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Thema: Fz 1807 - Gefangennahme Rgt. Niesemeuschel

  1. #11
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    die Karten leider wie bei google books üblich nicht aufgefaltet.

  2. #12
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    Standard Karte

    ...aus meinem Exemplar.

    Gruß, Tom
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  3. #13
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    vielen Dank, ich hatte nur eine SW Fotokopie, interessant auch die Kritik Schmölzels, auch in vorherigen Gefechtan an Lefevbre

  4. #14
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    Danke für die Ergänzungen aus dem Schmölzl und auch die Karte, Tom. Bevor wir jetzt hier in gegenseitigen Zuweisungen von selektiver Wahrnehmung abdriften, bitte auf die Ausgangsfragen von Da Capo eingehen.

    Lag die Unterordnung der Sachsen nicht aus dem bei den Franzosen noch vorhandenen Misstrauen gegenüber einem früheren Verbündeten Preußens, der erst ein halbes Jahr zuvor die Seiten gewechselt hat? Ich kann mir gut vorstellen, dass die militärische Führung Frankreichs hier Vorsicht walten lassen wollte und daher zunächst den Weg von "eingebetteten" Truppen gewählt hat. Für mich verständlich ... noch eins zu Jérome: er hat übrigens in späteren Berichten die Sachsen gewürdigt, daher denke ich, dass diese sich bei Kanth in der Tat nicht sehr rühmlich verhalten hatten - siehe auch den fehlenden Vermerk im ansonsten sehr empfehlenswerten Werk von Schuster/Franke über die Sächsische Armee.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  5. #15
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    Zitat Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Natürlich, Lefebvre hat sich abschneiden lassen, und musste dann Hals über Kopf flüchten, teilweise durch den Fluß, blamiert werden - fast schon wieder einmal die Sachsen (das bayerische Bataillon wird gar nicht erwähnt, auch die sind wohl mit ausgerissen - aber das war wohl politisch nicht opportun).
    Das wird übrigens auch im Völderndorff/Waradein sehr schön beschrieben, wo Lefebvre auch nicht die besten Noten erhält - und das aus bayerischer Sicht. Bringe die Passage in einem separaten Post.
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  6. #16
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    Standard Auszug aus Völderndorff/Waradein

    Und nun wie versprochen aus dem Völderndorff u. Waradein, der Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I., 1. Band, München 1826:

    Prinz Jerome, (seit 23ten April mit dem ersten Linien- oder Leib-Regiment Baiern wieder nach Schlesien zurückgekommen) hatte damals sein Hauptgelager mit dem baierischen Leib-Regiment zu Frankenstein, durch Verhaue und Redouten alles gegen Überfall wohl gedeckt, ein Bataillon des sechsten bayerischen Linien-Regiments zu Wartha, und seinen linken Flügel durch das sächsische Regiment Niesemeuschel verstärkt. Mit starken Abtheilungen waren die Straßen nach Silberberg und Glaz besetzt.

    Er und General Lefebre von einer feindlichen Bewegung belehrt, schickten ohne Vorzug (11ten May) den Major Schmitt vom 10ten Linien-Regiment, mit einem kleinen Corps Baiern (Anmerkung im Buch: Aus einer Compagnie des Leib-Regiments, einer des 10ten Linien-Regiments, fünf und zwanzig Dragonern von Minucci unter Lieutenant Baron Mager, und vier und zwanzig Chevaulegers des Regiments König unter Lieutenant Ferdinand von Zankt, bestehend) über Reichenbach hinaus, Kundschaft einzuziehen. Dieser erfuhr bald, daß der Major Losthin mit den Preußen auf Umwegen durchs Gebirge über Freiburg gegen Breslau ziehe. Er folgte rasch dessen Spur über Peterswaldau und Wüste-Giersdorf und gab dem General Lefebre Anzeige. Dieser brach eben so schnell (12ten May) mit einem kleinen Corps Baiern und Sachsen (Anmerkung im Buch: Mit dem 2ten Bataillon des bayerischen Leib-Regimentes unter Obristlieutenant Graf Waldkirch, 300 Mann des sächsischen Regiments Niesemeuschel, einer Escadron des bayerischen Regiments König-Chevaulegers und zwei bayerischen Kanonen unter Hauptmann Regnier) nach Leutmannsdorf auf, stieß folgenden Tags bei Freiburg zur Schar des Majors Schmitt, und erfuhr, der Feind werde in und bei Ober-Ober-Kanth übernachten.

