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    Moin Moin

    Ich befasse mich seid kurzem mit den napoleonischen Kriegen und mich würde interessieren wie Napoleon seine Befehle an seine Generäle weiter gab. Er konnte doch nicht davon ausgehen das jeder Reiter durch kam wenn er sich auf Feindes Gebiet oder mitten im Gefecht befand ?

    oller

  • #2
    Ich lese mich zwar auch grad erst ins Thema ein, aber was ich bisher mitbekommen habe ist: Es wurden meist mehrere Melder losgeschickt in der Hoffnung, dass einer schon durchkommt. Aber viele Koordinationsprobleme in der Schlacht traten eben auf, weil die Meldungen nicht durchkamen, bzw. weil Umdisponierungen, Rückfragen etc. "auf der Strecke" blieben, bei manchen Ordern weiß man bis heute nicht, wo die abgeblieben sind. In einem alten Thread hier geht es z.B. um die Frage, warum Bernadotte in der Schlacht bei Auerstedt Davout nicht zur Hilfe kam, da könnest du mal reinschauen.
    Bei schönem Wetter und über lange Strecken gab es dann ja noch den "optischen Telegraphen". Ein auf Elektrizität basierendes Modell, das Napoleon mal forgeführt wurde, hat ihn wohl nicht überzeugt.
    Grüße
    Colet

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    • #3
      Der optische Telegraphe wurde nicht nur bei schönem Wetter benutzt, man hatte auch nachts versuche damit gemacht ( Laternen ) was jedoch nicht für längere Strecken tauglich war.

      Wobei das Wort " Telegraphe " sowieso übertrieben war, es handelt sich mehr um Winkersignale, ähnlich wie in der Marine.

      In Schlachten wurde er aber logischer weise nicht benutzt, da hätte die Schlacht dann schon an der Telegraphenlinie geführt werden müssen.

      Es blieben also nur die Reiter. ( Nicht zu vergessen, der Feind hatte auch nichts besseres )

      Grüsse vom Voltigeur

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      • #4
        Dann muss es ja eigentlich mindestens 1 oder mehrere Kompanien gegeben haben die nicht an Kampfhandlungen sondern nur als Meldereiter unterwegs waren. Ich kann mir das gar nicht so richtig vorstellen erst mal einen Befehl an einen Truppenteil zu senden hoffen das der ankommt und trotzdem noch die Schlacht mit den anderen Truppenteilen koordinieren. Eigentlich eine harte Aufgabe wenn man auch die Bitten um Verstärkung oder das einer seiner Generäle die Stellung nicht halten kann nur von Meldereitern bekommt ohne das man das Schlachtfeld selber richtig einsehen kann.

        Gruss oller

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        • #5
          noch erstaunlicher:

          sogar wæhrend des russlandfeldzuges hat die korrespondenz mit der heimat in paris per meldereiter hervorragend funktioniert.
          ich kann allerdings nicht sagen, ob die "meldereiter" einzeln oder in kleinen gruppen unterwegs waren.

          gruss, muheijo

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          • #6
            Ich denke dass die Adjutanten etc. einzeln unterwegs waren. Eine Kavallerieeskorte mitzugeben hätte den Überbringer zu stark verlangsamt.
            In der Regel wurden mehrere Leute losgeschickt, um sicherzustellen, dass ein Befehl auch ankam. Die ritten dann aber unterschiedliche Wege.
            Je nachdem wie wichtig eine Nachricht war, wurden entprechend höherrangige Leute losgeschickt, die die Ausführung dann ggf. gleich selbst beaufsichtigen konnten. Grundsätzlich gingen die Operationen aber auch nicht so schnell vonstatten. Man konnte einkalkulieren, wielange ein verlässlicher Adjutant zum Überbringen der Befehle brauchen würde. Unerfahrene Kommandeure hatten sicher damit Probleme. Eine Koordination per Funk ist heute trotz allem auch nicht so einfach.

            Viele Grüße,

            Gunter

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            • #7
              Da war doch etwas in Waterloo.

              Sagte Napoleon nicht, als er erfuhr das Soult nur einen Meldereiter mit Befehlen zu Grouchy schickte, ( der nicht durch kam )
              " Berthier hätte mindestens 20 geschickt ".

