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Hohenlinden, der von Napoleon vertuschte Sieg

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  • Hohenlinden, der von Napoleon vertuschte Sieg

    Anfang Juni begann Moreaus Streitmacht mit etwa 120.000 Mann ihre Offensive auf einer Breite von Straßburg bis zum Bodensee. Schon am 18. Juni nahmen französische Truppen München ein, die österreichisch-bayerischen Truppen zogen sich hinter den Inn zurück, nur Wasserburg, Mühldorf, Kraiburg und einige andere Orte an Inn und Salzach wurden als Brückenköpfe gehalten und befestigt. Zwischen Erding und Ebersberg hatten etwa 105.000 französische Soldaten Stellung bezogen. Am 15. Juli 1800 wurde ein Waffenstillstand bei Parsdorf abgeschlossen und am 20. September in Hohenlinden nochmals verlängert. Da man in Wien mit seinen Leistungen unzufrieden war, wurde Feldzeugmeister Kray von seinem Kommando abgelöst, seine Nachfolge übernahm der erst achtzehnjährige Johann von Österreich.
    Nachdem eingeleitete Friedensverhandlungen in Lunéville ergebnislos verliefen, kündigte Bonaparte mit Wirkung vom 28. November den Waffenstillstand auf. Das Koalitionsheer blieb jedoch entgegen französischer Erwartungen nicht in seiner festen Defensivposition, sondern überschritt in einer Stärke von etwa 60.000 Mann den Inn wieder. Am 1. Dezember kam es zu Zusammenstößen zwischen Haag in Oberbayern und Mühldorf am Inn, woraufhin Moreau seine Truppen im Lauf des 2. Dezember hinter Haag zurücknahm und bei Hohenlinden konzentrierte (ca. 70.000 Mann). Aufgrund dieser Absetzbewegung gelangte man im österreichischen Hauptquartier zu der Fehleinschätzung, der Weg nach München sei bereits frei, und befahl den Marsch nach Westen.
    Die französischen Truppen befanden sich jedoch weiterhin westlich des Großhaager Forstes. Der linke (nördliche) Flügel mit den Divisionen Bastoul und Legrand stand auf der Linie Hohenlinden - Hörlkofen - Erding, das Zentrum mit den Divisionen Grouchy und Ney stand östlich von Hohenlinden bei Stockach und der rechte (südliche) Flügel mit den Divisionen Decaen und Richepance bei Ebersberg und Steinhöring.

    Die Schlacht [Bearbeiten]

