kdf10
lese bitte alles im zusammenhang !diese scheiß zitateklopferei geht mir so
auf den senkel !,..sorry..wenn ihr hier alles besser wisst wieso führt man
hier dann solch sinn...lose diskusion ? ,vieles wird aus den zusammenhän-
ge gerissen,......seitenweise werden bücher zitiert...,das ist das gleiche
ablauf-chema wie das letzte..:hitler u.napoleon
sorry...auf solch traid hab ich keine lust u.hinterher ist man auch nicht
schlauer,da giebt es besseres u.wichtigeres zu..tun !
wunderts euch das hier sich immer ein u.die selben sich zu wort melden ?
da lasse ich das lieber..
bon ! le tabac
Napoleon 1805 -1815
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La Jonquiere : un important matériel de guerre et de grands appoovisionnements : une soixante de pièces de cannons, avec beaucoup de munitions,; 400.000 rations de biscuit, 2.000 quintaux de riz, de l'ogre et de l'huile ...
tome 4, Seite 273
Ces ressources étaient précieuse pour permettre de franchir dans de bonnes conditions les dernière étapes, de Jaffa à Saint-Jean-d'Acre
Seite 273
Die Lebensmittelknappkeit ist ein gern gebrauchtes Lügenmärchen um das Massaker zu entschuldigen.
Hätte die Garnsion alle Lebensmittel vernichtet wäre der elend schlecht organisierte Syrien Feldzug, dank der logistischen Inkompetenz Bonapartes schon bei Jaffa zusammengebrochen.
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Napoleons erster Brief war vom 8. Januar 1807, der zweite vom 19, Januar. So schnell ist die erste Wut also nicht verraucht und vergangen. Ganz im Gegenteil. Im ersten Brief befahl er 30 der Hauptschuldigen zu füsilieren, 200 oder 300 in die Zitadellen Frankreichs zu schicken, und einen Ort zu verbrennen. Im zweiten Brief, der ist allerdings an Berthier gerichtet, heißt es: "Schreiben sie dem General Lagrange, dass meine Intention ist, dass die beiden kleinen Städte Eschwege und Hersfeld verbrannt werden oder dass die 60 Schuldigsten dieser Städte und ihrer Umgebung erschossen und dass ein Drittel arretiert und nach Frankreich geführt werde. (...) 200 Personen wenigstens müssen mit ihrem Kopf diese Insurrektion bezahlen."Zitat von le tabac Beitrag anzeigenda napoleon in der regel nie rachesüchtig war..war erst seine erste wut verraucht u.vergangen
Hat das "oder" dem General Lagrange Spielraum gegeben? Tatsächlich wurde nur ein bisschen gezündelt und ein "bisschen" erschossen.
GrußZuletzt geändert von KDF10; 14.01.2011, 15:55.
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napoleon
gesichert ist auch,das der badische major ,,von ling,,die ihn aufgetragene
zerstörung hersfeld ,direkt u.geschickt umgangen hat ! was zweifellos von
seinen französischen vorgesetzten gedeckt wurde ! nachteile sind ihn da-
durch nicht erwachsen.
da napoleon in der regel nie rachesüchtig war..war erst seine erste wut
verraucht u.vergangen,konnte er in solchen fällen durchaus großzügig sein
....u.mit ganz großer sicherheit wird er nicht alles erfahren haben ! aber
sicher ist auch, das dieses handeln seiner generäle bzw.untergebenen in
hessen ganz in seinen sinne war !
bedenkt,massenpsychologie war napoleon nicht fremd u.es war für ihn ..
sicherlich eine positive propaganda,das die geschehnisse in hessen nicht
weiter ausarteten bzw.durch seine millitärgouverneuren ohne seines
wissen,s gemildert wurden.
er begriff, nur.. vergaß es es gelegentlich,..das öffentliche milde häufig
weit wirksammer war u.ist,als brutale härte bzw.brutales durchgreifen.
le tabak
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Zu Bad Hersfeld habe ich bei Wikipedia etwas gefunden, dort sind dann auch Quellenangaben; demnach geht es dabei wohl um die Story von Johann Baptist Georg Fidelius Lingk bzw. Lingg, seit 1827 Lingg von Linggenfeld, dem sogenannten "Mann von Hersfeld", einem badischen Offizier. Der hatte den Befehl, Hersfeld an allen vier Ecken anzuzuenden, nur symbolisch ausgefuehrt, in dem er 4 minderwertigere Gebæude anzuendete; die befohlene Pluenderung unterblieb.Zitat von Sans-Gêne Beitrag anzeigenWo kann ich diese Geschehnisse in Hessen 1806 nachlesen? Hast Du eine Quelle dazu?
