Napoleon's Ziele

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  • Minni
    Neuer Benutzer
    Enfant de Troupe
    • 04.02.2007
    • 1

    Napoleon's Ziele

    Hallo alle zusammen!

    Ich habe lange im Internet und in Geschichtsbüchern über Napoleon recherchiert und habe viele unterschiedliche Meinungen und Informationen erhalten, die mich eher sehr verwirren als weiterbringen.

    Einer der Fragen, die mich immer wieder 'quälen' sind:

    -Was waren Napoleon's Ziele?
    -Was hat er sich erhofft?
    -Wie konnte er sich selber zum Kaiser krönen?
    -Wieso ließen Joseph Sieyès und Roger Ducos zu, dass Napoleon sich zum Kaiser krönt, da die beiden doch auch Konsule waren?

    Wäre nett, wenn ich mir konkrete Antworten geben könnt.

    Aber postet nicht immer Links zum alten Forum. Dort habe ich nämlich schon alles durchgesucht.

    Mfg,
    Minni.
  • HKDW
    Erfahrener Benutzer
    Colonel
    • 02.10.2006
    • 2978

    #2
    Das Errichten einer Erbdynastie, wie früher die Bourbonen, nur jetzt eben die Bonapartes.

    Kommentar

    • admin
      Administrator
      Colonel
      • 30.09.2006
      • 2697

      #3
      Eine vielschichte Frage ... hier meine Meinung dazu:

      1 - Napoleons Ziele bzw. Hoffnungen
      Ich denke, langfristige Ziele hat er bis 1798/99 nicht gehabt, dafür war sein Erleben der Zeitläufte zu wechselhaft, gar zu radikal veränderbar, als dass ein Einzelner damals schon weiter als vielleicht über das nächste "Projekt" hinausgehend denken konnte.
      Nach der Machtergreifung würde ich schon sagen, dass er seine Alleinherrschaft weiter stärken und sich im "Europäischen Konzert" der Regenten dauerhaft etablieren wollte. An ein Kaisertum wird er nicht im ersten Moment gedacht haben.
      Ab 1804 (Kaiserkrönung) war er auf die Etablierung einer Erbfolge bedacht (siehe Heiratspolitik) und ab diesem Zeitpunkt würde ich von einem "langfristigen" Ziel ausgehen - eben so, wie es HKDW in seiner unnachahmlichen kurzen Art ausdrückte.

      2 - Warum keine Hindernisse bei der Kaiserkrönung
      Hier greift meiner Meinung nach die Macht des Faktischen ... Napoleon hat sich für die Franzosen als "Friedensbringer" beliebt gemacht, er hatte die Armee hinter sich (auch die ehemals "revolutionäreren" Führer entweder vertrieben oder "gekauft") und eine sog. "Meritokratie" aufgebaut, die ihm ihre Position und Ehren verdankte.
      Ich glaube kaum, dass jemand zu diesem Zeitpunkt (außer mittels eines Attentats) die Möglichkeit gehabt hätte, Napoleon an seinem Weg zum Kaiser zu hindern.

      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

      Kommentar

      • Tiger
        Neuer Benutzer
        Soldat
        • 20.03.2008
        • 24

        #4
        Du fragst, warum Sieyés und Ducos nichts gegen die Krönung einzuwenden hatten?

        Ich glaube ein Konsul hieß später auch Cambarecés, oder so ähnlich.

        Napoleon sah sich selbst als das Oberhaupt Frankreich, er hätte niemanden neben sich geduldet.
        Des weiteren haben die beiden Napoleon auf dem Weg zur Macht unterstützt.
        Im Gegenzug versprach Napoleon, sie zu Konsulen zu machen.
        Am 09. November 1799 machte auch Napoleon den Putschversuch und nicht Sieyés oder Ducos.
        Napoleon wählte beide aus, weil er sie schnell "unschädlich" machen konnte,
        da sie seiner Meinung sowieso nicht widersprechen würden.

