Gesucht wird ein Offizier mit dem Namen Alexandre Freulon

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  • Gardekosak
    Erfahrener Benutzer
    Tambour-Major
    • 24.03.2015
    • 252

    Gesucht wird ein Offizier mit dem Namen Alexandre Freulon

    Hallo,

    ich bin im Besitz von Teilen eines französischen Bandoliers für einen Offizier der leichten Kavallerie oder der reitenden Artillerie aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ich würde diese Beschläge in die napoleonische Zeit einordnen. Besonders interessant ist eine Inschrift auf der Endzunge. Dort steht soweit ich es richtig lesen kann:
    Alexandre Freulon
    14 rue Isabeau
    L Hay Roses
    Seine

    Es könnte eventuell der Name des ehemaligen Besitzers sein. Ich habe zwar schon etwas recherchiert, aber bisher leider ohne Erfolg. Hat jemand von Euch schon einmal von einem Offizier mit dem Namen Alexandre Freulon gehört?
    Ich würde mich über jeden Hinweis von Euch freuen. Vielen Dank im Voraus.

    Axel

    IMG_1931(1).jpg

  • Aide de Camp
    Erfahrener Benutzer
    Tambour-Major
    • 14.12.2020
    • 294

    #2
    Hallo Axel,

    ich habe in den Findbüchern zu den Personalakten der französischen Subalternoffiziere, die zwischen 1791 und 1847 dienten, einen Offizier mit gleichlautendem Namen gefunden:

    Alexandre Freulon, geboren am 21.11.1778 in Viré (Sarthe), Sous-Lieutenant.

    Leider ist sein Regiment nicht verzeichnet. Aber vielleicht lässt sich in seiner Personalakte etwas finden. Die Aktennummer im Kriegsarchiv in Paris/Vincennes lautet: 2Ye 1604.

    Beste Grüße
    Immo

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    • Gardekosak
      Erfahrener Benutzer
      Tambour-Major
      • 24.03.2015
      • 252

      #3
      Hallo Immo,

      vielen Dank für Deinen Hinweis. Das ist schon ein großer Lichtblick. Der Name scheint nicht all zu häufig gewesen zu sein. Kann man die Personalakte kopieren lassen oder nur vor Ort einsehen? Es wäre wirklich sehr interessant diese Fundstücke einer Person zuordnen zu können.
      Gruss
      Axel

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      • Aide de Camp
        Erfahrener Benutzer
        Tambour-Major
        • 14.12.2020
        • 294

        #4
        Ja, die Akten können sowohl kopiert als auch persönlich eingesehen werden. Beides ist allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden. Am besten eine Anfrage in Vincennes stellen. Es kann allerdings mehrere Monate bis zur Bearbeitung kommen und ich weiß auch nicht, wie hoch die Kosten dafür liegen.

        Bequemer ist der persönliche Besuch, aber auch der muss langwierig organisiert werden. Zuerst braucht man einen Leseausweis, um überhaupt reingelassen zu werden. Der muss in der Regel vor Ort mit Ausweiskontrolle beantragt werden, was eine Sache von einer halben Stunde ist, aber das Bestellen der Akten muss langfristig vorher (ca. 2-3 Wochen) online erfolgen. Bei den Personalakten kommt erschwerend hinzu, dass die Findbücher bisher nur in kleinen Teilen online gestellt sind. Man muss also vor Ort sein, um die Aktennummer in den Findbüchern zu finden, online mit Wochen Vorlauf bestellen und gleichzeitig schauen, ob in einem gesonderten Kalender im Lesesaal noch Besucherplätze für die Akteneinsicht an dem gewünschten Tag zur Verfügung stehen. Das Ganze macht den Besuch für Ausländer wirklich unpraktisch und kostenintensiv!

        Und dann weiß man nie, was sich in der Akte verbirgt. Ich habe schon des Öfteren Akten bekommen, in der sich außer einem Auszug aus dem Geburtsregister gar nichts befand. Manchmal hat man auch Glück und die Akte ist 100 oder mehr Seiten stark. Dafür darf alles fotografiert werden! (ohne Blitz!)

        Ein lückenloser État de Service findet sich meistens in den Pensionsakten (Signatur 2 Yf), allerdings sind da auch die Unteroffiziere mit bei und das Suchen der entsprechenden Personen ist eine Qual und auch nur vor Ort möglich. Dort ist noch gar nichts digitalisiert!

        Sollte der Truppenteil bekannt sein, könnte auch in den "Contrôles des Officiers" etwas zu finden sein. Jedes Regiment hatte eine eigene Akte, in der Zu- und Abgänge der Offiziere des Regiments mit Lebensdaten, Geburtsort, État de Service, Verwundungen und manchmal Auszeichnungen verzeichnet sind (Signatur 2 Yb) ...