Als Einstieg ist die gesamte Story bei "Geschichte Bad Hersfeld" bei Wiki nachzulesen.
Zu Eschwege habe ich auf die schnelle nichts gefunden.
Gruss, muheijo
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Eckart Kleßmann: "Deutschland unter Napoleon in Augenzeugenberichten" - Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1965 - ab Seite 237 und später ab Seite 247. Hab das Buch aus der hiesigen Staddtbibliothek. Eventuell findest du es in einer Bibliothek in deiner Nähe. Hab gerade noch einmal nachgelesen, es war General Lagrange, und die Ortschaften, die verbrannt werden sollten, waren auf ausdrückliche Anweisung Napoleons Eschwege und Hersfeld. Le Tabac hat in dem Punkt recht. Der entscheidende Punkt war, dass Napoleon eine Revolte in seinem Rücken Ende 1806 / Anfang 1807 nicht gebrauchen konnte.Zitat von Sans-Gêne Beitrag anzeigen@KDF10
Wo kann ich diese Geschehnisse in Hessen 1806 nachlesen? Hast Du eine Quelle dazu?
GrußZuletzt geändert von KDF10; 14.01.2011, 14:10.
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@KDF10
Wo kann ich diese Geschehnisse in Hessen 1806 nachlesen? Hast Du eine Quelle dazu?
Zu den Geschehnissen in Jaffa lohnt es sich noch eine andere Stimme eines anerkannten Historikers einzuholen, welcher diese Ereignisse seitens der Korrespondenzen und historischer Quellen, vor allem auf englischer Seite recherchiert hat.
John Holland Rose schreibt dazu:
Insofern äußert sich John Holland Rose als eine objektive Stimme von englischer Seite.Übermütig gemacht durch diesen Sieg über einen grausamen und verhassten Feind, begannen die Soldaten in der Stadt zu plündern und zu morden, als zwei Adjutanten einer starken Schar der Verteidiger, die in einer großen Karavanserei Zuflucht gesucht hatte, Pardon versprachen; und deren Leben wurde dann auch von den Siegern, obwohl mit Widerstreben geschont.
Bonaparte tadelte seine Adjutanten (Eugène de Beauharnais, Anm. Sans-Gêne) heftig wegen ihrer übel angebrachten Milde. Was soll er jetzt mit diesen 2500 oder 3000 Gefangenen tun? Man konnte ihnen nicht soweit trauen, um sie mit den Franzosen zusammen dienen zu lassen; außerdem reichte der Mundvorrat kaum für Bonapartes eigene Leute aus, die laut darüber klagten, diesen mit Türken und Albaniern teilen zu müssen. Die Gefangenen konnten auch nicht nach Ägypten geschickt werden, wo sie Unzufriedenheit verbreitet haben würden; nur 300 Ägypter wurden in die Heimat entlassen. (1) Schließlich ließ Bonaparte die übrigen Gefangenen auf das Ersuchen seiner Generale und Soldaten an der Küste erschießen. Die böswillige Behauptung, dass er diesen verhängnisvollen Befehl bereitwillig erteilt habe, ist nicht erwiesen. Im Gegenteil zögerte er damit drei Tage lang, bis die wachsenden Schwierigkeiten und die lauten Klagen der Soldaten ihm diesen Befehl als letztes Auskunftsmittel abnötigten.
Überdies hatten mehrere von den Schlachtopfern gegen Bonaparte bereits in El Arisch gefochten und somit ihr Versprechen gebrochen, gegen die Franzosen während dieses Feldzuges nicht mehr zu kämpfen.
Lanfreys Behauptung, es liege kein Beweis vor, dass dies dieselben Soldaten gewesen sein, ist im Hinblick auf ein Dokument das ich im Archiv der britischen Admiralität gefunden habe, unhaltbar.