    Um fünf Uhr am Morgen des 3. Dezember eröffnete die bereits in Kreith und Birkach stehende österreichische Vorhut unter General Löppert vorzeitig das Feuer auf die französischen Stellungen, während das österreichisch-bayerische Gros, die Division General Kolowrats, von Haag aus auf der heutigen Bundesstraße 12 Richtung Westen unterwegs war. Die Truppen, die bereits auf freiem Feld biwakiert hatten, wurden durch dichten Schneefall und wetterbedingt schlechte Wege weiter erschöpft. Der rechte Flügel unter Kienmayer konnte zwar im Norden bei Isen, Harthofen und Buch am Buchrain die französischen Truppen zurückdrängen, der linke Flügel unter Riesch blieb jedoch in sumpfigem Gelände südöstlich von Maitenbeth stecken und fiel zurück.
    Die ersten Einheiten der Division Kolowrat erreichten gegen sieben Uhr den Ausgang des Forstes und gerieten östlich von Hohenlinden bei Kreith sehr bald in Gefechte mit den in Schlachtordnung angetretenen französischen Truppen Grouchys, während folgenden Einheiten auf einer Länge von sieben Kilometern auf der Straße durch den Großhaager Forst zusammengepfercht waren und die Kommunikation innerhalb der Marschkolonne durch das schlechte Wetter fast zum Erliegen kam. Obwohl Kolowrat jede am Forstausgang eintreffende Einheit ins Gefecht schickte, hielt die französische Linie stand.
    Die endgültige Entscheidung fiel jedoch am südlichen Flügel. Hier war die französische Flügeldivision unter General Richepance um vier Uhr morgens aufgebrochen, hatte sich bei St. Christoph nördlich von Steinhöring vereinigt und ging ab 7.15 Uhr auf Maitenbeth vor. General Rieschs Division, ohnehin schon zu langsam, marschierte südöstlich nach Albaching statt östlich nach Marsmaier und verspätete sich weiter. Als die Truppen des österreichischen Südflügels schließlich bei Schützen auf die französischen Truppen trafen, wurden sie bereits von der ebenfalls südlich von Maitenbeth aufmarschierenden Division Decaen so bedrängt, dass sie den Angriff auf Maitenbeth nicht mehr verhindern konnten.
    Gegen 9.00 Uhr gab General Richepance den Angriffsbefehl auf Maitenbeth. Von Süden und Südwesten angreifend, konnten die 8. Halbbrigade und das 1. Chasseursregiment Maitenbeth einnehmen, wobei Kürassiere von Regiment Nassau-Ussingen bereits abgesessen überrascht und gefangen genommen wurden.
    Damit war das östliche Ende des Forstes unter französischer Kontrolle. Die 48. französische Halbbrigade ging nun westlich durch den Forst vor, um der Division Kolowrats in den Rücken zu fallen. Obwohl eine bayerische Batterie reitender Artillerie und ein bayerisches Infanteriebataillon des Generals von Wrede im Forst kehrt machten, konnte der französische Angriff nicht gestoppt werden. Da die Widerstandskraft der von zwei Seiten bedrängten Division Kolowrats spürbar nachließ, gab Moreau am späten Vormittag den Divisionen Grouchy und Ney vor Hohenlinden den Befehl, Angriffskolonnen zu bilden und gegen den westlichen Ausgang des Forstes vorzugehen. Als sich schließlich nach Osten vorstoßende Dragoner der französischen Division Ney und die von Osten kommende 48. Halbbrigade am Forstausgang trafen, waren Kolowrats Truppen praktisch aufgerieben.
    Am östlichen Ende des Forstes bei Maitenbeth unternahmen Kavallerieeinheiten unter Fürst Liechtenstein verbissene Angriffe, um die Stellungen bei Maitenbeth wieder einzunehmen. Unterstützt von einer Artilleriebatterie bei Berg, gingen Chevaulegers von Kreuz aus gegen Maitenbeth vor, unterstützt durch weitere Schwadronen aus östlicher Richtung. Obwohl die dominierende französische Batterie in der Höhenstellung kurzzeitig erreicht und eine Haubitze erobert werden konnte, konnten die 8. Halbbrigade und das 1. Chasseursregiment die Stellung halten, bis Richepance gegen 15.00 Uhr mit Verstärkungen aus dem Forst zurückkehrte und die Truppen Fürst Liechtensteins zum Rückzug hinter Haag zwang. Auch auf den Flügeln zogen sich die österreichisch-bayerischen Truppen nun zurück.

    Folgen [Bearbeiten]

    Insgesamt verloren die Kaiserlichen rund 12.000 Mann an Toten und Gefangenen und etwa 50 Geschütze, die bayerischen Hilfstruppen etwa 5.000 Mann mit ungefähr 24 Geschützen. Die frantzösischen Verluste werden mit 2.500-6.000 Toten und Verwundeten angegeben.
    Das österreichische Heer zog sich in völliger Auflösung in Richtung Österreich zurück, von Moreau nur langsam verfolgt. Dennoch erlitt das österreichische Heer in der Schlacht am Walserfeld vom 12. bis 14. Dezember erneut eine schwere Niederlage. Auch Erzherzog Karl, der am 17. Dezember seinen Bruder Johann als Oberbefehlshaber ablöste, konnte aus den Heerestrümmern keine Feldstreitmacht mehr formen, so dass der Weg nach Wien für Moreau frei war.


    In dieser Situation unterzeichnete Kaiser Franz II. am 25. Dezember 1800 den Waffenstillstand von Steyr, dem am 9. Februar 1801 der Friede von Lunéville folgte. Dieser beendete den Krieg der zweiten Koalition gegen Frankreich (Koalitionskriege) und bestätigte den Frieden von Campo Formio von 1797. Frankreich erhielt die seit 1795 besetzten linksrheinischen Gebiete, auf die es schon früher Anspruch erhoben hatte. Das Reich wurde zur Entschädigung der von den Gebietsverlusten betroffenen deutschen Fürsten verpflichtet, was 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss umgesetzt wurde.






