange das Elend auf fremdem Boden stattfand, wie in Algerien und Indochina. Historisch betrachtet ist Frankreich geradezu ein Musterbeispiel für diese Art von Ignoranz, sehr zum Schaden der eigenen Bevölkerung und auch vieler anderer Menschen. Das ist eben die Krux, wenn man sich selbst zur großen Nation erklärt, diesen Fluch wird man nicht so einfach los. Die begrenzte Bildungsfähigkeit führender Politiker tut ein Übriges. Man macht es sich in den meisten Ländern der Erde schön leicht, einfach genug Grass über alles wachsen zu lassen, dann kann man auch wieder schön austeilen, so wie man es immer gemacht hat. Oder man ignoriert das Geschehene, bzw. macht den Erdogan und streitet es einfach ab. Das ist auch eine Methode wie man Völkerverständigung torpedieren kann.

    Den Belgiern ist es übrigens nicht zu verdenken, denn ihr Land erlebte doch 1815 eine französische Invasion. Jetzt komme mir nicht mit Präventivkriegstheorien, das war einfach Fakt. Das hat mit Hass garnichts zu tun, es wäre sogar massive Geschichtsklitterung, das nicht zu betonen. Z.B. war 1809 Bayern das Opfer eines österreichischen Angriffs, wo Napoleon zu Hilfe kam - 1815 marschierte er eben in sein Nachbarland ein. Vielleicht hast du ja auch recht und wir sollten angesichts der französischen Kolonialverbrechen des 20. Jahrhunderts das "bißchen" Napoleon endlich mal unter den Tisch kehren.

    Grüße

    Gunter
    Zuletzt geändert von Gunter; 17.08.2015, 09:53.

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  • Tellensohn
    antwortet
    @ Voltigeur

    Ich finde es etwas seltsam, dass du das hier so vorbringst. Die französischen Vorbehalte richteten sich primär gegen das, was ich oben schon angesprochen habe. Ob "Waterloo-Gedenkmedaille" oder "Waterloo-Euro", beides wurde gegen und auf Kosten der Franzosen geplant und geht wirklich gegen Versöhnung und Völkerverständigung, speziell die innereuropäische. Treibende Kraft und lachende Dritte einmal mehr die Briten, wahre Meister des divide et impera, mal in eigener Regie, ihrem primitiven Jingo-Instinkt folgend, dann wieder im Auftrag ihrer Herren jenseits des Atlantik.

    Hier der Beweis: Als es mit dem Unterjubeln des Franzosenhasser-Euros nicht klappte, haben sie’s eben selber gemacht:

    http://www.napoleon-series.org/cgi-b...read;id=165023

    Und ihre nicht ganz so hellen deutschen Cousins blicken mal wieder nicht so richtig durch und lassen sich einmal mehr prima instrumentalisieren...

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  • Tellensohn
    antwortet
    Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
    Jedes Jahr eine Parade mitten in Paris veranstalten, aber bei Waterloo wird Krieg glorifiziert, schon klar. An die Befreiung von den Deutschen muss immer erinnert werden, aber sobald es mal darum geht, an die Befreiung von der französischen Hegemonie und deren Diktator zu erinnern, nein da geht kein Weg rein. Da müssen etliche Franzosen aber mächtige Minderwertigkeitskomplexe haben, vermutlich sogar zugleich mit übersteigertem Selbstbewusstsein, um dermaßen auszukeilen. Schizophren ist das auf jeden Fall.

    Schade, immer wenn ich glaube, einer sei jetzt endlich erwachsen geworden...

    Diesen liebenswürdigen Rat, den mir einst Da Capo glaubte erteilen zu müssen, reiche ich hiermit mit Freuden weiter:

    Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
    Ganz ruhig. Schaum vom Mund wischen und tief durchatmen.

    "Erinnerung"? Lächerlich. Den Belgen ging's ums Kasse machen - anvisierte Kundschaft: britische und deutsche Franzosenhasser.


    Bist du Franzosenhasser?

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  • Gunter
    antwortet
    Jedes Jahr eine Parade mitten in Paris veranstalten, aber bei Waterloo wird Krieg glorifiziert, schon klar. An die Befreiung von den Deutschen muss immer erinnert werden, aber sobald es mal darum geht, an die Befreiung von der französischen Hegemonie und deren Diktator zu erinnern, nein da geht kein Weg rein. Da müssen etliche Franzosen aber mächtige Minderwertigkeitskomplexe haben, vermutlich sogar zugleich mit übersteigertem Selbstbewusstsein, um dermaßen auszukeilen. Schizophren ist das auf jeden Fall.

    Grüße

    Gunter

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  • Voltigeur
    antwortet
    Interessant ist vieleicht auch das Belgien eine 2 Euro Münze ( keine Gedenkmünze, normales Geld ) zur Erinnerung
    an Waterloo prägen wollte.
    Dies jedoch auf betreiben Frankreichs verhindert wurde.
    Als man in Brüssel darüber sprach, legte Frankreich sein Veto ein, da man eine Glorifizierung des Krieges
    unter allen umständen unterlassen sollte.

    Grüsse vom Voltigeur

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  • Harper
    antwortet
    Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
    Und die Franzosen werden aussen vor gelassen? Und wieso eine Verleihung an den Botschafter Russlands und nicht an die Belgiens und der Niederlande? Die Russen waren doch gar nicht dabei. Klingt für mich nach verlogenem Schelmenstück.
    Russland und Österreich sind dabei, weil sie aus britischer Sicht - neben Großbritannien und eben Frankreich - die einzigen Großmächte waren und sich bereit erklärt hatten, jeweils größere - eigenständige - Heere gegen Napoleon 1815 ins Feld zu führen.
    An dieses Bündnis knüpft die Medaille an.

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  • Tellensohn
    antwortet
    Und die Franzosen werden aussen vor gelassen? So sieht heute also "Völkerverständigung" aus. Frankreich hätte Austerlitz und Jena Auerstedt eben doch mit grossem Pomp feiern sollen. Trottel Chirac...Und wieso eine Verleihung an den Botschafter Russlands und nicht an die Belgiens und der Niederlande? Die Russen waren doch gar nicht dabei. Klingt für mich nach verlogenem Schelmenstück. Den Russen Honig ums Maul schmieren, während man gerade mit allen Mitteln versucht, ihnen die Wiege Russland (= Ukraine) abzuknöpfen?

    Übrigens: Folgender Punkt der Netiquette sollte konsequent oder gar nicht angewendet werden:

    "6. Keine Vergleiche oder Anspielungen auf Zeiten nach 1900."

    Als nicht irgendwelchen Patriotismen verpflichteter Historiker bin ich für letzteres.
    Zuletzt geändert von Tellensohn; 11.11.2014, 13:18.

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  • Tom
    hat ein Thema erstellt Überreichung von Waterloo-Gedenkmedaillen heute....

    Überreichung von Waterloo-Gedenkmedaillen heute...

    ... in London an die Botschafter von Russland, Österreich und Deutschland (letzteres für Preußen):

    www.welt.de/geschichte/article134215872/Am-Volkstrauertag-ehrt-London-das-alte-Preussen.html

    Gruß, Tom
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