Unter den Depeschen von Sir Sidney Smith findet sich auch eine solche von dem Sekretär Djezzars, datiert aus Akka vom 01. März 1799, in welcher der Pascha den britischen Kommodore dringend bittet, ihm zu Hilfe zu kommen, weil seine (Djezzars) Truppen El Arisch nicht hätten halten können; d i e s e l b e n T r u p p e n hätten auch Gaza verlassen und wären in großer Furcht vor den Franzosen in Jaffa.
Vom militärischen Standpunkt lässt sich das Blutbad von Jaffa vielleicht verteidigen, und Bonapartes zögernde Genehmigung steht in einem vorteilhaften Gegensatz zu dem Verhalten vieler Generale in ähnlicher Lage. Vielleicht ist ein Zwischenfall wie der in Jaffa geeignet, der Menschheit die Augen für die entsetzlichen Zwangsmittel zu öffnen, durch welche der Kriegsruhm bisweilen gewonnen werden muss.
(1) Berthier: "Memoires"; Belliard: "Bourrienne et ses Erreurs", der auch Bourrienne berichtigt. Was die von Lanfrey geleugnete Lebensmittelnot anlangt, so vergleiche man darüber Kapitän Krettly: "Souvenirs historiques". (*3), (*2)
Und natürlich kann man jeden historischen Bericht mit zweifelnden Fragen versehen, zu deren abschließender Beantwotung selbst hunderte Augenzeugenberichte nicht in der Lage wären und aufgrund unterschiedlicher Motive, wahrscheinlich keine zwei gleichen Meinungen zustande kämen. Das nennt man dann zerreden.
Ich halte es nicht für unmöglich, dass in einer Lebenssituation in der alle Sinne durch Adrenalin geschärft sind (und wo wenn nicht im Kriege), man sich ziemlich genau merken kann, welche Gesichter einem schon mal begegnet sind, wenn man sich Auge in Auge gegenüber steht.
Zumal die "Individualität" in Kleidung und Aussehen für eine Personenerkennung, in einer Armee die an allem Mangel leidet, ziemlich groß ist und offenbar 10 000 sachkundige französische Zeugen zur Verfügung standen, um festzustellen wer zu Djezzars Truppen gehörte.
Auch in der französischen Armee war diese "Individualität" auch in "fetten Jahren" nie vollständig unterdrückbar.
Ich denke auch, dass es hier unnötig ist auszuführen, dass es Spuren an Gesicht und Händen von Schwarzpulver, Blut und Hirn hinterlässt, wenn man wochenlang im Felde steht und Mann gegen Mann kämpft.
Dass man da ziemlich sicher im Urteil sein konnte, bestätigt schließlich die Depesche von Djezzar an Sir Sidney Smith.
Interessant finde ich, die Schilderung des Hintergrundes für den Tadel Napoleons an Eugène de Beauharnais und damit zwischen dem erfahrenen General und dem jugendlichen Idealisten, den Rose hier heraus gearbeitet hat und der uns ein Motiv für die scheinbar unterschiedlichen Standpunkte in den Memoiren Napoleons und Beauharnais liefert.
Persönlich bin ich ohnehin der Meinung, dass Eugène de Beauharnais vermutlich auch der bessere Thronfolger für Napoleon gewesen wäre, wenn dieser nicht auf Vermittlung und Einfluss Talleyrands und Metternichs, die feiste Österreicherin geheiratet hätte.
Ob und warum Napoleon diesen Gedanken der Erbfolge verworfen hat, darüber habe ich leider noch nichts gelesen. Traute Napoleon Eugène nicht zu, Frankreich regieren zu können?
Vielleicht hat jemand ja eine Quelle dazu?
(*3) Die geleugnete Lebensmittelnot, die Lanfrey gegen Napoleon ins Spiel brachte, scheinen andere dann einfach abgeschrieben zu haben.
Insofern dürften die Forschungen Kircheisens schon eine ausgezeichnete Informationsquelle über Napoleon I. sein.
(*2) "Napoleon I." Unter Benutzung neuen Materials aus dem britischen Staatsarchiv von John Holland Rose, Litt.D. Autorisierte deutsche Übersetzung von Professor Dr. R.W. Schmidt, Stuttgart 1906 Druck und Verlag Greiner & Pfeiffer, Bd. 1, 9. Kapitel, Seite 196 / 197.Zuletzt geändert von Sans-Gêne; 14.01.2011, 13:54.