              Ich finde im moment nicht wo ich das gelesen habe, aber wahrscheinlich kennt Ihr die Geschichte auch.

              Grüsse vom Voltigeur

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              • #8
                habe gestern das Buch Englands große Waterloo Lüge bekommen bin dabei es zu lesen was für mich sehr schwer ist weil ich altdeutsche Schrift nicht so gut lesen kann, aber vielleicht findet sich ja da was drin von den Meldereitern und deren Befehle.Habe einen Ausschnitt von Norbärr gelesen und musste es haben.
                Gruss oller

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                • #9
                  Versuche es auch mal im Web, unter " Adjutanten " Ordonanzoffiziere "
                  da wirst Du so einiges finden.

                  Grüsse vom Voltigeur

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                  • #10
                    Die Übermittlung von Meldungen betraf alle Armeen der damaligen Zeit, nicht nur Napoleon. Die Organisation war Sache des Generalstabs, Standardwerke siehe hier:

                    http://www.napoleon-online.com/forum...ht=Generalstab

                    Neben den bereits oben erwähnten Meldereitern werden genannt:

                    - Flaggensignale (erwähnt bei Decker, aber wohl wegen des Fehlens eines Signalcodes ohne praktischen Belang)
                    - die klasischen drei Kanonenschüsse beim beginn einer Schlacht
                    - Staffetten entlang entlang der großen Postrouten. Auswechseln von Pferden und/oder Courieren an den Relaisstationen.

                    Die Chappe-Telegraphen existierten nur innerhalb des Kaiserreichs von Paris nach Straßburg, Lille, Antwerpen etc. und schieden somit für die Befehlsübermittlung auf dem Marsch, im Gefecht oder im Quartier aus.

                    LB
                    Zuletzt geändert von Blesson; 18.11.2008, 00:07.
                    Do, ut des

                    http://www.ingenieurgeograph.de

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                    • #11
                      Napoleon der alte Quatschkopf - Berthier hätte mindestens 20 geschickt, das hat ja nichtmal bei Jena 1806 geklappt.
                      Da wurde in der Regel auch nur ein Befehlsüberbringer geschickt. Die Marschälle, sehr zum Ärger Berthiers und Napoleons - benutzten sogar manchmal die Post.

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                      • #12
                        Decker schreibt auf S. 43, Nr. 55

                        "Stabwachtordonnanzen

                        55.In den Hauptquartieren der Armeekorps befindet sich entweder eine wirkliche Stabswacht, oder eine kleine zu diesem Bereich kommandierte Kavallerie-Abtheilung (escadron de service), welche theils zur Eskorte des Hauptquartiers und zur Begleitung des kommandierenden Generals (général en chef), theils zu Ordonnanzritten gebraucht wird. Über deren Stärke läß sich nichts Bestimmtes festsetzen. [...]

                        57. Um diesen Übel [d.h. Abkommandieren aus der Kavallerie] vorzubeugen, hatten die Franzosen eigene Schwadronen im Dienst, wie sie es nannten,...

                        58. Das Personal von bewaffneten Reitern zur Beförderung von Depeschen und Dienstbriefen mag nun auf die eine oder andere Weise formiert seyn, die Grundsätze zur Betriebung des Geschäfts selbst bleiben immer die nämlichen, mithin muß die Formation darauf berechnet seyn.

                        Nicht jeder bewaffnete Reiter ist zum Ordonnanzdienst gleich geschickt. Es gehören dazu gesetzte, umsichtige, zuverlässige und zugleich brave Leute, die mit dauerhaften Pferden versehen sind, wiel ihr Dienst mancherley Beschwerden, selbst mit persönlichen Gefahren, versehen ist. ]...] Man darf die Anzahl der Ordonnanzen niemals zu sehr beschränken, und weniger als 12 Ordonnanzreiter darf kein Divisions-Quartier haben. [...] und manches nützliche Geschäft hat oft im Kriege aufgeschoben werden, oder ganz unterblieben müssen, bloß weil Leute oder Pferde dazu fehlten."

                        LB
                        Zuletzt geändert von Blesson; 18.11.2008, 00:01.
                        Do, ut des

                        http://www.ingenieurgeograph.de

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