Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Chant du depard

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Chant du depard

    Also ich wollte gern wissen ob es stimmt, dass Napoleon die Hymne änderte und Chant du depard benutzte.
    Wenn ja wieso tat er das?
    Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir da helfen könnt.

  • #2
    Könnt ihr mir helfen das herauszufinden?
    Ich würde mich sehr freuen.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von Napoleron Beitrag anzeigen
      Könnt ihr mir helfen das herauszufinden?
      Ich würde mich sehr freuen.
      Bei Wiki kommst du weiter:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Le_chant_du_D%C3%A9part

      Klick dich auch durch die versch. Links!

      Warum er es tat? Ich meine, dass ihm die Marseillaise einfach zu revolutionær war - das passte nicht mehr zum Kaisertitel. So meine Vermutung jedenfalls.

      Gruss, muheijo

      Kommentar


      • #4
        DIE französische Nationalhymne gab es unter Napoleon nicht

        Was im Wikipedia- Artikel bzw. im napoleon.org-Artikel, auf dem er basiert, über den Chant du Départ geschrieben steht, ist meiner Meinung nach doch eher fragwürdig.

        Der Chant du Départ - Untertitel: Hymne de guerre - von 1794 war zu keinem Zeitpunkt DIE Hymne Frankreichs, auch nicht unter Napoleon. Die Marseillaise (ursprünglicher Titel: Chant de guerre pour l'Armée du Rhin) von 1792, wurde von Napoleon offenbar auch nicht ruckzuck abgeschafft.

        Die Marseillaise wurde am 26. Messidor an III (14. Juli 1795) vom Nationalkonvent per Dekret zum ersten offiziellen Nationallied Frankreichs bestimmt. Seit 1792 bevorzugtes Kampflied speziell der jakobinischen Sansculotten und aller überzeugten Republikaner wurde sein die Bewahrung der Errungenschaften der Revolution und insbesondere die unbedingte Verteidigung der "Freiheit" beschwörender Text von Napoleon nicht sonderlich geschätzt und der Status als einzige und offizielle Nationalhymne wurde ihr unter seiner Herrschaft de facto aberkannt, aber das Messidor-Dekret wurde nicht widerrufen und rigoros unterdrückt wurde die Marseillaise bei seiner Machtübernahme auch nicht. Während des Konsulats und in der ersten, "republikanischen" Phase des Kaiserreichs (bis ca. 1808?) wurde sie offenbar hin und wieder gespielt (z.B. 1806 beim Einzug des Davoutschen Korps in Berlin), wenn auch nicht gesungen. Ebenfalls erklang sie nach seiner Rückkehr von Elba, als es darum ging, den (vorgeblich) konstitutionellen Charakter seines Kaisertums zu unterstreichen. Napoleon hat wohl immer gewusst, dass Melodie und Text dieses Liedes in den Köpfen seiner aus Soldaten der Revolution hervorgegangenen Armee einen festen Platz hatten und nicht einfach verbannt werden konnten. Das hätte seine mühsam konstruierte Legitimität als Kaiser der Franzosen in Frage gestellt, ihn seinen Truppen entfremdet und die Moral und damit die Kampfkraft der Armee massiv untergraben.

        Im Jahr 1796 hatte J.-B- Leclerc folgende politischen Ziele mit der hymne des Marseillais verbunden (Essai sur la propagation de la musique en France, sa conservation, et ses rapports avec le gouvernement, Paris, Prairial, an IV, S.57):

        1. "[il] sonne l'alarme contre les despotes et les traîtres,
        2. [il] soulève notre indignation à la seule idée de recevoir d'autres lois que celles de la république, et
        3. arme tous les bras pour la liberté."

        (Zitiert nach Schneider, Herbert, "Der Formen- und Funktionswandel in den Chansons und Hymnen der Französischen Revolution", in: Koselleck, Reinhardt / Reichardt, Rolf (Hg.), Die Französische Revolution als Bruch des gesellschaftlichen Bewusstseins. Vorlagen und Diskussionen der internationalen Arbeitstagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld 28. Mai - 1. Juni 1985, München 1988, [421-478], 445.)

