Sauerweid: Uniformes de la Garde de Sa Majesté le Roi de Westphalie

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  • Sans-Souci
    Erfahrener Benutzer
    Colonel
    • 01.10.2006
    • 2127

    Sauerweid: Uniformes de la Garde de Sa Majesté le Roi de Westphalie

    In einem Brief an Roger Forthoffer vom 21. Oktober 1965 schreibt Jean Brunon bezüglich einiger Tafeln über die Westphälische Garde du Corps (Fiches documentaires, nos. 61-80 - ich habe diese Serie leider nicht):

    Sie erlaubt uns, eine Bestandsaufnahme zur Identifikation der Tafeln zu machen, aus denen sich zwei verschiedene Ausgaben von Sauerweid zusammensetzen ["faire le point pour l'identification des planches composant deux suites distinctes de Sauerweid"]
    Weiß jemand mehr darüber ? Gab es aufgrund von Uniformänderungen nacheinander zwei Ausgaben ?

    Die Bilder aus der Kunstbibliothek Berlin hat Markus ja hier online gestellt:



    Blätter von Sauerweids Sachsen, Polen und Westphalen gibt es hier:



    Eine teils falsch kolorierte Ausgabe liegt in Kassel:

    https://datenbank.museum-kassel.de/5...jektliste.html

    Hier ein Beispiel:

    30764.jpg

    aber sonst habe ich bisher keine zwei verschiedenen Serien identifizieren können.
  • Sans-Souci
    Erfahrener Benutzer
    Colonel
    • 01.10.2006
    • 2127

    #2
    Am 12. August 1811 verlangte Napoleon, daß in Sachsen und Westphalen jeweils ein leichtes Lancier-Regiment gebildet werden sollte:



    Am 9. Oktober 1811 erschien im Westphälischen Moniteur die Nachricht:

    Se. Majestät haben den 3ten Oktober [1811] dekretirt,
    1) daß das Regiment der Chevaulegers der Garde mit Lanzen bewaffnet, und Chevaulegers Lanziers der Garde genannt, und
    [2)] daß das erste Linien-Chevaulegers Regiment ebenfalls mit Lanzen bewaffnet, und erstes Regiment der Chevaulegers-Lanziers genannt werden soll.
    Da in der Serie von Sauerweid über die Uniformen der Westphälischen Garden ein Chevauléger lancier de la Garde mit Lanze abgebildet ist, dürfte die Entstehungszeit dieses Werkes in das Jahr 1811 - oder sogar 1812 - fallen, nicht 1810, wie fast überall vermutet.

    20140113225959-e3c9baaf-me.jpg

    Das Dekret zur Organisation der Königlichen Garden vom 25. Dezember 1810 sah bereits "eine pohlnische Lanze für die erste Eskadron" dieses Regiments vor. Das erklärt, weshalb Pinhas bei seiner im Mai 1811 veröffentlichten Tafel mit einem Capitaine des Chevauxlegers de la Garde im Hintergrund Chevaulégers mit Lanzen abbildet. Die Sauerweid-Tafeln dieses Regiments, die ich kenne, sind jedoch alle mit dem erst im Oktober 1811 eingeführten neuen Regiments-Namen bezeichnet:

    2ix9qcFvqmMnsP8Lsin3RNO11RNvxE1aAD7CXskTazQ8nWqpKgVieEnIkKAh3LZa.jpg
    Zuletzt geändert von Sans-Souci; 19.03.2025, 10:29.

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    • Sans-Souci
      Erfahrener Benutzer
      Colonel
      • 01.10.2006
      • 2127

      #3
      Ich habe letzte Woche in Berlin eine interessante Akte gefunden (GStA PK, V. HA, Nr. 656), mit Korrespondenz zur Anfertigung der Sauerweid-Serie. Sauerweid wird darin übrigens mit keinem Wort erwähnt, es wird nur mit einem Verleger Heinrich Rittner in Dresden verhandelt. Die Serie mit Uniformen der Westphälischen Garden war zunächst auf 17 Tafeln, nach Art der kürzlich erschienenen Serie über die Uniformen der Sächsischen Armee, geplant, dafür wurden 17 Zeichungen nach Dresden geschickt. Nicht darin inbegriffen waren die später als Blatt 19 und 20 bezeichneten Tafeln mit der Garde-Artillerie. Die gemeinhin als Blatt 5 und 6 bezeichneten Tafeln sind verschiedene Kolorierungen derselben Drucktafel eines Capitaine Général de la Garde zu Pferd. Am 30. Juli 1811 wurde entschieden, daß eine Auflage von 40 kolorierten Exemplaren plus den Drucktafeln bestellt werden solle.

      Der Vertrag mit Heinrich Rittner wurde am 18. Juli 1811 in Dresden geschlossen, die letzte Kupferplatte wurde am 18. Dezember 1811 übergeben.

      Die Tafelserie sollte sehr genau sein, zum Beispiel schreibt Joseph Jérôme Siméon, damals westphälischer Gesandter in Dresden, am 23. Juli 1811 an den Kabinettssekretär Bruyère in Kassel, er brauche zusätzlich zu den Zeichungen, die er als Vorlage erhalten habe, dringend noch Zeichnungen der Muster der Stickereien der Aides de Camp, des Colonel-Lieutenant der Gardes du Corps und der höheren Offizier der Chevau-légers de la Garde, sowie Zeichnung des Säbelgriffs der Chevau-légers de la Garde. Zumindest die letztere Zeichnung scheint aber nicht angekommen zu sein, wenn man die entsprechende Tafel ansieht.

      Am 20. Juli 1811 schrieb Siméon nach Kassel, die Zeichnung des Chasseur-Carabiners zeige ihn mit einer Tasche an der Seite (gibecière) und Pulverhorn, er habe aber gehört, die seien durch eine Patronentasche und Tornister ersetzt worden. Sein Vorschlag, die Vorlage für die Tafel zu ändern, wurde am 30. Juli 1811 gutgeheißen.



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