    Da hat der Meister (Napoleon) mit seinem "Sieg" bei Marengo natürlich nicht so gut dagegen ausgesehen. Was wäre wohl gewesen, wenn Monsieur Desaix zwei Stunden später gekommen wäre?


    Napoleon hat dem entsprechend (und bis heute mit Erfolg) versucht, die Schlacht bei Hohenlinden (ein glänzender Sieg) tot zu schweigen...

  • #2
    Nicht nur das, auch die Eröffnung des Feldzuges in Deutschland war ja schon mustergülitg, wie der Rheinübergang, dazu auch nach Hohenlinden rollte ja der Vormarsch auf Wien - doch das wäre wohl zuviel für die Eitelkeit des ersten Konsuls gewesen - wenn Moreau auch da siegreich eingezogen wäre.

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    • #3
      ja aber im Feldzug von 1800 würde ich jetz strategisch gesehn nicht so viel auf Napoleon rumhacken. die Reservearmee sollte ja die Armee unterstützen die am meissten bedrängt wurde und es war ja schliesslich die Belagerung der Armee von Italien in Genua die es notwendig gemacht hat dass Napoleon auch nach Italien marschiert. über Marengo kann man unabhängig davon natürlich streiten wie man will...

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      • #4
        Jean,

        Was wäre wohl gewesen, wenn Monsieur Desaix zwei Stunden später gekommen wäre?
        Was wäre wohl gewesen, wenn Monsieu Richepance zwei Stunden später gekommen wäre?

        BTW:
        Das Kopieren ganzer Wikipedia-Artikel ist ein unschöner Akt.:card:
        Ein Link hätte genügt. Vielleicht das nächste Mal...
        Gruß
        Mephisto

        "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
        nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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        • #5
          Ja ja immer das alte Gerede nicht auf Napoleon rumhacken :duell:

          Aber wer hackt denn hier - ich nicht :attention:

          Ich stell nur mal die Leistung der Rheinarmee und Moreaus heraus.

          Das Manöver von Stradela war schon genial vom ersten Konsul geplant, ohne Zweifel, wobei er schon viel Glück bei Marengo zum Sieg nötig hatte - als Moreau bei Hohenlinden, Desaix, nur durch Hochwasser abgehalten früh abzumarschieren, Bonaparte komplett von der Offensive der Österreicher auf dem falschen Fuß erwischt und dann die unerklärliche finale Massenpanik der Österreicher am Schluß.

          Moreaus Planung sah da etwas gediegener aus, aber klar, auch er hatte sehr fähige Generäle, die besten eben, an seiner Seite.

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          • #6
            Zitat von Mephisto Beitrag anzeigen
            Das Kopieren ganzer Wikipedia-Artikel ist ein unschöner Akt.:card:
            Ein Link hätte genügt. Vielleicht das nächste Mal...
            Ein Link, oder zumindest dann die Quellenangabe; die ist Pflicht.

            Gruss, muheijo

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            • #7
              Zitat von Mephisto Beitrag anzeigen
              Was wäre wohl gewesen, wenn Monsieu Richepance zwei Stunden später gekommen wäre?
              Ganz genau! Bzgl. dieses schlacht-entscheidenden Manövers streiten sich die Experten mWn noch immer, ob es ein genial geplanter Zug oder mehr oder weniger eine Zufallsaktion war.

              Viele Grüße,
              Günter (bekennender Hohenlinden-Fan )
              "But Linden saw another sight, when the drum beat at dead of night,
              commanding fires of death to light the darkness of her scenery." (Thomas Campbell)

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              • #8
                Hallo, Drusus,

                Auch ich finde Hohenlinden eine sehr gelungene Schlacht.

                Aber auch sie war von vielen „Zufälligkeiten“ abhängig:
                - Langsamkeit der Kolonne Riesch
                - Schneegestöber, in dem sich selbst die lokalen Führer der Franzosen verirren,
                - Unerwarteter Flankenangriff, der die Kolonne Richepances teilt
                - Entschluß Richepances trotzdem den Angriff einzuleiten
                -
                Wäre Richepance zurückgeschlagen worden, hätte man ihn kasteit - ob seiner Voreiligkeit .
                Wäre Riesch rechtzeitig eingetroffen, wäre die Realisierung des Flankenangriffs sehr schwer geworden.