        Kommentar

        • Voltigeur
          Erfahrener Benutzer
          Tambour-Major
          • 29.10.2006
          • 305

          #5
          Tiger,

          Was schreibst Du denn da ?
          Ducos und Sieyés waren nie Konsul, beide waren nur für einen Monat provisorische Konsulen.
          Cambacérés war erst Konsul und dann "Archichancelier de l'Empire."
          Der dritte war Lebrun.
          Napoléon hatte niemanden etwas versprochen, er machte einfach die beiden die ihm am wenigsten Probleme machten zu Konsulen.
          Napoléon hätte Sieyés gerne behalten, doch der hatte schnell mitbekommen das seine Rolle nichts anderes als die einer Marionette sein sollte und sich zurück gezogen. Wie er selbst sagte, wolle er nicht das Mastschwein Napoléons sein.
          Einen Monat nach dem 18Brumaire kam die neue Constitution des l'an VIII und
          Sieyés setzte die drei Konsule ins Amt.
          Napoléon war der einzige der etwas zu sagen hatten, die beiden anderen waren nur Konsultanten.
          Wiedersprechen ? Wenn man nichts zu sagen hat, gibt es auch nichts zu wiedersprechen !

          Grüsse vom Voltigeur

          Kommentar

          • wufi
            Erfahrener Benutzer
            Tambour-Major
            • 03.10.2006
            • 311

            #6
            Tiger: " Napoleon wählte beide aus"

            Falsch! Ducos und Sieyés wählten umgekehrt Napoleon für den Putsch aus!
            Vor dem 18Brumaire war Napoleon der "Juniorpartner", der der die Armee auf ihre Seite bringen sollte. Erst im Verlauf des Tages wurde das durch die Ereignisse geändert, so dass am Abend Napoleon faktisch die Macht allein in den Händen hielt.
            Je l'ay emprins

            Kommentar

            • Lavalette
              Benutzer
              Caporal
              • 02.01.2007
              • 67

              #7
              So wie Wulfi kenne ich die Geschichte auch, Sieyes hat ein Schwert gesucht für seinen Staatsstreich und das hat sich dann selbständig gemacht. In der Schlacht von Novi fiel mit Joubert das erste Schwert. Moreau soll das zweite Schwert gewesen sein (auf die Nachricht von der Landung Napoleons bei Frejus soll er zu Sieyes gesagt haben:" Da haben Sie Ihren Mann, der macht Ihnen Ihren Staatsstreich viel besser als ich").
              Und dazu, daß Napoleon sich selbst gekrönt hat. Die Angst war wohl relativ verbreitet, daß Napoleon einem Attentat zum Opfer fallen könnte und es danach ein Machtvakuum gibt. Das Direktorium hatte die Republik aber beim Volk diskreditiert. Es blieb damals nur eine Monarchie. Die noch einflußreichen ehemaligen Konventsmitglieder und Königsmörder hatten jedoch aus verständlichen Gründen Angst vor eine Rückkehr der Bourbonen. Also wollte man sich lieber an den Mann anschließen, der "den Abgrund der Revolution geschlossen hatte". Dazu mußte man ihn krönen. Wenn der Papst ihn gekrönt hätte, wäre das ein Zeichen, das Napoleon als Kaiser von ihm abhängig gewesen wäre (der Gang nach Canossa war ein warnendes Beispiel). Und viele der ehemaligen Konventsmitglieder waren nicht nur Königsmörder, sondern auch Atheisten. Insofern war die Selbstkrönung nicht nur allein der Wille Napoleons.
              Sein wichtigste militärisches Ziel war wohl die Niederringung Englands. Und da die englische Wirtschaft schon zu Zeiten der Revolution die französischen Wirtschaft als großen Konkurrenten ausgemacht hatte, war die Antipathie wohl von beiden Seiten gegeben.
              "Die Nachwelt wird auf Grund von Thatsachen richten: Verläumdung hat mit der Zeit all ihr Gift verspritzt; ich werde jeden Tag an Ruhm gewinnen."
              Napoleon zu O'Meara am 9. Dezember 1817

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