    Ehe die Nacht vergangen war, plänkelte schon (14ten Mai) der Lieutenant Ferdinand Zandt, der mit 40 Schützen des Leib-Regiments und 24 Chevaulegers als Vorhut voran gegangen war, mit den preußischen Vorposten vor Kanth, und behauptete sich mit geringem Verlust, bis General Lefebre (4 Uhr Morgens) mit allem Kriegsvolk erschien. Nun durch das Bataillon Waldkirch unterstützt, durch ein Geschwader Chevaulegers unter Rituellster Strüpen und ein Geschwader Dragoner unter Lieutenant Grafen Carl Lodron auf den Seiten gedeckt, drang er gegen die Stadt an. Ein Wort des Oberstlieutenants Waldkirch war genug, alle zu entflammen. Zandt warf alles vor sich her nieder, drang in die Stadt ein, sprengte in dreihundert feindliche Reiter ein, die auf dem Marktplatz standen, trieb sie zum Thor hinaus, und behauptete dieses, nur mit Verlust eines seiner Tapfern. So bereitete er die Einnahme des Städtchens, welche der Hauptmann Brück mit der Grenadier-Compagnie des Bataillons Waldkirch vollendete. Die Preußen machten noch hin und wieder aus den Häusern Feuer. Es wurden hier 120 Mann gefangen genommen.

    Major Losthin stellte sich nun jenseits der Stadt, teils in ein Gehölz, teils hinter das Schweidnitzer Wasser auf, dessen Brücke er mit Nachdruck verteidigte. Als Oberstlieutenant Graf Waldkirch bemerkte, daß der Feind selbst durch das Kanonenfeuer nicht aus dem Gebüsch zu vertreiben sey, schickte er einen Zug unter dem Oberleutnant Grafen Taufkirch hinein. Dies wirkte. Nun befahl Lefebre mit gesamter Macht unverweilt über den Fluß zu gehen, und den Feind anzugreifen, der sich jenseits auf den Höhen mit zwei Feuerschlünden vorteilhaft stellte. Man ging hinüber. Graf Waldkirch entwickelte im heftigsten Feuer des Feindes die Schlachtordnung seines Bataillons, während ein Theil des sächsischen Bataillons Niesemeuschel, als Reserve, unter Befehl des bayerischen Majors Schmitt zurück blieb, zum Schutz der Brücke. Nun führte der tapfere Lieutenant Zandt die gesamte Reiterei rechts gegen die feindliche Reiterei auf der Höhe, und trieb dieselbe, trotz ihrer Ueberlegenheit, nach wildem Gefecht zurück, und verfolgte sie unablässig. Zu gleicher Zeit drang Graf Waldkirch gegen das Kartätschen- und Flintenfeuer der feindlichen Linie auf hundert Schritte vor; ihm folgten zwei Kanonen unter Hauptmann Regnier. Dann stürzte er gegen den Feind an. Dieser wankte. Und als der bayerische Lieutenant Kiefer ihm mit großem Muthe eine der Kanonen entriss, ward dies das Zeichen zum allgemeinen Rückzug der Preußen. Damit nicht zufrieden, schob Graf Waldkirch, während des Verfolgen seinen rechten Flügel immer weiter vor, um den in Unordnung geratenen Preußen den Rückzug gegen Breslau abzuschneiden, sie gegen das Schweidnitzer Wasser und das Bataillon Niesemeuschel bei der Brücke zu treiben, folglich sie zwischen zwei Feuer zu nehmen.