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napoleon
du..musst das schon richtig wieder geben..wir müssen uns egal was über
napoleon geschrieben u.gesagt wurde eines im klaren sein !er war u.blieb
ganz ein mensch des ,,ancien regime,, ! krieg führen nur u.einzig reguläre
soldaten u. nicht bzw.keine zivilisten ! viele seine anordnungen,..befehle
müssen unter dieser, seiner einstellung zur kriegsführung in betracht gezo-
gen werden.
das es bürger...handwerker..tagelöhner u.entlassene hessische soldaten
es wagten ! auf eigene rechnung...auf eigener faust gegen franz.militär,
(in seinen augen gegen frankreich zu kämpfen),..war für den keiser geradezu
ein ,,affront,,eine beleidigung die er auf grund seiner einstellung nicht hin-
nehmen konnte !
es ging besonders um die städte ,,eschwege,, u.,,hersfeld,, u.es spricht für die im hessischen komandierenden generale ( lagrange u.barbot ),das !
die in seiner wut gegebene befehle die städte nieder..zu..brennen,den auf-
stand gnadenlos niederzuschlagen u.mind.30 rädelsführer zu erschießen
milderten ,überhaupt nicht weitergaben bzw.ausführten.sie ignorierten die
befehle,ohne es an energischen durchgreifen fehlen zu lassen.
das hat nichts mit clever zu..tun,diese generäle lehnten es ab,sich zum henkern machen zu
lassen u.das ist gesch.verbürgt ! heute würde man sagen :,,sie haben menschlich gehandelt,,
gruß le tabacZuletzt geändert von le tabac; 14.01.2011, 13:06.
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Man kann sich nicht Tausende von Gesichtern merken, schon gar nicht, wenn sie aus einem anderen Kulturkreis kommen, und für den durchschnittlichen Europäer alle gleich aussahen.
Ich frage mich nur, nicht zum ersten Mal, wusste Napoleon wirklich was seine Armee machte? Die großen Richtlinien gab er vor, zweifellos, und wenn er verlangte, dass wortbrüchige Gefangene erschossen werden sollten, dann wurden halt welche erschossen. Ob sie wirklich wortbrüchig waren, war nebensächlich.
Ein Beispiel aus dem Jahr 1806. Es gab Aufstände in Hessen, Napoleon befahl dem dortigen Gouverneur, ich glaube es war General Lagrange, 30 Rädelsführer zu erschiessen und ein Dorf oder eine Kleinstadt, aus denen die Rädelsführer kamen, zu vernichten. Bei den Unruhen wurde übrigens nur ein französischer Soldat getötet. Wenige Tage später gab Napoleon über Berthier den Befehl 60 Rädelsführer und zwei Dörfer oder Kleinstädte zu verbrennen. Es wurde kein Dorf oder eine Kleinstadt verbrannt und nur neun angebliche Rädelsführer wurden erschossen. Hat der zuständige Gouverneur Napoleon gemeldet: Entgegen ihres Befehls haben wir nur neun Rädelsführer erschossen? Ganz sicher nicht. Er wird gemeldet haben, die Rädelsführer wurden erschossen. Die Leute damals waren genauso clever, wie wir heute, und nicht jeder Befehl wurde 1:1 umgesetzt.Zuletzt geändert von KDF10; 13.01.2011, 21:51.
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Kircheisen hat eben die Sache nicht tief genug erforscht, im Thread über dieses Thema sind wir ja an diverse Grenzen gestoßen, einige Sachen bleiben unklar, wie eben ob überhaupt ein Teil der Garnison auf Angebot auf Schonung kapituliert hat.
Diese Behauptung, wie auch die des Nahrungsmangels verpuffen in Schall und Rauch beim Studium von Augenzeugen, die La Jonquiere und Schur zitieren.
Fakt ist - dass Bonaparte nicht wußte was er mit den Gefangenen machen sollte und ließ sie kurzerhand massakrieren, es waren ja auch Kinder dabei.
Bonaparte hat ja auch seine Armee in Stich gelassen, verübeln kann es ihm wohl keiner - er kam eben raus aus Ägypten - eine Sachgasse seiner Karriere, das hätten alle anderen Franzosen auch gerne gewollte, der Rest was sauer, der hat sich verraten und verkauft gefühlt - näheres - nicht bei Kricheisen sondern.
