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Quellenursprung eines Dialogfragments - Napoleon und Luise (Tilsit, 6. Juli 1807)

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  • Quellenursprung eines Dialogfragments - Napoleon und Luise (Tilsit, 6. Juli 1807)

    Das berühmte Gespräch zwischen Napoleon und der preußischen Königin Luise fand bekanntlich unter vier Augen statt, und alles, was wir über den Inhalt wissen, stammt aus mehr oder weniger zuverlässigen Quellen.

    Mir geht es nicht um den Wahrheitsgehalt, sondern um den Quellenursprung eines ganz bestimmten, immer wieder kolportierten Dialogfragments: Napoleon habe die Königin gefragt, wie Preußen es nur habe wagen können, ihn anzugreifen, worauf Luise erwidert haben soll: "Das Andenken des großen Friedrich hat uns irre geführt; wir glaubten ihm gleich zu seyn, und wir sind es nicht." (Zit. nach Barry E. O'Meara: Napoleon in der Verbannung, oder eine Stimme aus St. Helena. Stuttgart, Tübingen 1822. Bd. 2, S. 141.)

    Soweit ich die deutschen Quellen zum Gespräch zwischen Luise und Napoleon kenne (von Brinkmann, Prinzessin Luise von Radziwill), stammt die Dialogpartie nicht aus dem Umfeld der preußischen Königin, sondern aus französischen Quellen (dieser Hinweis findet sich in Heinrich Hartmanns Luise-Biographie, leider ohne weitere Quellenangaben). Der oben zitierte O'Meara, Napoleons englischer Wundarzt auf St. Helena, gibt nur Luises Äußerung wieder, nicht jedoch die einleitende Frage Napoleons.

    Bevor ich nun die umfangreiche Memoirenliteratur, die nach Napoleons Tod den französischen und deutschen Buchmarkt überschwemmte, durchforste, versuche ich's mal hier im Forum:

    Weiß jemand zufällig, wann und wo dieser Dialog - die vorwurfsvolle Frage Napoleons und Luises Friedrich-Antwort - zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

  • #2
    Hallo,

    nach den Memoiren des Fürsten Talleyrand fand dieses Gespräch nicht unter vier Augen statt:

    "Ich hatte die Ehre, sie einzuführen. "Wie konnten Sie es wagen, Madame", rief Napoleon ihr zu, "mit Ihren geringen Hilfsmitteln, mir, mir! den Krieg zu erklären?" - "Sire", entgegnete die Königin mit ruhiger Würde, "der Ruhm Friedrich II. ließ uns unsere Kräfte überschätzen." Ich gestehe, dass ich diese hochherzige Antwort hier im Audienzsaal zu Tilsit, noch dazu aus dem Munde einer Frau, und vollends einem Manne wie Napoleon gegenüber, ganz herrlich fand."

    Quelle: Talleyrand: Memoiren, Köln und Leipzig, Bd. 1, 1891 Seite 246-247

    Ich hoffe, ich konnte helfen!

    Grüße
    excideuil

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