                Aber das Glück hilft dem Tüchtigen. Die Realität wird den „Zufälligkeiten“ angepasst.

                Und selbiges gilt für Marengo.
                Man muß nicht eine Schlacht auf Kosten der anderen hochloben.
                Zuletzt geändert von Mephisto; 25.02.2009, 19:42.
                Gruß
                Mephisto

                "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                • #9
                  Zitat von Mephisto Beitrag anzeigen
                  Man muß nicht eine Schlacht auf Kosten der anderen hochloben.
                  Das Hauptproblem an Hohenlinden ist ja weniger, dass der "Chef" die Schlacht nicht persönlich geführt hat, sondern dass sie von einem General gewonnen wurde, der sich später gegen ihn gestellt hat.

                  Viele Grüße,
                  Günter

                  PS: hier noch ein Andenken an die Schlacht von Hohenlinden - es steckt in der Kirche von Kronacker.
                  Angehängte Dateien
                  Zuletzt geändert von Drusus; 25.02.2009, 22:31.
                  "But Linden saw another sight, when the drum beat at dead of night,
                  commanding fires of death to light the darkness of her scenery." (Thomas Campbell)

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                  • #10
                    Zudem hat sie den Feldzug von 1800 entschieden und nicht der Nebenkriegsschauplatz Italien / Marengo.

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                    • #11
                      Ohne Marengo kein Waffenstillstand.
                      Ein verlorenes Marengo hätte wohlmöglich das sofortige Ende des Krieges bedeutet.
                      Also hätte es an der notwendigen Voraussetzung für Hohenlinden gefehlt.
                      Marengo erst machte ein Hohenlinden möglich!
                      Es bedurfte offensichtlich zweier grosser Siege bzw. zweier grosser Rückschläge,
                      um den Kampfeswillen Österreichs zu brechen: Marengo und Hohenlinden

                      Hohenlinden allein hat den Krieg beendet/entschieden und den Frieden gebracht.
                      Es hat diesen aber nicht allein erfochten.
                      Für mich stehen beide in Bezug auf ihre Bedeutung damit auf gleicher Ebene.
                      Zuletzt geändert von Mephisto; 26.02.2009, 17:13.
                      Gruß
                      Mephisto

                      "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                      nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                      • #12
                        Auch eine Niederlage Bonapartes in Marengo hätte den Krieg nicht beendet, den die beste Armee mit den besten Generälen stand doch unbesiegt in Deutschland.

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                        • #13
                          die beste Armee mit den besten Generälen stand doch unbesiegt in Deutschland.
                          Das ist reine Polemik.
                          Einfache Parade:
                          Hatte sie da nicht auch schon in '97 gestanden?
                          War sie nicht unter dem selbsen Oberbefehlshaber Moreau - zusammen mit Jourdan?
                          Was hatte sie damals noch erreicht?!
                          Oder besser: Was hatte M damals noch erreicht?!
                          Was die "besten Generale" betrifft stehen ein Desaix oder Lannes einem Ney oder Richepance doch in nichts nach.

                          Italien in der Hand der Österreicher. ...und trotzdem in Deutschland rumstochern???
                          Die Konsulen - sofern N dann noch zu diesen gehörte (!?!) - hätten kein solches Wagnis auf sich nehmen können.
                          Man hätte die Deutschland-Armee zurückziehen müssen.
                          Man hätte nach einer Niederlage bei Marengo genauso verhandeln müssen wie die Österreicher.
                          Zuletzt geändert von Mephisto; 26.02.2009, 22:24.
                          Gruß
                          Mephisto

                          "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                          nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                          • #14
                            Ist eben keine Polemik, 1796 war das Problem eben zwei französische Armeen zu haben die nicht gerade gut zusammengearbeitet haben, war ja auch schwer möglich durch die Distanz.

                            1797 - hätte den Fall von Wien gebracht auch wenn Bonaparte gescheitert wäre - da sind die Franzosen in Deutschland sehr schnell vorgestoßen.

                            Dazu - immer dran denken, die guten Österreichischen Truppen standen auch in Deutschland.

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