Henry Laurens : Kléber en Egypte 1798 - 1800, (mit den Befehlen und Briefwechseln Klébers) , 4 Bände, Institut Francais D'Arcéologie Orientale, 1988
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Zur Gefangenerschießung in Jaffa, Napoleons Erklärung dazu:
habe ich eine praktische Frage: Wie konnte man aus den drei- oder viertausend Gefangenen diejenigen wiedererkennen, die schon in el-Arisch kapituliert hatten ?Ich machte also Gebrauch von dem im Krieg geltenden Recht, Soldaten die unter solchen Umständen in Gefangenschaft geraten, erschießen zu lassen. Ich befahl, dass von der türkischen Garnison von Jaffa diejenigen, welche ich in Kalaat-el-Arisch zu Gefangenen gemacht hatte und trotz ihres gegebenen Wortes in Waffen gegen mich wiederfand, erschossen würden. Alle übrigen – es war noch eine beträchtliche Zahl – blieben am Leben.
Daß man sich einzelne Gesichter merken kann, ist klar, aber hunderte oder tausende ?
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Für die Rückkehr Napoleons soll es sogar einen Befehl des Direktoriums gegeben haben. Dieser Befehl hat ihn aufgrund der schlechten Verbindungen nicht erreicht. Könnte natürlich auch sein, dass das nur ein Rechtfertigungsgrund war.
Grüsse
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Auch hier finden wir aus den Forschungen von Kircheisen einen Standpunkt mit mehr Substanz und Quellennähe:Zitat von excideuil Beitrag anzeigenBonaparte ein Verbrecher, ein paar Monate später ließ er seine Armee im Stich, war de facto Deserteur.
Somit wären wir wieder im ungetrübten Bilde! Und soweit im neutral - weltanschaulichen Bilde war man bereits schon einmal vor der Zeit des GröFaZ.Es ist durchaus abwegig und zeugt von völliger Unkenntnis des wahren Sachverhalts, Bonaparte zu beschuldigen, er habe seine Armee in Ägypten feig im Stich gelassen und sei nach Frankreich geflohen. Dieser Unsinn, den man in allen für die Forschung völlig wertlosen Werken der Gegner Napoleons findet, wird durch die nackten, nüchternen Tatsachen glatt widerlegt. Ganz abgesehen von der moralischen Seite - es gehörte gewiß großer Mut und tollkühne Entschlossenheit dazu, den Versuch zu wagen, mit ein paar armseligen, schlecht segelnden Schiffen das von der vereinigten englisch - türkisch - russisch - portugiesischen Flotte besetzte Mittelmeer zu durchkreuzen. Selbst eine so enragierte Feindin Napoleons wie Frau von Stael muss zugeben, "dass es Wahnwitz wäre, wollte man seine Abreise von Ägypten als Feigheit bezeichnen".Ebensowenig wie Bonaparte die Absicht hatte, von Syrien aus einen Feldzug gegen Indien oder Konstantinopel zu unternehmen (s.Anmerkungen Seite 26/29, 86/87 ), rechtfertigte die politische und Lage ein längeres Verweilen des Generals in Ägypten. Die Expedition nach Ägypten war ursprünglich doch nur zu dem Zweck unternommen worden, die englische Flotte im Mittelmeer fernzuhalten, um dadurch die Landung in Irland und den Angriff auf die englische Küste zu erleichtern. Als Napoleon im Frühjahr 1798 Frankreich verließ, herrschte im übrigen Frieden auf dem Kontinent. Der Vertrag von Campo-Formio sicherte Frankreichs Eroberungen in Oberitalien und am Rhein; mit dem Deutschen Reich (HRRDN, Anmerkung Sans-Gêne) und den übrigen Koalitionsmächten war man im Begriff, sich auf dem Kongreß von Rastatt zu einigen. Während dieser Zeit hatte Napoleon Ägypten erobert und das Land zur französischen Kolonie gemacht, die sich unschwer behaupten konnte, wenn sie in absehbarer Zeit Verstärkung aus dem Mutterland erhielt. Wollte man das eroberte Land auch nicht dauernd behaupten, so war es doch auf alle Fälle ein wertvolles Tauschobjekt, durch das Frankreich bei den künftigen Friedensverhandlungen mit England seine verlorenen