O, vielen Dank für den Clip, erinnert mich an eine längst vergangene Zeit in meinem Leben.
Ja, deutlich zu sehen, dass es Mäntel sind, die naturgemäß unter dem Tornistergurt spannen.
Auf einer bildliche Darstellung etwas vorher ist allerdings zu sehen, dass der Mantel auch im Feld " untergeschnallt " ist.
Ist es möglich, dass die Preußen hier von der russischen Handhabung abweichen ?
Wie auch immer, vielen Dank, ich habe jetzt Vorstellungen.
Pr.Mäntel 1812-15
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Das ist wie vieles in Preußen ein russische Mode ;-)
Warum Kaiser Alexander das schön fand, weiß ich aber auch nicht ...
Das Manteltuch war in der Regel kein dicker Deckenstoff wie heute, sondern eher dünn.
Hier, bei 4:02, eine russische Re-Enactment-Gruppe, die das Mantelrollen sehr gut hinbekommen hat:
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Vielen Dank für diese Ansicht.
Von der Vostellung her war mir das schon klar.
Ob das aber in Praxi so elegant aussah, wage ich zu bezweifeln.
So ein langer Mantel mit derben Stoff und unterfüttert war kaum so dünn zusammen zu legen.
Das Bild zeigt wohl das Prinzip, jedoch nicht annähernd die Realität, meine ich.
Gibt es eine Erklärung, warum zur Parade " untergeschnallt " wurde ?
Seine Majestät der König von Peußen wird sich sicher dabei was gedacht, oder wie bei anderen Angelegenheiten einfach bei den Russen abgeschaut haben !?
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Hier, wie es aussah:Zitat von Suworow Beitrag anzeigenIch stelle mir das zur Parade ziemlich kompliziert vor !?
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"§582. Der Mantel wurde bei den Fußtruppen früher stets en bandoulière getragen, und zwar im Feldanzüge über Tornister und Lederzeug, zur Parade unter denselben ..."
Wie bitte ist das zu verstehen ?
Ich stelle mir das zur Parade ziemlich kompliziert vor !?
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Nur der guten Ordnung halber: Der Offizier trägt sicher den Überrock (Surtout), keine Litewka.Zitat von admin Beitrag anzeigen- rechts schön ein Soldat im grauen Mantel zu sehen - beachte den Unterschied zur Litewka der Offiziere (siehe links).
Schöne Grüße
Markus Stein
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Vielen Dank Markus.
Dann werde ich meine "Mantelpreußen " in einen dunklen grau bemalen.
Denke mal das ich bis September die ersten fertig habe und stelle dann mal Bilder ein.
Schöne Grüße Dirk
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Regimentsgeschichte 1. Westpreußisches Infanterie-Regiment
In der sehr guten Regimentsgeschichte von Conrady über die Geschichte des Königlich Preußischen Sechsten Infanterie-Regiments, von seiner Stiftung im Jahre 1773 bis zu Ende des Jahres 1856 (Glogau 1857) zitiere ich eine Passage aus der umfangreichen Beschreibung zur neuen Uniformierung ab 1808:
Beigefügt auch die schöne Tafel aus dem Buch mit der Uniformierung 1808 - rechts schön ein Soldat im grauen Mantel zu sehen - beachte den Unterschied zur Litewka der Offiziere (siehe links).In Stelle der nun eingehenden wollenen Decken erhielt jeder Unteroffizier und Gemeine einen Mantel von grauem Tuche, welcher bis unter die Wade reichte, und in den Aermeln, wie im obern Theile, mit grauer Leinwand gefüttert war. Er war mit karmoisinrothem Kragen und weißen Achselklappen versehen. Die Tragezeit der Mäntel war auf 48 Tragemonate berechnet, wobei aber nur die Zeit, in der die Mäntel wirklich getragen wurden, also bei Revüen, Märschen und Kommandos in schlechter Jahreszeit, in Berechnung kam. Außerdem erhielt jede Compagnie alle 4 Jahre 6 Wachmäntel. Von den wollenen Decken bekam jede Compagnie 10 Stück als Krankendecken.
Schöne Grüße
Markus SteinAngehängte Dateien
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Hallo Dirk,
das ist eine recht allgemein gehaltene Frage, daher kann man auch nur mit allgemeineren Antworten dienen - hier aber die Zitate aus zwei Standardwerken zur Preußischen Armee:
1) Mila Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee 1808-1878
2) Pietsch Formations- und Uniformierungsgeschichte des preußischen Heeres 1808 bis 1914 - Band 1§576. ... Die Grundfarbe ist dunkelgrau.
§577. Die Mäntel waren für die Armee von König Friedrich Wilhelm I. 1713 oder 1714 ganz abgeschafft worden und wurden erst zufolge Allerhöchster Kabinets-Ordre vom 6. November 1807 wieder etatsmäßig.
§578. Der Mantel der Fußtruppen reichte ursprünglich bis unter die Wade; 1814 wurde er verkürzt, so daß er nur bis an die obere Wade reichte ...
§579. Anfänglich hatten die Mängelkragen bei den berittenen und unberittenen Truppentheilen außen die volle Farbe der Kragen des Dienstrockes (beim Brandenburgischen Kürassier-Regiment ponceauroth) ...
