Was wäre wenn. . . . die Österreicher 1809 weiter gekämpft hatten . . . .

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  • Bataaf
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    • 06.03.2007
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    Was wäre wenn. . . . die Österreicher 1809 weiter gekämpft hatten . . . .

    "Am 13. August ward von der Oestreichischen Armee den Franzosen der Waffenstillstand aufgekündigt. Die Feindseligkeiten hätten zwar conventionsmäßig erst binnen vierzehn Tagen, somit am 28., beginnen können, allein Napoleon wollte den sich mittlerweil laut zu Gunsten Oestreichs erklärten Russen den Vorsprung abgewinnen, zog alle seine disponiblen Truppen zusammen, und überschritt schon am 26. die Demarcations-Linie in Mähren; theuer aber mußte er seine Treulosigkeit büßen. Am folgenden Tag kam ihm die Russische Armee, geführt vom Großfürst Constantin, bis Ollmütz entgegen, und es begann eine der schrecklichsten Schlachten Bis gegen Abend wankte der Sieg zwischen beiden Theilen, wo sodann ein auserlesenes Corps Oestreichischer Cavallerie von 24000 Mann in den Rücken und in die Flanken der Französischen Armee fiel, und einen tausendfachen Schrecken und Tod unter sie brachte. Die Armee-Corps des Herzogs von Auerstädt, (Marschall Davoust) und des Herzogs von Rivoli, (Marschall Massena) wurden beinahe ganz aufgerieben. Die Corps des Herzogs Ragusa, (Marschalls Marmont) und des Marschalls Oudinot haben ausserordentlich gelitten; der Ueberrest flüchtete sich in einer unbeschreiblichen Verwirrung. Der Feind verlor an Todten wenigstens an 18000, an Blessirten 24000 und an Gefangenen 30000 Mann. Napoleon selbst entgieng der Gefangenschaft nur durch Schnelligkeit seines Pferdes; dagegen blieben die vorbesagten Marschälle, über 100 Kanonen, und 28 Adler in den Händen der Sieger. Während dies bei Ollmütz vorfiel, stürmten die Ungarischen Insurrections-Truppen, unter Anführung des Erzherzogs Palatins, das von den Franzosen besetzt gewesene große verschanzte Lager bei Raab, und zugleich die Festung Raab selbst; binnen vier Stunden wurde beides genommen. Der größte Theil des Feindes unterlag dem fressenden Säeel der über ihn zur Wuth ergrimmten Ungarn; nur wenige noch konnten nach Steiermark entfliehen, wo sie aber dem Pannos Croatiae, General Giulay, nicht entgehen konnten. Denn dieser bemächtigte sich noch am nämlichen Tage durch List des festen Schloßberges zu Grätz, und machte die zahlreiche Französische Besatzung gefangen. Der Vicekönig von Italien hatte sein Hauptquartier in Preßburg, und wagte einen Streifzug nach Ofen, gerieth aber dort in einen Hinterhalt der Avant-Garde von der Türkischen Armee, die in Folge der bekanntlich mit Oestreich geschlossenen Allianz mit ungeheurer Macht heranrückte, und alle Straßen von Constantinopel bis Belgrad, und von dort bis Ofen bedeckt. Das Französisch-Italienische Corps büßte seine Raubsucht durch Tod oder Gefangenschaft; der Vicekönig von Italien gerieth selbst mit wenigen Leuten, womit er zu entwischen suchte, in einen Morast, wo er nebst ihnen sein Grab fand."

    "Am 28. August überrumpelte Erzherzog Johann Preßburg und den noch dort gestandenen übrigen Theil der Italienischen Armee, schlug dieselbe auf das Haupt, und eroberte ihre ganze Artillerie; der kleine Ueberrest des Feindes wurde völlig zerstreut Die ehemals sogenannte große, nun aber gewiß kleine Französische Armee, die sich noch aus Mähren geflüchtet hat, ist im Marschfelde von allen Seiten eingeschlossen, von oben herab durch die Oestreichische Armee unter Anführung des Fürsten Lichtenstein, jetzt anstatt des Erzherzog Generalissimus (Erzherzog Carl leidet an der hinfallenden Krankheit) von der Seite Mährens durch die Russische Armee, von unter herauf durch die Armee des Erzherzogs Johann, und endlich auf der vierten Seite durch den Donaustrom, indem sämmtliche Französische Schiffbrücken zerstört worden sind. Wien selbst ist von der Ungarischen Insurrectionsarmee ganz umzingelt, und die zahlreiche Französische Garnison, auch das Armee-Corps aus dem Lager von Schönbrunn hat sich in die Stadt geworfen, wird binnen wenig Tagen sich ergeben, oder über die Klinge springen müssen. Zwar haben sich alle noch zu Augsburg, München, Salzburg, gestandenen Französischen und Alliirten Truppen eiligst in den Marsch gesetzt, um der Französischen Armee im Marchfelde und der Garnison in Wien Luft zu machen. Allein das Corps des Generals Bellegarde, welches sich in forcirten Märschen aus Böhmen über Freistadt nach Oestreich zog, hat sich bereits bei Linz in den Weg gesetzt, und ein anderes Corps unter General Rosenberg ist eben auch aus Böhmen über Amberg schon bis Regensburg vorgedrungen. Kurz, es läßt sich nicht miskennen, daß der Himmel endlich einmal den mehr als Luziferischen Stolz Napoleons zu demüthigen, und seine Tirannei zu stürzen beschlossen, denn auch übrigens folgt ein widriger Schlag für die Franzosen auf den andern. Die Spanische Armee unter Marquis de la Romana, nachdem von ihr die Französischen Armee-Corps unter dem Marschall Soult und Ney aufgerieben worden sind, hat bereits Toulouse genommen, und dringt unwiderstehlich in das Herz von Frankreich ein. Die Französische Garnison in Barcellona wurde von den Einwohnern bis auf den letzten Mann massakrirt. Die Französische Festung Perpignan mußte sich ebenfalls an die vorgerückte Spanische Armee unter General Cuesta ergeben. Weiland König Joseph ist mit seinem äußerst geschwächten Corps in Madrid ohne alle Hoffnung einer Erlösung eingeschlossen. Die Franzosen in Portugall werden theils von den Einwohnern, theils von den Engländern vernichtet Eben auch die Engländer haben in Calabrien gelandet, und stehen bereits vor Neapel wo ebenso, wie in Rom, Florenz, Mailand, Genua und Turin, alles wider die Franzosen in Gährung ist. Eine Flotte bemächtigte sich der Französischen Seehäfen Toulon und Brest. Die bekanntlich auf der Insel Walchern gelandete Englische Armee hat die Eroberung Hollands bereits geendet, und wird bald den sich nach Hannover geflüchteten König Ludewig aufsuchen König Hieronymus von Westphalen ist von den Preussen in Dresden eingeschlossen, welche zugleich auf der andern Seite nach Hannover vordringen. Ob Napoleon seiner elenden Armee im Marchfelde oder Wien sich befindet, weiß man nicht, wohl aber, daß in Paris eine Revolution ausgebrochen, und der junge Herzog Orleans als König ausgerufen worden sei."

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