Kolonialgebiete in Indien zurückerhalten konnte. Napoleons Aufgabe war erfüllt; der Angriff der Türken auf Ägypten war siegreich abgeschlagen worden und ein tüchtiger Unterführer konnte das von ihm begonnene Werk weiterführen. Er hatte außerdem von Anfang an nur mit einem kurzen Aufenthalt im Orient gerechnet; aus seinen Briefen an das Direktorium geht hervor, dass er bereits im Herbst 1798 wieder in Frankreich sein wollte, um persönlich den gegen England geplanten Angriff zu leiten. Noch am 25. Juli 1798 schrieb er an seinen Bruder Joseph: "In zwei Monaten kann ich in Frankreich sein". Dieser Plan wurde jedoch durch die Vernichtung der französischen Flotte bei Abukir (1./2. August 1798, Siehe Band II Seite 380 ff.) durchkreuzt. Napoleon musste sich nun vollends in den Besitz des Landes setzen und es vor einer feindlichen Invasion schützen. Aber schon im Herbst 1798 denkt er wieder an die Rückkehr: "Sobald ich weiß," schreibt er am 07. Oktober 1798 an das Direktorium, "welchen Entschluss die Türken fassen werden und das Land ruhiger geworden ist, ferner, sobald unsere Befestigungen weiter fortgeschritten sind, was gewiss nicht mehr lange dauern kann, werde ich mich zur Rückkehr nach Europa entschließen".
Man war in Ägypten fast völlig vom Mutterland abgeschnitten; infolge der englischen Küstenblockade trafen oft monatelang keine Nachrichten aus Frankreich ein. Erst im Februar 1799, unmittelbar vor Napoleons Aufbruch nach Syrien, erhielt er durch Hamelin Post und kurzen Bericht über die Lage in Europa (Siehe Seite 26) Sofort meldete Bonaparte dem Direktorium, dass er nach Europa zurückkehren werde, wenn es dort wirklich zum Krieg kommen sollte.
Der Krieg brach aus und während Bonaparte durch Syrien und Palästina zog, gingen seine Eroberungen in Italien verloren, wurde Frankreich von allen Seiten von Feinden bedroht.
Die Zeitungen, die er nach der Schlacht von Abukir (11. Juli 1799, Anm. von Sans-Gêne) von Sir Sidney Smith erhielt, zeigten ihm deutlich genug, in welcher verzweifelten Lage sich Frankreich befand. Der Sieger von Arcole und Rivoli durfte nicht länger im Orient bleiben, die Pflicht rief ihn in die Heimat zurück. Dort, in Oberitalien, vielleicht auch am Rhein, musste sich das Schicksal Frankreichs und damit auch die Zukunft Ägyptens entscheiden. Die politische und militärische Notlage Frankreichs zwang Napoleon zur ungesäumten Heimkehr, denn nur ein Mann von seinem Format konnte das Vaterland noch in elfter Stunde retten. Das waren die wahren Motive von Napoleons Abreise aus Ägypten. Nur Ignoranten fabeln heute noch von "feiger Flucht" und "Instichlassen der Armee". (Vergl. Kircheisen, a.a. S 61 ff.) (*1)
Napoleon wäre auch der erste Deserteur gewesen, der sich von der Truppe entfernend, direkt in die Hände der Gerichtsbarkeit begibt, die schon mit lang und erfolgreich getesteten Hinrichtungsmethoden auf Deserteure wartete.
Da hat sich wohl jemand den Begriff des Deserteurs, in der "Emotion des Beitrages" nicht so ganz in der Bedeutung des Wortes klar gemacht.
Außerdem was wäre das wohl für eine ehrenhafte Gruppe von "Deserteuren":
*1 "Napoleon die Memoiren seines Lebens" in neuer Bearbeitung herausgegeben von Friedrich Wencker-Wildberg in Verbindung mit Friedrich M. Kircheisen, Gutenberg-Verlag Christensen & Co. Wien, Hamburg, Zürich 1930 / 31, Band V, Seite 92 und 93.Begleitet von drei ranghohen Generälen - Berthier, Lannes und Murat - und einer Handvoll Offiziere, darunter Andréossy, Marmont, und Bessières, Angehörigen seiner Garde und 200 Mann der Guides, segelte er nach Frankreich. (*2)
*2 "Die Napoleonischen Kriege" von Gunther Rothenberg, Brandenburgisches Verlagshaus 1999, Seite 54.Zuletzt geändert von Sans-Gêne; 13.01.2011, 19:24.
