The Battle of Borodino

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  • HKDW
    antwortet
    Auch hier bezieht Mikaberidze klar Stellung und Barclay wird eigentlich auch von den Vorwürfen freigesprochen.
    Auch bringt Mikaberidze eine interessante Stärkeangabe der rußischen Armee - weit größer als bisher angenommen, ca. 150 000 Mann.
    Kurz - keine Beweihräucherung - sondern eine kritische Auswertung der immensen Quellen die Mikaberidze hinzugezogen hat.
    Zuletzt geändert von HKDW; 12.12.2007, 21:29.

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  • Latour-Maubourg
    antwortet
    Das Buch ist mir auch ins Auge gefallen, und Mikaberidze ist ja durchaus bekannt. was mich aber zögern lies (und lässt) es zu kaufen ist einfach seine "voreingenommenheit" gegenüber seinem georgischen landsmann Bagrationi und somit dessen "parteibeziehn" der pro-russichen Fraktion Kutusow gegenüber der "ausländischen" Fraktion Barclay de Tollys etc. ich habe einfach die befürchtung dass das Buch nur wieder eine beweihräucherung Borodinos wird und als russischer sieg deklariert wird. es ist nunmal so, und dass sind im kern fakten:
    - Barclay de Tolly hat sich zwar ständig zurückgezogen aber die Grande Armee hat bei diesem Rückzug bei gefechten (Mir, Inkovo, erste Krasnoie) einiges an Soldaten eingebüsst (vor allem kavallerie) ohne selbst signifikante Verluste hinnehmen zu müssen. Barclay hat trotz Smolensk Kutusow eine intakte armee übergeben. (siehe hierzu auch das neue Buch "Le Brasier de Krasnoie" von Popov, über die Schalchten von Inkovo und 1. Krasnoie)
    - Kutusow hingegen hat sich sofort und unnötigerweise zur Schlacht hinreissen lassen die ihr Ziel nicht erreicht hat (verteidigung Moskaus) und die Russische(n) armee(n) waren so stark angeschlagen dass auf weiteres an keine weitere militärische operation zu denken war. Kutusow hätte ja im prinzip schon nach dem verlust der Shevardino schanzen den gedanken einer schlacht aufgeben müssen. klar, ich will nicht sagen dass die Franzosen gewonnen haben, aber Kutuzow hat eindeutig nicht sein ziel erreicht, was die schlacht zu einer russichen niederlage werden lässt. ausserdem hat napoleon ja von anfang an eine offene feldschlacht gesucht, was ihm Barclay erfolgreich verweigert hat.

    natürlich habe ich das Buch (noch) nicht gelesen, aber das waren meine gedanken als ich von den "neuen russischen quellen" gelesen habe. Popov hat jedenfalls meine Meinung konsolidiert dass Barclays vielkritisierter Rückzug "effektiver" war als Kutusows sinnloser Last Stand bei Borodino.

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  • Gunter
    antwortet
    Vielen Dank für die Info,
    den Band will ich auf jeden Fall auch haben. Alex macht sehr gute Arbeit, ich fand bisher alles klasse, was er geschrieben hat. Schön ist auch, dass er Zusatzinformationen nicht einfach untern Tisch fallen lässt und man auch rückfragen kann.

    Grüße,

    Gunter

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  • admin
    antwortet
    Danke für die Kritik, Hans-Karl ... wenn Du nichts dagegen hast, pack' ich die mit einigen anderen Neuen auf die Rezensionsseite.

    Ja, Alex ist in der Tat ein hervorragender Forscher und wir können uns sicher noch auf viele weitere Werke aus seiner Feder freuen - v.a. mit Russischem Bezug.

    Schöne Grüße
    Markus Stein

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  • HKDW
    hat ein Thema erstellt The Battle of Borodino.

    The Battle of Borodino

    Ich habe vor 3 Tagen das neue Buch von

    Mikaberidze, Alexander : The Battle of Borodino - Napoleon Against Kutusov, Barnsley 2007

    bekommen und fast auf einen Satz durchgelesen.

    Das Buch umfaßt 276 Seiten, Harcover und hat mich 36 Euro gekostet. Alexander Mikaberidze beweist hier seine hervorragende Kenntnis und reflektiert sehr kritisch seine Quellen, da er rußisch, deutsch, englisch und französisch spricht (und vielleicht auch noch andere Sprachen, Polnisch?) schöpft er aus einen reichen Fundus an Unterlagen, ganz besonders eben auch russische Literatur was viele interessante Neuigkeiten bringt.

    Er räumt auch sehr kritisch mit der Legendenbildung auf, wie z.b. dass Nebel ein Grund dafür war dass viele französische Geschütze am Anfang der Schlacht ihr Ziel nicht erreichten - es war eine schlechte Geländeaufklärung vor der Schlacht - und die Geschütze waren einfach zu weit hinten postiert - um nur ein Beispiel zu nennnen.
    Der ganze Verlauf der Schlacht und der Vortage wird detailliert - bis auf Regiments oder Batterieebene behandelt. Das Grauen der Schlacht wird extrem gut geschildert und man wundert sich, dass überhaupt jemand diese blutige Schlacht überlebt hat, die Soldaten beider Seiten, die Allierte Armee um Napoleon und die der Rußen ließen sich regelrecht abschlachten.

    Sehr schön finde ich auch die Fußnoten (am Ende des Buches), er nummeriert einfach durch und so kann man schnell und ohne langes hin- und herblättern die gewünschte Fußnote finden.

    In markierten Absätzen bringt er auch immer wieder wissenswertes über das heutige Schlachtfeld, oder über das Museum, oder Leo Tolstoy und Borodino, was das Werk sehr gut abrundet.

    Da aus verlagstechnischen Gründen die Seitenzahl des Buches begrenzt werden mußte, sind weitere Informationen der sehr sehr gründlichen Recherche im Internet auf www.napoleon-series.org - zu finden.

    Mikaberidze ist ohne Zweifel einer der kompetentesten Autoren der napoleonischen Geschichte - und läßt auf weitere Werke hoffen.

    Nach dem ausgezeichneten Werk von Robert Goetz - Austerlitz 1805 - behandelt Mikaberidze die Schlacht von Borodino in ebenfalls hervorragender Virtousität.

    Eine besser Ausstattung des Buches wäre dem Autoren zu wünschen gewesen, größere Karten, auch in Farbe, aber das ließ das Budget des Herausgebers wohl nicht zu.

    In den kommenden Jahren wird den ausgebildeten Historiker Alexander Mikaberidze handwerklich und fachlich wohl kaum jemand das Wasser reichen können.

    Wer also noch kein Weihnachtsgeschenk hat, das Buch wäre eine gute Idee . . .
    Zuletzt geändert von HKDW; 12.12.2007, 21:28.
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