        Napoleon versuchte klar primär aus politischen Gründen die Bedeutung und Wirkung der Marseillaise bei seinen Soldaten herabzumindern, er hat aber nicht versucht, sie von heute auf morgen zu verbieten. Andere und neue Lieder und Hymnen sollten helfen, das vorgenannte Ziel zu erreichen. Zu diesen kann der Chant du Départ aber mit Sicherheit nicht gezählt werden, denn dieses Lied galt seit seiner Enstehung als grosser "Konkurrent" der Marseillaise und war besonders in der Armee fast noch beliebter als sie. Auch der Text des Chant du Départ erwähnt "Freiheit" und "Republik", er ist also im Prinzip nicht weniger antimonarchistisch als die Marseillaise. Napoleon hat sich daran offenbar nicht sonderlich gestört. Der gegenüber dem doch eher defensiven Charakter der Marseillaise erheblich aggressivere, offensive Ton des Chant du Départ scheint ihm als Mittel des Ansporns für seine Soldaten wichtiger gewesen zu sein als ein paar revolutionäre Schlagwörter.

        "Für Leclerc ist Méhuls Chant du Départ ein "chant guerrier", der auch beim rein instrumentalen Vortrag oder einer evtl. unpassenden Parodie "ne quitte point ses moustaches", d.h. die Melodie ist so prägnant, dass sie nie ihren Charakter verlieren kann." (Leclerc an IV, S.63; Schneider 1988, 449.)

        Tatsächlich scheint auch dieses Lied während des Kaiserreiches offiziell lediglich (oder doch vorwiegend) instrumental interpretiert worden zu sein, erklang aber auf jeden Fall wesentlich häufiger als die Marseillaise. Zur einzigen und offiziellen Nationalhymne Frankreichs hat es Napoleon trotzdem nie gemacht.

        Dasselbe trifft auch auf ein weiteres Revolutionslied zu, dass manchmal als "Hymne des Kaiserreichs" bezeichnet wird: Veillons au salut de l'Empire. Die Melodie ist die der Romanze Vous qui d'amoureuse aventure aus der komischen Oper Reynaud d'Ast von Dalayrac aus dem Jahre 1787. Der revolutionäre Text von 1792 wird manchmal einem Autor namens Girey-Dupré, meist aber einem Militärchirurgen namens Simon Boy zugeschrieben. NB: In der Revolutionszeit schrieb man "l'empire", also mit kleinem "e", und meinte damit "la Patrie". Mit dem "Empire" Napoleons hat dieses "Reich" also ursprünglich nichts zu tun.

        "Leclerc zufolge ist aus der "romance gracieuse" durch die Parodie Veillons au salut de l'empire ein "air belliqueux" geworden." (Leclerc an IV, S.63; Schneider 1988, 441.)

        Für Napoleon und seine Armee stand offenbar auch bei diesem Lied die anspornende kriegerische Qualität im Vordergrund, die ihm aufgrund seines kämpferischen Textes eigen war. Die Bedeutung des revolutionären, republikanischen Vokabulars wurde dadurch in den Hintergrund gedrängt. Die Leichtigkeit, mit der allein durch das Ersetzen eines Kleinbuchstabens durch einen Grossbuchstaben anstelle (bzw. gleichrangig mit) der republikanischen Patrie das kaiserliche Empire in den Text integriert werden konnte, dürfte das ihrige beigetragen haben. Auch dieses Lied wurde in der Kaiserzeit scheinbar überwiegend oder ausschliesslich instrumental vorgetragen.

        Auch diese "Hymne" wurde von Napoleon niemals zu DER Nationalhymne gemacht. Zusammenfassend kann man sagen, dass es unter Napoleon eigentlich nur eine Reihe bevorzugter Melodien gab, die bei offiziellen Anlässen gespielt wurden, aber eine einzige, offizielle französische Nationalhymne gab es unter seiner Herrschaft nicht. Die Marseillaise wurde übrigens nicht 1830 erneut zur französischen Nationalhymne, wie der Wiki-Text zum Chant du Départ impliziert, sondern erst 1879.
        Zuletzt geändert von Tellensohn; 27.03.2011, 11:07.

        Kommentar

        Lädt...
        X