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Dieser (vermutlich auch wieder im Zitat) „verkürzten“ Darstellung, durch die (in heutiger Zeit immer mehr) mit militärischen Erfordernissen und Entscheidungen eines Truppenführers Unvertrauten, ein völlig falsches Bild von den Zusammenhängen in Jaffa gezeichnet wird, möchte ich gern den (vollständigen) Kommentar des Herausgebers der Wencker-Wildberg – Ausgabe von Napoleons Memoiren entgegenhalten, welche auf jahrzehntelange Forschungen der Quellen dieser Zeit beruhten, welche in der „Bibliographie des napoleonischen Zeitalters einschließlich der Vereinigten Staaten von Amerika“ (Berlin 1908 – 1912) von Friedrich M. Kircheisen gipfelten und bis heute noch internationales Renomée und Beachtung erfährt."Mit dem Hafenstädtchen Jaffa sind zwei düstere Reminiszenzen verbunden, die für die syrische Kampagne insgesamt charakteristisch sind. Bonaparte wollte diese Kampagne von Anfang an als einen "Feldzug der verbrannten Erde" führen, also Galiläa in eine Wüstenei verwandeln. Das zeigt vor allem das Massaker an über viertausend osmanischen Gefangenen, mit dem die französischen Truppen, nachdem sie im eroberten Jaffa eine Nacht und einen Tag lang barbarisch gehaust hatten, auf Befehl Bonapartes am 8. März begannen." [1] [2] (Hervorhebung von mir)rte
Die Erschießung der Gefangenen von Jaffa, die zum großen Teil aus der wortbrüchigen Garnison von Kalaat-el-Arisch bestand, bot den Gegnern Napoleons willkommenen Anlass schärfster Kritik. Um den Fall objektiv zu beurteilen, muss man sich die schwierige Lage vergegenwärtigen, in die Napoleon sich durch diesen plötzlichen Zuwachs an Essern versetzt sah, deren Zahl (3000) nahezu einem Drittel der ganzen französischen Armee (10 000 Mann) entsprach.
Tapfere Gegner hat Napoleon stets ehrenvoll behandelt und sinnlose Grausamkeit lag durchaus nicht in seinem Charakter. Außerdem legte Napoleon besonderen Wert darauf, sich mit der türkischen Regierung nicht zu verfeinden, sondern vielmehr den Sultan von seinem Bündnis mit England und Russland zu trennen und für Frankreich zu gewinnen. Wir haben gesehen, auf welch geschickte Weise Bonaparte Sympathien der ägyptischen und arabischen Notabeln zu erwecken verstand, indem er mit dem Koran kokettierte und ihnen die Möglichkeit der Wiederherstellung eines mächtigen nationalen Kalifenreiches als Lockvogel vorhielt.
In gleicher Weise suchte er sich mit den Türken anzufreunden. Eine großmütige Geste gegenüber den Gefangenen von Jaffa hätte ihm also auch in dem Lager des Serasliers Achtung und Gegenliebe erringen können – wenn sein Djezzar Pascha nicht ein Barbar und asiatischer Despot gewesen wäre, der sich um keine Gesetze des Völker – und Kriegsrechtes kümmerte. So ließ er nicht nur Napoleons verschiedene Briefe unbeantwortet, sondern auch dem Parlamentär, der nach Jaffa geschickt wurde, um den Pascha im Auftrag Bonapartes zur Übergabe aufzufordern, gegen jeden Brauch hinrichten und den Kopf des Unglücklichen auf einer Lanze von den Wällen herab höhnisch den Franzosen zeigen. Gefangene machte Djezzar Pascha überhaupt nicht; wer von den Franzosen den Türken in die Hände fiel, wurde erbarmungslos niedergemetzelt. Diese orientalische Art der Kriegsführung, musste Napoleons Soldaten aufs äußerste erbittern, zumal sie sahen, auf welche hinterhältige Weise die Großmut ihres Führers von der Besatzung von Kalaat-el-Arisch vergolten wurde.