§580. Der Mantel hatte ursprünglich nur auf der linken Schulter eine Achselklappe; durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 30. August 1809 wurde bei den Fußtruppen (wegen der veränderten Tragweise des Tornisters) und durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 22. Januar 1810 bei der Kavallerie auch auf der rechten Schulter eine Achselklappe eingeführt. - Die Achselklappen waren beiden Kürassieren und der Garde du Corps von jeher weiß, ohne farbige Einfassung; die übrigen Truppentheile hatten ursprünglich auf den Mänteln ganz gleiche Achselklappen wie auf den Montirungsröcke ...
§581. Die Mäntel haben vorn in Einer Reihe sechs metallene Knöpfe von der Farbe des Montirungsrockes und hinten am Verengerungslatz einen Knopf; die Kavallerie-Regimenter können jedoch an diesem Latz zwei Knöpfe anbringen. Die Knöpfe waren ursprünglich flach ...
§582. Der Mantel wurde bei den Fußtruppen früher stets en bandoulière getragen, und zwar im Feldanzüge über Tornister und Lederzeug, zur Parade unter denselben ...
Ich habe mal noch die Zeichnung aus dem Pietsch zu den Mänteln beigefügt - dort bitte die Abbildung 1 mit den Rückenfalten sowie den Knopf der Nummer 2 beachten.Mantel der Mannschaften
Am 6.11.1807 führte eine A.K.O. für die ganze Armee bis an die Wade reichende Mäntel ohne Taschen ein. Graumelliert nannte man sie bis in unsere Zeit. Tatsächlich waren sie bald fast schwarz geworden (CAVE: das Werk deckt den Zeitraum bis 1914 ab, daher dürfte das "Schwarz" eher für die nachnapoleonische Zeit gelten). Kragen und Achselklappe, deren bis zum 30.8.1809 nur links eine, von da an auch rechts getragen wurde, entsprachen denen des Rockes. Bei der Garde hatte der erstere jedoch keine Litzen. Achselknöpfe waren stets die gleichen wie die sechs vorderen, also ohne Kompanie-Nummer. Die Knöpfe hatten damals nicht gewölbte, sondern platte Form. Hinten saß schon 1807 der drei Finger breite Gurt, durch einen Knopf verschließbar. Den Rücken herunter liefen fünf bis sechs Falten von der unteren Kragennaht ausgehend.
Am 18.10.1813 wurden für Wintermäntel graue Kragen mit farbigen Patten befohlen. Diese sind wohl nur während des Krieges und einige Zeit nachher getragen, später wurde der Kragen wieder vollfarbig ...
Wenn Du bestimmte Einheiten darstellen willst, könnte man vielleicht noch spezifischere Angaben machen. Schreib' also bitte in diesem Thread, wenn noch weitere spezifischere Informationen benötigt werden.
Schöne Grüße
Markus SteinAngehängte Dateien
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Pr.Mäntel 1812-15
Da ich demnächst einige Pr. im Mantel bemalen will wollte ich mal nachfragen ob die wirklich wie man immer sieht einheitlich Grau waren ?
Ich kenne nur Abbildungen wo die Infanterie komplett in grau,ohne Farbunterschiede gezeigt wird.Es wird ja immer geschrieben das die Preußen sehr knapp waren was die Uniform bzw.Ausrüstung betrifft und da würde ich wenigstens denken das es da Farbunterschiede gab.Vielleicht ja nicht so bunt wie bei den Franzosen,da gab es ja alles von Braun-Beige bis verschiedene Grautöne
Danke und schöne Grüße Dirk

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Der Schlitz könnte auch ein Riß sein - oder die Modetorheit eines freiwilligen Jägers
Die Kragen sind meiner Meinung nach alle stehende offene Kragen, ganz der Vorschrift entsprechend.
Ich habe zum Vergleich mal die Abbildung des Mantels vom Leib-Infanterie-Regiment (aus Thomas Hemmans Ausgabe der Landecker Bilderhanschrift) angehängt.Angehängte DateienZuletzt geändert von Sans-Souci; 16.03.2013, 12:42.
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Durch die Art der Fertigung, also die Zeichnung mit Tusche, erscheint es mir jünger. Auch ist der Mantel des Jägers der dem Betrachter seinen Rücken zugewandt hat, geschlitzt. Desweiteren sieht es so aus, als ob die Jäger rechts auf dem Bild, ihren Mantelkragen hochgeschlagen haben, hingen die beiden stehenden Jäger links, nicht. Nach meinem bisherigem Kenntnisstand, dürfte es nicht möglich sein, den Mantelkragen "hochzuschlagen".
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Die Handschrift auf dem Bild würde in die Napoleonische Zeit - und danach - passen. Auch die Mäntel - wenngleich etwas kurz - entsprechen dem, was ich erwarten würde.
Nur die Tschakoform scheint mir leicht "modern" (1830er Jahre), doch wäre so eine Abweichung bei frewilligen Jäger vielleicht schon möglich.
Was läßt Dich vermuten, daß das Bild aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt ?
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Guten Morgen,
gestern hat man mir ein Bild zugesandt, welches ursprünglich in einem anderen Forum schon einmal öffentlich gestellt wurde. Es stellt Freiwillige Jäger im Frankreichfeldzug 1814 dar. Alle tragen einen Mantel, welcher mir sehr sonderbar erscheint. Auch glaube ich, daß das Bild wesentlich jünger, 50 - 60 Jahre später, ist, als die Bezeichnung vermuten läßt Was hält das hochgeschätzte Publico von diesem Bild?Angehängte Dateien
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Vielen Dank für die Antworten. Vor allem das mit dem Streifen auf dem Kragen habe ich vorher noch nie gehört. Das ist ja sehr interessant !
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