    Die Preußen, in Verzweiflung, nun überzeugt, nichts mehr, als Besitz der Brücke, könne sie vor gänzlicher Vernichtung bewahren, stürzten wüthend alle auf diesen Punct hin. Zu schwach gegen den Anprall solcher Masse, wichen die Sachsen, zumal sie viele der ihrigen und selbst den Major Schmitt, ihren Führer getötet sahen. Die Eroberung der Brücke beruhigte die Preußen. Schnell sammelten und ordneten sie sich, und Major Losthin ward itzt angreifender Theil. Denn er sah, daß die Baiern, ihres Sieges gewiss, noch zerstreut und ordnungslos, wie im Verfolgen, kamen. Er rückte auf sei an. Weder Lefebre's, noch Waldkirch's, noch aller Offiziere Bemühen war itzt fähig, ihren Kriegern die vorige Haltung, oder, in solcher Verwirrung, die verlorne Brücke wieder zu geben. Die Flucht begann! Doch lieber den Tod, als Gefangenschaft wählend, stürzten sich alle dem General Lefebre nach in die Wellen des Schweidnitzer Wassers, damals hoch von Regen- und Bergströmen angeschwollen. Hauptmann Regnier ward die beiden bayerischen Kanonen in die Tiefe des Flusses. Der Junker von Ehlingensberg rettete die Fahne des Bataillons aus den Händen des Feindes, riss sie dann von ihrer Stange, schlang sie um den Leib und sank mit ihr, getroffen von feindlichen Kugeln, in den Wellen unter.

    Jenseits des Wassers sammelte und ordnete Graf Waldkirch die Baiern wieder, zu denen nun erst, nach vollendetem Gefecht und beim ungestörten Rückzuge, auch der tapfere Lieutenant Zandt kam, welcher die preußische Reiterei in stürmischer Hitze nur allzuweit verfolgt hatte. Mit einem Verlust von 53 verwundeten und 123 vermissten und gefangenen Soldaten, ungebeugt durch dies Unglück, welches noch durch manches wackern Mannes That geadelt worden war, zogen die Baiern den Weg nach Schweidnitz. Auch Hauptmann Hugenpoet, der zu Kanth mit seiner Compagnie die gefangenen Preußen bewacht hatte, machte mit denselben seinen glücklichen Rückzug, welchen ausgezeichnet tapfer mit einer kleinen Abteilung dieser Compagnie der Lieutenant Griesenböck gegen den Andrang des Feindes deckte.
    ... Fortsetzung folgt
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  7. #17
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    General Lefebre aber, nur Rache atmend, noch in nassen Kleidern, eilte auf Kurierpferden nach Schweidnitz voraus, ließ da eine preußische Kanone beweglich machen, und sammelte an hundert Mann durch Schlesien ziehender Franzosen und 400 polnische Uhlanen zu sich. Mit diesen Ulanen, mit der Escadron Chevaulegers unter Lieutenant Zandt, mit der preußischen Kanone unter Hauptmann Regnier flog er folgenden Tags (15ten Mai) nach Fürstenstein. Hauptmann Brück mit der zweiten Grenadier-Compagnie des Leib-Regiments, und mit den Schützen desselben Oberlieutenant Baligand folgten im schnellsten Laufe auf Wägen. Gleiche Richtung nahm Graf Waldkirch mit seinem Bataillon und den hundert Franzosen.

    Es hatte nämlich General Lefebre wohl berechnet, Major Losthin werde sich, nach dem Gefecht bei Kanth, schwerlich gegen Breslau weiter hin bewegen, sondern seine Gefangenen und seine Beute in Sicherheit zu bringen suchen, und von drei Wegen nach Glatz oder Silberberg, am liebsten den sichersten durchs Gebirge über Striegau und Freiburg wählen. Er hatte sich in der Vermutung nicht betrogen. In der Nähe von Fürstenstein sah man die Preußen auf dem Wege von Hohenfriedberg und Adelsbach gegen Waldenburg ziehen.