„Hätte ich diesen Leuten nochmals das Leben geschenkt und sie wieder auf ihr Ehrenwort entlassen, so hätten sie sich sofort nach Akka begeben und es wäre nochmals geschehen, was sich hier ereignet hatte. Aus Gerechtigkeit gegen meine eigenen Soldaten und weil jeder Heerführer sich als Vater seiner Soldaten und diese als seine Kinder betrachten soll, durfte ich diese nicht hingehen lassen,“ sagte Napoleon am 21. Januar 1817 zu O’Meara.
„Einen Teil meiner ohnehin schon stark zusammengeschmolzenen Armee als Wache für die Wortbrüchigen abzugeben, war unmöglich. Hätte ich anders gehandelt, als ich tat, so hätte ich wahrscheinlich den Untergang meiner ganzen Armee verschuldet. Ich machte also Gebrauch von dem im Krieg geltenden Recht, Soldaten die unter solchen Umständen in Gefangenschaft geraten, erschießen zu lassen. Ich befahl, dass von der türkischen Garnison von Jaffa diejenigen, welche ich in Kalaat-el-Arisch zu Gefangenen gemacht hatte und trotz ihres gegebenen Wortes in Waffen gegen mich wiederfand, erschossen würden. Alle übrigen – es war noch eine beträchtliche Zahl – blieben am Leben. Ich würde das, was ich damals tat, befände ich mich heute in der gleichen Lage, wieder tun. Und ebenso würde auch Wellington und jeder andere General unter ähnlichen Umständen gehandelt haben.“
Alle entgegengesetzten Behauptungen der in militärischen Dingen unwissenden Historiker noch der napoleonfeindlichen Militärs (z.B. Lanfrey in seiner hasstriefenden „Histoire de Napoleon“ 1865-1867) vermögen keinen sachlich überzeugenden Gegenbeweis zu führen, dass Napoleon sich damals nicht in einer verzweifelten Zwangslage befand. Die eiserne unerbittliche Notwendigkeit des Krieges kennt keine rührselige Moral. Napoleon konnte und durfte nicht anders handeln, als er tat – das ist heute die Ansicht der streng objektiv urteilenden Militär – und Fachhistoriker. „Die Handlung Bonapartes ist in moralischer Hinsicht durchaus zu verwerfen“, sagt Kircheisen (a.a. O. IV, 19). „Vom militärischen Standpunkt aus betrachtet, erscheint sie indes nicht allein gerechtfertigt, sondern für die Sicherheit des französischen Heeres nahezu geboten.“ Mit diesem Urteil darf die unfruchtbare Debatte über die Erschießung der Gefangenen wohl als abgeschlossen betrachtet werden. (*1)
Leider war dies nur Wunsch des Herausgebers, der von Kircheisen bearbeiteten „Memoiren Napoleon I.“, denn nach einer Zeit der Objektivierung der geschichtlichen Betrachtung Napoleons und einer propagandabereinigten Aufarbeitung der Epoche von der Französischen Revolution bis zum Ende des Grand Empire, in der späten Kaiserzeit Deutschlands und vor allem in der Weimarer Republik, kamen dann die Nazis, welche mit Sieburg und anderen „bekennenden Nationalsozialisten“ den ganzen Hass in unzähligen Reprints und Neuauflagen erneut ausschütteten und den Buchmarkt in Deutschland mit abgeschriebenen Lügen und hahnebüchenen Behauptungen überschwemmten. Und dies bis heute!
Natürlich mag die Metapher „vom Vater und seinen Kindern“ Napoleons bezüglich seiner Soldaten, für heutige Ohren pathetisch klingen. Aber so war nun mal die Sprache dieser Zeit und selbst von Blücher ist bekannt, dass er sich dieser Metapher bediente, wenn er seine Soldaten ins Gefecht schickte und manche in den ebenso sicheren Tod.
Wenn man allerdings an der Oberfläche des Themas "Napoleon" von Tarlé sofort zu den Schutzbehauptungen und Zwecklügen eines Talleyrand findet, dann ist mir allerdings einiges klar.
*1 "Napoleon die Memoiren seines Lebens" in neuer Bearbeitung herausgegeben von Friedrich Wencker-Wildberg in Verbindung mit Friedrich M. Kircheisen, Gutenberg-Verlag Christensen & Co. Wien, Hamburg, Zürich 1930 / 31, Band V, Seite 45 und 46.Zuletzt geändert von Sans-Gêne; 13.01.2011, 19:30.
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