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Singen zu Zeiten Napoleons verbreitet?

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  • #16
    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Aber es ging ja eigentlich um Chöre?
    Ich habe nichts dagegen, wenn sich der Diskussionskreis erweitert ... Man kann ja glücklicherweise am Anfang nie ahnen, was am Ende eines Themas herauskommt.
    Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

    "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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    • #17
      Sehr gute Einstellung Madame...
      Das Thema "Chöre" wäre sicherlich auch zu eng gesteckt

      Ein Chorwesen wie man es heute kennt, gab es meines Wissens nach nicht.
      Zu so einer Art Freizeitbeschäftigung hatte ja auch keiner Zeit.
      Es gab wohl Kirchenchöre, aber die beschäftigten sich mit den geistlichen Liedern. Ob so ein Chor eventuell gegen Geld bei einer Festivität des gehobenen Bürgertums/Adel auftrat, ist mir auch unbekannt. Bei diesen Gelegenheiten spielten eher Musiker (durchaus auch Militärangehörige) auf.

      Bei Salons wurde aber auch gesungen. Entweder von engagierten Künstlern( was in großen Städten kein Problem war) oder von begabten Laien. Gerne die Dame oder Tochter des Hauses. Gesungen wurden hier z.B. Arien aus bekannten Oper oder auch Lieder von Künstlern, die gerade "in" waren. (z.B. Goethe oder Schiller) Es gibt da eine hübsche CD über das Volksliedarchiv in Freiburg. Dort sind vertonte Goethelieder zu hören (Sah´ ein Knab´ein Röslein stehen usw.)

      Die Westfalen sind überall stationiert. Von Flensburg bis Garmisch. Ist ja schließlich auch ein großes Land
      Ein Schwerpunkt ist im Raum Rhein/Ruhr
      Die Landwehr-Lerchen sind deshalb berühmt - berüchtigt, weil es durchaus Leute gibt, die eine schnelle Beendigung der Darbietung mittels Geld oder Sachgeschenken erkaufen möchten

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      • #18
        Schillers Reiterlied...

        ... wenn ich mich recht erinnere, sind die sächsischen Kürassiere mit Schillers Reiterlied in die Schlacht von Borodino gezogen (sinngemäß: "es gibt nur noch Knechte in der Welt" o.ä.). Das konnte Napoleon auch missverstehen

        Es ist dies m.E. ein Indikator, dass das Singen zumindest in den deutschen (Reiter-)Regimentern durchaus verbreitet war.

        Viele Grüße, Thomas H.

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        • #19
          Ja, es gibt da so eine Geschichte
          Geh mal auf diese Seite :

          http://www.5-preussische-brigade.de/

          Dann Landwehr und Liedertexte, da steht was zum Thema Reiterlied

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          • #20
            Schillers Reiterlied

            ... und hier der Text (aus http://www.versalia.de/archiv/Schill...ied_.1157.html):

            Reiterlied.
            Friedrich Schiller

            Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!
            Ins Feld, in die Freiheit gezogen!
            Im Felde, da ist der Mann noch was werth,
            Da wird das Herz noch gewogen,
            Da tritt kein Anderer für ihn ein,
            Auf sich selber steht er da ganz allein.

            Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
            Man sieht nur Herren und Knechte;
            Die Falschheit herrschet, die Hinterlist
            Bei dem feigen Menschengeschlechte.
            Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
            Der Soldat allein ist der freie Mann!

            Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
            Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
            Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
            Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen,
            Und trifft es morgen, so lasset uns heut
            Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

            Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Loos,
            Braucht's nicht mit Müh' zu erstreben.
            Der Fröhner, der sucht in der Erde Schooß,
            Da meint er den Schatz zu erheben.
            Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,
            Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

            Der Reiter und sein geschwindes Roß,
            Sie sind gefürchtete Gäste.
            Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,
            Ungeladen kommt er zum Feste,
            Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
            Im Sturm erringt er den Minnesold.

            Warum weint die Dirn' und zergrämt sich schier?
            Laß fahren dahin, laß fahren!
            Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
            Kann treue Lieb nicht bewahren.
            Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
            Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

            Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
            Die Brust im Gefechte gelüftet!
            Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
            Frisch auf, eh der Geist noch verdüftet!
            Und setzet ihr nicht das Leben ein,
            Nie wird euch das Leben gewonnen sein.

            ------------------
            Gruß, Thomas H.

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            • #21
              Lied der Freude - ist das ein Chor?
              Dazu ettliche französische Chorgesänge in der Revolutionszeit, schon fast wie Opern.

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              • #22
                Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                Lied der Freude - ist das ein Chor?
                Meinst Du "Freude schöner Götterfunken"? (Text "Ode an die Freude" von Schiller, Musik "Symphonie Nr. 9" von Beethoven) Wenn ja, dann ja.

                Kleine Bemerkung am Rande: man spricht von einem Chor als der ausführenden Gemeinschaft, das gesungene Lied wird als Chorwerk bezeichnet.
                Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

                "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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                • #23
                  Singen zur Napoleonzeit

                  Aus der im heutigen Baden-Württemberg gelegenen Ortschaft Dahenfeld (gehörte damals zum Deutschordensgebiet um Neckarsulm) sind für das Jahr 1793 neben "Chorsängern", die bei der Gottesdienstgestaltung mitwirkten, auch "Singjungfern" erwähnt, die wohl bei den kirchlichen Prozessionen zum Einsatz kamen. Aus dem Jahr 1773 wissen wir von "Singknaben", die im Dorf das neue Jahr angesungen und dazu mit dem Lehrer Lieder einstudiert haben.

                  Bezüglich eines von den württembergischen Soldaten auf dem Rußlandfeldzug 1812 gesungenen Lieds verweise ich auf meinen Beitrag vom 09.01.2007. R. Starkloff, der in der Regimentsgeschichte der württembergischen "Louisjäger" das "sehr ausführliche Tagebuch" des Louisjägers Karl Finckh anspricht, zitiert dabei dieses Lied folgendermaßen: "Bruder, jetzt geht's russisch, russisch, Bruder, jetzt geht's russisch zu".
                  Näheres über Text und Melodie ist mir leider nicht bekannt.

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                  • #24
                    Nun danket alle Gott

                    Hallo muheijo

                    Zitat muheijo: 2 dinge fallen mir zum thema singen ein:
                    - hat nicht auch N gerne (aber falsch) gesungen?
                    - haben die preussen nach der gewonnnenen schlacht von waterloo gesungen: "nun danket alle gott"?

                    Das haben die Preußen nach der Schlacht bei Leuthen gesungen. Es soll sehr anrührend gewesen sein. Ich habe auch einen alten Film aus dem Internet runtergeladen, der da heißt "Der Choral von Leuthen". Im Film "Der große König" ist diese Szene ebenfalls großartig dargestellt. Man darf sowas nicht mit unserer heutigen Mentalität vergleichen. Die Soldaten waren froh, das Grauen überstanden zu haben. Und Gefühle müssen/sollen auch mal raus.

                    Gruß Norbert
                    Zuletzt geändert von Norbäär; 23.09.2007, 11:19.
                    Vive l' Empereur !

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                    • #25
                      Hier ein zeitgenössisches (?) Lied mit Musik
                      in Huldigung zu Marechal Davout :
                      http://www.souvenir-davout.com/spip.php?rubrique3

                      schreiben sie "En musique" und dann "Chant du maréchal Davout"

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