    Alsbald sprangen Grenadiere und Schützen vom Wagen, in die Schlachtreihe mit der Reiterei. Lefebre führt sie rasch gegen die Mitte des feindlichen Zuges auf die Anhöhe, wo sich die Preußen sogleich ordneten und lebhaftes Kanonenfeuer machten. Lefebre zog nun auch seine preußische Kanone vor. Hauptmann Regnier that nur drei Schuss. Er erkannte, daß die Stücke, aus welchen der Feind antwortete, dieselben waren, welche er den Tag vorher befehligt hatte. Die Preußen hatten sie wieder aus dem Schweidnitzer Wasser gezogen. "Brüder", schrie Regnier den Reitern zunächst zu: "Soll uns der Feind aus unsern eignen Stücken beschießen? Frisch auf, brave Baiern, mir nach!" Und der sprengte wild gegen das wohlbekannte Geschütz. Die erste Kanone ward sogleich von ihrer Bedienung verlassen. Fünf preußische Husaren umzingelten ihn bey der zweiten; einen haut er vom Roß, die andern bieten ihm Gnade an. Er hört nicht, ist daran unter ihren Streichen zu fallen, als ihm der Artillerie-Corporal Voigt, der Chevauleger Michael Bausch zuspringen. Die vier Husaren fallen getötet. Lieutenant Zandt erscheint mit der gesammten Reiterei und sein Einhauen in die ganze feindliche Linie vollendet nicht nur die Wiedereroberung der beiden bayerischen Kanonen, sondern auch die beiden preußischen werden noch dazu erbeutet. - Nun hatte Hauptmann Brück, als er mit dem bayerischen Fußvolk anrückte, leichtes Spiel. Die Preußen wurden geworfen. Man hatte bald eher Unbewaffnete zu beschützen, als zu bekämpfen. Major Losthin sah alle Siegesfrucht des vorigen Tages verloren, und bei 600 Tote und Verwundete der Seinigen auf dem Kampfplatz. Er selbst mit 15 Offizieren und 350 Mann ward gefangen. Aber zu weit voraus waren gegen Glatz schon die Tags zuvor bei Kanth in Gefangenschaft geratenen Baiern. Sie wurden, nebst der vom Feind wieder aus dem Schweidnitzer Wasser gezogenen Fahne nach Glatz gebracht. Hinwieder hielten nun die Baiern mit allen preußischen Gefangenen und den erbeuteten Feldstücken ihren feierlichen Einzug (17ten May) in Breslau.
    Ein doch, gegenüber den Sachen, eher wohlwollender Bericht; interessant noch die gegenseitige Nutzung der Kanonen.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  8. #18
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    Standard Zitat aus Regimentsgeschichte der bayerischen Artillerie

    Aus Geschichte des 1. Feldartillerie-Regiments Prinz-Regent Luitpold, von Rudolf von Hylander, Band 2, folgender Vermerk zu den Sachsen:

    Lefebvre beschloss nun, mit den Bayern den feindlichen linken Flügel anzugreifen [MS: sie sind schon über die Brücke hinaus jenseits des Schweidnitzer Wassers], während die Sachsen als Reserve hinter dem linken Flügel an der Brücke zunächst halten sollten. Unter dem heftigen Feuer des Feindes entwickelten sich, rechts schiebend, die bayerischen Kompanien mit Zwischenräumen südlich des eben erwähnten Gebüsches bis zur Vierräder Mühle, vor der Mitte der Artilleriezug am Wege nach Krieblowitz, rechts die Kavallerie. Dann trat die Infanterie zum Angriff an, während Regnier trotz heftigen Feuers und einiger Verluste gegen die feindliche linke Flanke vorfuhr. Den Einbruch wartete aber die preußische erste Linie gar nicht ab, sondern floh, den links stehenden 3Pfdr. zurücklassend, während die bayerische Kavallerie die preußische warf. Durch drei Kompanien ließ Lefebvre die fliehende Infanterie verfolgen, indessen die übrigen durch eine Schwenkung links den noch stehenden rechten preußischen Flügel aufzurollen versuchten. Gleichzeitig gingen die Sachsen in der Front gegen diesen vor. Da, in diesem für die Preußen äußerst kritischen Augenblicke, wandte sich das Kriegsglück ihnen zu. Eine einzige Salve der preußischen Compagnie von Clausewitz, auf nahe Entfernung abgegeben, und ein sofort darauf folgender Bajonettangriff genügten, und das sächsische Bataillon ganz zu zersprengen. Nun wandte sich der preußische rechte Flügel gegen die Bayern, und auch deren linke sammelte sich wieder. Ihrem gemeinsamen Ansturme konnten die Unseren nicht widerstehen, ein panischer Schrecken ergriff die Infanterie. Das zweite Pferd Regniers wurde erschossen; sich am Schweife von Lefebvre Pferd festhaltend, eilte er zu den Geschützen zurück und wollte sie abprotzen lassen. Aber auch hier hatte die Angst schon ansteckend gewirkt, keiner gehorchte mehr, alles floh in wildem Durcheinander. Die Flucht konnte aber nur über den Steg an der Vierräder Mühle gehen, da die Brücken schon in Feindeshand waren. Alles wälzte sich auf diesen schmalen Übergang, der natürlich kaum für Fußgänger ausreichte; vielen von ihnen und allen Berittenen blieb nichts übrig, als sich in die stark angeschwollene, reißende Weistritz zu stürzen. Am schlimmsten waren unsere Geschütze daran, die sich der größten Gruppe Fliehender angeschlossen hatten. Sie gelangten nicht einmal bis an das Wasser, schon vorher bleiben sie in den sumpfigen Wiesen stecken. Als alle Anstrengungen der Pferde vergeblich schienen und die Preußen aus unmittelbarer nähe sie schon mit Kartätschen beschossen, auch ein Vorstoß der Compagnie des 10. Infanterie-Regiments gescheitert war, befahl Regnier, in der Überzeugung, daß die Kanonen unrettbar verloren seien, die Stränge abzuschneiden und sich einzeln zu retten. Es geschah, und alles, mit Ausnahme von drei Mann und fünf Pferden, gelangte glücklich über das Wasser. Regnier und Korporal Voitl hatten dabei Gelegenheit, den Gen. Lefebvre zu retten, dessen Pferd von der Strömung weggerissen worden war. So waren seit Hohenlinden zum ersten Male wieder bayerische Geschütze in Feindeshand gefallen, aber ohne unsere Schuld. Und wie wir sehen werden, sollten sie in ruhmvoller Weise zurückerobert werden.
    Der Ausschnitt weist auf einen sehr effizienten Angriff der Kompanie Clausewitz (der Clausewitz?) hin, dem die Sachsen wohl nichts entgegen setzen (wollten?) - zumal die Bayern offensichtlich auch in Unordnung waren.

    Offensichtlich wurden die bayerischen Kanonen nicht versenkt - da sich die Regimentsgeschichte auf den Bericht Regniers im Archiv bezieht; das als Unterschied zum Auszug des Völderndorff u. Waradein ... und da die Geschichte mit der Rückeroberung so pathetisch ist, findet sich in der Regimentsgeschichte eine Reproduktion eines Ölbildes, das die o.a. Episode von Regnier mit den preußischen Husaren zeigt - diese hier anbei.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
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  9. #19
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    auch sehr selbstkritisch

    . Ihrem gemeinsamen Ansturme konnten die Unseren nicht widerstehen, ein panischer Schrecken ergriff die Infanterie

  10. #20
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    Laut Höpfner, Der Krieg vom 1806 und 1807, Band IV, S. 374 Ende Mai 1807 nach Schlesien kamen aus Dresden 2 sächsische Grenadier-Bataillone, die dem 9. Korps zugeteilt wurden.
    Weiss jemand eventuell etwas mehr über diese Einheiten (Zusammenstellung, Kommandeure, etc) ? Ich wäre dankbar für jede Information.

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