        Man fühlt sich also wie ein Goldwäscher...



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        • Aide de Camp
          Erfahrener Benutzer
          Tambour-Major
          • 14.12.2020
          • 294

          #5
          Es gibt übrigens in der Aktenserie vier Offiziere mit Nachnamen Freulon, aber nur einen mit dem Vornamen Alexandre.

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          • Gardekosak
            Erfahrener Benutzer
            Tambour-Major
            • 24.03.2015
            • 252

            #6
            Hallo Immo,

            ich weiss noch nicht wie ich jetzt weiter vorgehe. Wenn dieser Alexandre Freulon zeitweise Offizier der leichten Kavallerie gewesen wäre, ist es sehr wahrscheinlich das es sich um die selbe Person handelt. Vielleicht gibt es auch noch Nachfahren in dem auf dem Beschlag angegebenen Ort. Ist dieser Alexandre Freulon als Sous-Lieutenant aus dem Dienst ausgeschieden? Aus welchem Jahr stammt dieser Eintrag?
            Vielen Dank.
            Gruß Axel

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            • Aide de Camp
              Erfahrener Benutzer
              Tambour-Major
              • 14.12.2020
              • 294

              #7
              Hallo Axel,

              ja, ich nehme an, dass er als Sous-Lieutenant ausgeschieden ist. In den Findbüchern für die Personalakten wird das in der Regel so verzeichnet. Gut möglich, dass er zu Beginn seiner Karriere Unteroffizier gewesen ist und später erst zum Offizier gewählt oder ernannt wurde. Es kann aber auch sein, dass er aufgrund gesundheitlicher oder anderer Gründe einfach noch in sehr jungen Jahren aus dem aktiven Dienst geschieden ist. Die Gründe werden sich nur in der Personalakte oder der Pensionsakte finden...so es eine gibt.

              Dass im Findbuch der Personalakten sein Regiment nicht vereichnet ist, lässt für den informativen Inhalt der Akte nichts Gutes erahnen. Die Findbuchersteller in Vincennes schreiben normalerweise das Regiment aus dem Aktenmaterial heraus, damit Offiziere gleichen Namens unterschieden werden können.

              Ich fürchte, weitere Einzelheiten lassen sich nur über eine Akteneinsicht in die Personalakte oder die Pensionsakte herausfinden. Bei Geneanet.org ist er nicht verzeichnet.

              Im Anhang der Auszug aud dem Findbuch für die Aktenregistratur GR 2 Ye 1604...

              Beste Grüße

              Immo

              Findbucheintrag Freulon.jpg
              Zuletzt geändert von Aide de Camp; 19.07.2026, 21:10. Grund: Fehlerhafte Aktenregistratur berichtigt...

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              • Gardekosak
                Erfahrener Benutzer
                Tambour-Major
                • 24.03.2015
                • 252

                #8
                Hallo Immo,

                Besten Dank für Deine Hilfe. Mal schauen wie ich weiter vorgehen werde. Anbei noch der Vollständigkeit halber ein Bild des restlichen Bandoliers.

                Gruß Axel
                B 2.jpg

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                • Sans-Souci
                  Erfahrener Benutzer
                  Colonel
                  • 01.10.2006
                  • 2151

                  #9
                  Daß auf Ausrüstungsstücken ein Name mit Wohnadresse angebracht war, ist mir bisher noch nie begegnet. Das heißt natürlich nichts, aber der Name könnte nachträglich aufgraviert worden sein.

                  Hier aus einer Ebay-Auktion ein entfernt ähnliches Kartuschkasten-Bandelier aus nach-Napoleonischer Zeit (von wann, weiß ich nicht, aber auf dem Kartuschkasten findet sich ein Emblem mit dem Gallischen Hahn):

                  s-l1600.jpg


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                  • Sans-Souci
                    Erfahrener Benutzer
                    Colonel
                    • 01.10.2006
                    • 2151

                    #10
                    Hier ein Napoleonisches Stück, schon etwas ähnlicher:

                    lot.jpg

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                    • Gardekosak
                      Erfahrener Benutzer
                      Tambour-Major
                      • 24.03.2015
                      • 252

                      #11
                      Hallo,

                      ich denke die Bandolierbeschläge sind aus der naploeonischen Zeit. Ich habe in Leipziger Museum am Völkerschlachtsdenkmal einen Kartuschkasten mit Bandolier gesehen mit fast identischen Beschlägen. Er wird dort als litauisch um 1813 beschrieben. Hier ein Bild dieses Vergleichstückes.

                      IMG_8843.jpg

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                      • Gardekosak
                        Erfahrener Benutzer
                        Tambour-Major
                        • 24.03.2015
                        • 252

                        #12
                        Hier noch ein Bild des kompletten litauischen Kartuschkasten aus Leipzig.

                        109.jpg

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